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Völgarr the Viking

Wenn ein Spiel im eShop der Nintendo Switch gerade einmal 99 Cent kostet, dann ist die Hürde äußerst gering, einfach zuzuschlagen. Erst Recht, wenn man sich zuvor ein paar Wertungen zu einem Titel ansehen kann. Gesagt getan im Falle von Völgarr The Viking, das wir euch nun in diesem Test vorstellen wollen. Völgarr der Wikinger hat mittlerweile auch schon einige Jährchen auf dem Buckel und betrat 2013 zum ersten Mal die Bildfläche und ist seitdem auf vielen System Zuhause inklusive der Dreamcast.

Throwback in eine gnadenlose Zeit

Der 2D Action-Plattformer Völgarr The Viking gehört zu den Spielen, die es verlangen, dass ihr eure Spielfigur sehr gut beherrscht und dazu die Bewegungsmuster euer Gegner als auch das Leveldesign einprägt. Bereits das erste Level ist die Feuerprobe, der bei vielen das Zünglein an der Waage sein dürfte. Besteht ihr diese Prüfung, dann sind die weiteren Stages zwar keinesfalls ein Kinderspiel, aber ihr habt einiges an Erfahrung erlangt. Bereits die ersten 50 Meter im ersten Level haben es in sich, da Echsenwesen von vorne und dann auch hinten auf euch zu gerannt kommen und ihr euch einen Weg nach vorne bahnen müsst, bis diese Welle aufhört. Es sei hier erwähnt, dass das endlose Spawnen von Feinden entweder für eine Passage gilt oder für den Gegner selbst (zum Beispiel Geister oder Wassertropfen, die aus einer Öffnung erscheinen). Ihr fühlt euch daher nicht immer gehetzt, sondern das Spiel benutzt bewusst solche Gegebenheiten, um noch mehr Spannung ins Geschehen zu bringen.

Bereit das Titelbild von Völgarr The Viking gibt die Marschrichtung vor und ihr werdet sofort ins Geschehen geworfen

Als Inspiration dürfte das Arcade Spiel Rastan von Taito dienen, dass 1987 in die Spielhallen kam. Ich kann dagegen, was Völgarrs Bewegungsrepertoire anbelangt, ganz klar Super Ghoulst and Ghost und Actraiser 1 und 2 in den Raum werfen. Alle drei Spiele haben gemeinsam, dass die jeweilige Spielfigur über einen Doppelsprung verfügt, der sich jedoch so verhält, dass Richtungsänderungen im Sprung nach der Ausführung nicht mehr möglich sind. Das bedeutet, dass eure Sprünge sitzen müssen. Das gilt sowohl für die vielen, zum Teil auch kniffligen Sprünge, als auch beim Besiegen bzw. beim Ausweichen von Gegnern.

Als echter Wikinger vertraut Völgarr natürlich auf seine Muskelkraft. Als Schlagwaffe nutzt er sein Schwert und als Distanzwaffe seinen Speer. Beide Aktionen sind gleichermaßen wichtig, um euch effizient erwehren zu können oder auch geschickt eure Widersacher aus der Ferne auszuschalten. Außerdem dient der Speer als Gameplay-Element. Denn er lässt sich an Wände werfen, sodass dieser haften bleibt und ihr manche Abgründe überqueren sowie vor allem an höher gelegene Orte gelangt.

Als weitere Aktionen im Angriff kann Völgarr aus dem Sprung heraus sein Schwert nach unten sausen lassen und beim Vollziehen des zweiten Sprunges beim Doppelsprung führt der Wikinger mit seinem Schwert einen Rundumschlag aus. Dazu kann er auch noch am Boden kniend eine Rolle vollziehen.

Um eine bessere Übersicht zu erzielen, könnt ihr jederzeit per L-Taste das Geschehen herauszoomen, sodass sich Sprünge ins Ungewisse vermeiden lassen und Gegner, die euch entgegen treten werden, besser abschätzen könnt.

