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Turok 2: Seeds of Evil

Turok is back ist ein Satz, der Ende 1998 auch schon einig Male gefallen ist als Turok 2: Seeds of Evil für das Nintendo 64 erschien. Auch 2019 trifft dazu, denn nun ist das Sequel neben den bereits erschienenen Versionen auf dem PC und Xbox One auf der Nintendo Switch erhältlich. Damit kehrt Turok auch schon zum zweiten Mal auf die Switch zurück, denn Teil 1 erschien im März. Auch hier zeichnet sich erneut das kanadische Entwicklungsteam Nightdive Studios für das Remaster verantwortlich. Ein Studio, das vor allem mit ihren Remastern alter PC-Klassiker auf sich aufmerksam macht. Diesen Test kann ich nicht schreiben, ohne eine persönliche Note reinzubringen. Denn für mich ist es das erste Mal seit knapp 20 Jahren, dass ich mich mit dem Durchspielen der Kampagne beschäftige. Von daher steht das Spiel auch unter der Beobachtung, wie gut Teil 2 heutzutage überhaupt noch funktioniert.

Das Remaster im Detail

Eines gleich vorweg: Ihr bekommt es mit der Singleplayer-Kampagne zu tun, während der gesamte Multiplayer (N64: lokaler Splitscreen bis zu 4-Spieler) nicht enthalten ist.

Turok 2: Seeds of Evil kann durchaus farbenfroh sein

Ansonsten fangen wir mit dem Offensichtlichen an, dem Facelifting. Turok 2 läuft nun in 1080p (720p Handheldmodus) über den Fernseher und peilt 60 Bilder pro Sekunde an. Slowdowns, die das Gameplay beeinträchtigen oder generell aufgefallen sind, hatte ich nicht. Damit läuft Turok 2 besser denn je. Kein Vergleich zu der zum Teil grauenhaften Bildrate der N64-Version. Auch wurden die Texturen hier und da aufgeputscht, was man zum Beispiel an den Waffen und Charaktermodellen sehen kann, dennoch wurde das Grundgerüst der N64-Version bei belassen.

Sobald ihr die Plus-Taste drückt und im Spiel somit ins Hauptmenü gelangt, habt ihr eine wahre Fülle an Möglichkeiten vor Augen, um das Spielerlebnis ganz nach euren Wünschen anzupassen.

Zunächst sei erwähnt, dass ihr nun jederzeit speichern könnt, was bei den ausufernden 6 Level des Spieles eine Wohltat ist und was früher einfach nicht möglich gewesen ist. Speichern und Laden geht dabei super schnell vonstatten, sodass ihr sofort wieder im Spiel seid. Da auch Turok 2 vollgepackt ist mit der einen oder anderen kniffligen Passage, habt ihr so nun quasi unendliche viele Versuche und der Frustfaktor hält sich gering, da ein tödlicher Sturz nur bedeutet, neuzuladen anstatt beim letzten Checkpoint zu starten und dann lange Wege zurücklegen zu müssen. Sprüngen wurden generell ihren Schrecken genommen, da Turok sich nun an Kanten automatisch hochziehen kann, natürlich nur dort, wo es erlaubt ist, es bedeutet also nicht, dass ihr nun sämtliche Säulen oder andere Objekte besteigen könnt.

Eine weitere nützliche Funktion ist, dass ihr euch jederzeit die Missionsziele eines Levels anzeigen könnt und ebenso, welche wichtige Items (Schlüssel, Waffenteile, Feder und den damit verbundenen Talismanen) ihr bereits eingesammelt habt.

Ebenfalls im Optionsmenü habt ihr einen Überblick über die Erfolge, die es nun gibt und wie üblich mit verschiedenen Voraussetzungen verbunden sind wie „Setze 50 Gegner per Flammenwerfer in Brand“ oder „Beende das Spiel auf Sehr Schwer“.

Eine riesige Auswahl bekommt ihr aber dann zu sehen, wenn ihr vom Hauptmenü in die Optionen geht. Ohne auf alles eingehen zu wollen: Es wird eine Gyro-Steuerung, also eine Bewegungssteuerung unterstützt, es gibt eine Steuerung für Linkshänder und die Tastenbelegung ist frei wählbar. Ihr könnt einstellen, wie die Kamera sich verhält, das HUD (Head Up Display), ob es rotes, grünes oder gar kein Blut zu sehen ist. Ebenso ist von vornerein eingestellt, dass wichtige Objekte innerhalb eines Levels mit einem Ausrufezeichenmarker versehen sind. Bei den vielen Schaltern, die es zu betätigen gilt, oder auch dem damit verbundenen Anzeigen eines Missionsziels ist dieses drauf aufmerksam machen einfach nur willkommen.

Besonders interessant für Kenner des Originals ist die Darstellungsdistanz.

Damit ist die berühmt berüchtigte Nebelwand gemeint, mit denen die N64-Teile zu kämpfen haben. Hier dagegen könnt ihr eine Weitsicht genießen, die ich mir damals schon gewünscht habe. Beim Ton habt ihr außerdem die Möglichkeit, jederzeit den N64 Soundtrack zu hören oder die PC-Version.

