Trouble Witches Final: Episode 1 – Daughters of Amalgam ist ein Twin-Stick-Action-Roguelike, das klassisches Arcade-Gameplay mit modernen Progressionssystemen kombiniert. Es gehört zur Trouble Witches-Reihe, die seit einigen Jahren kleinere Actiontitel veröffentlicht, und schickt Spielerinnen und Spieler in eine Reihe herausfordernder, prozedural generierter Gefechte. Auf der PS5 zeigt der Titel, wozu das Konzept in der Lage ist — nicht als großes Blockbuster-Spiel, sondern als konzentrierter Action-Titel mit Tiefe.

Story und Setting
Die erzählerische Ebene von Daughters of Amalgam ist bewusst kompakt gehalten. Sie dient in erster Linie als Rahmen für die Action: Die Welt wird von einer mysteriösen, extraplanaren Bedrohung heimgesucht, und eine Gruppe von sogenannten Witches muss sich durch verzerrte Versionen bekannter Regionen kämpfen, um die Ursache dieser Invasion zu erkennen und rückgängig zu machen.
Die Zwischensequenzen und Texte sind funktional, nicht episch. Sie geben Kontext und Motivationen, ohne das Spiel mit Lore zu überfrachten. Das passt zur Gameplay-Intention: Die Geschichte begleitet die Action, sie bestimmt sie aber nicht.
Gameplay und Mechaniken
Im Kern ist Trouble Witches Final ein Twin-Stick-Shooter. Jede Spielfigur bewegt sich frei in einem begrenzten Bereich, Gegner tauchen aus verschiedenen Richtungen auf, und jede Bewegung will koordiniert sein. Schießen und Ausweichen sind getrennt, und die Steuerung reagiert direkt. Das grundlegende Gefühl unterscheidet sich von klassischen Shootern dadurch, dass hier Kampf und Positionierung gleichwertig sind. Trefferzonen zählen, Flächenkontrolle spielt eine Rolle, und weil die Kamera aus der Vogelperspektive zeigt, lässt sich das Schlachtfeld gut überblicken.
Ein zentraler Bestandteil des Gameplays ist die Progression innerhalb eines Runs. Während eines Durchlaufs sammelt man Ressourcen, die entweder temporär oder dauerhaft wirken. Temporäre Boni steigern Feuerkraft oder Ausweichmöglichkeiten, permanente Upgrades werden über freischaltbare Fähigkeiten und Verbesserungen erreicht, die zwischen Runs ausgewählt werden können. Diese Systeme sorgen dafür, dass jeder neue Versuch anders ist und sich der Spieler kontinuierlich weiterentwickelt.

Leveldesign und Herausforderungen
Die Levels sind prozedural generiert, aber strukturiert genug, dass sie nicht beliebig wirken. Es gibt klar erkennbare Unterabschnitte mit eigenen Gegnerarten und Techturen, die sich zu einer größeren Zone zusammenfügen. Gegner-Design ist abwechslungsreich: einfache Soldaten, schnellere Nahkämpfer, fliegende Gegner und mechanisierte Feinde erfordern unterschiedliche Taktiken. Bosskämpfe am Ende größerer Zonen heben sich qualitativ ab und sind oft der entscheidende Punkt, an dem Spielerinnen und Spieler lernen müssen, ihre Ressourcen klug einzusetzen.
Ein entscheidender Aspekt ist das Balancing zwischen Risiko und Belohnung. Manche Areale enthalten stärkere Gegner, bieten aber wertvollere Belohnungen im Erfolgsfall. Dieses System motiviert dazu, Wege durch Gegnergranaten zu finden statt sich passiv hindurchzuschleichen.
Charaktere und Vielfalt
Daughters of Amalgam bietet mehrere spielbare Witches, die sich in ihren Basisfähigkeiten unterscheiden. Einige sind auf direkte Feuerkraft ausgelegt, andere verfügen über magische Angriffe oder Spezialtechniken, die strategisch verwendet werden müssen. Diese Unterschiede sorgen dafür, dass sich jeder Run anders anfühlt und stets neue Kombinationen aus Fähigkeiten ausprobiert werden können.
Die Auswahl des Charakters wirkt sich nicht nur auf den Spielstil, sondern auch auf die Art und Weise aus, wie Gegner und Gefechte erlebt werden. Diese Variation sorgt für einen spürbar höheren Wiederspielwert als in vielen vergleichbaren Shootern.
Grafik und Präsentation
Auf der PS4 präsentiert sich Trouble Witches Final mit klarem, funktionalem Look. Das Spiel nutzt eine isometrische Perspektive, die eine gute Übersicht über das Schlachtfeld bietet und gleichzeitig Raum für visuelle Effekte lässt. Explosionen, Einschläge von Projektilen, Flächeneffekte und Statusanzeigen sind gut lesbar und passen zueinander.

