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Poison Control

Und mit Poison Control haben wir bereits den nächsten Titel vom Publisher NIS America im Test. Entwickelt wurde das Spiel von Nippon Ichi Software, die vor allem für die Strategierollenspielserie Disgaea verantwortlich zeichnen und dessen sechster Teil im Sommer 2021 erscheinen wird. Bei Poison Control haben wir es jedoch nicht wieder mit einem Dungeon Crawler/Rollenspiel zu tun, sondern mit einem Third-Person-Shooter. Es geht also actionreich zur Sache und das in Kombination mit einem – ich würde es als typisch japanisch bezeichnen – abgedrehtem Setting. Und damit Willkommen zum Test der Switch-Version, das Spiel ist auch auf PS4 erhältlich.

Sticker sammeln für den Einlass in das Himmelreich

Vor Spielbeginn habt die Wahl, ob ihr eine weibliche Hauptfigur oder eine männliche spielen wollt und werdet danach ins Geschehen geworfen. Ihr seht aus der Ego-Perspektive, dass ihr euch in einer fremden und bizarren Gegend befindet. Eure (stille) Figur beschreibt diese Szenerie durch ihre Gedanken (englischsprachige Textboxen, japanische Sprachausgabe) und bemerkt dann, wie sich ein Monster, (sind hier auf den Namen Klesha getauft) vor euch auftaucht, euch angreift und ihr völlig wehrlos seid. Es wird beschrieben, wie diese Kreatur an eurer Statur nagt, also eurer Fleisch vom Körper abreißt, sodass ihr nur als Skelett übrigbleibt. Was sich als sehr martialisch anhört wird kurzerhand wie schon angesprochen mehr zu einer bizarren, bunten, im Anime-Stil gehaltenen Angelegenheit.

Das ist Poisonette aus Poison Control. Mag man gar nicht meinen, dass sie euch zu Spielbeginn auffrisst.

Denn das Klesha-Wesen verwandelt sich in einen weiblichen Dämon namens Poisonette, die mit eurem Körper verschmilzt, sodass euer Erscheinungsbild wieder normal ist, abseits des „Giftsäuberns“ versteht sich. Dazu gleich mehr. Wie und warum, wird nicht geklärt, dafür aber ein paar andere Rahmenbedingungen geschaffen.

Eure Charakter ist in der realen Welt verstorben und nun in der Vorhölle gestrandet. Eurer Ziel wird es sein, den Himmel zu erreichen. Der Einlass wird aber nicht mal eben so gewährt, sondern durch das Einsammeln von goldenen Stickern, die ihr im linearen Verlauf von Mission zu Mission einsackt. Die Sticker sind die Belohnung dafür, dass ihr geschundenen Seelen (Belles) ihren Frieden wiedergebt. Allesamt tragische Schicksale, die entweder unfreiwillig, also durch die Einwirkung anderer verstorben sind oder ein bestimmtes Laster hatten, das dann zum Tod führte. In den Leveln erfahrt ihr mehr über deren Geschichte, auch was eure eigene Herkunft angeht, (wie so üblich erinnert ihr euch Beginn an nichts mehr) werdet ihr im Verlauf des Spieles mehr und mehr aufgeklärt. Das alles im quietschbunten und kitschigem Anime-Stil, sodass die Ernsthaftigkeit mancher Thematik schon ziemlich verloren geht.

Säubern und Abschießen

Aus der Third-Person Perspektive steuert ihr also euren Charakter und habt dann typische Bewegungen drauf wie eine Rolle zum Ausweichen, das Anvisieren von Gegnern und das beim Schießen ihr das Geschehen aus der „Über der Schulter Perspektive“ seht. Frei schießen aus der normalen Perspektive ist nicht möglich. Man drückt also zunächst die linke Schultertaste, um in die Schussperspektive zu gelangen und dann die rechte Schultertaste, um zu schießen. Munition wird wie üblich anhand von Einheiten/Zahlen dargestellt, nur beim Einsammeln bzw. erneuern/nachladen derer kommt ein weiteres wesentliches Element zum Tragen.

Schlüpfriger Humor findet in Poison Control sowohl textlich als auch….

Nämlich das Säubern der Level von Gift. Die giftige Brühe liegt überall in einer Stage herum und aus ihr wachsen gerne auch mal eure Widersacher. Um sie zu beseitigen, schlüpf ihr per gedrückter L-Taste jederzeit in die Rolle von Poisonette (nettes Detail, wenn sie sich von eurem Körper loseist, bleibt von euch nur ein Haufen Knochen zurück, womit sich der Kreis zum Erscheinungsbild schließt) und könnt dann mit ihr in die Suppe hineinlaufen und entfernen. Effektiver ist es, diese Kleckse und Lachen komplett zu umkreisen, um dann die gesamte eingekreiste Fläche zu beseitigen. Die Aktion mit Poisonette ist jedoch zeitlich begrenzt und wird anhand eines Kreises, der sich leert, dargestellt. Tragisch ist das jedoch kaum, vielmehr ist darauf zu achten, das eurer Skelett keinen Schaden nimmt, während Poisonette unterwegs ist. Denn eure Feinde beschießen euch dennoch, obwohl ihr in dem Zustand nicht gerade lebendig ausseht.

