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Gamescom 2017: Unser Messebericht Teil 2

Als Taktig-RPG mit Karten wandelt Gwent auf völlig anderen Pfaden. Auf der Gamescom wurde expliziert auf die Solo-Kampagne eingegangen, die mit einer vollwertigen Story daherkommt, die mindestens an die 12 Stunden unterhalten soll. Sämtliche Dialoge wurden vertont und das sogar in 10 verschiedenen Sprachen. Optisch erschien die handgezeichnete Grafik zunächst zwar solide, aber unspektakulär. Ihr bewegt eure Spielfigur aus der Vogelperspektive und könnt eure Umgebung erforschen, um Schatztruhen zu finden oder auch Quests abseits des Hauptweges anzunehmen.

Da die Kamera jedoch dynamisch ist, fängt sie Panoramen sehr gut ein. Einmal als sich die Spielfigur zu einer Klippe bewegte, zoomte sie heraus und das Tal trat ins Blickfeld. Dieser Anblick war wirklich sehr schön anzusehen und mit Details wie fließenden Gewässern oder bewegenden Laub in den Bäumen, wirkt die Grafik sehr stimmungsvoll. Gwent-Fans haben also einen Grund zur Freude.

Bei den Crazy Monkey Studios durften wir uns an Guns, Gore & Cannoli 2 versuchen. Der Nachfolger zum spaßigen Run & Shoot Titel in Comic Optik wird zwar erst im kommenden Jahr erscheinen, machte aber bereits einen ordentlichen Eindruck. Angesiedelt im zweiten Weltkrieg (ca. 20 Jahre nach dem Vorgänger) muss sich die Mafia nicht nur mit den Folgen des Krieges, sondern auch mit Zombies auseinandersetzen. Dabei stehen euch zahlreiche Schuss- und Nahkampfwaffen zur Verfügung. Die Entwickler haben dabei ein neues Waffenrad eingeführt, das ihr mit dem rechten Analogstick bedienen könnt, was zu schnellerem Auswählen der Waffen führt, was beim Vorgänger noch etwas umständlich wirkte. Eine weitere Neuerung ist der Ragdolleffekt, der bei all dem Chaos und fliegenden Leichen und Körperteilen äußert amüsant wirkt.

Das Spiel erscheint im kommenden Jahr für PC, Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch. Der Vorgänger wird außerdem ebenfalls noch für die Switch erscheinen.

An dieser Stelle würden wir euch nun gerne unsere Eindrücke des Indie Titels Swords of Ditto wiedergeben, dass von Devolver Digital vertrieben wird, aber dazu kam es nicht. Woran es lag? Simpel gesagt am Trubel der gamescom. Termine die verschoben werden, Termine die später beginnen, weil wiederum andere zuvor bereits länger warten mussten usw. Wir hätten also eine Stunde warten müssen, von daher habe wir uns Ruiner angesehen. Das wird von Reikon Games in Warschau entwickelt und bietet ein Gameplay, das sich an Hotline Miami bedient. Damit dürftet ihr im Bilde sein. Natürlich hat Ruiner seinen eigenen Stil. Es ist angesiedelt im Jahre 2091 und spielt in der Cyber-Metrople Rengkok. Worum es genau in der Geschichte dreht, wurde uns zwar nicht klar, aber da wir selbst Hand anlegen konnten, durften wir erfahren, dass das Spiel selbst auf Normal eine ziemliche Herausforderung ist. Gingen die ersten Wellen von Feinden noch gut von der Hand, machte mir der Boss in der Demo ernsthafte Probleme, dass ich schon aufgeben wollte. Denn hier kämpft ihr nicht nur gegen ihn und seine lange Energieleiste, sondern auch gegen seine immer wieder auftauchenden Schergen und einem Zeitlimit, das diesen Fight noch „pikanter“ machen sollte. Eure Spielfigur kann schlagen oder zu einer Schusswaffe wechseln und hat mit Schild und Dash verschiedene Fähigkeiten auf Lager. In Bewegung sein, ausweichen und dann im richtigen Moment zuschlagen sind hier die Mittel zum Erfolg. Aber wie gesagt, das klingt einfacher, als es gewesen ist.  Ruiner erscheint Ende des Monats für PC, PS4 und Xbox One.

