Rygar erschien 1987 für das Nintendo Entertainment System und stammt von Tecmo. Das Spiel basiert lose auf dem gleichnamigen Arcade Titel aus dem Jahr 1986, unterscheidet sich jedoch massiv in Aufbau, Spielmechanik und Fokus. Während die Arcade Version ein reines Actionspiel war, entwickelte Tecmo für das NES eine frühe Form eines Action Adventure Spiels mit Erkundung, Progression und Metroidvania Elementen, lange bevor dieser Begriff verbreitet war.
Story und Spielwelt
Man übernimmt die Rolle des Kriegers Rygar, der nach dem Tod des Königs Ligar aus dem Reich der Toten zurückkehrt. Das Land Argool ist von Monstern und dunklen Mächten überrannt worden. Rygars Aufgabe ist es, diese Bedrohung zu beseitigen, Tempel zu erkunden, Bosse zu besiegen und letztlich den Frieden wiederherzustellen. Die Geschichte wird nicht aktiv erzählt, sondern ergibt sich aus Spielwelt, Symbolik und vereinzelten NPC Hinweisen. Für ein NES Spiel also Standard für die Zeit.

Gameplay und Mechaniken
Rygar kombiniert klassische Action mit Erkundung. Die Spielwelt ist offen aufgebaut und besteht aus zusammenhängenden Arealen mit Plattformen, Höhlen und Tempeln. Viele Bereiche sind zu Beginn nicht zugänglich und erfordern spezielle Fähigkeiten oder Gegenstände. Fortschritt entsteht nicht durch Levelauswahl, sondern durch das systematische Öffnen der Welt.
Die Hauptwaffe ist der Diskarmor, eine an einer Kette befestigte Scheibe. Sie erlaubt Angriffe auf Distanz, eignet sich aber auch zum Zerstören von Projektilen. Der Diskarmor fühlt sich eigenständig an und unterscheidet Rygar deutlich von zeitgenössischen Actiontiteln mit Schwertern oder Projektilwaffen.
Gegner lassen spirituelle Kraft fallen, die als Erfahrungspunktesystem fungiert. Statt klassischer Level Ups werden Attribute direkt verbessert, was dem Spiel eine strategische Komponente gibt. Heilung erfolgt über gesammelte Items oder seltene Lebensquellen, was das Spiel insgesamt fordernd macht.

Rätsel, Progression und Bosse
Viele Abschnitte erfordern bestimmte Items wie Greifhilfen, Schutzschuhe oder spezielle Fähigkeiten zum Überqueren von Lava oder Wasser. Diese Elemente machen Rygar zu einem der frühesten Vertreter des progressionsbasierten Level Designs auf dem NES.
Die Bosskämpfe sind klar strukturiert und prüfen vor allem Positionierung und Angriffstiming. Sie sind technisch einfach, aber effektiv ins Spiel eingebunden. Jeder Boss markiert einen echten Fortschritt und schaltet neue Bereiche frei.
Grafik und Sound
Grafisch nutzt Rygar den NES solide aus. Große Sprites, klare Kontraste und abwechslungsreiche Umgebungen sorgen für gute Lesbarkeit. Besonders die Tempel und Ruinen heben sich atmosphärisch vom Rest des Spiels ab. Animationen sind funktional, nicht spektakulär, erfüllen aber ihren Zweck. Technisch läuft das Spiel stabil und ohne nennenswerte Probleme. Der Soundtrack ist zurückhaltend, aber effektiv. Die Musik unterstützt die mysteriöse Grundstimmung der Welt und wiederholt sich nicht übermäßig und hat einige richtige Ohrwürmer zu bieten.
Bedeutung und Vermächtnis
Rygar auf dem NES war seiner Zeit voraus. Die Mischung aus Action, Erkundung und Fortschritt über Fähigkeiten statt Levelauswahl beeinflusste spätere Genrevertreter deutlich. Auch wenn das Spiel heute als sperrig gilt, bleibt es ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Action Adventures auf Konsolen.

Fazit
Rygar ist kein einfaches Spiel, aber ein konsequentes. Es verzichtet auf Komfort, erklärt wenig und verlangt Aufmerksamkeit. Genau darin liegt seine Stärke. Als frühes Action Adventure auf dem NES ist Rygar historisch relevant, spielerisch eigenständig und auch heute noch interessant für Genre Fans. Wenn ihr einen gekonnten Mix aus The Legend of Zelda und Ninja Gaiden sucht, seid Ihr bei Rygar genau richtig. Aktuell könnt ihr es über den Nintendo Switch Online Service bzw. der NES App spielen.
- Plattform: Nintendo Entertainment System
- Publisher: Tecmo
- Entwickler: Tecmo
- Genre: Action Adventure
- Release: 1986
- USK-Freigabe: –

Schon seit meinem dritten Lebensjahr bin ich leidenschaftlicher Videospieler. Angefangen hat alles mit dem Nintendo Entertainment System – seitdem begleitet mich die Faszination für interaktive Welten bis ins Erwachsenenalter. Heute verbinde ich diese Leidenschaft mit meinem Beruf: Als PR-Manager, freier Redner und Texter arbeite ich in der Games- und Medienbranche und betreue Projekte rund um kreative Köpfe und spannende Marken. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Management und in der Betreuung japanischer Videospielentwicklertalente, die ich auf Conventions und Events weltweit vertrete.

