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Damage Inc. Pacific Squadron WWII

Damage Inc. ist ein Titel, bei dem insbesondere Fans der Band Metallica aufhorchen dürften, schließt doch das Lied mit dem gleichen Namen das 86er Meisterwerk Master of Puppets ab. Und um das Fazit und meine Meinung zum Spiel gleich etwas vorwegzunehmen: Wenn jemand 60 € zur Hand hat, so rate ich demjenigen dringend, sich so oft es geht eine Kopie von Master of Puppets zu besorgen und das Spiel im Laden stehen zu lassen. Doch worum geht es in Damage Inc? Was macht das Spiel in Summe so schwach? Warum lohnt sich die Anschaffung nicht? Lest es hier nach.

Story:

Wie der Untertitel des Spiels bereits suggeriert, spielt das Game im 2. Weltkrieg, genauer gesagt geht es um den Krieg im Pazifik zwischen den USA und Japan. Die Geschichte beginnt quasi mit dem schicksalshaften 7. Dezember des Jahres 1941, dem Angriff der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbor. Die Story wird aus der Siche eines namenlosen „Helden“ erzählt (Im Kampf immer „Reaper Leader“ genannt) und umfasst die Kriegsjahre 1941-1945. Dabei werden laut Verpackung authentische Schauplätze und Schlachten nachgespielt. Natürlich reden wir hier von einem verbrauchten Setting, das mittlerweile wahrscheinlich niemanden mehr hinter dem Ofen vorlockt, aber mit ein bisschen mehr Emotionen und Spannung hätte man auch hier punkten können. Leider versäumt es der Entwickler wiederholt, Emotionen einzusetzen.

Die Geschichte wird äußerst lieblos erzählt. Das beste Beispiel bietet schon das zweite Kapitel, in welchem der „Held“ seinen Bruder in einer Luftschlacht verliert und so tut, als wäre nichts passiert: „Das werden sie bereuen“ lautet seine Reaktion auf den Tod seines Bruders, ohne den Anflug von Tränen, Verzweiflung oder Ähnlichem. Man hat folglich durch diese fehlenden Emotionen nie das Gefühl, wirklich in einem Krieg zu stecken und die ganze Misere des Krieges nachzuempfinden. Wut über menschliches Versagen, Unverständnis für kriegerische Handlungen, Mitleid etc wird daher beim Spieler nicht einmal ansatzweise hervorgerufen. Insofern lässt sich für die Story wenig positives sagen.

Gameplay:

Das Spiel beinhaltet über 20 Kapitel, die ihr nacheinander anwählt. Die Missionen variieren dabei, das Gameplay bleibt aber im Grunde fast immer identisch. Ob ihr jetzt einen Aufklärungsflug machen müsst, Bodenverteidiung, Luftkämpfe etc, spielt keine Rolle. Man wählt zu Beginn des Kapitels ein Flugzeug (das man zu Beginn auch noch aufrüsten kann, um etwa seine Waffen zu verstärken, die Beweglichkeit zu erhöhen usw.) und erledigt im Level selbst eine Gegnerwelle nach der anderen. Das Spiel gestaltet sich über die gesamte Dauer äußerst monoton, es bietet nahezu keine Abwechslung. Kaum ist Gegnerwelle A besiegt, folgt auch schon Gegnerwelle B und so geht es die ganze Zeit weiter. Der Schwierigkeitsgrad ist durch den sog.

Reflexmodus quasi nicht vorhanden. Im besagten Modus bewegen sich die Gegner quasi in Zeitlupe und ihr könnt sie in aller Ruhe unter Beschuss nehmen. Gelegentlich müsst ihr zum Abschluss des Kapitels ein sog. Ace besiegen, ein etwas fähigerer Gegner, der sein Flugzeug wohl besser unter Kontrolle hat als die herkömmliche japanische Luftwaffe. Doch auch diese Kämpfe gestalteten sich als relativ einfach. Lediglich etwas Geduld war hier gefordert. Eine Herausforderung sucht ihr also während des Spiels vergeblich. Gerne würde ich über weitere Gameplay-Facetten schreiben, doch leider gibt es keine weiteren! Sehr enttäuschend!

Die Steuerung wirkt für mein Gefühl etwas schwammig, gleichwohl ich hier sagen muss, dass ich die Version ohne den Joystick hatte, es also mit einem hekömmlichen Controller gespielt habe. Möglicherweise wäre es mit dem beiliegenden Joystick besser, das kann jetzt hier nicht bewertet werden.