Ein weiteres Spiel von Devolver war Absolver. Zu Beginn erstellt ihr einen eigenen Charakter mit eigenem Kampfstil und werdet anschließend in eine weite Welt geworfen. Absolver ist als ein Onlinespiel rund um Martial Arts konzipiert. Hierbei begegnet ihr nicht nur anderen menschlichen Mitspielern sondern auch jeder Menge Bots und Bossgegnern. Diese nenne sich die „Gezeichneten“.

Bereits nach kurzer Zeit fällt auf, wie vielschichtig und komplex das Kampfsystem von Absolver ist. Je nachdem wie ihr vor oder hinter einem Gegner steht oder eure Fußstellung steht, kann eure Spielfigur verschiedene Manöver ausführen oder gegnerische Angriffe blocken. Dieses komplexe System ist sicher nichts für Jedermann, dürfte allerdings für Fans solcher Titel vielschichtig und enorm interessant sein. Zum Zeitpunkt dieses Berichtes ist das Spiel bereits auf PC und Konsole erschienen.

Bei Sony konnten wir uns von drei neuen Playlink Spielen (Spiele, die ihr über eurer Smartphone bedient) überzeugen. War ich anfangs ziemlich skeptisch aufgrund der Smartphone Anbindung, wurde ich beim Spielen aller drei eines besseren belehrt. Alle Spiele sammeln gerade wegen dieser Bedienungsart Pluspunkte, da dadurch vor allem Leute angesprochen werden, für die das Zocken mit einem Controller vielleicht zu „aufwändig/schwierig“ erscheint, oder eben auch für Leute, die sonst keine Games am TV zocken.

Aber nun der Reihe nach. Bei Hidden Agenda handelt es sich um einen Titel der Until Dawn-Macher und kann bis zu sechs Leuten gespielt werden. Dieses handlungsbasierte Abenteuer kombiniert Elemente aus Filmen und Spielen und entführt die Spieler in eine Geschichte voller moralischer Dilemmas. Der Clou an der Sache ist, dass die Spieler die Handlung aktiv beeinflussen können. Immer wieder gibt es Auswahlmöglichkeiten, wie die Story weitergeht. Als einfaches Beispiel wäre hier zu nennen, entscheidet euch, ob ihr die Geisel oder euren Partner retten wollt. Sobald eine Mehrheit für eine Antwort vorhanden ist, geht die Geschichte in diese Richtung. Der Name Hidden Agenda kommt aber auch nicht von ungefähr. Denn während alle gemeinsam die Handlung verfolgen, werden Geheimaufträge auf das Smartphone eines zufällig ausgewählten Spielers geschickt. Dieser versucht nun, die Geschichte zu seinen Gunsten verlaufen zu lassen, da es dann für ihn Extrapunkte gibt.

Wissen ist Macht ist natürlich ein Quizspiel und daher wie geschaffen für eine gesellige Runde für ebenfalls 6-Spieler. Beantwortet die unterschiedlichsten Fragen zum Allgemeinwissen, um eure Mitspieler zu besiegen. Für Abwechslung sorgen außerdem taktile Herausforderungen. Hier dreht sich dann alles um Geschwindigkeit und Genauigkeit. Neben der großen Auswahl an Kategorien scheint das Spiel auch wirklich Wissen abzufragen, denn manche Fragen gingen in die Materie. Spaßig ist zudem, dass sich die Spieler untereinander beharken und piesacken können, sodass das Geschrei vor dem TV groß sein kann und genau so soll es auch sein.

Als letztes Spiel wurde Frantics gezeigt. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von verschiedenen Minispielen für bis zu 4 Spieler. Auch hier wird der Konkurrenzkampf großgeschrieben, sodass man sich schön gegenseitig auf die Nerven kann. Der einfache Einstieg via Smartphone verspricht auch hier Spielspaß für Jedermann.

Hand anlegen zu können, bietet an sich die beste Gelegenheit, die Zockerschaft von der Qualität eines Titels zu überzeugen. Und besonders Metal Gear Survive hat es nicht leicht, weil das Gameplay in eine völlig andere Richtung geht, als man es vielleicht von Namen her erwartet. Nur muss man dabei aber auch sagen, dass es (auch aufgrund des Names) sich um keinen Metal Gear Solid Teil handelt. Vielmehr möchte Konami mit diesem Titel das Universum expandieren. Abgesehen davon sind Namen zweitrangig, wenn das Game überzeugt.

