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Xenoblade Chronicles

Im September 2006 erschien mit Baten Kaitos Origins nicht nur eines der letzten großen Spiele für den GameCube, sondern auch gleich eines der besten Rollenspiele aus Fernost. Auch wenn man damals nur über den Import in den Genuss dieses Machwerks gekommen ist. Nun schließt sich dieser Kreis.  Genau 5 Jahre später erschien in Europa Xenoblade Chronicles, welches ebenfalls als einer der letzten großen Titel für die Konsole eingeht. Hinter beiden Spielen zeichnet sich Entwickler Monolithsoft aus. Bleibt die Frage, ob auch Xenoblade als eines der besten japanischen RPGs in die Geschichte eingehen wird.

Damit herzlich willkommen zum Test!

Wer sich mit Monoliths Action Rollenspiel befasst, der wird eine lange Zeit damit beschäftigt sein. Diesen Umstand hat man der riesigen Spielwelt zu verdanken, die neben der Hauptquest unzählige Nebenquest zu bieten hat, ähnlich wie bei westlichen Vertretern der Marke Morrowind. Dadurch wird eine Spielzeit von über 100 Stunden recht leicht erreicht.

Bionis und Mechonis

Angesiedelt ist die Spielwelt auf zwei riesigen Titanen, die in einem endlosen Meer sich einst gegenüberstanden. Da hätten wir Bionis auf dem Flora und Fauna existieren und Mechonis, eine Welt bestehend aus Maschinen. Vor langer Zeit lagen die Recken im Clinch miteinander und nach einem fast endlosen Kampf verwundeten sich sie gegenseitig so stark, dass sie zur sprichwörtlichen Eissäule erstarrt sind und nun völlig regungslos dastehen. Seitdem schlafen diese beide Drachen und wie man weiß, sollten schlafende Drachen besser nicht geweckt werden… Dem Stillstand war es zu verdanken, dass sich auf beiden Welten die Lebewesen respektive Maschinenwesen entwickeln konnten. Wenn sich schon nicht die beiden Titanen bekriegen, dann zumindest ihre Bewohner. Und so wird der Konflikt in einem kleineren Maßstab weiter geführt, der Kampf Mensch gegen die Maschinen. Genau an dieser Stelle setzt auch das Spielgeschehen ein. Zu sehen ist eine Truppe von Hom Homs (Menschen) die im Schwerttal gegen die Maschinen antritt. Dieser Anfang dient als erstes Tutorial. Ihr übernehmt die Rolle von Dundun, ich bitte um Verzeihung ,Dunban und an seiner Seite kämpften zudem noch Dickson und Mumkhar. Alle drei sind wichtige Personen im weiteren Verlauf der Geschichte. Dunban führt das mächtige Schwert Monado. Mit dieser Waffe ist es möglich, die Maschinen effektiv zu bearbeiten. Nach der kurzen Einführung wird in das eigentliche Geschehen umgeschwenkt. Ein Jahr ist seit der Schlacht im Schwerttal vergangen, in der es keinen wirklichen Sieger gegeben hat. Mumkhar ist verschollen, Dickson und Dunban jedoch gelang die Flucht mit ein paar Überlebenden. Dunban jedoch ist schwer verletzt, sein rechter Arm ist nahezu unbrauchbar, was nicht aufgrund einer gegnerischen Attacke zu tragen kam, sondern durch das Führen des Monado.

