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Disaster Report 4: Summer Memories

Ein Spiel mit dem Titel Disaster Report 4: Summer Memories zur Zeit einer weltweiten Pandemie und anschleichenden weltweiten Katastrophe ist wohl genauso ironisch wie der Release von Resident Evil 3. Doch wir lassen uns davon nicht aus dem Konzept bringen und befassen uns mit dem Spiel so wie es ist.

Disaster Report 4: Summer Memories kann man wohl am besten als Zeitkapsel der frühen 2000er bezeichnen. Gameplay, Optik und Erzählweise erinnern eher an einen PlayStation 2 Titel als an ein Spiel der neuen Generation. Wenn man sich Geschichte des Titels etwas näher ansieht, erkennt man auch weshalb.

Disaster Report 4: Summer Memories
Disaster Report 4: Summer Memories

Der erste Teil erschien 2003 in Japan, während Teil 4 ursprünglich 2011 angekündigt wurde, dann aber aufgrund der verheerenden Erdbeben in Japan auf Eis gelegt. Fast zehn Jahre später haben wir nun das wiederaufgenommene Werk der Entwickler als fertiges Produkt in den Händen.

Aus der Asche auferstanden

Wie der Name vermuten lässt, ist Disaster Report 4: Summer Memories der vierte Teil einer laufenden Serie, die sich um das Überleben inmitten einer Katastrophe dreht. Wir beginnen mit dem Erstellen einer männlichen oder weiblichen Spielfigur. Dies dient lediglich der Darstellung und nimmt keinen Einfluss auf den Spielverlauf.

Kurz danach beantwortet ihr einige Fragen (die immer wieder im Spiel auftauchen) in denen ihr situationsbedingt antworten müsst. Diese beziehen sich in der Regel auf euer Verhalten während einer brenzligen Situation. Diese Entscheidungen sind eher Schal und Rauch und haben keine großen Konsequenzen wie beispielsweise in einem Fallout 4 und erinnern eher an Tell Tale Spiele wie Game of Thrones.

Disaster Report 4: Summer Memories
Disaster Report 4: Summer Memories

Nach den ersten Fragen befindet sich euer Protagonist in einem Linienbus mitten in Tokio als plötzlich ein gigantisches Erdbeben die Stadt erschüttert, etliche Gebäude und Straßen einstürzen und unzählige Leute verletzt werden. Nachdem euer Bus einen „glimpflichen“ Unfall hinlegt, kriecht ihr aus den Überresten heraus und das Spiel beginnt.

Das grundlegende Ziel ist eure erfolgreiche Flucht aus der Stadt. Hierfür müsst ihr euch vor Bränden und Trümmern in Acht nehmen, die erdrückenden Hoffnungslosigkeit der betroffenen Menschen verarbeiten und die Umgebung erkunden.

Als ob die Situation nicht schon schlimm genug wäre, nutzt eine skrupellose Bande das Chaos, um ein lukratives Sklavengeschäft aus dem Boden zu stampfen – auf der anderen Seite haben wir irre Sektenmitglieder, die das Desaster als Zeichen des Weltuntergangs werten.

Während all diesen Situationen bewegen wir uns durch brennende Strassen, zerstörte Gebäude und hilfesuchende Passanten. Trotz des ganzen Chaos um uns herum verläuft das Spiel ziemlich linear. Ihr werdet von einem abgrenzten und zerstörten Areal ins nächste gebracht und müsst bestimmte Aufgaben erfüllen, bevor es in den nächsten Bereich geht.

Disaster Report 4: Summer Memories
Disaster Report 4: Summer Memories

Hin und wieder erscheinen die angesprochenen Textauswahlmöglichkeiten. Diese Entscheidungen geben eurem Charakter Moralpunkte und entscheiden über den Ruf, den ihr im Spiel genießt. So wirklich relevant scheint der Ruf, abgesehen von einigen Dialogen allerdings nicht zu sein.

Wirklich wichtig sind im Spiel höchstens eure Energieanzeige und der Stresslevel, sowie diverse Bedürfnisse wie essen, trinken und auf die Toilette gehen. Die Bedürfnisse und den Stress solltet ihr stets im Auge behalten, da sie sonst an eurer Energieanzeige nagen.

In Disaster Report 4 stehen euch Zelda-like eine Karte und ein Kompass (in verschiedenen Designs) zur Verfügung. Aufgrund der kleinen und begrenzten Areale verlieren diese jedoch schnell an Bedeutung. Aufmerksame Spieler finden des Weiteren verschiedene Kleidungsstücke und Rucksäcke. So könnt ihr eure Spielfigur etwas individualisieren, wenn auch nur minimal.

Es scheint interessanter über die Entwicklungsgeschichte von Disaster Report 4: Summer Memories zu schreiben als über das Spiel selbst. Dies entspricht leider der Wahrheit… außer den bisher berichteten Gameplaysequenzen passiert nicht mehr viel im Spiel. Daher fällt diese Review kürzer aus als vorgesehen.

Grafik & Sound

Disaster Report 4: Summer Memories war für 2011 vorgesehen – es wäre einfach zu sagen, so sieht es auch aus. Das tut es aber nicht. Es erinnert eher an ein Spiel aus der PlayStation 2 Ära. Triste Texturen, Kantenflimmern, keine konstante Bildrate und dürftige Animationen verleihen dem Spiel ein äußerst antiquiertes Gesamtbild. Schade darum.

Beim Sound gibt es auch nicht viel zu erzählen. Austauschbare Musik gepaart mit zweckmäßiger japanischer Sprachausgabe und englischen Bildschirmtexten.

Disaster Report 4: Summer Memories
Disaster Report 4: Summer Memories
  • Plattform: Nintendo Switch, PlayStation 4
  • Publisher: NIS America
  • Entwickler: Granzella Inc.
  • Genre: Adventure / Simulation
  • Release: 07. April 2020
  • USK-Freigabe: 12
Ein Spiel mit dem Titel Disaster Report 4: Summer Memories zur Zeit einer weltweiten Pandemie und anschleichenden weltweiten Katastrophe ist wohl genauso ironisch wie der Release von Resident Evil 3. Doch wir lassen uns davon nicht aus dem Konzept bringen und befassen uns mit dem Spiel so wie es ist.Disaster Report 4: Summer Memories kann man wohl am besten als Zeitkapsel der frühen 2000er bezeichnen. Gameplay, Optik und Erzählweise erinnern eher an einen PlayStation 2 Titel als an ein Spiel der neuen Generation. Wenn man sich Geschichte des Titels etwas näher ansieht, erkennt man auch weshalb. Disaster Report 4: Summer…

Nintendos Disaster Day of Crisis war seiner Zeit auch kein optischer Meilenstein und hatte seltsame Gameplayelemente - konnte seinerzeit jedoch aufgrund des Charmes enorm viel gut machen. Disaster Report 4: Summer Memories hätte 2011 sicher auch keine Bäume ausgerissen, wäre aber nicht ansatzweise so streng bewertet worden wie beinahe zehn Jahre später. Weshalb sich die Entwickler entschieden haben, die Arbeit wieder aufzunehmen bleibt ein Rätsel. Es ist definitiv kein grottiges Spiel, allerdings gibt es heutzutage auch keinen wirklichen Grund es zu spielen.

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