Wie wir mittlerweile anhand einer Aussage von Shigeru Miyamoto wissen, wurde grünes Licht für das Starfox 64 Remake (Lylat Wars in Europa) im Zuge der Implementierung von Fox McCloud im Super Mario Galaxy Film gegeben. Kurzfristig Anfang Mai 2026 angekündigt, erschien es schlicht als Star Fox betitelt bereits am 25. Juni auf der Nintendo Switch 2. Nach Starfox 64 3D auf dem 3DSi n 2011 erhielt also der erstmalig auf dem Nintendo 64 erschienenen Teil eine Wiederauferstehung. Wir klären nun die Frage, ob es sich gelohnt hat.

Ein nachvollziehbarer Blick zurück
Auch wenn das Original Starfox auf dem SNES kaum weniger erfolgreich war als Starfox 64, ist dieser Teil nicht zuletzt durch das 3DS-Remaster die populärere Wahl, wenn es darum geht, die Marke wieder bekannter zu machen. Ich hätte mir zwar entweder ein komplett neues Spiel oder eben wirklich ein Remake des SNES -Teils gewünscht (was durch den technischen Fortschritt eigentlich sowieso wie ein neuer Ableger wirkt und dazu den besseren Soundtrack bietet), aber die Entscheidung dient wohl dazu, auf Nummer sicher zu gehen, auch was das Budget anbelangt.
Grafisch wurde jedoch in die Hände gespuckt, sodass Star Fox auf der Switch 2 eine richtig tolle Figur macht. Als jemand, der das N64 Spiel in und auswendig kennt, machen alleine die durchweg flüssigen 60 Bilder pro Sekunde eine Menge aus und tragen zum geschmeidigen Spielgefühl bei. Die komplette Neugestaltung der Umgebungsgrafiken bis hin zu den Explosionseffekten ist meiner Meinung nach vollkommen gelungen. Mir haben es dazu vor allem die „Skyboxen“ also Hintergründe und die tollen Lichteffekte angetan. So schön hat die Serie noch nie ausgesehen. Auch am neuen Charakterdesign habe ich nichts dran auszusetzen. Man merkt an der gesamten Produktion, dass die Velan Studios mit der nötigen Sorgfalt zur Werke gegangen sind und nicht zuletzt es bei den neu dazugekommenen Zwischensequenzen geschafft wurde, der Marke und den Charakteren mehr Gewicht zu verleihen.

Auch die Steuerung wurde hier und da angepasst (ihr habt nun jeweils eine alternative Möglichkeit per Druck aufs Steuerkreuz, wie ihr die Wende oder Looping ausführt) und zeigt, dass sie im Vergleich zur überambitionierten Wii U-Fassung via Gamepad aus StarFox Zero, eindeutig die Nase vorn hat. Nachvollziehen lässt sich aber nicht, wieso es nicht möglich ist, die Knopfbelegung individuell anzupassen. Ja, über den A-Knopf hatte man auf dem N64 den Blaster abgeschossen. Aber rein vom Layout eines Pro Controllers oder Joy Con ist es naheliegender, wenn (wie beim SNES) über den Y-Knopf geschossen werden würde. So wie es jetztnist, funktioniert es zwar auch, aber warum den Spieler nicht einfach die Option geben? Zumal dagegen das Flugverhalten, ob invertiert oder nicht einstellbar ist. Völlig neu ist der Hereinnahme einer Maussteuerung über die Switch 2 JoyCons. Diese Art der geteilten JoyCons öffnet zudem den Weg zum 2-Spieler kooperativ Modus, indem ein Spieler den Arwing steuert und der andere per Fadenkreuz die Gegner aufs Korn nimmt.
Dass auf Nummer sicher gehen merkt man daran, dass keine weiteren Welten hinzugekommen sind, was für Kenner natürlich schade ist. So bleibt Star Fox im Kern eben Starfox 64. Mehr Fleisch hat das Spiel aber dennoch auf den Rippen. Dafür sorgt der neue Herausforderungsmodus, der für jede Welt unterschiedliche Challenges auf Normal und Expert vorsieht und die zum Teil richtig knackig sind, sodass Leute sich daran die Zähne festbeißen können. Auch der 4 versus 4 online Multiplayer (auch spielbar nur gegen Bots offline) macht Spaß. Denn in jeder Stage gibt es neben dem Erzielen von Abschüssen Punkte, je nachdem ob bestimmte Vorgaben erfüllt werden. Auch das ihr mithilfe einer USB-Kamera in die Rolle eines Charakters aus dem Starfox Universum schlüpfen könnt, ist eine nette Idee. Obwohl sich Banner, Bagdes, oder auch Avatare freispielen lassen, hat der Multi das Problem, dass es nur 3 Karten gibt. Hoffen wir mal, dass das Remake so erfolgreich ist, dass ein DLC in diesem Bereich Abhilfe schafft.