Der Spieler übernimmt zu diesem Zeitpunkt die Rolle des jungen Erwachsenen Shulk, einen Waisenjungen der mit seinen Freunden Reyn und Fiora in der Kolonie 9 lebt. In den ersten Stunden lernt ihr die Gegend rund um Kolonie 9 kennen, erkundet die Stadt, samt den Wohngebiet, dem Truppenquartier und dem Marktplatz und erkundet eine Höhle mit euren beiden Freunden an der Seite.  Dabei bestreitet ihr die ersten Kämpfe, sammelt Items ein, die in Form von blauen Kugeln in der Landschaft verteilt sind. Diese werden in Quests benötigt, die ihr von den Bewohnern bekommt, von daher ist es immer hilfreich sich sowohl mit Nebenaufgaben einzudecken, als auch gleich die blauen Kugeln einzusammeln, sodass vieles gleich auf dem Weg erledigt werden kann. Gekämpft wird in Echtzeit und eure Party besteht in der Regel immer aus drei Mitgliedern. Ob es zu einem Gefecht kommt, liegt zu einem von euch und vom Gegnertyp ab. Friedlich gesinnte Lebewesen wie Hasen oder Raupen müssen schon durch einen Schlag von euch dazu gebracht werden, sich in den Kampf zu stürzen, während aggressivere Zeitgenossen euch angreifen, wenn ihr ihnen zu Nahe tretet oder durch einen schnellen Gang zu viel Lärm verursacht.

Nachdem ihr die Aufgabe in der Höhle erledigt habt, tritt auch schon bald das Ereignis ein, was dazu führen wird, dass sich Shulk auf eine lange Reise begibt. Die Kolonie wird überraschend von den Mechonis angegriffen und die eigene Abwehr kann diesen massiven Angriff nicht standhalten, sodass einige Bewohner ihr Leben lassen müssen. Um überhaupt eine Chance zu haben, entschließt sich Shulk das Monado aus dem Truppenquartier zu holen, weil es die einzig effektive Waffe gegen die Maschinen ist. Wie ist das Schicksal will, ist er dazu in der Lage das Schwert zu führen, ohne das er anders als Dunban einen Schaden davon trägt. Der Plan scheint aufzugehen, bis ein „Gesicht Mechon“ auftritt, gegen selbst das Monado nichts ausrichten kann. Dieser besondere Mechon kann sogar sprechen, was bis dato ein Novum für die Menschen darstellt. Abgesehen davon das sie machtlos gegenüber dieser Gefahr sind, verliert Shulk auch noch seine Jugendliebe Fiora, die vom Gesichts Mechon angegriffen und schließlich auch getötet wird. Daraufhin rastet Shulk aus und startet einen verzweifelten Angriff und erzielt immerhin einen Kratzer an dem überstarken Gegner. Wie sich nachher erst herausstellen wird, ist dies aber nicht der Grund, weshalb sich die Mechon zurückziehen. Was zurück bleibt ist Shulks und Reyns Schwur sich an den Mechon zu rächen, für das Leid was sie den Bewohnern der Kolonie und Fiora zugefügt haben.

So startet die Reise, sozusagen vom Fuß des Bionis bis zum Kopf und darüber hinaus zu Mechonis selbst. Neue Gefährten schließen sich euch an, die alle mehr als nur einen Grund haben sich den Mechon zu widersetzen. Was für die Story eines Rollenspiels besonders wichtig ist, sind neben einer Handlung mit überraschenden Wendungen glaubhafte und sympathische Charaktere, zu denen man als Spieler einen Bezug aufbauen kann. Es gibt kaum etwas ernüchterndes, wenn einem das Schicksal der Protagonisten am aller Wertesten vorbeigeht. Auch wenn Xenboblades Botschaft am Ende grade in JRPGs schon häufig verwendet wurde, (aufgrund von Spoilergefahr unterlasse ich eine weitere Ausführung) ist es zwar nichts Neues, aber auch nichts negatives. Und zum Glück ist die Geschichte mit überraschenden Wendungen versehen worden, sodass es nicht stur bei dem Schema bleibt, Hom Homs gleich die Guten und die Mechons sind die Bösen. Soviel sei an dieser Stelle verraten.

