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Turrican Flashback

Im Sommer 2020 wurden anlässlich des 30-jährigem Jubiläums der aus Deutschland entwickelten Turrican-Serie die beiden Turrican Anthology angekündigt. Seitdem sind diese beiden Sammlungen jedoch nicht erschienen. Umso überraschender kommt nun Turrican Flashback daher, das jetzt auf der Switch und der PS4 erschienen ist. Was diese Sammlung beinhaltet und wie sich Turrican heutzutage spielt, erfahrt ihr nun.

Übergroße Bossgegner wurden bereits in den Amigaversionen geboten. Hier die oft verwendete Faust aus Teil 1.

Ein bunter Mix

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Turrican Serie 1990 auf dem C64 begann. Der Schöpfer heißt Manfred Trenz und war damals bei Rainbow Arts tätig und ist in der Videospielgeschichte wahrlich keine unbekannte. Schließlich gehört auch Great Giana Sisters (kontroverse mit Nintendo und Super Mario Bros hin oder her) zu seinen Werken. Auch kann man dem Studio attestieren, dass sie aus dem C64 einiges herauskitzelt haben, womit ich den Bogen zu Factor 5 spanne, die ebenfalls dafür bekannt sind, technisch auf höchstem Niveau zu arbeiten. Damals sicherlich für die meisten eine Unbekannte, wurden sie für Versionen von Turrican 1 und 2 auf dem Amiga beauftragt.

Genau diese beiden Fassungen lassen in Flashback auswählen. Dazu kommen noch Super Turrican (SNES) und Mega Turrican (Mega Drive). Die beiden Konsolenfassungen lassen sich als eine Art Remix beschreiben, in denen mal mehr Elemente/Levelpassagen aus Turrican 1,2 und 3 vorkommen (Mega Turrican) und mal etwas weniger (Super Turrican). Dennoch gleichen sich beide Spiele, auch wenn es hier und da Unterschiede gibt. Da wäre zum Beispiel der Greifhaken zu nennen, den es in Mega Turrican aber nicht in Super Turrican gibt. Der Enterhaken findet dagegen in Super Turrican 2 auf dem SNES wieder seine Verwendung, dass zudem komplett neu entwickelt wurde, ohne sich direkt aus den bekannten Vorlagen zu bedienen. Kurz dazu, auch wenn dieses Spiel gar nicht enthalten ist.

Zu jedem Spiel aus Turrican Flashback gibt es zwar einen Beschreibungstext, aber mehr Hintergrundinformationen wären schon nett gewesen

Sparsam?

Betrachtet man die Aufmachung der Sammlung, wirkt sie allenfalls zweckmäßig. Sämtliche Texte gibt es nur auf Englisch, Beschreibungen zu den einzelnen Spielen fallen mager aus. Es gibt keine Musikauswahl, keine Artworks zu bestaunen oder Anekdoten von Entwicklern zu lesen. Auf der anderen Seite dagegen existieren die üblichen Qualitätsverbesserungen wie beim Spielen die Rückspulfunktion und das ihr jederzeit einen Spielstand anlegen bzw. laden könnt. Auch die Knopfbelegung ist frei wählbar. Großzügig fällt die Wahl an verschiedenen Bildschirmfiltern aus, zum Beispiel gibt es einen Pixel-Perfect Modus als auch die Darstellung möglichst originalgetrau wie auf dem Amiga darstellen zu lassen. Auch verschiedene Ausgaben von 4:3, 16:9 oder Vollbild sind vorhanden. In Anbetracht dessen, dass die Collection für 4 Spiele 30 Euro kostet, wäre das schon angemessen gewesen, dass weitere Inhalte geboten werden. Aber wie spielen sich die Titel nun heutzutage?

Das Menü lässt sich jederzeit per Druck auf die Minustaste aufrufen und schon könnt ihr in jedem Spiel aus Turrican Flashback verschiedene Parameter verändern

Und auch hier fließt dann wieder sehr mein eigener Background mit ein mit dem Wissen wiederum, was für viele Fans die Turrican-Reihe auszeichnet. Nun gut fangen wir an.

