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Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights

Wer immer schon in die Rolle eines Blaublüters schlüpfen wollte, bekommt mit Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights auf der Nintendo Switch nun die Möglichkeit dazu. Ob sich die Romanze rund um die Prinzessin und verschiedenen Rittern lohnt und sie überzeugen kann, erläutern wir in einem kurzen Test.

Die Switch bietet eine riesige Bibliothek an Visual Novels. Hier reiht sich seit Januar 2026 The Lucky Princess and the Tragic Knights ein und erzählt eine Geschichte rund um die Prinzessin Cecilia, die im Königreich Temirana aufgrund eines „verfluchten Mals“ auf ihrer Stirn zu einer Außenseiterin macht. Was niemand ahnt: das Mal verleiht ihr eine Gabe, die sehr nützlich ist. Immer, wenn ihr Gefahr droht, sieht sie ein mysteriöses blaues Licht leuchten. Als sie an ihrem 16. Geburtstag bei einem Ritterturnier das blaue Licht bei verschiedenen Rittern sieht, läuft sie allerdings nicht weg, sondern rekrutiert diese Männer (Milan, Tobias, Josephy, Kiya und Adel) für einen neuen Orden, den sie gründen möchte. Der Hintergrund der verschiedenen Männer ist unterschiedlich und dadurch kommt viel Tiefe in die Geschichte rein.

Hier beginnt das Spiel und spinnt die Geschichte rund um diesen Orden, um Romanzen und politische Intrigen weiter und entfaltet viel Potenzial. Das Spiel ist klar an ein weibliches Publikum gerichtet. Farbgebung, Design und die Geschichte an sich sprechen hierbei eine eindeutige Sprache. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch männliche Spieler das Spiel genießen können. Lesebereitschaft und Geduld vorausgesetzt, denn neben dem Lesen macht der Spieler an sich nicht besonders viel.

Das Spiel leistet sich auf der anderen Seite auch keine gravierenden Schnitzer. Alles, was an „Gameplay“ da ist, ist übersichtlich und gut umgesetzt. Skipfunktionen, Autoplay, Rücksetzpunkte, die Möglichkeit, das Spiel jederzeit zu speichern (und ggf. falsche Entscheidungen zu korrigieren) uvm. Lassen das Spiel stimmig und modern wirken. Hier gibt es nichts zu bemängeln. Dem Spieler werden an gewissen Punkten Entscheidungen überlassen, die den weiteren Spielverlauf sowie das Ende beeinflussen. Die „richtige“ Entscheidung wird dabei visuell hervorgehoben und ergibt sich oft auch aus der Logik und dem Kontext. Sollte man dennoch einmal falsch gelegen haben, kann man einfach und bequem das Spiel entweder neu laden oder zu dem entsprechenden Rücksetzpunkt zurückkehren. Dort wird auch ersichtlich, an welchen Punkten es „Abzweigungen“ in den Routen gibt. Falls man also alles sehen möchte, ist das bei The Lucky Princess and the Tragic Knights gut machbar. Nochmal sei allerdings betont: man benötigt eine ordentliche Portion Geduld dafür, denn das Spiel hat enormen Umfang. Durch die verschiedenen männlichen Protagonisten ergeben sich auch verschiedene Routen. Das gemächliche Erzähltempo trägt ebenfalls dazu bei, dass sich das Spiel bisweilen in die Länge zieht. Erwähnenswert ist auch ein kleines Glossar im Hauptmenü, das dem Spieler die Möglichkeit eröffnet, wichtige Begriffe und Namen nachzuschlagen und Informationen herauszuholen.

Eine Visual Novel optisch zu bewerten, ist nicht einfach. Naturgemäß passiert auf dem Bildschirm wenig. Was dort passiert, weiß bei The Lucky Princess and the Tragic Knights durchaus zu gefallen. Die Standbilder und die Farbgebung wirken gut, das Charakterdesign manchmal etwas generisch. Hier wäre sicherlich mehr drin gewesen. Ist man selbst ein bisschen firm im Animé-, Manga- und RPG-Bereich, dann hat man das Gefühl, vieles schon gesehen zu haben. Zugegeben, es ist dann natürlich auch schwer, beeindruckt zu werden, das muss man an dieser Stelle auch erwähnen. Dennoch fielen die Designs im Test nicht negativ auf. Gleiches gilt für die Musikuntermalung, die sich gut in das Geschehen einfügt und unauffällig die Geschichte begleitet. Sie tut, was sie tun soll. Sehr positiv aufgefallen ist die Vertonung einzelner Charaktere. Hier haben sich die Sprecher redlich Mühe gegeben und wirkten sehr professionell. Ein großes Lob an dieser Stelle. Selbiges hätte man gerne auch über die Lokalisierung gesagt, aber leider ist das Spiel nur auf Englisch spielbar, was die Zielgruppe für den deutschen Markt natürlich zusätzlich einschränkt.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen: wer weiß, worauf er sich hier einlässt, der bekommt für sein Geld eine sehr umfangreiche und liebevoll gestaltete Visual Novel, die eine schöne Geschichte erzählt. Die Charaktere machen Spaß, sind abwechslungsreich und sympathisch. Fans können hier also bedenkenlos zuschlagen und viele Stunden in der Welt von Temirana und den anderen Reichen verbringen.

Wer mit dem Genre oder der Aufmachung hingegen nichts anfangen kann, der wird auch mit The Lucky Princess and the Tragic Knights wohl nicht zum Fan.

Autor der Rezension: Stjepan Prtenjaca

  • Plattform: Nintendo Switch 
  • Publisher: Idea Factory
  • Entwickler: Ichicolumn Inc.
  • Genre: Visual Novel, Adventure
  • Spieleranzahl: 1 
  • Release: 13.01.2026
  • Preis zum Start: 39,99 (digital)
  • USK-Freigabe: 6