Auf der gamescom haben immer 4 Leute im Team gespielt, um die Mission zu meistern. Metal Gear Survive setzt vor allem auf 2 Elemente. Einmal auf Tower Defense und zum anderen auf Do it yourself Crafting. Sammelt verschiedene Bauteile ein und errichtet damit unterschiedliche Barrikaden, um eure Festung zu sichern. Zuvor habt ihr euch noch für eine Charakterklasse entschieden, von der jede jeweils ihre eigenen Waffen und Kampfarten mit sich bringt. Auch hier laufen dann eure Gegner in Wellen auf euch zu und sie wollen das Ziel im Zentrum zerstören, was ihr verhindern müsst. Wie ihr die Gegner ausschaltet, bleibt euch überlassen, egal ob im Nah- oder Fernkampf, durch Helferleinvehikel wie einen Walker oder eben durch eure Barrikaden und Fallen. Unterschiedlich starke Feinde bringen dann Würze ins Geschehen, da sich darunter auch harte Brocken befinden können oder explodierende Läufer, die nur das Ziel haben, möglichst viel zu zerstören. Nach jeder Welle habt ihr Zeit, eure Verteidigung wieder neu aufzubauen und euch fit für die nächste Horde zu machen. Das ist bezogen auf das Genre nichts neues und ob das Spiel auch langfristig unterhalten kann, steht und fällt mit der Motivation. Also wie motiviert ist der Loot, das ihr erhaltet? Dieses besteht aus diversen Gadgets, Ausrüstungsteilen und anderen Upgrades. Ist dieses Becken reichhaltig gefüllt, dann könnte Metal Gear Survive einen Platz in der Beliebtheitsskala in diesem Genre finden.

Bei Nintendo hatten wir die Chance neben Nintendo 3DS-Titeln Super Mario Odyssey und das Mini SNES anzuspielen.

Fangen wir mit Nintendos „neuer alter“ Hardware an. Das Mini SNES ist kaum größer als das im letzten Jahr erschienene Mini NES und bietet 21 Klassiker des Super Nintendo Ära. Diese sind wie bei der Vorgängerkonsole in einem übersichtlichen Menü aufgelistet. Für den persönlichen Touch hat Nintendo eine Menge an Rahmen eingefügt, die ihr nach Belieben austauschen dürft, um die Stimmung eures aktuellen laufenden Spiels zu unterstreichen. Das Feature erinnerte uns stark an den Super Gameboy und den Gameboyplayer.

Folgende Titel befinden sich auf dem Mini SNES:

• Contra III The Alien Wars (europäischer Titel: Super Probotector: Alien Rebels)
• Donkey Kong Country
• EarthBound
• Final Fantasy III (japanischer Titel: Final Fantasy VI)
• F-ZERO
• Kirby Super Star (europäischer Titel: Kirby’s Fun Pack)
• Kirby’s Dream Course
• The Legend of Zelda: A Link to the Past
• Mega Man X
• Secret of Mana
• Star Fox (europäischer Titel: Starwing)
• Star Fox 2
• Street Fighter II Turbo: Hyper Fighting
• Super Castlevania IV
• Super Ghouls ’n Ghosts
• Super Mario Kart
• Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars
• Super Mario World
• Super Metroid
• Super Punch-Out!!
• Yoshi’s Island

Hier dürfte vor allem das nie offiziell erschienene Starfox 2 interessant sein. Das Spiel wurde damals fertig gestellt jedoch nie veröffentlicht, da das Nintendo 64 vor der Tür stand und man der neuen Konsole sowie „richtigem 3D“ den Vortritt lassen wollte.

Ein weiteres praktisches Feature ist die Rückspulfunktion. Solltet ihr bei einem Bossgegner gescheitert, oder bei Mario in eine Grube gefallen sein, könnt ihr über das Menü beliebig oft vor und zurückspulen, um an die gewünschte Stelle zu kommen, um es dann nochmal zu versuchen. Wir persönlich hätten uns dieses Feature bereits beim Mini NES gewünscht, da die Titel auf dieser Konsole deutlich schwerer waren. Dennoch freuen wir uns natürlich über dieses neue Feature.

Im Mini SNES Karton findet ihr:

• Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System
• Zwei Super NES Classic Controller
• HDMI-Kabel
• USB-Stromkabel
• 21 vorinstallierte Titel

Kommen wir zu Super Mario Odyssey. Auf der gamescom hat Nintendos neues Super Mario Abenteuer ganze fünf Preise abgeräumt. Darunter den Hauptpreis der Jury, Publikumspreis als meistgewünschtes Videospiel, das beste Familienspiel, das beste Switch-Spiel und das beste Action-Spiel.

