Nicht einmal zwei Monate liegen hinter der Veröffentlichung des neuesten Teils (Culdcept Begins) und jetzt der Wiederveröffentlichung des ersten Teils als Culdcept The First Saturn Tribute. Etwas besonderes ist es natürlich schon, jetzt den ersten Teil spielen zu können. Schließlich erschien der Sega Saturn Titel aus 1997 nie im Westen. Clear River Games hat sich die Umsetzung für alle aktuellen Systeme begeben und dem ersten Culdcept einige Vorzüge von heutigen Retro-Behandlungen mitgegeben.

Am Anfang war Culdra
Da es sich um den ersten Teil handelt, wird hier kurz die Hintergrundstory wiedergegeben. Die Welt wurde einst von der Schöpfergöttin Culdra erschaffen. Um das Universum zu formen, nutzte sie ein mächtiges Buch namens Culdcept. In diesem Buch ist die gesamte Schöpfung in Form von Karten niedergeschrieben – jede Kreatur, jeder Zauber und jedes Land. Culdra verschwand schließlich, und das Buch wurde von in Form von hunderten sogenannten Cepter-Karten in der Welt verstreut. Also quasi die Seiten des Buches.
Menschen, die die Fähigkeit besitzen, diese Karten zu kontrollieren und die darin versiegelten Kreaturen und Zauber herbeizurufen, werden Cepter genannt. Aufgebaut ist die Storykampagne in 16 Kapiteln und zu Beginn wählt ihr eine Spielfigur und verpasst ihr einen Namen. Ab da wird es eure Aufgabe letzten Endes sein, euch gegen den wiedererstarken Baltias entgegenzustellen. Sein Ziel ist es, das vollständige Buch Culdcept wiederherzustellen und dafür sucht und sammelt er mit allen Mitteln die verstreuten Cepter-Karten. Mit dem Buch in den Händen soll man die Macht eines Gottes erhalten und die setzt Baltias sicherlich nicht dafür ein, dass es allen gut geht.

Willkommene Anpassung an die Moderne
Besonders bei Culdcept, dessen Monopolyartige Gameplay sehr viel aus Zufall besteht, kommt die nun angebotene Rückspulfunktion genau richtig. Die ist immer dann wertvoll, wenn eine Partie, die bereits seit geraumer Zeit geht, am Knackpunkt angelangt ist und die nächste Aktion über Sieg oder Niederlage bestimmt. Diese Zeitersparnis, nicht wieder den Kampf von vorne zu beginnen, ist ein wahrer Segen. Ebenfalls freuen könnt ihr euch über ein Schnellspeichern und Ladefunktion und vor allem die „Reveal Hands“ Option. Die ermöglicht es, dass ihr stets Einblick in die Hand des Gegners habt. Das war im Original nur in bestimmten Momenten möglich. Ein Unding, da es zur Planung eines Zuges dazugehört zu wissen, welche Tricks eurer Gegner aus dem Hut zaubern kann. Optisch stehen euch Optionen zur Verfügung wie groß zum Beispiel der Bildschirmabschnitt sein soll. Balken jeweils am Rand habt ihr aber dennoch und die können mit verschiedenen Rahmen versehen werden.
Selbst wenn ihr glaubt ein gutes Deck (bestehend aus 50 Karten und zur Wahl stehen über 300, die nach und nach freigeschaltet werden) zu haben oder den einen oder anderen Fehlschlag oder Würfelpech zurückspult, werdet ihr für die rund 16 Kapitel aufgrund der Art des Gameplays (Spielgeschwindigkeit gemächlich!) locker über 20 Stunden brauchen. Nach dem Durchspielen werden noch einige Extra Herausforderungen freigeschaltet. Ebenso ist ein Mehrspielermodus für 1 – 4 Spieler enthalten.

Fazit
Und damit ist im Grunde alles gesagt, was euch in dieser Neuveröffentlichung geboten wird. Mit der Rückspulfunktion existiert sogar ein Feature, dass ich im neuesten Ableger Culdcept Begins auch sehr gerne genutzt hätte, um einen stetigeren Fortschritt zu haben. Die Pixeloptik von damals beweist auch wieder einmal, dass sie zeitlos ist. Die Veröffentlichung richtet sich klar an Fans der Reihe, die nun die Gelegenheit bekommen, eine auf Englisch lokalisierte Fassung zu erhalten und sofern sie relativ kurz nach dem Release von Begins weiteres Culdcept-Futter haben möchten. Und auch hier wäre eine Demo wünschenswert.
- Plattform: Nintendo Switch (getestet), PS5, Xbox Series, Steam
- Publisher: Clear River Games
- Entwickler: City Connection
- Genre: Brettspiel, Deckbuilder, Taktik
- Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
- Release: 08.09.2026
- Regulärer Preis: 29,99 (digital)
- USK-Freigabe: 16

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.

