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Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered

Mit Zahlen kann man beeindrucken, insbesondere bei unserem Hobby. Bis zur PlayStation 2, GameCube und Xbox Generation drehte sich viel um die Angabe von Bits Heute dagegen wird mit RAM oder Taktzahlen angegeben. Aber nicht nur Hardwarehersteller prahlen mit ihren Spezifikationen, sondern auch Entwickler, wozu sie in der Lage sind, auf dem Bildschirm darzustellen. Damit ist der Bogen zu Dynasty Warriors 3 gespannt, das früh im Lebenszyklus der PS2 in 2001 erschien. Damals war die kolportierte Zahl, dass ihr gegen 1000 Einheiten gleichzeitig antretet. Teil 3 wurde der bis dato größte Erfolg in der Serie, sodass auch eine erweitere Fassung als Dynasty Warriors 3: Xtreme Legends auf den Markt kam. Diese ist jetzt natürlich auch enthalten und bietet neben weiteren Charakteren, deren Geschicke ihr übernehmt, mit der Herausforderung auch einen weiteren Spielmodus. Wir haben uns das Remastered auf der Switch 2 angesehen und klären die Frage, ob der Funke von damals auch heute noch zu einem Feuer führen kann.

Ich bin nicht hier, um zu denken, sondern um zu lenken

Angesiedelt ist das Spiel zur Zeit der 3 Reiche in China (zirka 200 – 280 nach Christus). Kernstück – mit ordentlich Fleisch – ist der Musou-Modus. Hier wählt ihr einen der über 40 verschiedenen Charaktere aus, die sich in den üblichen Attributen wie Stärke oder Verteidigung unterscheiden. Zu Beginn gibt es eine Handvoll zur Auswahl, weitere Offiziere schaltet ihr durchs Spielen der jeweiligen Mini-Kampagnen frei. Die Anzahl der Stages variieren zwischen 7-10 und bei der Spielzeit pro Feldzug kann man schon zwischen 2 bis 4 Stunden einplanen. 25 existierende Schlachtfelder hören sich zunächst nicht wenig an, jedoch bei der Anzahl an spielbaren Helden und Stages bestreitet ihr sie immer und immer wieder.

Die offiziell herausgegebenen Screenshots lassen leider keinen Eindruck von den grafischen Switch 2 Version zu. Daher schaut euch am besten eine Video-Review zum Spiel an.

Jede Stage besteht aus mehreren Schlachtgebieten, die mit Wegen verbunden sind. Eine Minikarte zeigt an, wo sich eure und die gegnerischen Truppen befinden und wo sie gerade aufeinandertreffen. Eure Aufgabe ist es dabei immer, Knotenpunkte/die gegnerischen Stützpunkte zu erobern. Geschieht das nicht, erhält der Feind ständig Nachschub. Auch wenn es anfangs Spaß macht – und dadurch eure Leiste (Musou-Kraft) für die Spezialattacke gefüllt wird – bringt es nichts, wenn ihr euch nur auf die feindlichen Pappkameraden konzentriert und diese weghaut. Um die Kontrolle zu gewinnen und die Moral eurer Anhänger zu stärken, müsst ihr die feindseligen Offiziere und Generäle priorisieren, sonst geht die Schlacht verloren. So gesehen braucht es diese Massenschlacht nicht einmal, wenn es nur darum geht, genau diese speziellen Gegner auszuschalten, die zumindest sich auch als solche verhalten und nicht dumm in der Landschaft rumstehen. Sie greifen euch also an, sodass im richtigen Moment ausweichen nötig ist, anstatt nur leichte, schwere Schläge und dann immer wieder mal die Spezialattacke auszulösen.

Habt ihr die Mehrheit der Karte unter Kontrolle gebracht, seid ihr siegreich und gelangt in die nächste Stage. Wichtig ist in der Schlacht, den Überblick zu bewahren, damit ihr die Items nicht überseht, die entweder direkt fallen gelassen werden oder sich in Kisten/Krügen verstecken. Vor allem die Lebensenergie-Items sind fürs Überleben essentiell. Weitere wichtige sind das Aufwerten eurer Statuswerte oder das Finden von besseren Waffen, die zum Teil einen Elementarschaden auslösen.

Nach einer Partie werden euch „Merit“-Punkte gutgeschrieben, die ihr fürs Besiegen für sämtliche Gegner erhaltet. Je nach Stufe schaltet ihr neue Schlagkombos oder auch weitere Itemplätze frei. Es lassen sich nämlich Amulette anziehen, die euch einen Boost geben wie das Tiger Amulett für mehr Angriffskraft usw. Je mehr also, umso besser.

Ist es ein Helm oder eine Frisur? DYNASTY WARRIORS 3: Complete Edition Remastered gibt Rätsel auf.

