In Gecko Gods vom kleinen Indie-Entwickler Inresin aus England schlüpfen wir in die Rolle eines Geckos und begeben uns aus seiner Perspektive in ein großes Abenteuer. Neben dem Erkunden mehrere Inseln besteht das Kerngameplay darin, Puzzles zu lösen. Ob ihr die kleine Eidechse begleiten solltet, erfahrt ihr jetzt beim Lesen der weiteren Zeilen.
Die Natur findet einen Weg
Das Intro zeigt im Grunde „Insel-Hopping“. Mit diesem Begriff sind Tiere gemeint, die sich von Insel zu Insel bewegen und dadurch neue Lebensräume erschließen. Unserem Gecko geschieht das eher unfreiwillig, da der Ast, auf dem er sitzt, abbricht und dann mit ihm aufs Meer stürzt. Zum Glück strandet die Schuppenechse auf einer kleinen Insel, die zur Einführung des Gameplay dient. Denn nach dem Lösen der ersten Puzzles wird euch von den „Gecko Gods“ die Aufgabe zuteil, 5 weitere Inseln zu besuchen und auf ihnen mal kleinere oder auch größere zusammenhängende Puzzles zu lösen. Das dient letzten Endes dazu, den Weg freizumachen, um in den Gecko Gods Tempel zu gelangen.

Vom Prinzip her ähnelt das Gameplay an die Herangehensweise eines Zelda-Dungeon. Ihr erkundet die Umgebung und findet Hinweise darauf, was ihr als nächstes tun müsst, um Wege freizuschalten, die häufig durch große Tore oder verschlossenen Wänden versperrt sind. Anders als in einem klassischen Zelda, in dem die Richtung meistens klar ist, werdet ihr in Gecko Gods dagegen so gut wie gar nicht an die Hand genommen. Ihr müsst auf eine Aufgabe erst stoßen und dann wird euch eine grobe Beschreibung eures Zieles gegeben. Manchmal sind diese Ziele klar ersichtlich wie „Läute die 4 Glocken“, andere dagegen wie „Senke den Sandpegel im Tempel“ lassen dagegen keine Rückschlüsse zu, wie das nun geschehen soll.
Die Welt aus der Sicht eines kleinen Geckos
Dem Entwickler ist es gut gelungen, die Perspektive eines Geckos aus der Third Person Sicht zu vermitteln. Die Umgebung um euch herum wirkt zum Teil überwältigend und sämtliche Bauten erscheinen sehr groß. Als Aktionen stehen euch neben Rennen, ein Sprung und ein Dash zur Verfügung. Letzterer dient auch als Attacke, mit dem ihr Krüge zerstören könnt oder die sporadisch auftauchenden Gegner besiegt, die aber kaum der Rede wert sind. Zusätzlich lassen sich Hebel greifen, wenn ihr per Y-Knopf das Maul öffnet. Euer Zunge dagegen kommt nicht zum Einsatz, was schade ist, da sich damit mit Sicherheit die eine oder andere Idee zum Lösen von Rätseln umsetzen lassen könnte.
Was wiederum gut vermittelt wird, ist die Bewegung des Geckos. Da er durch seine „Saugnapffüßen“ über sämtliche Oberflächen laufen kann, egal wie steil sie sind. Daher werdet ihr auch öfters mal entlang der Decke laufen. Zusammengefasst bestehen die Inseln aus sonnenbeschienenen Ruinen, versteckten Höhlen und uralten Tempeln. Abseits euer Hauptquest sind über die Inseln verschiedene Inseln Insekten verteilt, die ihr für euer Kompendium „sammeln“ also fressen könnt. Dazu gibt es Relikte zu finden, die ihr abhakt, wenn ihr gerne als Komplettist unterwegs seid. Darüber hinaus könnt ihr die „Währung“ (zu finden durch das Zerstören von Krügen und Besiegen von Gegnern) an Spiegeln ausgeben, um euren Gecko einen neuen farblichen Anstrich zu geben als wäre es ein Chamäleon. Also alles Kann-Dinge, aber nichts was man zwingend braucht, um das Spiel abzuschließen.
Die in weich gehaltenen Farbtönen betonte Grafik mit Aquarell/pastell-Anstrich hat einen eigenen Charme sodass Gecko Gods nicht zuletzt auch durch den gelungenen Soundtrack eine eigene Identität besitzt.

Bei der Bewertung meines Spielerlebnisses des knapp 5-stündigen Abenteuers zeige ich nun eine Gegenüberstellung auf. Im Produkttext zum Spiel wird unter anderem angegeben: „Bei jedem Halt warten neue Rätsel“ – Nein, ihr habt recht schnell alle Arten von Rätseln gesehen und je fortgeschrittener ihr im Spiel seid, werden diese von der Art her komplexer oder sind langatmiger aufgebaut (zum Beispiel eine Kugel manövrieren und diese in eine Einbuchtung rollen). „In diesem ruhigen Abenteuer zum Staunen und Genießen gibt es weder Kämpfe noch Hektik“– Kämpfe gibt es wie erwähnt. „In Gecko Gods wartet eine entspannte Entdeckungsreise mit Rätseln, Ruinen oder zum ruhigen Abschalten“. Da muss ich nun am vehementesten meinen Einwand legen.
Denn sobald ihr mit der Kamera zu tun habt, die es häufig in engen Passagen nicht schafft euren Gecko passend einzufangen und ihr dadurch die Übersicht verliert, ist mit der inneren Ruhe vorbei. Nervig ist auch, dass wenn ihr an Decke entlangkrabbelt, eurer Gecko von alleine die Richtung wechselt und nicht mehr dahinläuft, wohin ihr den Stick bewegt. Das wird zwar der Kopf-über-Mechanik geschuldet sein, aber das hätte ja gelöst werden können, in dem die Laufrichtung/Stickbewegung strikt beibehalten wird. Dazu werdet ihr in Gecko Gods mit Verschieberätseln gepeinigt. Ernsthaft, nachdem ich mehr als 10 Minuten bereits zugange war, ein Bild ohne Erfolg zusammenzuschieben, war ich kurz davor zu ragequitten und das Spiel nie wieder anzurühren. Entspannt ist also etwas Anderes, wodurch die Aussage „Freie Spielwelt ohne falsche Wege oder Sackgassen“ eine Fehlinformation ist. Denn es ist für den Fortschritt zwingend notwendig, das Rätsel zu lösen.

Fazit
Im Großen und Ganzen überwiegt trotz der angesprochenen Probleme (allen voran die bockige Kamera) das Positive bei Gecko Gods. Kein Must Have Titel, aber vielleicht für den einen oder anderen genau der passende Snack, wenn ihr Lust auf ein 3D-Puzzelabenteuer habt. Ihr müsst aber definitiv Verschieberätsel mögen, haha.
- Plattform: Nintendo Switch, (getestet), PS5, Xbox Series, Steam
- Publisher: Super Rare Games
- Entwickler: Inresim
- Genre: Abenteuer, Puzzel
- Spieleranzahl: 1
- Release: 16.04.2026
- Regulärer Preis: 19,50 (digital)
- USK-Freigabe: 6

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.

