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Disgaea 6: Defiance of Destiny

Mit Teil 6 geht Nippon Ichis bekanntestes und wichtigstes Zugpferd Disgaea in die nächste Runde. Aktuell zumindest exklusiv auf der Switch. Andere Umsetzungen sind aber denkbar, da es verwunderlich wäre, wenn dieser Titel nicht auch auf einem PlayStation-System erscheint, auf dem die Serie ebenso heimisch ist seit den Anfangstagen. Mit Disgaea 6: Defiance of Destiny bekommen Fans im Grunde genau das, was sie wollen. Einen weiteren Teil des ausgeklügelten Strategie-Rollenspiels, mit einem tiefen Charaktersystem sowie vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten und das in Kombination in der gewohnt abgedrehten Welt der Netherworld. Jetzt sagt diese Einleitung bereits viel über dieses Spiel aus, aber wollen wir doch noch etwas ins Detail gehen.

An den gigantisch hohen Leveln und Anzeigen für den ausgeteilten Schaden müsst ihr euch am Anfang in Disgaea 6 schon etwas gewöhnen

Zed is dead and bad

Protagonist in diesem Teil ist der Zombie Zed, der es sich zum Ziel gemacht hat, den Gott der Zerstörung zu besiegen. Das klingt zunächst reichlich unspektakulär und tatsächlich birgt diese Prämisse anfangs kaum Spannung. Die Motivation der Story rühmt anfangs also vor allem daher, Zed und weitere Charaktere näher kennen zu lernen. Allen voran sein Mentor Cerberus, ein untoter Mops, der sich nicht nur einige wortgewandte und spitzfindige Gefechte mit Zed liefert, sondern euch vieles im Spiel erklärt und daher auch ein (untotes) wandelndes Tutorial ist.

Dazu solltet ihr euch grundlegend darauf einlassen, dass Disgaea allgemein einen ganz eigenen Sinn für Humor hat und an vielen Stellen bewusst die Ernsthaftigkeit vermissen lässt. Hier habt ihr also nicht mit einem strahlenden Helden zu tun, der das Böse aufhalten will und sich ehrenvoll verhält. Sondern eher mit einem Drecksack, einen Dämon aus der Netherworld, in der viele verrückte Figuren und Monster rumlaufen. Im Laufe des Abenteuers trifft Zed auch aus bekannte Akteure der Serie und natürlich haben auch die Prinnies ihren Auftritt. Also die Pinguine, die einmal geworfen im Kampf sofort explodieren.

Ja, in Disgaea 6 gibt es viele „ernste“ Gespräche

Dieser Bericht soll mehr auf die Neuerung in Teil 6 eingehen und weniger, was die Serie seit Teil 1 mit sich bringt. Daher sei hier an dieser Stelle auf unseren Test der Switch-Umsetzung vom Erstling verwiesen.

Dort erfahrt ihr mehr zu Dingen wie was es mit der Item World, der Dark Assembly oder auch was Geo Panels auf den Schlachtfeldern auf sich hat. Natürlich werden euch diese Punkte auch in Teil 6 erklärt. So lernt ihr zum Beispiel in den ersten beiden Missionen, wie wirkungsvoll und wichtig es ist, dass Teamkameraden bei euch stehen, um Team-Attacken und Kombos auszulösen und wie die Heben und Werfen – Funktion ausgeübt wird. Die gilt sowohl für Objekte (Kisten) als auch für eure Gegner und Mitstreiter. Weiter geht es dann in der dritten Mission mit den Geo Panels.

Entgegenkommender Charakterbaukasten

Disgaea zeichnet sich seit jeher damit aus, dass es ein tiefes Charaktersystem besitzt. Das heißt, dass euch viele Optionen zur Verfügung stehen, eure Partymitglieder zu konfigurieren. Das geht über die genretypischen Dinge wie durch Erfahrung Fähigkeiten und Ausrüstung zu verbessern hinaus, indem ihr (mit dafür nötigen Training), euch richtige Monster heranzüchten könnt, also was das Austeilen von Schaden angeht, monsterhaft sind viele Figuren ja bereits in ihrer Erscheinung.

Neu in Teil 6 hinzukommend, ist die „Super Reinkarnation“. Heißt, ihr lasst einen Streiter wieder bei Level 1 starten, jedoch auf einem höheren Niveau. Ebenso verdient ihr euch Karmapunkte, die dann direkt in das Verbessern des Charakters gesteckt werden können. Diese Reinkarnation steht euch dabei immer an der Seite, dass ihr sie nutzen könnt, wie es euch passt.

Neuer Anlaufpunkt in eurer Basis ist die Saftbar. Gegen Bares und Mana-Punkte verbessert ihr zusätzlich verschiedene Statuswerte. Alternativ klappt das aber natürlich auch übers Kämpfen.

An detaillierte Auflistungen eurer Charaktere mangelt es in Disgaea 6: Defiance of Destiny wahrlich nicht

Fürs Entgegenkommen bietet euch das Spiel einige Komfortfunktionen. Kampfanimationen lassen sich vorspulen oder gleich abbrechen und die größte Neuerung hier ist, dass ihr zum einen euren Wegbegleitern eigene Verhaltensroutinen einstellen könnt (Demonic Intelligent System), um diese dann in neuen Auto-Battle-Option einzusetzen. Ja, ihr habt es richtig gelesen, selbst ohne „Verhaltungsprogrammierung“ zur Effizienzsteigerung läuft das Abenteuer durch Auto Battle ganz von alleine ab, dass man sich durchaus fragen kann, wozu man das Spiel dann überhaupt noch zocken soll.

Das mag zwar sein, aber eigentlich sollte es der eigene Anspruch sein, die Herausforderungen, die Disgaea 6 bietet, selbst zu meistern. Seht diese Option vor allem als Komfort, was exzessives Grinden (ebenfalls ein Merkmal der Serie, sofern man sich darauf einlässt und super starke Recken kreieren will) deutlich verkürzt, bzw. dass ihr in der Zeit, in der ihr Erfahrungen, Geld, Mana etc. sammeln lasst, einfach andere Dinge tut wie ein Buch zu lesen.

Auch Disgaea 6 bietet eine üppige Spielzeit von rund 30 Stunden für die Main Quest, viele weitere Stunden verstreichen durch das Optimieren eurer Gefolgschaft, dazu halten verschiedene Enden bei Laune.

Den Grund für das Explodieren der Prinnies würde ich aber gerne mal erfahren!

Verbesserungswürdige Technik

Die Serie bleibt sich optisch auch im sechsten Teil treu. Neu hingegen ist, dass die Charaktermodelle nun in 3D animiert sind und keine Sprites mehr sind. Obwohl euch das Spiel 3 verschiedene Grafikmodi anbietet, seid ihr selbst auf der untersten Stufe für eine bessere Performance nicht vor Rucklern gefeit. Schraubt ihr dagegen die Auflösung und Details hoch geht die Bildrate weiter in die Knie. Hier sollten Patches Abhilfe schaffen. Aber zum Glück beeinträchtig die Performance nicht den Spielspaß bzw. Disgaea 6 ist dennoch gut spielbar. Bei der Lokalisation müsst ihr weiterhin auf deutsche Texte verzichten, daher sind englisch- französische oder japanische Sprachkenntnisse Pflicht. Die Sprecher leisten eine gute Arbeit und fügen sich nahtlos in das Bild der verrückten Netherworld ein, gleiches gilt auch für den Soundtrack.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Nis America
  • Entwickler: Nippon Ichi Software
  • Genre: Rollenspiel, Strategie
  • Spieleranzahl: 1
  • Startpreis 59.99 Euro
  • USK: 12
  • Release: 29. Juni 2021
Mit Teil 6 geht Nippon Ichis bekanntestes und wichtigstes Zugpferd Disgaea in die nächste Runde. Aktuell zumindest exklusiv auf der Switch. Andere Umsetzungen sind aber denkbar, da es verwunderlich wäre, wenn dieser Titel nicht auch auf einem PlayStation-System erscheint, auf dem die Serie ebenso heimisch ist seit den Anfangstagen. Mit Disgaea 6: Defiance of Destiny bekommen Fans im Grunde genau das, was sie wollen. Einen weiteren Teil des ausgeklügelten Strategie-Rollenspiels, mit einem tiefen Charaktersystem sowie vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten und das in Kombination in der gewohnt abgedrehten Welt der Netherworld. Jetzt sagt diese Einleitung bereits viel über dieses Spiel aus, aber wollen…

Es brauchte eine Weile, bis ich mich wieder in die Netherworld eingelebt habe. Denn obwohl euch die Elemente des Spieles durch Erklärungstexte und Tutorials nähergebracht werden und sich in eurer Basis Anlaufpunkte erst nach und nach öffnen, kann man sich durch die schiere Masse schon etwas erschlagen fühlen. Für Neueinsteiger sei die Demo ans Herz gelegt, Fans der Serie dagegen können bedenkenlos zugreifen und da wären wir zurück am Anfang dieses Artikels „Mit Disgaea 6: Defiance of Destiny bekommen Fans im Grunde genau das, was sie wollen. Einen weiteren Teil des ausgeklügelten Strategie-Rollenspiels, mit einem tiefen Charaktersystem sowie vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten und das in Kombination in der gewohnt abgedrehten Welt der Netherworld.“

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