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Collector’s Cove

Was einst hierzulande durch ein Harvest Moon im Konsolenmarkt bekannt wurde, gehört heute zu den beliebtesten Genres. Die Rede ist von Farmsimulationen, die heute durch das Anpassen „Customizen“ des Wohnhabitats und Kleidung gerne auch den Zusatz „Cozy Game“ oder „Life Simulation“ innehaben. Collector’s Cove schlägt genau in diese Kerbe. Entwickler Vodoo Duck aus Duisburg beschränkt sich dabei jedoch nicht auf ein Stückchen Land, sondern ihr bewegt euch auf einem Schiff, das zudem von einem „Nessie“-Urzeitdino gezogen wird, von Insel zu Insel und kultiviert eure Erzeugnisse auf dem schwimmenden Untersatz.

Angeln funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip und zwar das ihr Geduld mitbringen müsst

Wir sind dann mal weg

Gemessen an dem Aussehen eures Avatars, den ihr Beginn erstellt, dürfte eurer Charakter jugendlich sein. Und dennoch hielten es eure Eltern für eine gute Idee auf Abenteuerreise zu gehen und euch mit dem Boot und eurem schrulligen Onkel alleine zu lassen. Schrullig deshalb, da er so tut, als wenn ihr zwei weitere Onkel hättet. In Wirklichkeit jedoch schlüpft Marty einfach nur per Outfitwechsel in die Rolle von Terry und Jerry. Wie denn auch sei, immerhin braucht ihr euch keine Sorgen um irgendwelche Gefahren zu machen, da in der Welt von Collector’s Cove weder Monster existieren und andere Bedürfnisse wie Nahrung für euch selbst ebenfalls keine Rolle spielen.

Wir sind gekommen, um zu sammeln

Das erste Gebiet, in dem ihr euch auf dem Meer aufhaltet sind die „Traumhaften Tropen“, und eurer Ziel ist es durch das Anbauen, Fischen und Sammeln eurer Kompendium nach und nach aufzufüllen, was dazu führt, dass ihr den drei Rängen „Sammeln, Gärtnern und Angeln“ aufsteigt. Um von einer Insel zur nächsten zu gelangen, gebt ihr eurem schwimmenden Gefährten Bescheid, und ihr werdet innerhalb einer bestimmten Ingame-Zeit dorthin befördert. Auf den Inseln baut ihr mithilfe von Werkzeugen wie der Spitzhacke Gestein ab, angelt mit der Angelrute oder fällt Bäume mit der Axt. Genreüblich seid ihr dazu in der Lage, eure Werkzeuge mit der Zeit zu verbessern. Am Anfang nehmt euch das Spiel außerdem anhand eines Tutorials an die Hand, in dem es euch anweist, was als nächstes zu tun gibt. Das ist schade, weil es meiner Ansicht zu lange geht, wodurch die Eigeninitiative – etwas selbst herauszufinden -, deutlich schmälert wird.

Da freut sich der Hobbyfarmer in Collector’s Cove, wenn das angebaute Gemüse gedeiht. Im Hintergrund des Bildes seht ihr das Schiff eures Onkels, der drei verschiedene Läden zum Einkaufen bietet.

Jede Region (neben den Tropischen Inseln gelangt ihr auch zum Beispiel zu den „Gespenstischen Gewässern“ und zur „Kirschblütenküste“), wartet mit einer eigenen Flora und Fauna auf, also mit anderen Tieren sowie Gemüse- und Obstsorten, die ihr entdecken, beziehungsweise anbauen und damit ernten könnt. Das Anbauen von Pflanzen geschieht ohne große Überraschungen. Ihr braucht Holz und Erde für ein Beet, und nach dem Einpflanzen eines Samens müsst ihr euch um das regelmäßige Gießen eurer Schützlinge kümmern. Wie in der Realität bestimmt der Faktor Zeit wie lange etwas gedeihen muss, bevor es geerntet werden kann. In der Schiffskabine könnt ihr eurer Zimmer nach eurem Gusto dekorieren und einrichten. Auch hier schaltet ihr nach und weitere Möbelstücke frei.

Eine weitere Beschäftigung ist es, die Verbindung mit eurem „Zugpferd“ zu stärken, indem wir es mit besonderen Futter füttern. Dadurch werden neue Funktionen wie eine erhöhte Schwimmgeschwindigkeit freigeschaltet, sodass der Weg zur nächsten Insel schneller über die Bühne geht. Alternativ zur Zeitüberbrückung könnt ihr aber auch Schlafen gehen, falls eh gerade alle Arbeiten erledigt sind. Ebenfalls ist es möglich, euren Gefährten ein wenig durch Accessoires im Aussehen zu individualisieren.

Es hat einen neuen Hut! Wer weiß, um welche Referenz es handelt, kann gerne uns einen Kommentar bei Facebook hinterlassen.

Von jeder Frucht/Gemüse und Fisch gibt es zusätzlich eine rare Version, hier mythisch genannt. Die tauchen jedoch nicht einfach so auf, sondern brauchen jeweils einen speziellen Dünger respektive Köder.

Und so entwickelt sich schließlich der Gameplay-Loop. Jede Region wartet mit einer Anzahl Inseln auf, zu denen ihr reist und diese erkundet. Habt ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt, erhaltet ihr die Möglichkeit, in die nächste Region zu reisen und der ganze Zyklus beginnt von vorne.

Grafisch macht der Titel auf der Nintendo Switch überhaupt keinen guten Eindruck. Der Helligkeitsregler wurde hier eindeutig zu hochgedreht und die Auflösung ist für die dargebotene Grafik überraschend niedrig. Selbst im Docked Modus oder dank Boost Modus auf der Switch 2 im Handheld Modus wirken die Farben kaum kräftiger, sodass der „milchige“ Grafiküberzug allgegenwärtig ist. Auch das Design der einzelnen Inseln fand ich recht generisch, vor allem zu Beginn lässt sich feststellen; hast du eine Insel gesehen, hast du alle gesehen. Die musikalische Untermalung beschränkt sich größtenteils darauf im Hintergrund zu laufen, ohne, dass ich sie wirklich wahrgenommen habe.

In der Kabine könnt ihr euch mit so vielen Möbelstücken eindecken, die man sich im wahren Leben niemals alle leisten könnte.

Fazit

Kleiner Exkurs: Collector’s Cove beweist mir wieder einmal, dass mir diese behäbige Art von Spielprinzip absolut Null zusagt. Da schaue ich lieber Gras beim Wachsen als zum x-ten Mal einen immer gleich aussehenden Baum zu Kleinholz zu verarbeiten oder auch auf die immer auf gleiche Art und Weise zu fischen. Für mich ist an diesem Spielprinzip nichts cozy, eher das Gegenteil ist der Fall: Es erinnert mich an reale Arbeit. Aber um meine persönliche Einstellung zum Genre soll es nicht gehen und spielt bei der Bewertung keine Rolle. Wenn ihr das Genre mögt und das repetitive Gameplay ohne Zeitdruck und andere Stressoren zusagt, dann könnt ihr mit Collector’s Cove eine gute Zeit erleben.

  • Plattform: Nintendo Switch, (getestet), PS5, Steam
  • Publisher: Vodoo Duck
  • Entwickler: Vodoo Duck
  • Genre: Simulation, Farmsim
  • Spieleranzahl: 1 
  • Release: 13.03.2026
  • Regulärer Preis: 19,99 (digital)
  • USK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung