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Deadly Premonition Origins

Auf der Nintendo Direct im September 2019 wurde überraschend Deadly Premonition 2 für die Nintendo Switch angekündigt und im Zuge dessen wurde der erste Teil unter dem Namen Deadly Premonition Origins im eShop veröffentlicht. Der Thriller mit leichten Horror-Elementen ist ein kontrovers diskutierter Titel: Von den einen geliebt und von anderen als (unter-)durchschnittliches Stück Software abgetan. Daher ist es nicht sonderlich überraschend, dass die Durchschnittswertung bei rund 70% auf Metacritic steht. Ich hatte das Spiel bis heute nicht kennen gelernt und war gespannt darauf, wie ich es wahrnehmen würde. Und nun herzlich Willkommen in Greenvale einer verschlafende Kleinstadt umgeben von Wäldern irgendwo in den USA, denn hier spielt die Geschichte.

Richtig, guter Kaffee Junge!

Schon in den ersten Momenten – und erst recht im Verlauf des Abenteuers – fällt auf, dass Deadly Premonition Origins sich sehr an die Mystery- und Thriller-Serie Twin Peaks orientiert. Sowohl was die Charaktere als auch gewisse Elemente in der Story betrifft. In manchen Belangen sind skurril und unkonventionell die passenden Worte. Wir haben auf der einen Seite es mit einer ernsten Bedrohung zu tun und auf der anderen erlebt ihr immer wieder humorvolle Szenen. Gerade diese Mischung lässt euch in diese Welt eintauchen.

Den Regenmantel Mörder gilt es in Deadly Premonition Origins aufzuhalten. Spannend bleibt es bis zum Schluss.

Ihr übernehmt die Rolle des FBI Agenten Francis York Morgan, der in die Kleinstadt Greenvale geschickt wird, da der Mord an die 18-jährige Anna Graham sein Interesse geweckt hat. Denn für ihn gilt es zu klären, ob es sich dabei um einen Serienmord handelt. Und so viel sei dann an dieser Stelle verraten, es handelt sich um einen und daher nimmt die Geschichte von Kapitel zu Kapitel Fahrt auf und bleibt bis zum Finale spannend, da es nicht offensichtlich ist, wer nun Mörder ist. Auf eurem Weg lernt ihr mehrere interessante Charaktere kennen, allen voran den Kollegen der Polizei vor Ort Emily, George und Thomas. Nachdem klar ist, dass es sich um einen bestimmten Serienmörder handelt, werden die Bürger der Stadt in der Gemeindehalle versammelt und hier lernt ihr weitere Charaktere kennen, die ihr im Spiel auch als NPC einen Besuch abstatten könnt. Ist einer von ihnen der Mörder? Das gilt es herauszufinden.

Von der Struktur her bekommt ihr es mit einer offenen Spielwelt zu tun, in denen manche Gebäude betretbar sind (hängt auch von der Uhrzeit ab), als auch, dass Nebenquest existieren. Aber keine Sorge, mit einem Open World Spiel von heute hat Deadly Premonition Origins wenig am Hut, sodass ihr nicht mit zig Nebenaufgaben überschlagen werdet. Zumal lädt die Umgebung nicht wirklich zum Erkunden ein, was einfach an der zweckmäßigen und hässlich aussehenden Spielumgebung liegt ehrlich gesagt. Dennoch ist es nett, dass es hier und da etwas zusätzliches zu machen gibt, sodass die Spielwelt nicht komplett leer wirkt. Jedoch war mein Interesse an diesen Aufgaben recht gering, da mich die Hauptaufgabe sehr in den Bann gezogen hat, sodass ich diesen Strang ohne große Umwege zu Ende bringen wollte.

Die Polizeibeamtin Emily aus Deady Premonition Origins gehört zu den ersten Charakteren, die ihr antrefft.

Das Gameplay lässt sich grob in zwei Teile einteilen. Im investigativen Part seid ihr häufig zu Beginn auf dem Weg zum nächsten Storystrang. Das bedeutet, ihr steigt von eurem Hotel aus in eurer Auto und Fahrt dann zum Zielpunkt. Vor Ort führt ihr Gespräche oder müsst auch mal Rätsel lösen, die an Resident Evil erinnern. Oft kommt das aber nicht vor. Immer wieder kommt es dann in den ruhigen, investigativen Passen vor, dass ihr in die Action verfrachtet wird. Deutlich zu sehen an der optischen Veränderung der Umgebung, ein Wechsel ähnlich wie bei Silent Hill, dass die reale Umgebung, dann sehr marode erscheint.

