City Hunter
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City Hunter

City Hunter, das 1990 für die PC Engine erschien, kehrt auf moderne Konsolen zurück. Der Rerelease vereint das klassische Side-Scrolling-Abenteuer mit neuen Funktionen und Extras, die das Spiel für Fans der Manga- und Anime-Serie interessant und zugänglicher machen. Des Weiteren feiert der Titel mit seinem Rerelease sein Debut im Westen. Doch wie gut funktioniert das Spiel heute, und was hat sich gegenüber dem Original geändert? Ein Blick auf Gameplay, Technik und Inhalt klärt die wichtigsten Fragen.

City Hunter
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Herkunft und Ursprung

City Hunter basiert auf der gleichnamigen Manga- und Anime-Serie, die Ryo Saeba, den charmanten „Sweeper“ der Stadt, in den Mittelpunkt stellt. Schon damals kombinierte das Franchise Humor, Action und einen frechen Sinn für Erotik. Ryo ist bekannt für seine Schmeicheleien gegenüber Frauen und seine unorthodoxen Methoden, die Straßen Tokyos zu säubern. Das 1990 erschienene Spiel übertrug diesen Stil auf 16-Bit Grafik: ein Side-Scroller mit klaren Missionen und begrenztem Levelumfang. Es war nie ein tiefes Action-RPG, sondern ein kompaktes Arcade-Spiel mit Anime-Optik.

Gameplay und Mechanik

Man bewegt Ryo durch horizontal scrollende Levels, bekämpft Gegner, weicht Projektilen aus und besiegt Bosse am Ende jeder Mission. Das Grundprinzip ist simpel, doch Timing, Beobachtung und ein gutes Gedächtnis sind entscheidend. Viele Türen führen in Sackgassen, Schlüssel oder Objekte müssen gefunden werden, und Fehler können bestraft werden. Die Herausforderung liegt in der Levelnavigation und im Kampf gegen wiederkehrende Gegnergruppen. Es gibt keine ausgefeilten Combos oder komplexe Mechaniken, sondern direkte, reflexbasierte Action, die auch heute noch funktioniert.

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Rerelease Features
Der Switch-Rerelease bringt einige Anpassungen. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen, darunter einen Hard Mode für erfahrene Spieler, und eine Rewind-Funktion, die Fehler sofort korrigierbar macht. Grafisch stehen Pixel-Perfect Modus und optionales CRT-Filter zur Verfügung, dazu kann man Originalcover, Anleitungen und Artwork betrachten. Ein Musikplayer enthält alle Songs aus dem Spiel sowie das Anime-Outro „Get Wild“. Kritik bleibt jedoch bei der Steuerung: Standardmäßig ist der Schuss auf einen festen Knopf gelegt, alternative Belegungen existieren nicht, was die Handhabung auf modernen Controllern einschränkt.

Leveldesign und Spielwelt
Die Levels sind linear, aber teilweise verschachtelt mit Türen, Treppen und versteckten Räumen. Die Orientierung ist nicht immer einfach, was den Entdeckerdrang fordert. Gegner tauchen oft plötzlich auf, und manche Räume enden in Sackgassen. Spieler müssen aufmerksam sein und Wege im Gedächtnis behalten. Die urbanen Umgebungen fangen den Stil der Serie gut ein, trotz des limitierten 16-Bit-Looks, und vermitteln ein Gefühl von Shinjuku, das auch Anime-Fans vertraut ist.

City Hunter
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Grafik und Sound
Technisch bleibt City Hunter ein 16-Bit-Spiel. Figuren und Gegner sind klar animiert, Umgebungen funktional, die Pixelgrafik sauber. Der Soundtrack nutzt typische 90er-Synthesizer, passt zur Action und wird durch kleine Effekte unterstützt, die Treffer oder Sprünge unterstreichen. Das optionale CRT-Filter simuliert die alte Konsolen-Optik, was Nostalgiker anspricht und das Retro-Gefühl verstärkt.

Stärken und Schwächen
City Hunter punktet mit authentischem Manga- und Anime-Charme, der Rewind-Funktion, die Frustmomente abmildert, und den Bonusinhalten für Fans wie Musikplayer und Artworks. Die Action ist kurzweilig und präzise, perfekt für Retro-Liebhaber. Gleichzeitig zeigt der Titel Schwächen: Die Levelnavigation ist oft unklar, Türen führen in Sackgassen, die Steuerung lässt sich nicht anpassen, der Spielumfang ist sehr klein und Humor sowie Charaktertiefe kommen nur rudimentär zum Vorschein.

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Fazit
City Hunter ist ein kompaktes Retro-Erlebnis, das Fans der Serie und Liebhaber von 16-Bit Side-Scroller anspricht. Die Action ist simpel, das Leveldesign herausfordernd, die Extras für Sammler interessant. Wer moderne Komfortfunktionen oder lange Spielzeit sucht, wird eher enttäuscht. Für Nostalgiker und Anime-Fans bietet der Titel jedoch ein unterhaltsames Stück Videospielgeschichte und einen kurzen, spaßigen Ausflug in die Welt von Ryo Saeba.

  • Plattform: Nintendo Switch 1/2 (getestet), PlayStation 5, Steam, (ursprünglich PC Engine)
  • Publisher: Red Art Games, Sunsoft
  • Entwickler: Sunsoft, Clouded Leopard Entertainment
  • Genre: Action / Arcade
  • Release: 26. März 2026, (ursprünglich 2. März 1990)
  • USK-Freigabe: 12