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No More Heroes 3

Wenn die Erde von einem durchgeknallten Alien-Prinzen bedroht wird und Gefahr läuft, zerstört zu werden, dann braucht es einen ganz besonderen Helden –wie man es nimmt auch Antihelden – nämlich Travis Touchdown. Seine Geschichte soll mit No More Heroes 3 abgeschlossen werden. Thematisch bleibt alles beim Alten, wieder einmal kämpft ihr euch vom Ende einer Rangliste bis zur Spitze hervor, um in diesem Falle Prinz Fu die Stirn zu bieten. Teil 3 geht vielfach zurück zu den Wurzeln aus Teil 1 und weniger zu Teil 2. Was das zu bedeuten hat und wie das Spiel abschneidet, zeigen nun die folgenden Zeilen.

Zurück an den Anfang

Dass alles wieder beim Alten ist, stimmt natürlich nicht. Denn Teil 3 hat sich vom Feeling her vor allem im Kampfsystem weiterentwickelt, wozu wir gleich mehr sagen wollen. Zurück ist die Open World aus Teil 1, in der Travis entweder zu Fuß oder auf seinem Motorrad unterwegs ist. Praktisch ist, dass ihr euer Bike jederzeit herbeirufen könnt (sofern ihr auf einer Straße seid) und das zwischen Gebieten (neben der bekannten Stadt Santa Destroy gibt es noch 5 weitere Areale) eine Schnellreiseoption existiert. Ebenso kommt es dem Spielfluss zu Gute, dass ihr keinen Kollisionsschaden erleidet. Da es ein Leichtes ist, aus vollem Tempo mit eurem Bike irgendwo gegenzufahren und dann hinabgeschleudert zu werden, ist dieser Aspekt sehr willkommen und würde auch in diese mitunter wahnsinnige Welt (bezogen auf, was in den Kämpfen und Storysequenzen abgeht) gar nicht passen. Die Gebiete werden nach und nach freigeschaltet und in der Regel bewegt ihr euch in ihnen nur, um eine vorgesehene Anzahl an Kämpfen zu absolvieren, die als Bedingung für den nächsten Rangkampf dienen, einmal diese Kämpfe selbst und dann müsst ihr euch wieder das nötige Kleingeld aufbringen.

No More Heroes 3 weiß sich in Szene zu setzen.

Ihr kämpft also, um in den nächsten größeren Rangkampf zu gelangen. Klingt etwas unspektakulär und das ist es auch, da die Open World wie schon zuletzt auf der Wii einfach ziemlich leblos wirkt und ihr nur wenig mit ihr interagiert. Hier und da mal fahrende Autos und seltsam aussehende Passanten und damit meine ich nicht die T-Shirt-Aliens, die Travis mit neuen T-Shirt beglücken, sofern er Meilensteine erreicht wie eine bestimmte Anzahl Geld, Kämpfe oder anderen Kram gesammelt zu haben.

Selten gibt es mal eine Nebenquest und häufiger dagegen sind Fleißaufgaben wie Palmsamen zu pflanzen, um die Stadt mit Palmen zu verschönern, Skorpione einfangen, Alienstatuen zerstören oder Ausschau nach den „Deathman-Sammelkarten“ halten. Deathman ist übrigens ein eigenes 8-Bit Spiel, dem ihr mindestens 2x im Spielverlauf begegnen werdet. Alle dieses Einsacken bringt euch Geld und WESN Punkte ein, letztere gebt ihr aus, um Travis Stärke, Lebensenergie, Energielevel, schnellere Regeneration der Death Glove Skills und zu guter Letzt der Erhalt weiterer Angriffe. Das Erledigen der Nebenaufgaben hat also schon seinen Zweck, nur schade halt, dass die Spielwelt trotz optischer Abwechslung was die Gegenden angeht, sonst nicht viel zu bieten hat.

Ach ja, Minispiel Einlagen, um ebenso Geld und WESN zu verdienen sind auch sie wieder vorzufinden, wie da allseits beliebte Rasenmähen. Aber es gibt auch neues, wie das Ausschalten einer Gang via Motorrad, Müllsammeln während Alligatoren auf euch warten oder das Schürfen von Erz in einer Mine. Ach ja, um die Speicherpunkte außerhalb eurer 4 Wände zu aktivieren, müsst ihr die verstopften City WCs erst noch per Pümpel freibekommen, Yummy!

Das klingt ja eigentlich alles ganz witzig und ja, das ist es auch, nur auf Dauer fehlt hier die Abwechslung. Zum 5. Mal die Toilette auf die immer gleiche Art und Weise freizubekommen ist halt irgendwie witzlos, dazu lässt sich Geld und WESN auch mit optionalen Kämpfen verdienen, die auf der Karte markiert sind. Die könnt ihr jederzeit aufrufen, reinzoomen und bietet durch eine Legende genug Angaben zum Orientieren.

Der „Saft“ spritzt erneut in bester Splatter-Manier.

Travis Zuhause ist immer noch das No More Heroes Motel in Santa Destoy. Mittlerweile lebt er jedoch auf 2 Etagen und im Keller ist das Labor, wo er unter anderem die erwähnten Fähigkeiten stärken kann. Auch kann er hier Bosskämpfe unter anderen Konditionen erneut bestreiten, um dann bessere Belohnungen zu erhalten.

2 Sachen noch. Ihr erhaltet auch diverse Materialien, aus denen sich Chips zum Anlegen herstellen lassen, die euch Statusboosts aber auch eine Verringerung einbringen lassen. Ich habe sie beim Durchspielen kaum wahrgenommen bzw. gebraucht, also war ich nicht allzu sehr darauf aus, zumal Materialen durch jeden Kampf verdient werden. Und was noch ganz wichtig ist, Travis Katze Jeanne kann sprechen und in der Stadt sind Jeannes Kitten zum Einsammeln verstreut! Findet sie und sie werden Travis Bude bereichern.