Moment mal?
Wenn ihr bisher keine Berührungspunkte mit dem Spiel hattet (zum Beispiel durch ein Switch Online + Erweiterungspaket) ist die Frage durchaus nicht fern, was die Kampagne zu bieten hat und wie das Spiel eigentlich funktioniert. Nun denn. Star Fox ist zu großen Teilen ein Railshooter. Das bedeutet ihr fliegt vom Startpunkt in einem festgesetzten Korridor eine Strecke ab, bis ihr den Endpunkt erreicht, der bis auf wenige Ausnahmen (Sektor Z, Warptunnel) in einem Bossfight endet. Manchmal gibt es innerhalb einer Stage eine Abzweigung und ihr müsst entscheiden, ob die obere, untere, linke oder rechte Route geflogen werden soll.
Dank des sogenannten G-Diffusers ist der Arwing, der von Fox, Falco, Peppy und Slippy gesteuert wird, sehr wendig. Auf dem B-Knopf wird ruckartig abgebremst und auf dem X-Knopf wird ruckartig beschleunigt. Diese Aktionen stehen immer nach einem kurzen Cooldown wieder zur Verfügung. Per Schultertaste vollzieht ihr eine Rolle, wodurch der Arwing schneller die Position wechseln kann. Ebenso werden gegnerische Lasersalven durch die Rolle reflektiert und ist insbesondere auf dem Experten Schwierigkeitsgrad eine unverzichtbare Bewegung. Auf dem Y-Knopf werden die begrenzt zur Verfügung stehenden Bomben eingesetzt und wie erwähnt auf dem A-Knopf der Blaster abgefeuert. Power Ups lassen euren Blaster um bis zu 2 Stufen verbessern. Dazu gibt es Bomben zum Einsammeln und sofern ihr einen oder beide Flügel an eurem Arwing verloren habt durch einen Schaden, sorgt die Reparatur dafür, dass der Malus behoben wird.
Völlig neu war damals (und eigentlich wäre es aus Starfox 2 SNES bekannt gewesen, wenn der Titel wie ursprünglich geplant 1995 erschienen wäre) die „offene Formation“. Manche Bossfights oder gar manche Level werden in diesem Modus ausgeführt, indem eine freie Bewegung in einem abgesteckten Radius möglich ist. Bossgegner können also umkreist werden und auch das Gefühl von Dogfights wird hier gelungen übermittelt. Hier finden dann auch der Looping und die Wende häufig eine Verwendung, wenn man Gegner am Heck abschütteln möchte. Auch der gesamte Multiplayer funktioniert nach diesem Prinzip.
Das „Juwel“ des Lylat-Systems ist der Planet Corneria. Von hier aus startet – wie man heutzutage gerne sagt – eurer Run, um den wiedererstarkten bösen Wissenschaftler Andross auf seinem Planeten Venom das Handwerk zu legen. Insgesamt gibt es 15 verschiedene Welten. Ihr werdet jedoch nicht alle am Stück bewältigen, sondern euer Abschneiden hängt davon ab, auf welchem Weg ihr Venom erreicht. Ganz nach dem Motto verschiedene Wege führen nach Rom. Das machte früher neben der Highscore Jagd den Reiz aus, länger am Ball zu bleiben und jede mögliche Routze zum Ziel zu entdecken. Ein eigentlicher Durchlauf ist unter einer Stunde zu schaffe. Das hört sich nach heutigen Maßstäben für ein fast Vollpreisspiel wenig an, aber da seid ihr als Spieler gefragt, was eure Genrevorlieben sind und ob ihr Herausforderungen mögt. Ihr werdet sicherlich nicht im jeweils ersten Anlauf auf Normal oder Expert die erforderlichen Abschüsse erreichen, um die jeweiligen Medaillien zur Belohnung zu erhalten. Praktisch und neu hinzugekommen ist, dass ihr Abschluss eines Levels diesen wiederholen könnt, wenn ihr wollt. Im Falle der Medaillien ist das willkommende Option. Denn früher war genau das nicht möglich, sodass der nächste Versuch einen neuen Durchlauf nach sich zog. Zum Glück gibt es außerdem eine Demo zum Titel, wenn es eure erste Berührung mit der Serie sein sollte.

Fazit
Machen wir es kurz. Star Fox ist ein routiniertes Remake von Starfox 64/Lylat Wars, das Fans des Spieles zurecht feiern. Nach dieser Vorstellung gibt es für mich keinen Grund, warum ich die N64 Version vorziehen sollte, abseits eines Nostalgietrips. Es ist zwar schade, dass im Singleplayer keine neuen Level dazugekommen sind und der Multi gerne umfangreicher sein könnte, aber der Grundstein dürfte zumindest gelegt sein, dass ein wirklich neues Starfox in Zukunft erscheint. Dann aber bitte ohne allzu großen Experimente. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit diesem Remake und kann es auch Nichtkennern ans Herz legen. Also schaut mal rein!
- Plattform: Nintendo Switch 2
- Publisher: Nintendo
- Entwickler: Velan Studios
- Genre: Action, Shoot’em Up
- Spieleranzahl: Single- und (Online)-Multiplayer mit bis zu acht Spielern, lokaler Multi via Gameshare auf Switch 2
- Release: 25.06.2026
- Regulärer Preis: 39,99 (+ 10 Euro für Switch 2 Upgrade)
- USK-Freigabe: 12

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.