Die optische Gestaltung verzichtet auf extravagante Grafikeffekte oder fotorealistische Präsentation. Stattdessen setzt sie auf Lesbarkeit und Klarheit, was gerade bei schnellen Gefechten wichtig ist. Die Gegner sind deutlich und eindeutig erkennbar, Bodenflächen, Hindernisse und abstrakte Spielobjekte unterscheiden sich farblich ausreichend, um jederzeit Orientierung zu behalten.
Sound und Musik
Sounddesign und Musik fügen sich unaufdringlich in das Gesamtbild ein. Die Soundeffekte sind präzise und geben klares Feedback auf Treffer, Ausweichen und Spezialaktionen. Der Soundtrack setzt auf elektronische, treibende Rhythmen, die die Action unterstützen, ohne selbst in den Vordergrund zu drängen. Es ist kein orchestraler Blockbuster-Score, sondern ein funktionaler, passender Klangteppich, der die Spielerfahrung ergänzt, aber nie dominiert.
Langzeitmotivation und Wiederspielwert
Die Roguelike-Mechaniken und die Vielzahl an freischaltbaren Fähigkeiten und Charaktervarianten sorgen dafür, dass Trouble Witches Final mehr ist als ein einmaliges Durchspielen. Jeder Run fühlt sich anders an, mit variierenden Kombinationen aus Gegnern, Belohnungen und Herausforderungen. Die Progression zwischen den Versuchen trägt dazu bei, dass selbst gescheiterte Runs noch einen positiven Effekt haben.
Weil der Schwierigkeitsgrad mit Fortschritt steigt, gibt es stets neue Anreize, unterschiedliche Wege zu testen statt immer wieder dasselbe zu tun. Das Gesamtpaket fühlt sich weniger wie eine Aneinanderreihung von Levels an und mehr wie ein kontinuierlicher Lernprozess, bei dem die eigenen Fähigkeiten ebenso wachsen wie die Auswahl der Charaktere und Upgrades.

Fazit
Trouble Witches Final: Episode 1 – Daughters of Amalgam ist kein simples Arcade-Spiel. Es ist ein konsequent durchdachter Titel, der klassische Twin-Stick-Shooter-Mechaniken mit modernen Progressions- und Roguelike-Elementen verbindet. Auf der PS5 zeigt es, wie ein solcher Hybrid funktionieren kann: ohne übertriebene Inszenierung, aber mit spürbarem Tiefgang und spielspezifischem Anreiz, immer wieder neue Runs zu starten.
Das Spiel richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die strategische Action mögen, die bereit sind, Muster zu lernen und ihre Entscheidungen in jeder Runde zu optimieren. Erwartet man ein reines Action-Feuerwerk oder lineare Kampagnenstrukturen, wird man hier nicht fündig. Wer hingegen Freude an taktischen Gefechten, variablen Leveln und spürbarer Progression hat, findet in Trouble Witches Final: Episode 1 – Daughters of Amalgam einen Titel, der lange motiviert.
- Plattform: PlayStation 4/5 (getestet), Nintendo Switch, Steam
- Publisher: ININ Games
- Entwickler: Studio SiestA
- Genre: Shmup
- Release: 15. Dezember 2025
- USK-Freigabe: 12

Schon seit meinem dritten Lebensjahr bin ich leidenschaftlicher Videospieler. Angefangen hat alles mit dem Nintendo Entertainment System – seitdem begleitet mich die Faszination für interaktive Welten bis ins Erwachsenenalter. Heute verbinde ich diese Leidenschaft mit meinem Beruf: Als PR-Manager, freier Redner und Texter arbeite ich in der Games- und Medienbranche und betreue Projekte rund um kreative Köpfe und spannende Marken. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Management und in der Betreuung japanischer Videospielentwicklertalente, die ich auf Conventions und Events weltweit vertrete.