Hier seht ihr einen originalgetreuen Anblick wie es früher in Turok 2: Seeds of Evil zuging

Die gleiche Szene nochmal mit eingeschalteter Darstellungsdistanz

Übrigens funktionieren auch noch die Cheats der N64-Version, die sich ebenfalls eingeben lassen. Nutzt ihr sie, könnt ihr euch aber keine Erfolge verdienen.

Kommen wir nun zum Spiel

Auch Turok 2 ist ein Ego-Shooter aber im Gegensatz zum ersten Teil schlüpft ihr nun in die Rolle von Joshua Fireseed, der nun die Rolle des Turok übernimmt (Turok ist eine amerikanische Comic-Serie und Turok ist als eine Art Bezeichnung für einen Helden zu sehen, von denen es durch die Zeit immer wieder neue Inkarnationen gibt, die es als Aufgabe haben, dass Böse zu bekämpfen)

Eure Aufgabe wird es sein, Primagen und seine Armee an verschiedenen Kreaturen aufzuhalten, bevor das Lost Land vernichtet wird. Um voranzuschreiten, müsst ihr innerhalb der ersten 5 der insgesamt 6 Level Schlüssel einsammeln. 3 Stück von einer Sorte (wie 3x Level 2 Schlüssel) machen den Weg frei ins nächste Level, die per Hub-World ausgewählt werden.

Seid ihr fleißig im ersten Level gewesen und habt alle Schlüssel gefunden, habt ihr nun sogar die Wahl als nächstes Level 2 oder 3 zu betreten. Es gibt also keinen linearen Ablauf. Um zum letzten Bossfight zu gelangen, müssen zudem auch noch 6 Primagen Schlüssel aufgesammelt werden, von denen es pro Level einen gibt.

ABER zu Beginn ist das nicht möglich, da ihr nicht in der Lage sein werdet, sie zu erreichen. Denn dafür bedarf es besonderer Fähigkeiten, die ihr durch die Talismane erlangt. Um einen Talisman zu erhalten, muss zunächst zuvor eine entsprechende Feder gefunden werden. Dann werden euch an bestimmten Portalen innerhalb eines Levels neue Fähigkeiten verliehen, die an bestimmten Punkten im Level (und nur dort) eingesetzt werden können.

Zum Beispiel einen super weiten Sprung vollziehen oder durch giftiges Wasser schwimmen. Das bedeutet wiederum, dass ihr in die Level zurückkehren muss, damit ihr die Primagen-Schlüssel einsacken könnt. Es ist so gesehen eine typische Fetch-Quest, die dem Spieler auferlegt wird und bevor die nicht erledigt ist, ist es nicht möglich, das Spiel zu beenden.

Thematisch wurde versucht, dass jede Welt sich optisch unterscheidet und damit eine andere Umgebung bietet. So seid ihr im ersten Level in der Hafenstadt Adia unterwegs, während es in Level 3 in die Todessümpfe geht oder in Level 5 in einen gigantischen Insektenstock, in dem ihr es dann vor allem mit den Insektenwesen Mantids zu tun bekommt. Dieses Unterfangen gelingt auch, einzig an Level 6 habt ihr euch schnell satt gesehen, da ihr hier das Raumschiff des Primagens infiltriert und daher durchgängig durch metallische Korridore, Schalttafeln und Maschinen vorbeilauft.

Wenn ihr den X-Knopf drückt, wird die Karte aufgerufen, die eure Position und die Umrisse der Umgebung zeigt. Dadurch lässt sich der eine oder andere Weg entdecken, der eher verborgen liegt. Durch Sprünge auf Plattformen, tauchen durch Wasser und Klettern von Leitern kommt Abwechslung ins Bewegungsrepertoire. Durch die groß angelegten und zum Teil weitläufigen Level gibt es ohnehin abseits des Hauptweges viel zu entdecken, was Munition, Gesundheit, Schlüssel oder auch ein benötigtes Missionsziel anbelangt.

Turok 2: Seeds of Evil bietet die eine oder andere gelungene Architektur

Damit verbunden ist auch der größte Kritikpunkt des Spieles, welches in diesem Design verankert ist und nichts damit zu tun, dass wir es mit einer schlechten Umsetzung zu tun haben.

Und zwar, dass es leicht passiert ist, dass ihr an einer wichtigen Abzweigung vorbeilauft und dann ein Missionsziel nicht abschließt. Mit dem Ergebnis, dass ihr das Ende des Levels erreicht, durchs Portal schreitet und dann wieder am Anfang des Levels steht, da nicht alle Ziele abgeschlossen sind.

Das ist vor allem dann nervig, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr das Level zuvor doch ganz gut abgegrast habt, aber das jedoch nicht gut genug gewesen ist.