Ein wahrer Augenöffner

Kommen wir nun zum stärksten und beeindrucktesten Element, nämlich die Spielwelt selbst. Sobald ihr das „Bein des Bionis betritt“ wird euch wahrscheinlich ein „Wow“ über die Lippen gleiten. Ihr seht eine gigantisch große Hügellandschaft, die nach allen Seiten offen und frei begehbar ist. Untermalt von einem wunderbaren treibenden Song, spielt Xenoblade sein Ass aus dem Ärmel. Dem Spieler zu vermitteln, dass er ihr die Freiheit besitzt, diese riesige Landschaft frei zu erkunden. Technisch gesehen gehört es zu dem besten, was es auf der Wii zu sehen gibt und was die Struktur der Landschaften angeht, habe ich kaum in einem anderen RPG, sei es nun in der Vergangenheit oder auch stärkeren Systemen wie PC, Xbox 360 oder PS3 etwas besseres gesehen. Man sieht der Engine deutlich an, dass sie für diese riesigen vor Abwechslung strotzenden Landschaften geschaffen wurde. Viele Details erfreuen das Auge des Betrachters, angefangen von einem wunderschönen blauen Himmel, an dem die Bewegung der Wolken beobachtet werden kann, bis hin zu wehenden Gras, Baumkronen die im Wind rascheln, fließende Gewässer und kleines Getier wie Schmetterlinge. Viele nette kleine Details also, die sich nahezu überall entdecken lassen. Dazu kommt ein stimmiger Wetter und Tageszeiten Wechsel. Das Abendrot sieht besonders schön aus, grade dann wenn man auf einer Anhöhe steht, während die Landschaft sich unter einem ausbreitet und die Aussicht genießen kann. Am Strand kommt beim Sonnenuntergang fast sogar schon Urlaubsfeeling auf. Selbst zunächst Dröge anmutende Landschaften wie der Sumpf von Satori, verwandeln sich Nachts zu einer blühenden Landschaft. Die Panoramen sind ein wahrer Augenöffner. Wie Hängebrücken, die eine riesige Schlucht überbrücken, in der unten am Boden ein reißender Fluss verläuft und dessen gigantischer Wasserfall sofort ins Auge sticht. Immer dann wenn man glaubt, man hätte alles gesehen, überrascht einem das Spiel mit einer weiteren eindrucksvollen Location. Besonders der letzte Bereich im Finale des Abenteuers lässt noch einmal die Kinnlade herunterklappen. Großartig!

Um es zu kurz zu fassen: Die Welt wirkt organisch und lebendig. Das hängt auch mit den Gegnern zusammen, es wirkt so, als wenn sie in der Landschaft heimisch wären, so trifft man schon früh im Spiel auf Feinde, die einen viel höheren Level besitzen, als ihr selbst, sodass ihnen aus dem Weg gegangen werden sollte, was jedoch später dazu motiviert, an diese Orte zurückzukehren, sobald man stark genug ist. Wer viel questet, wird ohnehin immer wieder durch diese Gegenden laufen und sich an die harten Gegnern erinnern. Als zusätzlichen Reiz wirken auch wertvollere Gegenstände und Kristalle. Letztere werden für das Schmieden von Juwelen benötigt, die wiederum in eure Ausrüstung gesteckt werden können, was einen verstärkenden Effekt eurer Werte nach sich zieht.

Makellos ist die Grafik aber dennoch nicht, zu meckern gibt es einige matschige Texturen und was da eher störend ins Auge fällt, sind die niedrig aufgelösten Gesichter der Charaktere. Das fällt in den zahlreichen Dialogszenen und Sequenzen auf, als wenn die Gesichter mit einer Wachsschicht überzogen wären. Dazu kommen Sprunganimationen, die aussehen wie bei Duke Nukem 3D, wenn der Duke mit beiden Beinen gleichzeitig in die Höhe springt. Nun gut, positiv ist sicherlich, dass überhaupt gesprungen werden kann, was in einem RPG auch nicht allzu häufig vorkommt. Auf einer stärkeren Hardware wären diese kleinen Schönheitsfehler sicherlich nicht vorhanden. Trotzdem, unter dem Strich sieht Xenoblade absolut beeindruckend aus und das Hardwareübergreifend.