Der erste Boss aus Völgarr The Viking. Werft eure Speere ans Schild, klettert hinauf und schlagt auf den Kopf ein

Wie erwähnt, wird das gesamte Bewegungsrepertoire abgefragt und es dauert, nicht zuletzt durch die Gefahren eines Levels selbst, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Aber, und das ist das wunderbare an dieser Spielerfahrung, ihr werdet Fortschritte erzielen, wenn ihr euch durchbeißt.

Jede Welt ist in 2 Stages unterteilt und nur jeweils zu Beginn gibt es einen Checkpoint. Sterbt ihr also beim Boss in der zweiten Stage, beginnt ihr wieder am Anfang von Stage 2. Leben habt ihr unendlich viele und spielen erst beim zweiten Durchspielen eine Rolle, wozu wir noch kommen werden.

Power Up den Wikinger

Um das Gameplay aufzuwerten und euch vor allem ein paar hilfreiche Brocken vor die Nase zu werfen, sind in den Leveln zahlreiche Truhen vorhanden. Zunächst sei gesagt, dass ihr Völgarr ähnlich aufpeppen könnt wie Mario. Als Standard habt ihr eurer normales Schwert und eurer Schild aus Holz, das zwei Attacken (Schläge und Geschosse) abwehren kann, bevor es zerbricht. Zudem zerbricht es sofort, wenn ihr einen Treffer erleidet, beim nächsten heißt es zurück zum Levelanfang. Standard-Völgarr findet als erstes einen besseren Schild aus Stahl, der nicht zerbricht. Außerdem seid ihr nun in der Lage, euren Speer aufzuladen, sodass merklich mehr Wucht beim Wurf vorhanden ist. Nach dem Stahlschild bekommt ihr einen Helm. Der dient dazu, dass ihr nun 3 anstatt zwei Treffer einstecken könnt und nach dem Helm kommt ein Upgrade für euer Schwert. Mit dem Flammenschwert habt ihr nicht nur eine größere Reichweite (was sich vor allem dem Drehsprung/Doppelsprung bemerkbar macht), sondern des Schwertes Stärke ist um eine Stufe erhöht.

Ihr könnt sogar noch einen vierten Treffer erleiden, sofern ihr in einem Level ein verstecktes Item findet, das sich in der Regel hinter einer bröckligen Wand befindet. Dabei handelt es sich auch um ein Offensiv-Item. Ihr werdet getroffen und aus Völgarr entladen sich Energiebälle, die sich in verschiedene Richtungen verteilen, sodass viele Feinde auf einmal Schaden nehmen und damit besiegt werden können. Und genau dieses Item hat mir des Öfteren den Hintern gerettet, wenn ich umringt von Feinden gewesen bin.

Völgarr The Viking präsentiert sich in einem 16-Bit Gewand, was die Grafik anbelangt und überzeugt neben stimmungsvollen Umgebungen auch mit den Animationen von Völgarr und seinen Schergen. Das Spiel ist überaus blutig in Form von Splatter und es ist einfach genugtuend, wenn Volgarr mit voller Wucht seinen Speer wirft und dann mehrere Gegner auf einmal in die ewigen Jagdgründe schickt. Man merkt ihm jederzeit an, dass er ein Muskelbepackter Wikinger ist, der wuchtig zuschlägt, jedoch seine Schwäche die Agilität ist. Der Soundtrack weiß ebenfalls zu überzeugen und fängt die Atmosphäre der jeweiligen Themenwelt gut ein und hat einige pompöse Elemente vorzuweisen.

Immer wieder schön mit anzusehen, wenn ihr durch einen aufgeladenen Speer gleich mehrere Widersacher auf einmal aufs Korn nehmen könnt

Nach fünf Welten gelangt ihr in die sechste und damit letzte Welt, die aus mehreren Etagen besteht. Merkwürdig hier ist, dass die meisten Etagen kürzer ausfallen und damit weniger knifflig sind und dennoch gibt es nach jeder einen Checkpoint, sodass sich die letzte Welt fast schon „einfach“ anfühlt im Vergleich zu vorher. Wenn ihr den letzten Boss besiegt habt, bekommt ihr auch zum ersten Mal eine Story präsentiert, um was es in der Geschichte geht. Das wird zu Beginn komplett außer Acht gelassen und ihr werdet sofort ins Geschehen geworfen. Ebenso zeigt euch das Spiel, dass es noch nicht in das Ende gewesen ist. Streng genommen habt ihr zu diesem Zeitpunkt gerade einmal die Hälfte geschafft und alle Level präsentieren sich noch in einer weiteren Variante, die sich zum Teil deutlich gegenüber dem ersten Durchlauf unterscheiden.

