Menu

Crown Trick

Mit Crown Trick von Team 17 haben wir das nächste Roguelike im Test und obwohl es durch ein rundenbasiertes Kampfsystem (vergleichbar mit der Mystery Dungeon-Serie) vom Gameplay andere Kost bietet als ein Hades, muss es sich in manchen Bereichen dennoch mit dem Genre Primus messen. Alles Weitere dazu in unserem Test:

Den Alpträumen den Schrecken ziehen

Ihr übernimmt die Rolle von Elle, die –warum auch immer – in die Traumwelt gezogen wurde und bekommt von einer Krone den Auftrag, die Alpträume in die Schranken zu weisen. Das geschieht dadurch, wenn sich Elle in den Sessel setzt und einschläft, um so in Alptraumwelten/Labyrinthe zu gelangen. Wenn sie besiegt wird, wacht sie wieder auf und landet in der Hub-Welt. Diese erweitert sich durch weitere Sektionen, je nachdem, wenn ihr entsprechende Personen in den Dungeons befreit. Ist das der Fall, können sie Elle das Leben zukünftig etwas leichter gestalten durch diverse Boosts. 2 Beispiele: Bei der Trankmixerin ist es möglich, euren Heiltrank zu verbessern, auch, dass ihr anstatt einen, einen zweiten mit ins Dungeon nimmt. Der Schmied dagegen sorgt dafür, dass ihr auf eurer Reise häufiger seltener Waffen findet. Wie immer gilt, je seltener, umso stärker sind eure Waffen. Das gilt auch für die Relikte, die ihr bekommen könnt. Sie geben euch vornehmlich passive Verstärkungen auf den Weg.

Es ist also möglich, die Bereiche Tränke, Waffen, Einkommen (Geld und Kristalle) und Items zu verbessern. Dafür braucht ihr Kristalle, die sich in den Leveln dann durch besiegte Gegner, als Inhalt von Schatztruhen und insbesondere durch besiegte Bosse einsammeln lassen.

Das Waffenarsenal aus Crown Trick kann auch realen Vorbildern entsprechen wie diese Sniper Rifle

Schritt für Schritt

Sofern keine Gegner in Sicht sind, könnt ihr euch normal bewegen. Sobald ihr einen neuen Raum betretet und dort Widersacher vorkommen, startet der Kampf und jeder Schritt oder auch ein Angriffsschlag gelten als Runde. Ihr macht einen Schritt und eure Kontrahenten machen das ebenso. Dabei bewegt ihr euch auf Quadraten, das bedeutet, es lässt sich in 4 Richtungen bewegen. Das Gameplay ist darauf ausgelegt, dass ihr besser den direkten Nahkampf vermeidet und das ihr eure Fähigkeiten konsequent nutzt. Damit meine ich Items, die euch sowohl mit ihren Effekten unterstützen können als auch zum Angriff geeignet sind. Ebenso zählen dazu eure Begleiter, dessen Attacken ihr per A- und X-Knopf auslösen könnt. Diese verlangen aber zum einen Mana und haben einen Cooldown von einer bestimmten Anzahl an Runden.

Mana wiederum füllt sich pro Gegnerraum wieder automatisch komplett auf. Das klingt zwar fair, aber eure Mana ist schneller verbraucht als einem lieb ist, da der Einsatz der Begleiter-Attacken gerne mal 80 Mana verbrauchen. Innerhalb eines Kampfes Mana zurückzugewinnen ist schwieriger, entweder durch Gegner besiegen oder ihr nutzt einen eurer Elixire, die neben Mana auch Lebensenergie zurückgeben. Diese wiederum sind sehr begrenzt und zu Beginn des Spieles startet ihr sogar nur mit einem und selbst mit 2 wird das Unterfangen nicht groß leichter, was ohnehin die Krux an Crown Trick ist.

Eure Begleiter setzen sich übrigens aus den besiegten Zwischenbossen zusammen. Je mehr ihr besiegt, umso größer ist die Auswahl der Begleiter.

Die Elemente wie Gift, Feuer, Elektrizität oder auch Wind spielen in Crown Trick eine große Rolle. Viele eurer Attacken üben einen Elementschaden aus und worauf manche Gegner dann allergisch reagieren. Einen Feind durch Elektrizität zu lähmen, ist eine tolle Sache, da ihr so ungehindert weiter attackieren könnt.