Die zwei Level, die uns zur Verfügung standen, waren leider nur die bekannten Level der E3. New Donk City & die Brutzelwüste.
Mario verfügt in Odyssey neben seinen bekannten Moves nun über die Fähigkeit seine Mütze (Cappy genannt) auf Gegner und Gegenstände zu werfen. Ihr könnt mit Cappy nicht nur Gegner besiegen, sondern diese auch übernehmen. So könnt ihr als Kugelwilli Abgründe überwinden oder Mauern aufsprengen. Im Trailer konnten wir Mario als Riesen T-Rex erleben. Die Möglichkeiten sind also unbegrenzt.

Für etwas mehr optische Abwechslung sorgen nicht nur die Level, sondern auch Marios Outfits. Mit speziellen lila Münzen kann unser Lieblingsitaliener in den verschiedenen Welten neue Kostüme kaufen und sich dementsprechend einkleiden. Als Koch, Mexikaner, Abenteurer und weiteren Kleidungsstücken kann sich Mario optisch seiner Umgebung anpassen.

Am Freitag kommt Metroid: Samus Returns, das Remake von Metroid II in den Handel. Auf der gamescom konnten wir uns davon überzeugen, dass der Titel das hält, was die Fans von einem 2D-Metroid erwarten. Es spielt sich sehr flüssig und sieht zudem richtig gut aus. Vor allem der 3D-Effekt sorgte für Aufsehen. Selten wirkte die Spielumgebung so plastisch und in die Tiefe blickend wie hier. Gepaart mit dem atmosphärischen Soundtrack dürfte uns hier ein Hit bevorstehen, sofern das Spiel den positiven Eindruck durch das gesamte Spiel halten kann. Die Marke hätte es jedenfalls verdient und wenn die Qualität stimmt, dann vor allem auch mit guten Verkaufszahlen.

Ein weiterer, sicherer Hit dürfte das Remake von Mario & Luigi: Superstar Saga für die Systeme des 3DS werden. Abgesehen davon, dass die Grafik gehörig aufgepeppt wurde, kann bei dem Titel an sich nur wenig schief gehen. Schließlich zählt der erste Teil der Saga unter den Fans zu den beliebtesten und auch ich (Arne) würde Teil 1 an die Spitze des Mario & Luigi Rankings packen. Neben dem Hauptspiel wurde dem auch zudem der Extra Modus „Bowsers Schergen“ spendiert.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Harald Ebert von Nintendo. Ohne seinen persönlichen Einsatz hätten wir nicht die Möglichkeit gehabt Nintendo aktuelle Highlights anzuspielen. Vielen, vielen Dank Harald.

Wie eingangs des ersten Teiles unseres Messeberichtes erwähnt, bietet die gamescom vielfältige Gründe, um zur Messe zu gehen. Manche würden sagen – was nun mal auch naheliegend ist –dass sie wegen den Games auf der Messe sind. Andere dagegen wohl wegen des Drumherums, dazu zählen vor allem diverse Bühnenshows oder Auftreten eines bekannten Streamers. Mit den Namen der beliebten Streamer wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und davon kann man halten was man will. Ein Bereich auf der Messe zeigte mir jedoch einmal mehr, wer die wirklichen Stars auf der Messe sind. Neben den aktuellen Konsolen beweisen die ausgestellten Exemplare des Retrostandes, dass sie der Grund sind, warum wir angefangen haben zu spielen und warum wir dann zu einer Messe wie die gamescom gehen. Der Retrostand war in diesem Jahr größer denn je und es gab erneut zahlreiche Plätze, um in die entfernte und nähere Vergangenheit abzutauchen. Dazu gab es auch einige Spielautomaten zu begutachten wie zum Beispiel von Donkey Kong.

Der noch vergleichsweise wenig besuchte Retrostand am Presse-Dienstag

Was ebenfalls interessant zu beobachten gewesen war ist, in die Gesichter von vielen zufriedenen Besucher zu blicken. Und das verwundert bei Wartezeiten von über 4 Stunden für 10 Minuten Spielen doch ein wenig. Die Messe boomt, ganz egal wie voll es ist. Wie werden nächstes Jahr sehen, ob es weiterhin nur einen Weg gibt, nämlich den nach Oben.

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