Für den Test habe ich alle 4 Spiele angespielt und dabei Super Turrican fast bis zum Ende gespielt (hätte auch geklappt, wenn das Spiel nicht abgestürzt wäre!) Auch wenn ich Teil 1 auf dem Amiga von den Vieren am wenigsten empfehlen würde, steuert es sich bereits sehr direkt und gut. Hier merkt man das Alter kaum kann an. Allgemein zeichnet sich die Reihe durch das vielfach verwendete, offene Design der Level aus. Im Kern ein Run and Gun Shooter, der aber vor allem sehr vertikal aufgebaut ist. Um alle Kristalle (für Punkte und Extraleben) einzusacken, müsst ihr eine Stage schon ziemlich sorgfältig absuchen. Belohnt werdet ihr wiederum mit einigen Geheimverstecken, die euch dann Power Ups, Energie oder auch Leben versorgen. Für diese Designphilosophie werden die Teile sehr gelobt, ich dagegen mag ein direkteres Leveldesign lieber. Es ist das vergleichbare „Problem“, was ich auch mit den klassischen Sonic 2D Jump and Runs verbinde und zwar, dass dieses offene Design vielfach zu Konfusion sorgt und man das Gefühl hat, man würde Dinge innerhalb einer Stage verpassen. Besonders in Teil 1 krankt da auch die Übersicht aufgrund des gewählten Bildschirmausschnittes. Nach oben oder nach unten schauen ist nicht möglich, sodass man häufig ins Ungewisse springt, was wiederum zu Energieverlust führen kann, je nachdem, was einem eine Etage tiefer erwartet.

Aber dank der Rückspulfunktion wird so mancher Schrecken genommen. Egal, welchen Teil ihr spielt, die Action auf dem Bildschirm kann sich immer noch sehen lassen. Durch die Mischung aus Ballern und Springen sind die Level auch abwechslungsreich gestaltet und in Teil 2 erwartet euch sogar für eine komplette Welt eine Shoot’em Up Sequenz. Schwere Sprungpassagen, die genaue Absprünge verlangen sind insbesondere in Super Turrican vorhanden, dass ich ohne zurückspülen früher bestimmt Blut und Galle gespuckt hätte.

In der Turrican-Reihe (Turrican ist der Name des Kampfanzuges) verhält es sich storytechnisch ähnlich wie bei vielen anderen mehrteiligen Erlebnissen. In diesem ist „The Machine“ immer wieder eurer Gegenspieler, der versucht, das Universum zu unterwerfen und das wollt ihr jeweils unterbinden.

Wenn man etwas über die Serie schreibt, dann fällt unweigerlich auch immer der Name von Chris Hülsbeck, der sich für den Soundtrack verantwortlich zeichnet. Und tatsächlich: Die Tracks können sich heute noch hören lassen, egal, auf welchem System ihr gerade unterwegs seid. Einprägsam, abwechslungsreich und stimmungsvoll, mit treibenden Beats oder auch mal zurückhaltender, hier vereinen sich Grafik und Sound zu einer gelungenen Mischung.

  • Plattform: Nintendo Switch, PS4
  • Publisher: ININ Games
  • Entwickler: ININ Games
  • Genre: Action, Run and Gun
  • Spieleranzahl: 1
  • Startpreis 29.99
  • USK: 6
  • Release: 29. Januar 2021
Im Sommer 2020 wurden anlässlich des 30-jährigem Jubiläums der aus Deutschland entwickelten Turrican-Serie die beiden Turrican Anthology angekündigt. Seitdem sind diese beiden Sammlungen jedoch nicht erschienen. Umso überraschender kommt nun Turrican Flashback daher, das jetzt auf der Switch und der PS4 erschienen ist. Was diese Sammlung beinhaltet und wie sich Turrican heutzutage spielt, erfahrt ihr nun. Ein bunter Mix Zunächst einmal sei gesagt, dass die Turrican Serie 1990 auf dem C64 begann. Der Schöpfer heißt Manfred Trenz und war damals bei Rainbow Arts tätig und ist in der Videospielgeschichte wahrlich keine unbekannte. Schließlich gehört auch Great Giana Sisters (kontroverse mit…

Sofern die beiden Anthology Auskopplung auch digital für 70 Euro zusammen erscheinen (so viel kosten die bislang angekündigten Retailfassungen), kann man durchaus die Frage stellen, wozu man sich dann überhaupt die Flashback-Versionen zulegen soll, die ja unvollständig daherkommt, was das Spieleangebot anbelangt. Das mal vorweg. Auch abseits dieses Gedankens finde ich den Preis von 30 Euro für dieses Paket zu hoch gegriffen, auch wenn die Spiele heutzutage noch gut spielbar sind. Von daher kann ich Flashback uneingeschränkt nur Fans der Reihe empfehlen. Andererseits haben die bestimmt die beiden Anthology Ausgaben vorbestellt. Um die Serie kennen zu lernen, ist Flashback sicherlich geeignet und für Genrefans zu empfehlen (auch wenn mir Super Turrican 2 am besten gefällt, was nicht dabei ist), aber dann nicht unbedingt zum Vollpreis.

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