Innerhalb von 10 Jahren hat sich vor allem in Japan Splatoon zu einer der erfolgreichsten Nintendo – Marken gemausert. Nach 3 Hauptteilen inklusive DLCs war es also nur naheliegend, dass auch mal ein Spin-off erscheint. Der wesentliche Unterschied in Splatoon Raiders liegt darin, dass es keine kompetitiven 4 versus 4 Arenakämpfe gibt. Der Fokus wurde auf eine Singleplayer Erfahrung gelegt, die jedoch auch zum Teil gemeinsam mit Freunden bestritten werden kann. Ob auch Splatoon Raiders voll im Saft beziehungsweise Tinte steht, soll nun dieser Test erläutern.
Wie sich Splatoon spielt, davon war ich seit dem ersten Spiel auf der Wii U angetan. Mit der Tintenmechanik (die dazu dient, per Beschuss Oberflächen einzufärben, sodass man sich in Tintenfischform geschwind fortbewegen kann) wurde grundlegend eine originelle Idee eingeführt. Auch die verschiedenen Waffen, die allesamt auf ihre Art Farbe versprühen, besitzen Eigenständigkeit und es macht Spaß diese einzusetzen. Wie gut also, dass sich Splatoon Raiders komplett alleine spielen lässt. Der Schauplatz sind die Spiralit Inseln. Hierhin hat sich das Trio des Surimi Syndicates begeben, um die auf den Inseln nach Reichtümern zu suchen. Mit an ihrer Seite ist eurer Avatar, den ihr zu Beginn des Spieles erstellt und fortan eure Spielfigur ist.
Frenetisches-Fisch-Fratzen-Geballer
Im Einführungslevel wird klar, dass ihr nicht alleine auf den Inseln seid, denn die aus der Spaltoon-Reihe bekannten Salmoniden haben es hier breitgemacht und stellen sich euch in einer scheinbar unendlichen Anzahl entgegen. Also heißt es eure Argumentationsverstärker in die Hand zu nehmen und ihnen entgegen zu treten. Was anfangs noch überschaubar ist, wird schnell (und erst recht, wenn ihr im Endgame angelangt seid) zu einem wahnsinnigen Tohuwabohu, bei dem es durchaus eine Herausforderung ist, dass ihr euch inmitten von Gegnern nicht selbst verliert. Überall fliegt Farbe (Salmoniden versprühen ebenfalls Farbe, die euch schadet und eure Bewegung einschränkt), es spritzt, es spratzt, es explodiert (Geschosse) und die Hit-Zahlen sind omnipräsent.
In Bewegung bleiben, auch in dem ihr durch eure eigene Tinte taucht (gibt euch Tinte aka Munition und auch Lebensenergie zurück) ist in diesen Aufeinandertreffen das A und O. Zusätzliche Ausweichaktionen sind durch euren NPC Begleiter und durch eure Gadgets möglich. Ein NPC begleitet euch in einem mechanischen Robo-Gefährten, der euch auf Schritt und Tritt begleitet, dazu auf Widersacher schießt und auch als Sprungbrett genutzt werden kann, wenn ihr auf ihn springt. Dann werdet ihr in die Luft geschleudert und schwebt dann zu Boden. Dieser Move ist ganz wunderbar, um aus einer Gefahrenzone zu verschwinden und dann von Oben herab das gemeine Fischvolk zu attackieren.