Technik:

Das Wort sollte eigentlich in Anführungszeichen stehen, denn was die Entwickler hier fabriziert haben, spottet jeder Beschreibung und ist – so ungern ich das sage – eine Schande. Verpixelte Wolken, matschige Texturen, schwacher Bildaufbau, Probleme mit der Framerate bei hohem Gegneraufkommen. Ja, auch das gibt es im Jahre 2012, ja, auch das gibt es auf der Xbox 360. Legt zum Vergleich mal „The Sky Crawlers – Innocent Aces“ in eure Wii und ihr werdet erstaunt sein. Erstaunt deswegen, weil es schlicht und ergreifend besser aussieht (und übrigens das wesentlich bessere Spiel ist). Damage Inc ist einfach nur unschön. Das einzige, das im Ansatz passabel aussieht, sind die Flugzeuge, alles andere ist unterstes Niveau und wie schon erwähnt: eine Schande. Doch das ist längst nicht alles: Wie das Spiel die Qualitätskontrolle überstanden hat, weiß nur der Entwickler selbst. Häufige Bugs, Freezes und sonstige Fehler trüben nicht nur den Spielspaß, sondern geben dem ganzen Projekt einfach einen unprofessionellen Touch. Gerade in der ersten Hälfte des Spiels musste ich mehrmals (!) Missionen oder Checkpoints neu starten, weil es nicht weiter gegangen ist. Man hörte den Ton, die Leute haben weiter geredet, aber man konnte das Flugzeug nicht  mehr sehen und nicht mehr spielen.

Ein mal war ein Neustart nötig, weil eine Gegnerwelle nicht mehr getriggert wurde. Nach 10-minütigem Flug habe ich aufgegeben und die Mission neu gestartet. Ein gut gemeinter Rat an die Entwickler: Prüft eure Spiele genauer dahingehend in Zukunft. So etwas wie Damage Inc ist meiner Meinung nach einfach nicht marktreif. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass die Worte hier heftig klingen, aber man muss das Kind eben auch beim Namen nennen und es stößt einfach sauer auf, wenn derartige Bugs und offenkundige Programierfehler heute noch auftauchen. Ärgerlich und unprofessionel. Immerhin beim Sound wurde etwas besser gearbeitet. Zwar unauffällig, aber er fällt nicht negativ auf, die Stimmen der Charaktere passen gut. Eine Deutsche Sprachausgabe findet man leider nich, dafür aber Untertitel, die allerdings von Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmeln. Diese Fehler fügen sich gut ins Gesamtbild ein, da das ganze Spiel einfach einen äußerst unsauberen Eindruck macht.

Loben muss man hingegen den Umfang. Die Spielzeit ist für das Genre wirklich gelungen. Über 20 Missionen halten lange „bei Laune“, wenn das Spiel denn gelungen wäre.

  • Plattform: Xbox 360
  • Publisher: Mad Catz
  • Entwickler: Trickstar Games
  • Genre: Action
  • Release: 28.08.2012
  • USK: 12
Damage Inc. ist ein Titel, bei dem insbesondere Fans der Band Metallica aufhorchen dürften, schließt doch das Lied mit dem gleichen Namen das 86er Meisterwerk Master of Puppets ab. Und um das Fazit und meine Meinung zum Spiel gleich etwas vorwegzunehmen: Wenn jemand 60 € zur Hand hat, so rate ich demjenigen dringend, sich so oft es geht eine Kopie von Master of Puppets zu besorgen und das Spiel im Laden stehen zu lassen. Doch worum geht es in Damage Inc? Was macht das Spiel in Summe so schwach? Warum lohnt sich die Anschaffung nicht? Lest es hier nach. Story:…

In aller Kürze kann man einfach sagen, dass sich Damage Inc. nicht lohnt. Ein technisch völlig mangelhaftes Spiel, das sein Geld zu keiner Sekunde wert ist. Bugs, Freezes, eine Grafik, die an die 90er Jahre erinnert, eine Story, die man schon von vielen anderen Spielen kennt, eine schwammige Steuerung, monotones, abwechslungsarmes Gameplay, ein viel zu niedriger Schwierigkeitsgrad usw. lassen kaum Argumente für einen Kauf erkennen. Wer unbedingt Schlachten in der Luft austragen will, sollte also nach besseren Alternativen Ausschau halten. Birds of Steel, Ace Combat, The Sky Crawlers usw. bieten das, was bei Damage Inc fehlt: Spielspaß. Insofern ein abschließender gut gemeinter Rat: Finger weg! Ihr werdet es andernfalls bereuen.

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