Immer gerne gesehen, die „Heilstation“ in Crown Trick. Leider ist es nicht vorhersehbar, wann ihr auf sie trefft, Häufig nach dem Besiegen eines großen Bosses, aber auch nicht immer

Und Schaden auszuteilen und dabei eigenen zu vermeiden ist das A und O. Um auszuweichen, steht euch in begrenzter Anzahl auch ein Beam zur Verfügung, der sich ebenfalls beim Eintreten in einen neuen Gegnerraum wieder auffüllt. Er wird per Y-Knopf ausgelöst und zeigt euch dann Felder, zu denen ihr euch teleportieren könnt. Da eure Feinde häufig großflächige Angriffe starten, ist der Beam das beste Mittel, diesen aus den Weg zu gehen.

Das Waffenarsenal ist üppig und besteht aus Schlag- und Schusswaffen. Waffen sind (ebenso die Relikte) eingeteilt in Wertigkeiten. Das fängt bei normal an und hört bei legendär auf. Ich glaube, ich brauche euch nicht zu erzählen, das höher eingestufte Waffen allgemein mehr Schaden anrichten, mehr Zusatzattribute besitzen wie einen hohe Chance kritische Treffer zu erlangen. Gleiches gilt auch für die passiven Effekte der Relikte.

Nicht alle Räume in einer Etage sind mit Gegnern befüllt. Häufig entdeckt ihr leuchtende Kristalle, an denen ihr eure Begleiter wechseln könnt. Dazu gibt es auch leuchtende Säulen, an denen ihr häufig eine „Prüfung“ ablegen müsst, um dann eine Belohnung zu erhalten. Gleiches gilt auch für verwunschene Säulen und Schatztruhen, die euch eine viel versprechende Belohnung geben aber auch gleichzeitig einen Malus wie, dass ihr bis zu 3 Ebenen lang keine Begleiter nutzen könnt. Ein zweischneidiges Schwert, worauf man sich als Spieler nur sehr ungerne einlässt. So hielt ich nur selten den Nutzen größer als den Schaden, der angerichtet wird. Einen wirklichen Nutzen bieten die Zwischenebenen. Hier könnt ihr bei einem Händler einkaufen als auch eure Elixiere wieder auffüllen.

Nicht wirklich ein Angebot, wo es sich lohnt, zuzuschlagen

Crown Trick beginnt mit der betitelten Stufe 1, die aus mehreren Ebenen und einem finalen Bossfight besteht. Danach wird Stufe 2 freigeschaltet und ab dann stehen 3 Level zur Auswahl, die dann jeweils alle mit einem eigenen Endboss aufwarten. Thematisch könnte man annehmen, dass diese 3 Level mit einem eigenen Gebiet aufwarten, jedoch vermischt sich das irgendwann durch den Zufallsfaktor, sodass es keine Rolle mehr spielt.

Der Trick an der Sache?

Meiner Meinung hat Crown Trick mit einem großen Problem zu kämpfen und zwar, dass der Spielfortschritt ins Stocken gerät, so sehr, dass der Spielfluss liegen bleibt und man die Motivation am Spiel verliert. Das ist schade, denn die Präsentation stimmt, das Kampfsystem mit den rundenbasierten Zügen funktioniert auch und Looten, um besser zu werden, ist eh eine funktionierende Formel. Neben dem Punkt, den ich gleich ausführe werde, könnte ich als Kritik noch folgende Dinge sagen, die jedoch nicht so sehr ins Gewicht fallen. Dazu gehört die zu vernachlässigende Story, hier hebt sich Crown Trick nicht von anderen Vertretern ab und steht damit weit im Schaden eines Hades, welches beweist, dass auch ein Roguelike eine tolle Geschichte samt vieler interessanter Charaktere erzählen kann.