Ebenfalls muss noch lobend erwähnt werden, wie grandios das Spiel mit Ladezeiten umgeht. Eine Schnellreise Option erlaubt es euch große Entfernungen mit einem Wimpernschlag zurückzulegen. Das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Innerhalb eines Bereiches muss dabei nicht geladen werden! Ihr wählt einen Punkt aus, und zack seid ihr da. Und selbst wenn man eine gänzliche andere Region auswählt, betragen die Ladezeiten gerade mal 5-8 Sekunden.

Eine ansprechende Spielwelt ist eine Sache, ohne die passende Musikuntermalung, die zur Stimmung beiträgt, ist sie jedoch nur die Hälfte wert. Hier gibt sich das Spiel absolut keine Blöße! Vielseitig ist das treffende Attribut, was die Musik angeht. Egal ob Orchestral, elektronisch, ruhig mit nur wenigen Instrumenten begleitend, oder rockig ; zur jeder Gegend, zu jeder Situation wurde die passende Untermalung komponiert. Viele Melodien animieren zum Mitsummen oder Mitpfeifen , sodass sich sie im Kopf verankern. Verglichen mit den Soundtracks anderer JRPGs, reiht sich Xenoblade mühelos in die Riege eines Secret of Mana, Tales of Symphonia oder Baten Kaitos ein. Auch die Sprachausgabe der einzelnen Figuren sind zum größten Teil überzeugend. Dadurch das der Titel für den europäischen Markt lokalisiert wurde (in den USA ist Xenoblade bis heute nicht erschienen), hört ihr statt dem üblichen amerikanischen Englisch dieses Mal die britische Ausgabe, was so dem Spiel seinen ganz eigenen Flair verleiht. Zudem steht sogar die japanische Tonspur zur Verfügung. Auch die Wortwahl in den Texten wurde in den entsprechenden Situationen mit viel Witz umgesetzt. Besonders das Volk der Nopon wird dem Spieler in Erinnerung bleiben. Nopon sind kleine rundliche Fellknäuel, die überall auf der Welt vorzufinden sind, heimisch jedoch im Grenzdorf des Maknawaldes sind. Sie denken oft mit ihrem Magen und haben dabei zum Teil sehr kindische Züge, was sie so extrem niedlich und sympathisch werden lässt. Nimmt man sich ihren Quests an, sind einige Lacher garantiert.

Kampf

Ein Rollenspiel ohne Auseinandersetzungen mit Gegnern ist unvorstellbar und so werdet ihr auf Bionis und Mechonis viele Kämpfe bestreiten, um so Erfahrungspunkte zu ergattern, die euch wiederum im Level aufsteigen lassen. Das Kampfsystem braucht eine gewisse Zeit, bis es in Fleisch und Blut übergeht, kompliziert ist es dennoch nicht. Die volle Kontrolle habt ihr jeweils nur über einen Charakter. Euren Mitstreitern könnt ihr Befehle wie, „Alle zu mir“,“ Alle auf einen“ und „Freier Kampf“ erteilen. Neben dem Autoangriff, also automatischer Angriff, der ohne Beeinflussung des Spielers ausgeführt wird, indem man in Reichweite des Feindes steht, verfügt ihr über Techniken, die in der unteren Bildschirmmitte in kreisrunden Symbolen angeordnet sind. Per Steuerkreuz werden sie ausgewählt und per A-Knopf eingesetzt und benötigen dann eine gewisse Zeitspanne, bis sie wieder zur Verfügung stehen. Jeder eurer Mitstreiter besitzt seine ganz eigenen Attacken. Sharla zum Beispiel verfügt über mehr Abwehrtechniken wie ein Schild oder Heilzauber, während Reyn oder Shulk viele verschiedene Angriffstechniken besitzen. Durch das Monado erhält Shulk zudem noch spezielle Monadotechniken, die nicht zu verachten sind, von daher ist Shulk in vielen Situationen die erste Wahl.