Was auch nicht super gut gelöst wurde ist, dass manche Gegner (nicht alle) wiederkehren, sobald ihr durch ein Portal tretet (Portale beamen euch in den nächsten Levelabschnitt). Das heißt, das vereinzelt Gegner wieder da sind, obwohl ihr sie zuvor schon beseitigt habt. Die Idee dahinter ist wohl, dass es dem Spieler dann nicht „langweilig“ wird, was per se ja kein schlechter Gedanke ist. Nur das Problem ist, dass viele der Items (Munition und Gesundheit) nicht wiederkehren, sodass es umso schwieriger wird, wenn ihr bereits angeschlagen seid.

Abhilfe schaffen dann die wenigen Speicherportale (die früher dazu dienten, den Spielstand zu speichern). In diesen Portalen ist aber auch möglich, sowohl eure Energie als auch Munition wieder herstellen zu lassen.

Die Tonabmischung passt in manchen Leveln nicht richtig. Dass sowohl die Musik als auch Nebengeräusche zu laut sind (ich denke an die „Sumpfgeräusche „in Welt 3) und ebenso, dass Stimmen zu leise sind, dass man die Sprachausgabe schwer versteht.

Ansonsten muss ich Turok 2: Seeds of Evil fürs Spielgefühl loben, was durch das tolle Waffenarsenal zustande kommt. Jede Waffe fühlt sich anders an und in Kombination mit dem gelungenen HD-Rumble, merkt ihr zum Beispiel die Wucht, wenn ihr eine Salve mit der Shotgun ablasst. Die Waffen wurden damals bereits gepriesen und auch heute bietet Turok 2 eine großzügige Anzahl an Hieb- und Schusswaffen. Darüber hinaus abgefahrene Exemplare wie den dreifach Raketenwerfer und der berühmte Cerebral Bore, der ein zielsuchendes Projektil abschießt, sich an den Kopf eines (intelligenten) Gegners festsetzt und dann das Gehirn aussaugt!

Dass das Spiel auch heute noch ab 18 Jahren ist, verwundert kaum und das ist auch gut so, wenn ihr Fan von martialischer Gewalt seid. Es lassen sich Körperteile oder auch ganze Körperhälften sowie Köpfe abschießen und das Blut spritz nur so aus den Gegner heraus und bleibt auch an der Umgebung haften. Diese Brutalität in Kombination mit den dazu passenden Soundeffekten verleiht den Waffen erst recht diesen markanten Eindruck, den sie hinterlassen können und zeigt den Unterschied, ob ihr nun mit der Pistole oder mit dem Plasmagewehr schießt.

Nur nicht den Kopf verlieren! Mit der roten Sauce wird in Turok 2: Seeds of Evil nicht gegeizt, kann aber auch abgeschaltet werden.

Dazu passend sind auch die Animationen der Gegner. Deren Laufbewegungen im Allgemeinen und erst recht das Taumeln, wenn sie getroffen werden überzeugt heute noch auf der ganzen Linie und wirkt glaubwürdig. Es sieht einfach klasse aus, wenn ein Feind im vollem Lauf euch zukommt, von euch dann beschossen wird und dann durch den tödlichen Treffer nach vorne einen Purzelbaum schlägt, um dann liegen zu bleiben. Auch die Schattenwürfe sind gelungen, sodass Turok 2 im Bereich der Animation und Spielgefühl heute noch voll überzeugen kann.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Nightdive Studios
  • Entwickler: Nightdive Studios
  • Genre: Ego-Shooter
  • Spieleranzahl: 1
  • Release: 09. August 2019
  • USK-Freigabe: 18
Turok is back ist ein Satz, der Ende 1998 auch schon einig Male gefallen ist als Turok 2: Seeds of Evil für das Nintendo 64 erschien. Auch 2019 trifft dazu, denn nun ist das Sequel neben den bereits erschienenen Versionen auf dem PC und Xbox One auf der Nintendo Switch erhältlich. Damit kehrt Turok auch schon zum zweiten Mal auf die Switch zurück, denn Teil 1 erschien im März. Auch hier zeichnet sich erneut das kanadische Entwicklungsteam Nightdive Studios für das Remaster verantwortlich. Ein Studio, das vor allem mit ihren Remastern alter PC-Klassiker auf sich aufmerksam macht. Diesen Test kann…

Ich hätte nicht gedacht, dass mir Turok 2: Seeds of Evil heute mehr Spaß macht als damals. Natürlich will ich nicht abstreiten, dass Nostalgie eine Rolle spielt. Aber Turok 2 ist durch viele Veränderungen und der performanten Technik einfach besser. Eine hohe Auflösung, eine flüssige Bildrate und vor allem die Möglichkeit, jederzeit speichern zu können, tragen deutlich zur Spielbarkeit bei. Damit macht Turok 2 auch heutzutage noch Spaß, auch wenn manche Probleme von damals auch heute immer noch bzw. erst Recht ins Gewicht fallen. Kenner und Fans des Spieles können bedenkenlos zugreifen, aber auch an Neulinge kann ich das Spiel empfehlen, sofern ihr nicht von vornerein sagt, „die Grafik ist mir zu alt“ oder wenn ihr lieber ein geradliniges Leveldesign bevorzugt.

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