Schnetzeln macht Spaß

Travis Angriffsrepertoire besteht wieder aus leichten und schweren Schlägen, Griffen, um gegebenenfalls an euren Gegner Wrestlinmoves auszuführen und den neuen Death Glove Skills. Diese 4 können folgendes: Einen Widersacher wegstoßen sowie verlangsamen und ihr könnt einen Sprungkick ausführen und einen gefährlichen Niederschlag herablassen, also eine Art Regen der etwas Schaden hinzufügt. Diese 4 Skills haben eine Abklingzeit. Ansonsten kann Travis noch sein Beam Katana erheben, um Schläge abzufangen. Nützlicher ist hingegen die Ausweichrolle, im richtigen Moment vollzogen und schon seid ihr in der verlangsamten Zeit und setzt ungestört eurem Feind gehörig zu.

Das Kämpfen fühlt sich – auch dank höherer Bildrate – richtig gut und wuchtig an. Egal, wie oft ihr jemanden besiegt, der finale Schlag fühlt sich immer befriedigend an. Ebenso macht es Spaß, Skills mit den Schlägen, Griffen und Ausweichen zu verbinden, um so gezielt vorzugehen.

Der Flow in den Fights ist die große Stärke des Spieles, ebenso was die Präsentation und die zum Teil absurden Ideen für Bosskämpfe angeht. Auch wenn ihr gegen 10 Aliens auf dem Papier antritt, bedeutet das nicht, dass ihr ihnen alle auch begegnen wird. Das Spiel wartet also mit einigen Überraschungen auf euch, die ich hier nicht spoilern will und das wird bis zum Allerletzten Bosskampf beibehalten, der insbesondere Nintendofans ansprechen wird.

Die Bosskämpfe in No More Heroes 3 haben die eine oder andere Überraschung auf Lager.

Dazu ist FU als Widersacher gut charakterisiert- So verrückt und kaum nachvollziehbar manches im Spiel geschieht – und man als Spieler von Teil 1 und 2 schnell begreift, dass der Ableger Travis Strikes Again ebenso wichtig ist für Storydetails – bereiten diese bizarren Dinge zum Zuschauen und erleben Kurzweil. Ach ja, den Humor, allen voran den Splatter sollte man natürlich mögen.

Kurz zur Technik. Kämpfe hui, open World pfui. Letztere lässt sich als hübsch hässlich beschreiben, bis auf Spielabstürze könnte ich hier eine große Palette an Kritik aufbringen inklusive schwankender Bildrate, die gerne und oft unter 30 läuft. Dazu eine Auflösung die im TV gerade so 720p packt und im Handheld bei 480 liegt. Unspielbar ist das Geschehen natürlich nicht, aber ein weiterer Performancepatch wäre dennoch willkommen. Zum Glück laufen die Kämpfe dagegen zwischen 50 und 60 Bildern, also dort, wo es für dieses Spiel wirklich ankommt.

Selbst ein Screenshot gibt bereits einen guten Eindruck davon, dass No More Heroes 3 grafisch in der Open World viel Luft nach Oben hat

Eindeutig kritisieren kann man auch den beschriebenen und damit monotonen Spielablauf, aber auch, dass die Kämpfe fast alle in abgesteckten Arenen stattfinden und kein eigener Level um sie gebaut wurden. Hier kann man dann aber ebenso einwerfen, dass die Level im ersten Teil vielfach schlauchig und damit auch nicht das Gelbe vom Ei waren. Also bevor da keine Besserung eintritt, können sie dem Geschehen auch fernbleiben.

Bei der Musik, den Soundeffekten und der Vertonung habe ich dagegen nichts zu meckern. Die bekannten Sprecher sind zurück und es hört sich alles richtig an.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Marvelous Games
  • Entwickler: Grasshopper Manufacture
  • Genre: Shoot’em Up
  • Spieleranzahl: 1
  • Startpreis 59.99 Euro
  • USK: 18
  • Release: 27. August 2021
Wenn die Erde von einem durchgeknallten Alien-Prinzen bedroht wird und Gefahr läuft, zerstört zu werden, dann braucht es einen ganz besonderen Helden –wie man es nimmt auch Antihelden – nämlich Travis Touchdown. Seine Geschichte soll mit No More Heroes 3 abgeschlossen werden. Thematisch bleibt alles beim Alten, wieder einmal kämpft ihr euch vom Ende einer Rangliste bis zur Spitze hervor, um in diesem Falle Prinz Fu die Stirn zu bieten. Teil 3 geht vielfach zurück zu den Wurzeln aus Teil 1 und weniger zu Teil 2. Was das zu bedeuten hat und wie das Spiel abschneidet, zeigen nun die folgenden…

Den größten Respekt, den man No More Heroes 3 zollen kann ist, dass es sich treu bleibt und sich durch und durch wie ein Videospiel anfühlt oder vielmehr, dass hier mit Suda 51 jemand am Werke ist, dessen Einfluss als großer Nerd (und das ist ein Kompliment) in jeder Pore des Spieles erkennbar ist. Es ist wahrlich nicht frei von Problemen bzw. bietet noch viel Potential, um an vielen Ecken runder zu wirken, dennoch überwiegt hier die Summe an Positivem. Teil 3 ist ein schöner Abschluss der Reihe und ein Muss für Fans der Serie. Auch Neulinge können zugriefen, wenn sie mal ein neues, aufregendes Spiel haben wollen und in diese Welt eintauchen wollen, trotz dann der Defizite in Sachen Geschichte. Die lassen sich jedoch auf der Switch nachholen, da alle No More Heroes Titel erhältlich sind.

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