Ein essentielles Element ist es, durch die richtige Kombination an Techniken den Gegner ins Schwanken zu bringen, ihn dann umzustoßen und dann mit einer dritten Attacke am besten noch zu betäuben. So ist es möglich dem Gegner effizient zu schaden. Noch größeren Schaden erteilt ihr durch eine Angriffskette. Je mehr Techniken eingesetzt werden, desto größer lädt sich ein Balken am oberen linken Bildschirmrand auf. Ist dieser vollständig geladen, lässt sich eine Angriffskette ausführen. Die Zeit wird dabei angehalten und ihr könnt in Ruhe die Attacken der gesamten Party auswählen. Das erleichtert das Umwerfen und Betäuben eines Gegners ungemein, weil ihr die volle Kontrolle habt und nicht auf die Künstliche Intelligenz angewiesen seid. Zum Glück ist diese jedoch in den meisten Fällen zu gebrauchen, sodass zum Beispiel rechtzeitig geheilt wird, bevor man den Löffel abgibt. Der blaue Balken dient nicht nur für die Ausführung einer Angriffskette, sondern auch, um euch oder gefallene Mitstreiter wiederzubeleben. Da eure Party aus drei kämpfenden Recken besteht, wurde der Balken in den drei Kästen eingeteilt. Sobald einer voll ist, ist eine Wiederbelebung möglich. Solltet ihr jedoch das zeitliche segnen, während kein einziger Kasten voll ist, habt ihr den Kampf verloren und werdet an den letzten Reisepunkt zurückgesetzt. Bis auf den Kampf selbst, verliert ihr jedoch nichts und könnt so jederzeit euch wieder ins Getümmel stürzen.

Nach einem Kampf werdet ihr vollständig geheilt, auch alle negativen Effekte wie Vergiftungen werden getilgt. So entfällt das lästige Heilen nach Beendigung eines Scharmützels.  Für jeden besiegten Feind erhält man wie üblich Erfahrungspunkte, die euch nach und nach im Level aufsteigen lassen. Anders als bei vielen anderen JRPGs bringt ein Levelaufstieg einen merklich voran, sodass ein Level mehr manchmal bereits den entscheidenden Ausschlag geben kann. Außerdem bekommt ihr noch Technik und Talentpunkte gutgeschrieben.  Alle eure Techniken können nämlich trainiert werden, sodass diese ebenfalls stärker werden und sogar weniger Zeit beanspruchen, um sie erneut zu aktivieren. Jeder Charakter besitzt zudem zu Beginn einen Talentbaum mit drei Strängen. Durch die Talentpunkte kann ein Strang von oben bis unten trainiert werden, um euch so ebenfalls zu verstärken, sodass unter anderem ermöglicht wird, schwere Ausrüstung zu tragen und vieles mehr. Es steckt also eine gute Portion Rollenspiel in Xenoblade.  Aber es gibt noch mehr. Neben dem typischen Ausrüsten mit neuen Waffen, Helmen, Rüstungen etc (jene ist sogar an euren Charakteren sichtbar!), existiert zusätzlich noch das Harmoniediagramm. Ganz wie in unserer Alltagswelt bauen die Figuren in Xenoblade Chronicles Beziehungen zueinander auf. Innerhalb der Party führt das dazu, dass die Kämpfe runder laufen, das Schmieden von Juwelen besser klappt und sich zudem besondere Gespräche an bestimmten Punkten auf der Welt freischalten lassen. Hier werden dann oft persönliche Gedanken preisgegeben. Die Harmonie erhöht sich in sehr langsamen Schritten von alleine, entweder durch Mut Zurufens in den Kämpfen, durch Geschenke  oder wenn ihr von anderen Bewohnern Sidequests erhaltet. Die Harmonie in jeweiligen Gebieten auf der Welt zu erhöhen, gestaltet sich etwas leichter. Hierfür müsst ihr Sidequests annehmen, bis der Arzt ankommt. Je mehr erledigt werden, desto weitere werden freigeschaltet. Auch erhöhen sich die Belohnungen an Erfahrungspunkten, Geld und wertvollen Gegenständen. Sidequests existieren wirklich unzählige und obwohl die meisten nicht sonderlich komplex sind, üben sie ihren Reiz aus. In der Regel müssen ein paar Utensilien gesammelt oder ein bestimmtes Monster muss besiegt werden und das manchmal Wetter und Tageszeiten abhängig. Glücklicherweise lässt sich die Tageszeit manuell einstellen. Es kommt häufig vor, dass man die Haupthandlung völlig vergisst, wenn man mit den Nebenaufgaben beschäftigt ist. Der Gedanke „diese eine Aufgabe mache ich noch“, verankert sich oft im Kopf. Wenn ein Spiel eine solche Art von Gefühl auslöst, ist das immer ein gutes Zeichen.

