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The Legend of Nayuta: Boundless Trails

In der Flut an RPGs auf der Nintendo Switch fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Besonders japanische Rollenspiele geben sich auf der Switch die Klinke in die Hand und verwöhnen Spieler mit entsprechendem Geschmack mit einer Flut an lohnenswerten Titeln. Um es gleich vorwegzunehmen: The Legend of Nayuta: Boundless Trails reiht sich in die Riege der guten RPGs nahtlos ein und unterhält den Spieler durchgehend mit kurzweiligem und actionorientiertem Gameplay, einem schnellen Einstieg und spaßigen Kämpfen.

Der Titel erschien ursprünglich bereits im Jahre 2012 auf Sonys PSP und fand bis dato nie den Weg in europäische Gefilde. Warum es gut ist, dass es nun einem breiteren Publikum zugänglich wird, erfahrt ihr hier im Test.

Worum geht es?

Der Spieler steuert den jungen Nayuta, Bewohner eines kleinen, verschlafenen Dorfes, das später immer wieder auch als Rückzugsort dient. Eines Tages wird Nayuta Zeuge, dass eine Ruinie unweit des Dorfes vom Himmel niederfällt. Es beschleicht ihn der Verdacht, dass die Welt, die er wahrnimmt, nicht die ganze Realität ist. Im Zuge dessen trifft er auf die kleine Fee Noi, die ihn bei seinen Fragen fortan begleitet und ihm offenbart, dass ihre Welt eine andere ist. Das ungleiche Duo beschreitet nun das Abenteuer gemeinsam und trifft natürlich auch auf einen Antagonisten. Zechst ist sein Name und er hat mit den beiden Welten natürlich eigene Pläne. Die Geschichte ist niedlich und bunt präsentiert, ohne dabei aber besondere oder starke Akzente zu setzen. Sie ist bewusst einfach gehalten, ohne zu glänzen, ohne aber auch besonders negativ aufzufallen.

Je nach Situation zoomt die Kamera auch weiter raus

Interessanter als die Story präsentiert sich das eigentliche Gameplay, das wirklich zu gefallen weiß und sehr kurzweilig unterhält. Das Heimatdorf Nayutas dient im Verlauf des Spiels als eine kleine Oberwelt, in die man sich nach den Levels gerne zurückzieht und die Rollenspieltypischen Sachen erledigen kann. Hier kann der Spieler Nebenaufgaben angehen und sich Belohnungen verdienen, Ausrüstungsgegenstände kaufen, Fähigkeiten für Nayuta erwerben und mit verschiedenen NPCs interagieren. Das weiß zu unterhalten, da das Dorf insgesamt schick gestaltet ist. Es könnte allerdings auf der anderen Seite auch umfangreicher sein. Die Größe ist sehr überschaubar und es ist im Laufe des Spiels auch die einzige Stadt, die der Spieler zu Gesicht bekommen wird. Ein wenig Potenzial wird also schon liegengelassen, zumal auch die Nebenaufgaben sehr schnell und einfach erledigt sind.

Wie spielt es sich?

Außerhalb des Dorfes wartet die alternative Welt von Noi auf den Spieler. Hier fällt zunächst auf, dass es keine zusammenhängende und große Welt gibt. Den Spieler erwarten vielmehr vier Kontinente mit kleineren Stages, die absolviert werden müssen. Die kleinen Levels sind in 2,5D gehalten, wobei das Ziel schlicht und ergreifend ist, das Ende des Levels zu erreichen und auf dem entsprechenden Kontinent weiterzugehen. Die Levels sind relativ kurzgehalten, man benötigt etwa zwischen fünf und zehn Minuten für den Durchlauf und trifft dabei natürlich auf viele Gegner und kleinere Rätselpassagen, wie etwa Schalterrätsel. Nayuta steuert sich dabei stets flüssig und intuitiv, die Attacken sind mit einem simplen Knopfdruck ausgeführt, während Noi ihrerseits auch unterstützend für den Angriff aushelfen kann und viele Fähigkeiten erlernen kann. Je öfter der Spieler diese Fähigkeiten benutzt, desto höher steigt ihr Level und desto stärker werden die Attacken natürlich. Nayuta kann ebenfalls sein Repertoire erweitern. Die Levels werden mit bis zu drei Sternen bewertet, es gibt also ein kleines Erfolgssystem, das für einen gewissen Wiederspielwert sorgt.