In der Gameplay-Spirale auf den Spiralit Inseln aka Looten und Leveln
Wie man gerne heutzutage sagt: Splatoon Raiders ist ein Videospiel. Damit ist gemeint, dass es euch nie lange vom Gameplay abhält wie durch ellenlangen Zwischensequenzen oder ausufernden Gesprächen. Linear geht ihr von Insel zu Insel und bestreitet Level für Level. Diese unterscheiden sich durch: ihr lauft vom Startpunkt zum Endpunkt, oder ihr sammelt in einem großen offenen Areal genug Salmoniden-Eier, um einen Riesen-Spiraliten zu fördern, oder in dem ihr drei Kampfarenen auf Zeit am Stück bestehen müsst (auch hier sammelt durch das Besiegen der Fischis, deren Eier ein, um die Fortschrittsleiste zu füllen) oder ihr tretet in einer Kampfarena ein, um den Schatz zu ergattern.
Sachen, die ihr einsacken könnt, sind zig Materialien, die als Belohnung winken, wenn Salmoniden gesplattet werden, dazu Edelsteine, die Spiraliten und selbst die Fischeier haben eine Funktion. All diesen Kram setzt ihr dann ein, um euren Charakter zu verstärken. Zunächst einmal werden klassisch Erfahrungspunkte gesammelt und beim Levelanstieg entscheidet ihr, ob ihr die Skill-Punkte in mehr Lebensenergie, mehr Waffen – oder Gadgetschaden oder in mehr Steckplätze für eure Gadgets steckt. Außerdem gibt es als Belohnung Kompasse zu finden. Diese schalten die Geschicklichkeits-Test/Dungeons frei, die schon eher an die Singleplayer Episoden früherer Teile erinnert. Teilweise erinnern sie sogar an Mario. Viele dieser Herausforderungen laufen über einen Timer ab. Hier wird verlangt, dass ihr knifflige Sprünge meistert und das ihr eure Gadgets passend einsetzt, also nachdenken müsst, wie es euch zum Beispiel gelingt, eine bestimmte Anzahl Ballons zum Platzen zu bringen oder euch per Enterhaken-Gadget möglichst schnell Hindernisse bewältigt.

Kommen wir nun zu den Gadgets, die ich zuvor zwecks zur Bewegung erwähnt habe. Die Gadgets sind an Tanks gekoppelt, von denen es drei verschiedene gibt (Trick, Technik und Power). Natürlich stehen euch zu Beginn des Spieles nicht alle Gadgets also Fähigkeiten zur Verfügung, sodass hier ein schöner Fortschritt stets vorhanden ist. Jedem Gadget wird eine Taste zugewiesen und nach einem Einsatz, sind sie nach einem Cooldown wieder einsatzbereit. Splatoon Raiders definiert sich dadurch, dass ihr stets darauf bedacht seid, das maximale – spricht Schaden austeilen – aus euch herauszuholen. Daher lassen sich die Gadgets durch Mods verändern und verstärken. Auch für diese Upgrades braucht es natürlich wieder Materialien. Das tolle an den Gadgets ist, dass sie sehr vielseitig sind, sodass es nicht nur Spaß macht, sie auszuprobieren, sondern auch zu individualisieren. Oder auch mal zwischendurch zu wechseln, falls ein Level es verlangt oder der gewünschte Erfolg nicht eintritt.
Auch wenn auf dem ersten Blick Raiders grafisch nicht beeindruckend ist (Levelstrukturen ähneln sich und bestehen nur aus wenigen Themenwelten), lässt wiederum auf der anderen Seite – aufgrund des Gewusels auf dem Bildschirm samt Einfärben von zahlreichen Oberflächen – nicht abstreiten, wohin die Ressourcen vor allem hingeflossen sind: Denn das Spielgeschehen bleibt selbst im größten Chaos flüssig.

Fazit:
Ich dachte zwar vor dem Kauf, dass Raiders etwas für mich sein könnte, aber dass es mich so sehr an der Angel hatte, hätte ich nicht erwartet. Es gehört damit zu den (heutigen) wenigen Spielen, die mich selbst dann noch motivieren, wenn ich bekannte Levels abermals auf den verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchspiele, einfach nur um besseren Loot zu ergattern und dadurch stärker zu werden. Auf meinen mittlerweile über 55 Stunden Spielzeit habe ich viele Niederlagen einstecken zu müssen, jedoch holte mich diese frenetische Spielerfahrung immer wieder zurück. Das liegt auch an der Spielbarkeit, an der ich nichts zu meckern habe. Der hohe Userscore von 9.2 bei Metacritic ist ein weiteres Indiz dafür, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Von daher gibt es von mir eine klare Empfehlung.
- Plattform: Nintendo Switch 2
- Publisher: Nintendo
- Entwickler: Nintendo
- Genre: Action, Looter-Shooter
- Spieleranzahl: Singleplayer und Online-Multiplayer (koop) mit bis zu vier Spielern, lokaler Koop via Gameshare auf Switch 2
- Release: 23.07.2026
- Regulärer Preis: 49,99 (digital), 59,99 (Retail)
- USK-Freigabe: 12

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.

