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BALL x PIT

Entwickler Kenny Sun hatte mit Ball X Pit den richtigen Riecher. Es kombiniert das bewährte Gameplay eines „Block Breakers“ (bekanntester Vertreter der Klassiker Arkanoid) mit dem eines Roguelites. Der Titel ist auf allen Plattformen erschienen und wir haben es auf der Switch 2 getestet.

Ballbylon has fallen

Im Fight, habt ihr dank des Fortschrittsbalken (sowohl Levelaustieg blaue Anzeige als auch Levelfortschritt gelbe Anzeige rechts) immer alles im Blick. Per Schultertaste könnt ihr außerdem die Spielgeschwindigkeit verlangsamen oder schnell ablaufen lassen.

Für die „Geschichte“ des Spieles muss Babylon als Wortspiel herhalten. Dabei geht es um folgendes: „Nachdem ein kometenhaftes und völlig unerwartetes Ereignis die große Stadt vernichtet hat, bleibt nur noch eine bedrohliche, klaffende Grube zurück. Schatzsucher von nah und fern strömen zum Grab der Stadt und untersuchen die Tiefen auf der Suche nach Ballbylons verstreuten Reichtümern. Nur wenige kehren zurück.

In der Grube wimmelt es von Armeen barbarischer Kreaturen, die wild entschlossen sind, dein Abenteuer zu beenden, bevor es überhaupt begonnen hat. Mit einem wachsenden Arsenal an magischen Geschossen bewaffnet, kämpfst du dich durch mehrere Ebenen mit immer anspruchsvolleren Hindernissen, um die ultimativen Preise zu gewinnen und Neu-Ballbylon wiederaufzubauen.“

Für die Motivation, Ball X Pit immer wieder für eine Runde einzulegen, sorgt das Gameplay. Im Actionmodus wählt ihr einen der zahlreichen Charaktere aus, die alle über eine eigene Grundfähigkeit verfügen und mit einer bestimmten Art von Ball starten. Bälle ist hier das passende Sprichwort. In den vertikal scrollenden Action-Leveln schießt ihr diese Bälle nach oben. Diese prallen an Wänden und natürlich auch an der Horde von Gegnern ab, die immer wieder am oberen Ende des Bildschirms erscheinen. Besiegte Feinde hinterlassen Ressourcen wie Gold, Stein, Weizen, Holz und schließlich Edelsteine, die dazu dienen euch im Level aufsteigen zu lassen. Durch einen Aufstieg bekommt ihr eine Auswahl aus angebotenen passiven Fähigkeiten, die Wahl aus einer weiteren Ball-Art oder auch die Option die Stärke einer euer ausgerüsteten Bälle zu erhöhen. Im Laufe einer Stage habt ihr zusätzlich die Möglichkeit, zwei Bälle zu fusionieren oder gar zu entwickeln, damit eine völlig neue Art entsteht. Letzten Endes geht es einfach nur darum, möglichst viel Schaden zu generieren, um der Übermacht an Widersachern samt Boss-Gegnern Herr zu werden.

Pew Pew Pew!

Auf die nächste Runde

Denn genretypisch werdet ihr (höchstwahrscheinlich) mehrere Anläufe brauchen, um eine Stage zu schaffen. Damit die Chancen dafür erhöht werden, kommt die Meta-Progression ins Spiel. Also, das an gewissen Stellschrauben gedreht wird, aka permanente Verbesserungen euch das Leben erleichtern. In Ball X Pit wird diese Progression anhand eines „Simulationsmodus“ neben den Actionsequenzen dargestellt. Nach einer Stage bekommt ihr Gelegenheit, durch die Verwendung von Ressourcen euch ein Dorf aufzubauen. Gebäude wie die Farm oder das Holzfällerhaus ermöglichen auch das ständige Abernten von Feldern und Wäldern. Andere Gebäude müssen gebaut werden, um weitere Charaktere freizuschalten oder auch um Statuswerte wie Stärke, Lebensenergie oder Geschwindigkeit aller Charaktere zu verbessern. Gebäude lassen sich dabei drehen und jederzeit verschieben und gebaut kann überall, wo Platz ist. Ist der Bau abgeschlossen, wird es Zeit für die „Ernte“. Dabei lasst ihr eure Mitstreiter für eine begrenzte Zeit durch die Stadt sausen und sie bewegen sich dabei wie die Bälle in den Stages. Bedeutet, sie prallen ebenso an Wänden beziehungsweise an Hauswänden ab. Das Abprallen an Neubauten ist auch nötig, damit diese überhaupt fertiggestellt oder erweitert werden können. Macht ihr das nicht, kommen ihre Effekte auch nicht zum Tragen. Insgesamt gibt es über 70 einzigartige Gebäude, sodass eure Stadt mit der Zeit ganz schön anwächst. Dementsprechend ressourcenhungrig ist dieses Unterfangen und schon seid ihr in diesem Gameplaylloop gefangen.

Auf dem PC durch Maussteuerung sicherlich weniger ein Ding, ist das (Neu)-Positionieren von Gebäuden per Gamepad Steuerung etwas umständlich, da immer nur ein Gebäude ausgewählt werden und dann neu platziert werden kann.

Präsentiert wird Ball X Pit in sauberer 32-Bit Grafik. Eine PlayStation/Saturn Ästhetik ist nicht von der Hand zu weisen. Erstaunlich ist, dass ihr bei all dem Gewusel dennoch den Überblick behalten könnt, was wiederum sehr wichtig ist, um nicht blind in gegnerische Geschosse zu laufen. Die Musik ist gelungen und jede Stage kommt mit einer eigenen musikalischen Untermalung daher.

Ein Bild aus dem Simulationsmodus von Ball X Pit

Fazit:

Ähnlich wie die Genre-Größe Vampire Survivors schafft es Ball X Pit trotz des eher simplen Gameplays genau in einem richtigen Maß bei der Stange zu halten. Niederlagen fühlen sich nicht als solche an, da ihr durch das Sammeln von Ressourcen und durch den Aufbau eurer Stadt stetig besser werdet und so ein Fortschritt immer erkennbar ist. Langzeitspielspaß ist ebenfalls vorhanden, wenn ihr es auch zur Aufgabe macht, jede Stage mit jedem Charakter zu schaffen. Diese dauern übrigens auch nicht länger als 15 Minuten, was wiederum für Kurzweil sorgt. Ich spreche – sofern ihr dem Roguelitegenre nicht gänzlich abgeneigt seid – für Ball X Pit eine klare Empfehlung aus.

  • Plattform: Nintendo Switch 2  auch für Switch 1,  PlayStation4/5, Xbox Series/One und PC erhältlich
  • Publisher: Devolver Digital
  • Entwickler: Kenny Sun
  • Genre: Action Rogue-Lite, Blockbreaker
  • Spieleranzahl: 1 
  • Release: 15.10.2025
  • Preis zum Start: 14,99 (digital)
  • USK-Freigabe: 12