Gleiches gilt auch für die Ausgestaltung der Umgebung. Ich sage zwar, dass die Präsentation stimmt, aber der Aufbau der Räume und Gänge ist schon recht spartanisch und damit auch kein Vergleich zur immensen Detailverliebtheit in Hades. Gold findet ihr häufig in Kisten und Fässern und um sie zu zerstören, reicht es, durch sie hindurchzulaufen. Nur sammelt ihr dann das Geld nicht ein, weil es ein Feld von euch wegspringt. Das bedeutet, ihr lauft durch die Fässer und sammelt danach ert das Geld ein. Auf Dauer nervt das. Technisch ist Crown Trick auch nicht sauber, immer wieder stockt das Spiel für einen kurzen Moment als müsste es nachladen.

Im Kampf solltet ihr die Felder im Blick haben, ob auf sie ein Effekt liegt oder ein Angriff stattfinden wird

So zurück zum stockenden Spielfortschritt. Kristalle ausgeben, dienen zur Verbesserung diverser Parameter. Wenn ihr anfänglich 5 oder 50 ausgeben müsst für eine Stufe oder Freischaltung, dann klappt dieser Fortschritt noch gut, danach steigen die Grenzen jedoch schnell über 100-500 an. Und je schneller ihr einem Dungeon sterbt (was auch schon durchaus auf Ebene 1 sein kann), dann kommt ihr vielleicht mit mageren 48 Steinen wieder raus. Das bedeutet ihr könnt nichts verbessern.

Ihr seid sehr abhängig davon, welche Waffe von Start aus euch zur Wahl steht und auch, ob ihr einen Begleiter bei euch habt, der wiederum einen Monster spawnen lassen kann, das an eure Seite kämpft und auch damit Gegner ablenkt, sodass nicht alle auf euch einschlagen wollen. Denn oft kämpft ihr gegen 4 oder mehr Feinde gleichzeitig inklusive Bosse. Da eurer Beam, Mana, Elixiere begrenzt sind, kann es sehr schnell passieren, dass euch die Möglichkeiten ausgehen und damit keine Chance haben werdet. Denn flüchten geht dann nicht mehr und die Gegner hängen euch am Hals.

Zusätzlich erschwert wird eurer Werdegang auf Stufe 2, weil dann ein zufälliger Effekt eintritt, der euch einen Boost aber auch einen Malus automatisch mitgibt.

Wenn ihr also dann mehrere Runs haben solltet, bei denen unterm Strich kaum oder gar nichts drum rumkommt, dann ist das ein Frustmoment, sodass die Lust am Spiel verloren geht und da könnt ihr noch so gut spielen wie ihr wollt: Ihr seid auf die Gunst des Spiels angewiesen, wann Zwischenebenen zum Einkaufen und Heilen, welche Waffen/Relikte und auch Begleiter auftreten und habt es –im Gegensatz zu Hades wo stetiger Fortschritt Programm ist, samt klar definierter Levelstruktur – es nicht selbst in der Hand und das bricht Crown Trick meiner Meinung nach das Genick.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Team 17
  • Entwickler: Next Studios
  • Genre: Rogue-like, RPG
  • Spieleranzahl: 1
  • Startpreis 19,99 Euro
  • Release: 16. Oktober 2020
Mit Crown Trick von Team 17 haben wir das nächste Roguelike im Test und obwohl es durch ein rundenbasiertes Kampfsystem (vergleichbar mit der Mystery Dungeon-Serie) vom Gameplay andere Kost bietet als ein Hades, muss es sich in manchen Bereichen dennoch mit dem Genre Primus messen. Alles Weitere dazu in unserem Test: Den Alpträumen den Schrecken ziehen Ihr übernimmt die Rolle von Elle, die –warum auch immer – in die Traumwelt gezogen wurde und bekommt von einer Krone den Auftrag, die Alpträume in die Schranken zu weisen. Das geschieht dadurch, wenn sich Elle in den Sessel setzt und einschläft, um so…

Wie ich zum Spiel stehe, habe ich bereits im letzten Abschnitt beschrieben. Der Grat zwischen Erfolgsgefühle und Niederlagen ist besonders bei einem Roguelike schmal. Leider war mein Pfad bei meinen Stunden, die ich mit dem Spiel verbracht habe, auf Dauer zu oft auf der Niederlagenseite. Das ist wirklich schade, weil das Spiel durchaus zu gefallen weiß und wäre dieser Umstand nicht, würde ich sogar eine Empfehlung geben.

User Rating: Be the first one !

No comments

Schreibe einen Kommentar

Anmeldestatus