Für das Entfernen des Giftes hagelt es alle naselang Münzen (dient zum Upgraden eurer Hauptwaffen und Amulette zur Stärkung eurer Attribute wie effektivere Giftentfernung, bessere Verteidigung usw.) und vor allem füllt sich dadurch der Balken schnell auf, der angibt, wann ihr wieder schussbereit seid. Ohne saubermachen dauert das nämlich viel zu lange im Eifer des Gefechts.

Luft nach oben ist viel vorhanden

Und so vergeht Mission um Mission und spätestens nach dem Ergattern des ersten goldenen Stickers werdet ihr merken, dass sich diese Struktur in den knapp 10 Stunden, die das Spiel andauert, auch nicht mehr ändert, wo wir bei der geringen Abwechslung des Spieles wären. Die Mechaniken Schießen und Säubern funktionieren zwar, aber besonders der Shooter-Part birgt noch viel Potential nach oben, was die Dynamik angeht. Hier dagegen wirkt das Zielen und Schießen ziemlich steif und eure weiteren Bewegungsaktionen sind nicht gerade üppig. Gleiches gilt auch für die Waffenvielfalt. Dadurch verkommt die Action zum Teil zur reinen Fleißaufgabe (wenn ihr jeweils alle drei Ministicker pro Level sammeln wollt) oder auch, dass ihr sie umgeht, weil ihr keine Lust draufhabt, auf endlos wiederkehrende Gegner zu ballern, was in manchen Abschnitten durchaus vorkommen kann und ihr lieber den Level beenden wollt.

…. visuell statt. Wobei wir wieder bei typisch japanisch sind samt Fanservice.

Dazu kommen Dinge wie, warum gibt es nur eine Minikarte, die permanent eingeblendet wird und nicht eine, auf der man den ganzen Level sieht? Denn so übersieht man gerne Wege, falls man vergessen hat, diese abzulaufen. Warum weisen alle Level die gleiche Architektur auf? Alles ist horizontal, nichts geht in die Vertikale. Warum läuft das Spiel auf der Switch nicht sauber, sobald mehrere Gegner auf dem Bildschirm sind? Warum hatte ich beim ersten Boss einen Bug, dass er nicht verschwand, obwohl ich ihn besiegt hatte und dadurch den Level noch einmal spielen musste? Oder auch: Warum gibt es keine unterstützende Autospeicherfunktion, sodass man selbst darauf achten muss, den Spielstand zu speichern?

Nichts zu meckern dagegen habe ich an der musikalischen Untermalung, die schwungvoll daherkommt und auch nach mehrmaligen Hören nicht negativ in Erscheinung tritt.

Manchmal müsst ihr euch sehr seltsame Zielvorgaben erfüllen wie hier 25 Bäume abschießen.

  • Plattform: Nintendo Switch, PS4
  • Publisher: NIS AMERICA
  • Entwickler: Nippon Ichi Software
  • Genre: Third-Person-Action
  • Spieleranzahl: 1
  • Startpreis 39.99 Euro
  • USK: 12
  • Release: 16. April 2021
Und mit Poison Control haben wir bereits den nächsten Titel vom Publisher NIS America im Test. Entwickelt wurde das Spiel von Nippon Ichi Software, die vor allem für die Strategierollenspielserie Disgaea verantwortlich zeichnen und dessen sechster Teil im Sommer 2021 erscheinen wird. Bei Poison Control haben wir es jedoch nicht wieder mit einem Dungeon Crawler/Rollenspiel zu tun, sondern mit einem Third-Person-Shooter. Es geht also actionreich zur Sache und das in Kombination mit einem – ich würde es als typisch japanisch bezeichnen – abgedrehtem Setting. Und damit Willkommen zum Test der Switch-Version, das Spiel ist auch auf PS4 erhältlich. Sticker sammeln…

Poison Control ist ein Spiel, bei dessen eventueller Nachfolger viel Potential nach oben vorhanden ist, was die Struktur der Level, die Schießmechanik und die Ausarbeitung der Waffen anbelangt. So bewegt sich alles auf einem ordentlichen Niveau, ohne jedoch die Schwelle zu überschreiten, dass ich dem Spiel eine Empfehlung aussprechen würde. Eine Demo würde dem Spiel gut tun, dass ihr euch selbst ein Bild machen könnt. So jedoch sollte euch im Klaren sein, dass Poison Control allenfalls ganz nett ist, mehr jedoch nicht.

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