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Vampire Crawlers: The Turbo Wildcard from Vampire Survivors

Manchmal ist es die Spielidee, die Art der Umsetzung oder die Veröffentlichung genau zum passenden Zeitpunkt für einen bahnbrechenden Erfolg. Fragt man Entwickler Poncle aus London würde er zu Vampire Survivors vielleicht angeben, dass alles eine Rolle gespielt hat mit einer großen Portion Glück, die es zusätzlich braucht. Was als Solo-Entwickler begann ist mittlerweile zu einem Team von rund 25 Leuten herangewachsen. Gut 5 Jahre später erscheint mit Vampire Crawlers: The Turbo Wildcard from Vampire Survivors nun der zweite Titel von Poncle und das selbst ernannte „Spin-Off“ zu Vampire Survivors. Um gar nicht erst in die großen Fußstapfen des Vorgängers bezogen aufs Gameplay zu treten, haben wir es nun mit einem Deckbuilder zu tun. Und damit Willkommen zum Test.

Willkommen in der Pixel-„3D“ Optik von Vampire Survivors

Dem Genre seinen eigenen Stempel aufdrücken

Vampire Crawlers erfindet das Rad nicht neu und spielt sich in der Kernmechanik wie jeder andere Rogue-Lite-Deckbuilder. Bedeutet: Zum Ausspielen eurer Karten benötigt ihr Mana und eure Karten im Deck variieren in ihren Mana-Kosten. Manche verbrauchen gar kein Mana, während andere mit 3 oder 4 zu Buche schlagen. Da ihr jeden Run nur mit wenig Mana beginnt, ist es natürlich nicht so clever, direkt die mit hohen Kosten auszuspielen. Denn dann ist eurer Zug vorbei und die Reihe an Gegnern, die sich zudem wie eine Perlenschnur hintereinander aufstellen, warten nur darauf, eure Lebensenergie zu dezimieren.

Übrigens sind die Level, die ihr zuvor auf einer Weltkarte auswählt nicht generativ, sondern von Hand erstellt wurden, sodass zum Beispiel Level 2 Stage 1 immer gleich aufgebaut ist. Anders als in Vampire Survivors bewegt ihr euch nun aus der Ego-Perspektive durch den Pixel Dungeon. Diese bestehen in der Regel aus mehreren Etagen samt Bossen und optionalen Bossgegnern. Eine Minimap zeigt zudem sämtliche Wege, Gegner als auch Positionen von Items an. Letztere sammelt ihr einfach ein, wenn ihr gegen sie lauft. Ihr seht eine Fackel oder Statue? Einfach dagegen rennen und das Item oder auch Münzen kommen zum Vorschein. Geld dient vor allem dazu, euch das Leben in eurem Dorf durch Upgrades/Modifikationen leichter zu machen, die eure Chancen erhöhen, einen Level erfolgreich abzuschließen. Und da sind Buffs wie, dass mehr Schaden ausgeteilt wird oder ihr mehr Geld verdient natürlich ein No Brainer. Denn vor allem letzteres benötigt ihr reichlich, um die zahlreichen Upgrades und neue Crawler zu erstehen. Letzte verfügen über eigene Basiswerte und haben zusätzlich eigene Karten im Petto. Es macht also  Spaß, mit verschiedenen Charakteren zu spielen, da sie Varianz ins Gameplay bringen.

Ein Deckbuilder steht und fällt damit wie seine Kernmechaniken ineinandergreifen und hier gibt sich der Titel keine Blöße. Nach jedem Levelaufstieg könnt ihr neue Karten für eurer Deck hinzufügen. Dazu gibt es im Verlauf eines Durchgangs immer wieder Gelegenheiten, Karten zu fusionieren für mächtigere Angriffe als auch (sofern vorhanden) freie Karten-Steckplätze mit Attributen zu füllen und diese sind wahrlich reichlich vorhanden. Um Vampire Crawlers effizient zu spielen, braucht ihr ein Deck mit Karten, die beim Ausspielen Mana generieren. Nicht nur um jene Karten mit hohen Kosten auszuspielen, sondern vor allem, um den Kombozähler in die Höhe zu treiben, der für jede ausgespielte Karte +1 voranschreitet. Je höher er ist, desto mehr Schaden wird ausgeteilt. Da euch der zu verteilende Schaden jederzeit auf den Karten angezeigt wird, ist es sofort ersichtlich, wie riesig die Unterschiede zwischen einer niedrigen und einer hohen Kombo (jenseits von 10 ausgespielten Karten) ist. 

So viele Karten auf einmal hatte ich beim Spielen von Vampire Crawlers nicht auf der Hand. Übrigens trefft ihr mit Attacken immer alle Gegner auf einmal.

Aber nicht nur mehr verteilten Schaden bringt euch eine hohe Kombo ein. Sämtliche andere Karteneffekte werden ebenfalls potenziert wie zum Beispiel der Rüstungswert, wie viel Mana ihr erhaltet oder wie viel mehr Geld in % ihr mehr erhaltet. Vampire Crawlers animiert euch dazu, das bestmögliche rauszuholen, sofern ihr euch halbwegs clever anstellt. Nicht wahrlos Karten blind zu spielen ist zum einen eine Grundvoraussetzung, um die Level zu schaffen, zum anderen jedoch macht es einfach sehr viel Spaß, Kombos in absurde Höhen zu treiben und ganze Scharen an Gegnern mit einem Schlag auszuschalten, sodass die Gems (Erfahrungspunkte) fast schon den ganzen Bildschirm einnehmen und ihr das nächste Erfahrungslevel erreicht.

Was ich dem Spiel außerdem hoch anrechne ist, dass es sich super flott spielen lässt. Klar, Karten und ihre dazugehörigen Effekte müssen erstmal kennen gelernt werden. Seid ihr jedoch im Spielfluss wirkt Vampire Crawlers in manchen Momenten schon gar nicht mehr wie ein rundenbasiertes Videospiel. In Kombination mit der gelungenen Pixel-Optik und Soundtrack ist dieses selbst betitelte „Spin-Off“ eine mehr als runde Sache.

Eine exorbitante Kombo (40) ein satter Geldbonus und das Gamerherz ist glücklich.

Fazit

Von mir gibt es daher für Vampire Crawlers: The Turbo Wildcard from Vampire Survivors eine klare Empfehlung. Die knapp 20 Stunden, die ich bisher gespielt habe, haben mich bestens unterhalten und das Gameplay entfaltet ganz wunderbar eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Erst recht nicht, wenn ihr das Genre mögt und auch den Vorgänger gespielt habt.

  • Plattform: Nintendo Switch 2, (getestet), auch auf Switch, PS5, Xbox Series, Steam
  • Publisher: Poncle
  • Entwickler: Poncle
  • Genre: Deckbuilder
  • Spieleranzahl: 1 
  • Release: 21.04.2026
  • Regulärer Preis: 9,99 (digital)
  • USK-Freigabe: 12