Streng genommen ist keine der Stages sonderlich lang, sodass die Spieltzeit (betrachtet man Speedrun Zeiten) mit unter 2 Stunden für einen kompletten Run recht kurz ausfällt. Aber keine Sorge, wenn ihr die Level das erste Mal spielt, werdet ihr sie wohl kaum innerhalb 10 Minuten packen. So lag mein Durchschnitt bei gut 45 Minuten.

Völgarrs Themenwelten präsentieren sich abwechslungsreich und durch die gelungene Musikuntermalung wird die passende Atmosphäre geboten.

Auch erscheinen hier in den Schatzruhen Seelen (sofern ihr voll ausgerüstet und in 1,2 weiteren Truhen Schätze eingesammelt habt). Diese dienen dann als Leben. Verliert ihr sie alle, ist dieser Run vorbei und ihr müsst wieder ganz von vorne beginnen. Der zweite Durchlauf zieht den Schwierigkeitsgrad nicht zuletzt durch die noch größeren Herausforderungen der neuen Level nochmals nach oben und hier habe ich mich noch nicht ran gewagt. Aber durch einen neuen, finalen Level samt neuen Endboss ist der Anreiz durchaus gegeben.

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet), PS4, Steam, Xbox One, PS Vita, Wii U, Dreamcast
  • Publisher: Crazy Viking
  • Entwickler: Crazy Viking Studios
  • Genre: Action-Plattformer
  • Spieleranzahl: 1
  • Release: 05. Oktober 2017
  • USK-Freigabe: 16
Wenn ein Spiel im eShop der Nintendo Switch gerade einmal 99 Cent kostet, dann ist die Hürde äußerst gering, einfach zuzuschlagen. Erst Recht, wenn man sich zuvor ein paar Wertungen zu einem Titel ansehen kann. Gesagt getan im Falle von Völgarr The Viking, das wir euch nun in diesem Test vorstellen wollen. Völgarr der Wikinger hat mittlerweile auch schon einige Jährchen auf dem Buckel und betrat 2013 zum ersten Mal die Bildfläche und ist seitdem auf vielen System Zuhause inklusive der Dreamcast. Throwback in eine gnadenlose Zeit Der 2D Action-Plattformer Völgarr The Viking gehört zu den Spielen, die es verlangen,…

Die Frage danach, warum ich gegenüber Völgarr The Viking sehr positiv gestimmt bin und ich hier den Aspekt des sich Durchbeißens als gelungenes Element ansehe, ist durchaus berechtigt, aber zeigt dann auch wieder Mal, wie subjektiv Spielererfahrungen sein können. Auch werde ich nicht so weit gehen, dass ich das Spiel jedem empfehlen kann, selbst wenn es, wie im Sale gerade einmal 99 Cent kostet. Jedoch kann ich ebenso sagen, dass es seine 9,99 als Normalpreis ebenfalls wert ist und hier kommt dann die Angabe hinzu, wenn ihr Spiele wie aus der Ghoulst and Ghost – Serie sowie Actraiser mögt. Egal wie hart Volgarr The Viking auch ist, tut jeder Erfolg und sei es nur das Vorankommen von 5 Metern gut. Vor allem wenn ihr merkt, dass es an euch liegt, es besser zu machen. Jede Passage und jeder Gegner bedarf manchmal eine sorgfältig geplante Vorgehensweise, wenn diese jedoch zum Erfolg führt, trägt das zum Spielerlebnis bei und als Spieler erfreut ihr euch über jeden Fortschritt.

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