Im Original war man noch auf die zufälligen Waffen- und Items-Drops angewiesen, in der Hoffnung, dass man beim x-ten Durchlauf einer Stage ein tolles Item erhält. Im Remaster gibt es mit dem Waffenfusionssystem dagegen eine echte Neuerung. Dadurch wird auch jede mehrfach gefundenen Standardwaffe mehr eien Sinn gegeben. Denn diese können nun eure festgelegte Hauptwaffe verstärken, sofern sie des gleichen Typs sinf. Man kann also nicht einen Speer mit einer Axt kombinieren. Selbst Elementarwerte wie eben Blitz- oder Feuerschaden, werden dann übernommen.

Neuer Anstrich, altes Gerüst

Ansonsten ist Dynasty Warriors 3 in der Complete Edition Remastered im Kern das gleiche PS2-Spiel von damals, was man vor allem in der Geometrie und kargen Landschaften sieht., was zunächst auch vollkommen okay ist. Es ist schließlich ein Remastered, das per se mit einer hohen Auflösung und Bildraten überzeugen soll und kein Remake. Jedoch hat hat die Switch 2 – Version im Vergleich zur Konkurrenz Federn lassen müssen, was ich in dem Fall unverständlich finde, da es sich eben um einen PS2-Titel handelt und zudem bereits die Umsetzung von Dynasty Warriors Origins gezeigt hat, dass die Switch 2 es deutlich besser kann.

Selbst im Singleplayer fällt direkt auf, dass selbst nahestehende NPCs mit einer niedrigen Bildrate laufen, sodass sie wie Figuren in einer Stop-Motion Animation wirken. Nicht einmal diese Reduzierung führt dazu, dass stabile 60 Bilder pro Sekunde geboten werden. Stattdessen habt ihr es mit einer schwankenden Bildrate zu tun, die dann irgendwo zwischen 30 – 60 Bildern liegt. Dann lieber immer noch festgelegte 30 Bilder, die dann aber wirklich konstant laufen. Dazu wurde auch an der Vegetation und Lichteffekten gespart, dass man sich fragen kann, ob der Titel zunächst als Switch 1 Spiel geplant gewesen ist.

So begrüßenswert es ist, dass der lokale Splitscreenmodus für 2-Spieler (damals ein Kaufargument) weiterhin enthalten, umso trauriger ist es, dass ihr hier noch mehr grafische Einbußen in Kauf nehmen müsst. Dass die gleiche Sprachausgabe von damals verwendet wird und sich einfach nur trashig anhört, lassen wir mal als Nostalgiemerkmal stehen.

Noch übler als die grafische Performance, würde ich jedoch das spielerische Gerüst empfinden. Hier merkt man deutlich den Zahn der Zeit an, erst recht, wenn ein Vergleich zu den neuesten Teilen der Serie aufgestellt wird. Angefangen beim repetitiven Kampfsystem mit den starren Kombos in Kombination mit den sich ständig wiederholenden Schlachtfeldern und immer gleich aussehenden NPCs. Ihr lauft zu einem Knotenpunkt, verkloppt dort die Offiziere bis irgendwann ein General ankommt, sodass er auch noch seine Schelle abbekommt. Das immer und immer wieder mit den gleichen, hölzern aussehenden Schlagkombinationen gegen Pappkameraden, sodass ein Schlachtgefühl gar nicht erst aufkommt. Ganz klarer Fall von Masse statt Klasse. Entweder hängt euch das bereits nach wenigen Durchgängen aus dem Hals oder ihr gehört eben der Fraktion an, die es mag, das Spiel mit allen Charakteren durchzuspielen.

Funkenschlag

Um kurz einen Vergleich zu heute zu ziehen. In den aktuellen Spielen ist das Kampfsystem variabler und bietet Funktionen wie Parieren. Gegnerische NPCs können sich formieren und greifen auch wirklich an, statt nur blöde rumzustehen. Dazu wird euch mehr das Gefühl gegeben der Stratege einer Schlacht zu sein, indem ihr Befehle gebt wie, das bestimmte Punkte angegriffen werden sollen oder auch das euer Herr einen Schildwall als Verteidigung einsetzt. Auch sind die Kämpfe gegen die Generäle wirkliche Bossfights, die Timing und Lernen des Bewegungsmusters erfordern.

Fazit

Bei der Bewertung von Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered sei darauf hingewiesen, dass ihr am besten die Demo ausprobiert, um einen eigenen Eindruck vom Spiel zu gewinnen. Ich bin der Meinung, dass der Titel keine Neuspieler zur Serie führt und Neueinsteiger lieber zu Origins auf der Switch 2 greifen sollten. Hingegen zu den Versionen auf PS5 und Xbox Series Systemen sollten diejenigen greifen, die eine Wahl haben, um die technisch sauberen Ausgaben spielen zu können. Fans greifen zu und frönen der Nostalgie, für alle anderen gebe ich für diesen alten Schinken, der nicht gut gereift ist, jedoch keine Empfehlung ab.

  • Plattform: Nintendo Switch 2 (getestet), PS5, Xbox Series, Steam
  • Publisher: Koei Tecmo
  • Entwickler: Omega Force
  • Genre: Action
  • Spieleranzahl: 1 – 2 Spieler (lokaler Multi im Splitscreen)
  • Release: 01.10.2026
  • Regulärer Preis: 39,99 (digital)
  • USK-Freigabe: 12

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