Egal, ob man sich privat mit Videospielen beschäftigt oder wie hier beim Schreiben dieser Zeilen: Selbst, wenn man bereits über viele Jahre dem Medium zugetan ist, lernt man nie aus. Eines dieser Beispiele ist der vertikal Shooter Truxton Extreme, den wir nun auf der Nintendo Switch 2 getestet haben. Denn hinter dem in 2017 gegründeten Entwickler Tatsujin steht eine weitreichende Historie. Welche das ist und was das Spiel zu bieten hat, erfahrt ihr nun.
Zwei verschiedene Namen, jedoch das gleiche Spiel
Bei Tatsujin und Truxton handelt es sich um den gleichen Titel. Truxton ist die internationale Version, während Tatsujin in Japan verwendet wurde. Es erschien 1988 in den Arcades und auch auf dem Sega Mega Drive/Genesis. Die Idee zu Truxton hatte Masahiro Yuge, der außerdem den Soundtrack zum Shoot’em Up komponierte. Hinter dem Spiel stand der Entwickler Toaplan, ein Studio, welches 1979 gegründet wurde und bis zu seiner Auflösung 1994 zu den Pionieren des Genres gehörten.

Wie kam also nun der neue Teil Truxton Extreme zustande? Nun: 2017 gründete Masahiro Yuge die Firma Tatsujin (womit sich der Kreis nun schließt) und sicherte sich die Rechte an der Truxton-Serie und voila: Nach nun 34 Jahren seit dem letzten Teil (Truxton II, 1992) führt nun Truxton Extreme die Riege fort. Auch hier steuerte Yuge den Soundtrack bei und drückt ganz klar seinen Stempel auf. Das zeigt sich daran, dass sich die prägnanten Synthesizer Melodien einprägen und die passende musikalische Untermalung zum actionreichen Geschehen bieten.
Moderne trifft Tradition
Der Pixel-Grafik von damals ist passé und erstrahlt nun in einem vollen polygonalen Aussehen. Erstrahlt deshalb, da sich – neben dem Soundtrack – auch die Grafik sehen lassen kann. Die zum Teil recht langen (für einen Vertikalshooter) Level besitzen alle ein eigenes Theme. Dazu kämpft ihr gegen eine Vielfalt an Gegnern in sämtlichen Größen und mit Farbe wird auch nicht gegeizt. Insbesondere die Explosionseffekte stechen hervor, sodass Truxton Extreme optisch sehr rund wirkt.
Modern ist natürlich auch, dass ihr über eine freie Knopfwahl verfügt und daher die Steuerung ganz nach eurem Ermessen anpassen könnt. Ebenfalls zuträglich ist, dass sich durch das Spielen diverse Dinge freischalten lassen wie den „Model-Viewer“ mit dem sich die 3D-Modelle der Gegner inspizieren lassen. Dazu existiert zum Beispiel auch das Freischalten des „Pipiru-Dorfes“, das aus seltsamen Alien-Wesen besteht, die laut Beschreibung süß aussehen sollen, mich jedoch eher wandelnde Kartoffeln erinnern. Um das Dorf zu erweitern, müssen innerhalb der Stages eine bestimmt Anzahl Schiffe abgeschossen werden.
Ebenfalls modern für das Genre ist es, einen Spielmodus anzubieten, bei dem ihr nicht die volle Härte des Schwiergkeitsgrades vorgesetzt bekommt. Genau das ist der „Heart Starter“- Modus. Wird man hier getroffen, werdet ihr zwar kurz kampfunfähig, könnt jedoch an Ort Stelle weiterspielen. Man verliert also kein Leben und wird nicht zurück an den letzten Checkpoint geschickt. Bedauerlicherweise ist dieser Modus eher als Kennenlernen konzipiert, da er nur aus einer Stage besteht. Warum das schade ist, komme ich gleich drauf zu sprechen.
Schön ist zusätzlich, dass es einen 2-Spielermodus gibt, sodass das gesamte Spiel im Koop gespielt werden kann. Leichter wird es dadurch aber nicht wirklich, da ihr euch die Leben und Smart-Bombs teilt. Leben und Bomben lassen sich auf 5 hochschrauben, weitere Hilfestellung gibt es jedoch nicht.

Bevor wir zum Storymodus kommen, hat es ebenso ein klassischer Aracdemodus seinen Weg ins Spiel gefunden, in dem die Stages hintereinander – ohne Storysequenzen – gespielt werden. Damit wären wir bei der raren Tatsache angelangt, dass ihr es im Storymodus mit einer in Comicform erzählten Geschichte zu tun bekommt, die man im Genre zwischen den Kapiteln eher selten vorfindet.
Das Spiel ist unterteilt in 6 Episoden, also 6 Level, die ihr mit allen drei Charakteren (Ash, Bergamot und Cyrilla) beschreitett. Sie werden beginnend mit Ash linear freigeschaltet, sodass sich nach dem dritten Finale ein Endbild ergibt. Sozusagen erlebt ihr die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln und wartet zudem mit Wendungen auf, was wie erwähnt, ungewöhnlich für das Genre ist.
Genreüblich verfügt eurer Raumschiff über ein Waffensystem, das sich durch das Einsammeln von verschiedenen farbigen Power Ups wechselt inklusive mit den klassischen Varianten wie einem Streuschuss oder Lasersalven. Eure Primärwaffe verstärkt sich mehrstufig durch das einsacken von „P“. Die angesprochenen Smartbombs gibt es ebenfalls zum Einsammeln und zeigen sich in einer beeindruckenden Explosion, die den halben Bildschirm ausfüllt. Die Bombe dient dann nicht nur dazu einen hohen Schaden flächendeckend auszuteilen, sondern auch eine gegnerische Lasersalve, die euch sonst womöglich treffen würde zu negieren. Diese taktische Komponente ist fürs Überleben nicht zu verachten und essentiell. Außerdem lässt sich auch durch das Einsammeln von „S“-Icons die Geschwindigkeit eures Gleiters anpassen. Abseits durch das Summieren von „P“, aktiviert ihr durch Knopfdruck die EX-Attacke, die temporär (abhängig davon wie gefüllt die EX-Anzeige ist) eurem Waffensystem zusätzliche Power verleiht, was in brenzligen Situationen erst recht hilfreich sein kann.

Ansonsten heißt es – wie so oft -: Steckt ihr einen Treffer ein, dann verliert ihr ein Leben. Und spätestens hier schaltet sich dann wieder die „gute“ Tradition ein. Puristen und Liebhaber des Genres werden es lieben, dass Truxton Extreme eure Fähigkeiten und eure Bereitschaft verlangt, Gegner für Gegner, Level für Level auswendig zu lernen. Ich dagegen bin der Überzeugung, dass es für den eigenen Erfolg nur hinderlich ist. Also lautet auch hier mein Appell: Lasst den Spieler die Wahl, ob es einen einsteigerfreundlichen Modus gibt, in dem man – wie in diesem Falle – die gesamte Story erleben kann, ohne sich in das Spiel hineinbeißen zu müssen. Weil ansonsten geht die Motivation flöten, sobald alle 5 Leben verbraucht sind (und das geht nun mal schnell bei diesem Partikelhagel aka Bullet Hell) und man den Level wieder von vorne beginnen darf.
Highscore-Jägern nimmt man dadurch nichts weg, da die Punktzahl sowieso nur unter bestimmten Voraussetzungen hochgeladen wird (nur wenn man auf der Standardeinstellung spielt).

Fazit
Truxton Extreme auf der Switch 2 besitzt alles, was einen sehr guten Vertikalshooter ausmacht. Eine gelungene Grafik, einen passenden Soundtrack, eine geschmeidige Spielbarkeit in stets flüssiger Performance und sogar einen Storymodus. Dazu einen 2-Spielermodus, den ich auch immer als Pluspunkt empfinde. Fans der Serie und des Genres können bedenkenlos zugreifen und auf die Jagd nach Highscores gehen.
- Plattform: Nintendo Switch 2 (getestet), PS5, Xbox Series, Steam
- Publisher: Clear River Games
- Entwickler: Tatsujin
- Genre: Vertikalshooter, Shoot’em Up
- Spieleranzahl: 1 – 2 Spieler (mit koop)
- Release: 30.07.2026
- Regulärer Preis: 22,99 (digital)
- USK-Freigabe: 12

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.

