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The Prisoning – Fletcher’s Quest

Der sogenannten Wilde Westen wurde in Film und Literatur schon zigfach thematisiert. Klischees sind heute noch in den Köpfen der meisten Menschen verankert. Pistolenhelden, Wüstenlandschaften, Cowboys, bestimmte Melodien und vieles mehr kommen einem jeden von uns wahrscheinlich in den Sinn, wenn wir an den Wilden Westen denken. Fletcher’s Quest entführt uns ein Stück weit gleichsam in diese Welt und entfesselt im Laufe seiner kurzen Spielzeit eine bizarre und zugleich lustige Geschichte über einen Helden, der sich seinen Ängsten stellen muss. Dies geht mit einer Gesprächstherapie und ein paar geladenen Waffen. Ob sich der Ausflug lohnt, versuchen wir hier zu besprechen.

Die allseits „beliebten“ Spikes dürfen auch in The Prisoning: Fletcher’s Quest nicht fehlen

Worum geht es?

Der Titelheld Fletcher erwacht eines Tages nach einer Gesprächssitzung mit seinem Psychotherapeuten in seinem Unterbewusstsein. Er ist Spieleentwickler und stellt sich in seinem Unterbewusstsein nun Ängsten in Form von schießenden Gegnern, Druck vom Publisher und Selbstzweifeln. Eine Art mentales Gefängnis, aus dem man im Laufe der nächsten Stunden selbstredend ausbrechen muss. Für ein Metroidvania typisch ist das aber natürlich nicht so einfach und bisweilen verzweifelt man an Räumen, Richtungen und den bildschirmfüllenden Bossen. Die Story dient hier in erster Linie als banaler Aufhänger, um einen Grund zu haben, durch die Gegend zu schießen. Es wird nie tief oder detailliert, aber das soll es auch gar nicht sein. Die Stärke liegt vielmehr in der gnadenlosen Selbstironie des Entwicklers, der Einblicke in die Gedankenwelt eines Spieleentwicklers gibt. Dabei funktionieren einige Gags sehr gut, andere weniger. Wo sie aber funktionieren, hat man viel zu Schmunzeln. Der eingangs erwähnte Stil (Fletcher trägt einen Hut und natürlich eine Pistole) trägt zu diesem Klamauk gut bei, ist das Western-Genre selbst ein Genre, das fast nur von Klischees lebt. Diese Symbiose funktioniert gut und lockert das Spielgeschehen auf.

Wie wird gespielt?

Kurzum: in klassischer Metroidvania-Manier. Der Spieler steuert Fletcher durch eine Karte von verschiedenen Räumen und Leveln und muss sich da einen Weg durch Türen, Sackgassen und Bosskämpfen bahnen. Die Schwierigkeit liegt hier weniger darin, einen Weg zu finden (tatsächlich war die Karte logisch strukturiert und weniger verzweigt als in anderen Vertretern) als mehr darin, dass man nur zwei Treffer aushält, bevor man das Zeitliche segnet. Die Steuerung geht gut und flüssig von der Hand, es gibt keine überladenen Fähigkeiten und Items, sondern alles ist sehr einfach und intuitiv gehalten. Die Tatsache aber, dass man so wenige Treffer aushält, wird den Spieler besonders in den Bosskämpfen fordern. Diese sind wirklich knackig und selbst wenn man das Bewegungsmuster der Bosse herausgefunden hat, bleibt die Tatsache, dass man selbst nur zwei Hitpoints hat. Immerhin: die Rücksetzpunkte sind dabei – das muss man dazu sagen – ausgesprochen fair. Stirbt man in einem „normalen“ Raum, landet man sofort wieder am Anfang des Raumes, stirbt man bei einem Bosskampf, so landet man bei ein paar Räume davor an einer Imbissbude – die ihrerseits eine Art Checkpoint ist. Es ist schwierig, aber durch die Struktur wirkt es fast wie ein Trial&Error und wird nie richtig unfair. Lobend muss man erwähnen, dass es Warppunkte gibt. Falls man sich also verläuft, kann man sich von den Imbissbuden aus an verschiedene Punkte der Karte warpen und muss nicht lange umherwandern. Generell gibt es – untypisch für das Genre – verhältnismäßig wenig Backtracking, was auch erfreulich ist.

Technik, die begeistert?

Die wichtigste Frage zuerst: es läuft auf der Switch sehr gut und flüssig. Der Retro-Pixel-Stil funktioniert auf der Konsole wunderbar, das Spiel ist farbenfroh und hat viele liebevolle Details eingebaut. Man bewegt sich gerne durch die Spielwelt, weil sie stimmig und durchdacht ist, aber auch weil sie optisch schön aussieht. Gleiches lässt sich über die Musik sagen. Die Melodien passen sich gut dem Spielgeschehen an und man hört gerne hin. Vielfältig ist der Soundtrack aber nicht, die Musikschleifen wiederholen sich nach einer gewissen Zeit doch spürbar.

Eine gewisse Zeit wird der Spieler in der Welt von Fletcher’s Quest schon verbringen, aber sie ist nicht sonderlich lange. Das Spiel ist mit einer Spielzeit von knappen 3 Stunden sehr kurz ausgefallen und einen hohen Wiederspielwert hat es leider auch nicht. Man wird also nicht lange unterhalten, aber insgesamt doch auf einem hohen Niveau. Am Ende muss man also abwägen, ob man den Preis für die kurze Spielzeit zahlen möchte oder nicht. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein bizarres, selbstironisches und kurzes Abenteuer, das vor einem hohen Schwierigkeitsgrad und etwaigen Frustmomenten nicht zurückschreckt. Der Tester kann guten Gewissens für Genrefans eine Kaufempfehlung aussprechen.

Autor der Rezension: Stjepan Prtenjaca

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet),  PS5, Xbox Series, Steam
  • Publisher: Acclaim 
  • Entwickler: Elden Pixels
  • Genre: Action, Jump and Run
  • Spieleranzahl: 1 
  • Release: 10.02.2026
  • Regulärer Preis: 12,85 (digital)
  • USK-Freigabe: 16