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Atelier Marie Remake: The Alchemist of Salburg

Firis, Lydie&Suelle, Nelke, Rorona, Sophie, Ryza, die Auskopplungen der Atelier-Serie ist alleine auf der Nintendo Switch mehr als reichhaltig. Mehr als deutlich hat sich die Serie in den letzten Jahren im Westen etabliert. Da ist es natürlich naheliegend, den 1997 auf der PlayStation und bisher nun in Japan veröffentlichen ersten Teil mit Atelier Marie Remake: The Alchemist of Salburg bei uns herauszubringen. Wir haben uns den Anfang der Serie auf der Switch angesehen und insgesamt 5 Jahre mit dem Spiel verbracht.

5 Jahre?!

Ja, ihr habt richtig gelesen. 5 Jahre habe ich im Spiel verbracht und damit ist natürlich eine andere Zeitrechnung gemeint als im wirklichen Leben. Aber der Reihe nach: Bevor ihr das Spiel beginnt, wird euch die Wahl überlassen, ob ihr das Abenteuer originalgetreu oder angepasst spielen möchtet. Wie im Original bedeutet, dass nach Ablauf der 5 Jahre das Spiel endet. Im neuen angepassten Modus sitzt euch keine Zeit im Nacken. Ich habe Atelier Marie im originalen Modus gespielt und glaubt mir, gegen Ende musste ich die Tage vorspulen, um die Geschichte endlich zu beenden. Bis dahin hatte ich nämlich alle erforderlichen Aufgaben gelöst und einiges an Leerlauf gehabt.

In eurem Atelier steht der Braukessel, mit dessen Hilfe ihr nach Rezept verschiedene Items herstellt, vorausgesetzt ihr habt die entsprechenden Zutaten parat.

Vom Atelier zum Profi

Das Spiel erzählt die Geschichte von Marie, die eine angehende Alchemistin ist. Das leider mehr schlecht als recht und das ist auch der Führung der Akademie der Stadt Salburg aufgefallen. Sie geben Marie 5 Jahre Zeit, nach Rezept ein Item mit einem Ranking von mindestens 6 Sternen herzustellen. Ansonsten fällt sie durch und das Studium war umsonst. Mit den ersten verstrichenen Spielminuten merkt ihr, wie der Ablauf des Spieles ist und ab da an wird sich daran nichts mehr ändern. Sehr häufig werdet ihr die Taverne besuchen, um dort Aufträge anzunehmen. Um diese abzuschließen reicht es aus, entweder gesammelte Materialien für eine kleinere Belohnung abzugeben oder indem hergestellte Items abgegeben werden für eine größere Belohnung.

Damit sind Geld und Ruhm mit gemeint. Jeder Auftrag ist gekoppelt an ein Zeitlimit in Tagen. Für verschiedene Aktionen verstreicht ein Tag. Zum Beispiel geht schon einer vorbei, sobald Marie ihr Zuhause, das Atelier betritt. Das Brauen von neuen Items kostet Zeit, ebenso natürlich das Schlafen im Bett oder Wege auf der Weltkarte zu einem Gebiet. Diese Gebiete tauchen nach und nach auf. Voraussetzung sind dafür häufig ein vorangegangenes Gespräch. Innerhalb der Stadt heuert ihr eure Mitstreiter an und eure Party besteht aus 3 Mitgliedern. Ein weiterer roter Faden ist, dass euch eure Mentorin immer wieder mal eine Aufgabe aufbrummt wie erhöht die Reputation auf einen bestimmten Wert, synthetisiere bis 30 verschiedene Items usw. Aufgaben gibt es insgesamt 10. Aber auch die stellen nicht wirklich eine Herausforderung dar, weil das Gameplay in den 5 Jahren ein sehr gleichförmiger Loop ist.

Die grafische Gestalung von Atelier Marie Remake: The Alchemist of Salburg passt: Farbenfroh und wirkt lebendig (so bewegen sich die Pflanzen und sind nicht starr)

Ihr bearbeitet Aufträge, streicht die Belohnung ein, zieht los, um Materialien zu sammeln, steigt im Level auf durchs Craften oder durch das Besiegen von Gegnern in den sehr rudimentär ablaufenden Rundenkämpfen, werdet stärker, kehrt in die Stadt zurück, craftet neue Items und beginnt dann von neuem. Gerade mal 3 Bossgegner haben es in den Gebieten der Oberwelt geschafft und die Gegenden selbst sind alle überschaubar und erstrecken sich alle über wenige Bildschirme.

Nicht nur, dass ihr in den Kämpfen in den Automodus schalten könnt, fühlt sich das Spiel oft wie im Automodus an, was sich jetzt negativer anhört, als es sein soll. Es ist alles andere als schlecht, die gemütliche Atmosphäre stimmt durch die musikalische Untermalung (auch wenn sich die Musik in manchen Orten bereits nach wenigen Sekunden wiederhol) und auch die Grafik hat Charme im Chibi Look. Aber in allen Belangen ist das dargebotene alles dezent langweilig, zu wenig fokussiert und wie angesprochen zu viel Leerlauf. Der Anreiz soll zwar sein im New Game Plus weitere Events freizuschalten oder auch Events nachzuholen, die ihr im ersten Durchlauf verpasst habt, jedoch tendierte – zumindest bei mir – die Motivation, einen weiteren Durchlauf zu starten gegen Null.

Neben einen normalen Angriff, könnt ihr MP ausgeben für eine Spezialattacke, die einen oder mehrere Gegner trifft und mehr Schaden anrichtet

Fazit:

Ähnlich wie bei einem bekannten Aufkleber „Ist ja ganz nett hier, aber waren sie schon einmal in Baden Württemberg?“ dachte ich beim knapp 10-stündigen Durchlauf von Atelier Marie Remake: The Alchemist of Salburg ähnliches: Ist ja ganz nett hier, aber wann wird es mal etwas überraschender/aufregender? So hatte ich bis in das fünfte Jahr hinein alle nötigen Aufgaben erledigt, Marie hat das maximale Level erreicht, sprich es gab nichts mehr zu tun. Zumindest nichts, was auf dem Schirm gewesen ist. Konsequenz war, dass ich am Bett stand und von 365 Tagen im Jahr 300 schlafend verbracht und damit die Zeit vorgespult habe. Auch davor gab es immer wieder mal Leerlauf. Unterm Strich bleibt ein Spiel, dass ich an Fans der Serie richte, die nun die Gelegenheit bekommen, auch den ersten Teil zu spielen. Ansonsten würde ich das Spielerlebnis als RPG/Simulation nicht empfehlen, nicht bei der Konkurrenz auf der Switch.

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet), PS5/4, PC
  • Publisher: Koei Tecmo Europe
  • Entwickler: Gust
  • Genre: RPG, Simulation
  • Spieleranzahl: 1 Spieler
  • Preis zum Start: 49,99
  • Release: 13. Juli 2023
  • USK-Freigabe: 16

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