Fighting Force war Ende der 90er Jahre ein typisches Action-Beat-’em-Up für die damaligen Heimkonsolen und PC-Systeme. Entwickelt von Core Design, der britischen Firma, die später auch für Spiele wie Tomb Raider bekannt wurde, war Fighting Force ein Versuch, das klassische 2D-Beat-’em-Up ins dreidimensionale Raumgefühl zu übertragen. Mit der Fighting Force Collection erscheinen jetzt mehrere Titel dieser Reihe zusammengefasst auf modernen Systemen, darunter auch die beiden originalen Spiele und zusätzliche Varianten.
Was ist die Fighting Force Collection?
Die Fighting Force Collection bringt die klassischen Spiele in einem Paket zurück. Darin enthalten sind:
- Fighting Force
- Fighting Force 2

Das Ziel der Collection ist klar: Spielern und Sammlern die Möglichkeit zu geben, diese Actiontitel aus der PS1-Ära heute wieder spielbar und komfortabel auf zeitgemäßen Plattformen wie der PlayStation 5, Xbox Series oder PC erleben zu können.
Kampfgefühl und Gameplay
Fighting Force ist ein klassisches Beat-’em-Up mit 3D-Bewegung. In den Levels bewegt sich der Spieler frei durch relativ weite Areale, statt nur in einer festen Seitenansicht. Gegner erscheinen in Wellen, und die Aufgabe ist immer ähnlich: durchkämpfe dich zum Levelende, besiege größere Gegnergruppen, bis du am Ende einem stärkeren Boss gegenüberstehst.
Die Steuerung ist simpel: Schlagen, Treten, Greifen, Blocken und gelegentlich Spezialangriffe. Was damals noch modern wirkte, wirkt heute eher rudimentär. Die Treffer- und Kollisionsabfrage ist simpel, Kombos sind nicht tief, und es gibt kaum echte taktische Tiefe. Gerade im direkten Vergleich zu zeitgemäßen Beat-’em-Ups fühlt sich das Gameplay sehr simpel und repetitiv an.
Dennoch ist es wichtig zu verstehen, wie Fighting Force damals funktionierte: als Actionspiel, das vorrangig auf Zugänglichkeit und unmittelbare Unterhaltung abzielt. Es fordert nicht mit komplexen Mechaniken, sondern mit Masse an Gegnern und gelegentlich chaotischen Situationen, in denen die richtige Priorität der Angriffe zählt.

Leveldesign und Struktur
Die Levels in Fighting Force sind linear aufgebaut, aber räumlich frei begehbar. Das bedeutet, man kann sich nach links, rechts, vorne und hinten bewegen, die Wege sind jedoch streng geführt. Die Locations reichen von Industrieanlagen und Lagerhäusern über Fabrikhallen bis zu Außenarealen. Viele Gegner verstecken sich hinter Ecken oder tauchen plötzlich auf, was für ein leichtes Überraschungsmoment sorgt.
Fighting Force 2 erweitert diese Struktur, ohne das grundlegende Design zu ändern. Die Gegner werden zahlreicher, neue Gegnertypen eingeführt, und die Missionen folgen ähnlichem Ablauf. An manchen Stellen sorgen einfache Missionselemente wie das Begleiten eines Verbündeten oder das Drücken eines Schalters für Abwechslung, doch im Kern bleibt es ein klassischer Brawler.
Grafik und Sound
Grafisch zeigt die Fighting Force Collection klar ihre Herkunft. Die originalen Spiele stammen aus einer Generation, in der Polygonzahlen und Texturauflösung begrenzt waren. Auf modernen Displays wirken die Modelle und Hintergründe eher kantig und schlicht. Die Collection verbessert dies nicht fundamental; sie bietet in der Regel Up-Scaling, stabile Bildraten und moderne Controller-Unterstützung, aber keine grafische Neuinterpretation oder Remaster im heutigen Sinne.

Soundtechnisch bleibt es ebenso klassisch: einfache Musikstücke, kurze Effektsamples für Treffer und Explosionen, wiederholende Hintergrundtracks und keine besonders herausragende Vertonung. Viele Gegner machen wiederkehrende Laute, Explosionen und Treffer klingen technisch simpel, bleiben aber funktional.
Nostalgiefaktor und heutiger Spielwert
Für Fans von Retro-Action hat die Fighting Force Collection einen gewissen Reiz. Die Spiele sind Zeugnisse ihrer Zeit und zeigen, wie Entwickler zu Beginn der 3D-Ära Beat-’em-Ups neu denken wollten. Die Freiheit der Bewegung, die Masse an Gegnern und das simple Kampfsystem transportieren genau dieses Gefühl von damals.
Gleichzeitig merkt man aber, dass viele moderne Spieler an tiefere Mechaniken, ausgefeilte Combos oder vernetzte Gegner-KI gewöhnt sind. In diesem Vergleich wirken die Fighting Force Spiele oft einfach, repetitiv und wenig einladend. Die Collection richtet sich daher primär an Nostalgiker, Sammler oder Spieler, die eine klare Einordnung der Evolution des Genres suchen.
Fazit
Die Fighting Force Collection ist kein moderner Genrerevolutionär und kein Spiel, das heutige Action-Beat-’em-Up-Fans tiefgehend beeindrucken wird. Was sie aber sehr gut macht, ist das bewahren eines Stücks Videospielgeschichte. Sie bringt klassische Spiele in brauchbarer Form auf moderne Systeme, lässt Gameplay und Struktur unverfälscht und hält damit fest, wie Beat-’em-Ups der frühen 3D-Generation funktionierten.

Wer sich für die Entwicklung von Actionspielen interessiert oder selbst diese Titel in ihrer ursprünglichen Form noch einmal erleben möchte, findet in der Fighting Force Collection ein ordentliches nostalgisches Paket.
- Plattform: PlayStation 5 (getestet), Nintendo Switch, Steam
- Publisher: Limited Run Games
- Entwickler: Core Design (Original), Implicit Conversions (Update)
- Genre: 3-D Beat em Up
- Release: 23. Januar 2026
- USK-Freigabe: 16

Schon seit meinem dritten Lebensjahr bin ich leidenschaftlicher Videospieler. Angefangen hat alles mit dem Nintendo Entertainment System – seitdem begleitet mich die Faszination für interaktive Welten bis ins Erwachsenenalter. Heute verbinde ich diese Leidenschaft mit meinem Beruf: Als PR-Manager, freier Redner und Texter arbeite ich in der Games- und Medienbranche und betreue Projekte rund um kreative Köpfe und spannende Marken. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Management und in der Betreuung japanischer Videospielentwicklertalente, die ich auf Conventions und Events weltweit vertrete.