Alles im Blick um Ausrüstungsmenü

In den Levels findet der Spieler immer drei große Juwelen und eine Schatzkiste. Dazu gibt es immer auch ein kleineres Ziel, das die Bewertung steigen lässt, wie z.B. eine gewisse Anzahl an Monstern zu erledigen oder den Level in einer gewissen Zeit zu beenden. Für eine bestimmte Anzahl an Sternen kann man dann Nayutas Fähigkeiten erweitern. So wird man im Verlauf des Spiels immer stärker und kann durch bestimmte Fähigkeiten auch bisher unerreichbare Stellen passieren und dadurch Neues entdecken. Nach einer handvoll Levels wartet natürlich immer ein Boss auf den Kontinenten. Die Kämpfe bringen Abwechslung in das Gameplay, da sie immer gut inszeniert sind und auch ihre Tücken haben. Man muss schon gut vorbereitet sein und den Gegner „lesen“, damit man hier erfolgreich besteht. Vier Gebiete klingen nun in der Tat nach einem geringen Umfang. Der Entwickler versucht es, durch verschiedene Jahreszeiten zu kaschieren. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Spiel kann der Spieler die Jahreszeit auf den Kontinenten beeinflussen, was verschiedenartige Monster mit sich bringt und auch leicht abgeänderte Levels. Trotzdem kann man festhalten, dass sich nach ein paar Spielstunden eine gewisse Monotonie schon einstellt, da sich der Spielverlauf dann kaum noch ändert. Hier wäre eine größere Welt sicher hilfreich.

Übergroße Bossgegner dürfen auch in The Legend of Nayuta: Boundless Trails nicht fehlen.

Technik, die begeistert?

Kurzum: leider nicht. Das Spiel läuft sehr flüssig, auch im Handheldmodus gibt es keinerlei Einbrüche in der Framerate. Das muss man positiv hervorheben, da es auf der Switch leider auch genügend Gegenbeispiele gibt. Auf der anderen Seite ist das Spiel technisch extrem einfach gehalten. Die Umgebungen sind detailarm, die Charaktere werfen nur kreisrunde Schatten und insgesamt wirkt alles ein wenig klobig und grob. Die Charaktermodelle wissen hingegen zu gefallen, machen den Eindruck aber nicht spürbar besser. Die Vertonung ist hingegen in meinen Ohren gut gelungen. Der Soundtrack fügt sich harmonisch in das Spielgeschehen ein, die Dialoge sind teilweise (gut) vertont. Auf dieser Seite gibt es nichts zu bemängeln. Lokalisiert wurden die Texte hingegen nicht, das Spiel ist auf Englisch gehalten, was vielleicht angesichts des kindlichen Looks auch ein kleines Manko ist. Der Umfang ist für ein RPG recht überschaubar, was ich allerdings mittlerweile positiv werte und den Wiederspielwert für mich enorm erhöht.

Fazit:

The Legend of Nayuta: Boundless Trails macht Spaß. Ich wurde knapp über 15 Stunden lang wirklich gut unterhalten. Trotz einiger Mängel kann ich das Spiel weiterempfehlen. Es ist ein eigenwilliger Mix aus RPG und Plattformer, der durch seinen sehr moderaten Schwierigkeitsgrad auch für Einsteiger sehr gut geeignet ist. Erfahrene Spieler könnten hingegen vom Schwierigkeitsgrad abgeschreckt sein, da es im Großen und Ganzen keine wirkliche Herausforderung ist. Wen das nicht stört, kann ohne Weiteres auf seine Kosten kommen.

Autor: Stjepan Prtenjaca

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet), PS4, Steam
  • Publisher: NIS America
  • Entwickler: Nihon Falcom
  • Genre: Action-Adventure, J-RPG
  • Spieleranzahl: 1 Spieler
  • Preis zum Start: 39,99
  • Release: 06. Oktober 2023
  • USK-Freigabe: 12

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