Xenoblade ist also für ein JRPG recht komplex, aber trotzdem leicht zu handhaben. Was die Quest angeht, ist man nicht auf sie angewiesen, aber durch sie wird die Welt einem viel näher gebracht und der weitere Fortgang wird erleichtert.

Zu meckern gibt es nur wenig. Die frei bewegliche Kamera bietet in den Kämpfen nicht immer den optimalen Blick auf das Geschehen, sodass nachjustieren von Nöten ist. Das Ausrüsten neuer Gegenstände wird mit zunehmender Spieldauer etwas langatmig, sofern jeder Charakter mit neuen Sachen ausgerüstet werden soll. Da können an die 5-10 Minuten vergehen. Im Harmoniediagramm wäre es hilfreich, wenn man je nach Region sich eine Liste anzeigen lassen könnte, auf der alle Bewohner alphabetisch vermerkt sind. Je mehr Personen ihr kennenlernt, umso unübersichtlicher wird das Ganze.

  • Plattformen
Wii
  • Publisher
Nintendo
  • Entwickler
Monolithsoft
  • Genre
JRPG
  • Release
August 2010
  • USK-Freigabe
freigegeben ab 12 Jahren
Im September 2006 erschien mit Baten Kaitos Origins nicht nur eines der letzten großen Spiele für den GameCube, sondern auch gleich eines der besten Rollenspiele aus Fernost. Auch wenn man damals nur über den Import in den Genuss dieses Machwerks gekommen ist. Nun schließt sich dieser Kreis.  Genau 5 Jahre später erschien in Europa Xenoblade Chronicles, welches ebenfalls als einer der letzten großen Titel für die Konsole eingeht. Hinter beiden Spielen zeichnet sich Entwickler Monolithsoft aus. Bleibt die Frage, ob auch Xenoblade als eines der besten japanischen RPGs in die Geschichte eingehen wird. Damit herzlich willkommen zum Test! Wer sich…

Ich kann Nintendo of Europe gar nicht genug dafür danken, dass sie diese Rollenspielperle hier herausgebracht haben. Xenoblade Chronicles hat mir den Glauben zurückgebracht, dass japanische Rollenspiele doch nicht zum alten Eisen gehören. Ebenso bestärkt das Spiel meinen Glauben, dass Entwickler Monolithsoft ein super Team ist, welches klasse Rollenspiele auf die Beine stellen kann. Das haben bereits die Baten Kaitos-Spiele oder die Xenosaga/gears-Serie bewiesen. Ich kann hier nur eine klare Kaufempfehlung geben. Xenoblade ist ein Traum für Spieler, die Klassiker wie Secret of Mana, Terranigma, Grandia II oder Tales of Symphonia geliebt haben. In nahezu jedem Moment, bewegt sich das Abenteuer von der audiovisuellen Präsentation angefangen bis hin zum Kampfsystem, den liebevollen Charakteren und deren Schicksale, auf einem hohen bis sehr hohen Niveau. Von einer der überzeugendsten designten Spielewelt, in der ihr viele Freiheiten besitzt ganz zu Schweigen. Die kleinen Mängel fallen dabei nur sehr, sehr wenig ins Gewicht. Ich hatte am Ende eine Spielzeit von rund 156 Stunden. 156 Stunden in der ich zum größten Teil prächtig unterhalten wurde. Ich verneige mein Haupt vor diesem Meisterwerk und bin umso mehr gespannt, was Monolithsoft in Zukunft für Nintendo auf die Beine stellt.

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