Hier begegnet ihr auch euren Feinden, die eine Mischung aus Zombie und Geist zu sein scheinen. Zur Wehr setzt ihr euch entweder über Schlag- und Hiebwaffen oder mit Hilfe von verschiedenen Schießeisen. Mit eurer Pistole steht euch unendlich Munition zur Verfügung, für Waffen wie die Shotgun oder dem Sturmgewehr braucht es jedoch extra Munition.

Von der Steuerung und Perspektive ist das Geschehen in der klassischen Über-der-Schulter-Third-Person-Perspektive gehalten. Für das Abschießen eurer Widersacher verdient ihr euch Geld, bei Kopfschüssen gibt es zudem noch einen extra Zuschuss an Kohle. Und da Geld eine Rolle spielt, kann es für verschiedene Dinge ausgegeben werden wie neue Munition oder diverse Sachen zum Essen und Trinken sowie Medipacks zu, Heilen eurer Energie.

Francis York Morgan „muss“ zudem auf seinen Hunger und seine Müdigkeit achten, die in 2 Leisten dargestellt werden und mit der Zeit abnehmen. Durch Snacks wird der Hunger getilgt und durch Schlafen die Müdigkeit. Probleme damit hatte ich während des Abenteuers kaum, da ihr an vielen Stellen ein Nickerchen halten könnt und Snacks als auch Wachmacher wie Kaffee, zum einen zum Kaufen als auch zu finden gibt.

Die Action ist klassisch und zweckmäßig

Bis heute finden sie in Spielen Verwendung und erst recht im Jahre 2010 als Deadly Premonition erschienen ist, waren sie in Action-Einlagen Gang und Gäbe. Die Rede ist von Quick Time Events. Diese treten immer dann auf, wenn der Regenmantel-Mörder in Aktion tritt. Je weiter ihr voranschreitet, umso länger werden diese Sequenzen und zum Glück bieten sie von der Art her auch Abwechslung. Mal gilt es Schlägen per Knopfdruck auszuweichen, ein anderes Mal müsst ihr euch in einem Schrank verstecken und im richtigen ZR drücken, um die Luft anzuhalten. Eine weitere Variation ist, dass ihr durch hin- und herbewegen des linken Analogsticks Francis zum Laufen bringt und dabei sowohl den Attacken des Killers als auch Hindernisse überwinden müsst.

Diese Sequenzen sind durch die Verwendung eines Splitscreens durchaus packend dargestellt. Auf dem einen Bild seht ihr eure Spielfigur und auf dem anderen euren Verfolger.

Brillieren tut Deadly Premonition Origins jedoch in Sachen Gameplay in keinem Bereich. Bewegungsabläufe wirken hölzern, die Gegnervariation ist sehr gering und es existieren nur wenige Bosskämpfe. Das Navigieren bzw. das Hervorufen der Map und das Navigieren darauf gestaltet sich umständlich. Seid im Spiel könnt ihr eine Minimap aufrufen, besser wäre es jedoch dann auch, wenn ihr auf Knopfdrück die gesamte Karte aufrufen könnte. Auf der Karte selbst wäre es dann auch besser, wenn das Navigieren per Cursor schnell vonstatten ginge und das es sich weiter herauszoomen lässt.

Wie schon erwähnt, ist die Grafik alles andere als schön anzusehen. Teilweise wirkt das Geschehen wie ein PlayStation 2 – Titel. Und dennoch haben es einige Slowdowns ins Spiel gefunden, insbesondere dann, wenn ihr mit dem Auto in der Stadt unterwegs seid. Ihr bekommt es also auf der Switch mit der Original Performance zu tun. Durch eine schlecht abgemischte Tonspur (manche, wenige Sätze kommen zu leise aus den Lautsprechern) hat die Switch-Fassung sogar noch ein weiteres Manko hinzubekommen.

Ja, ihr seht richtig. Anstatt ein saftiges grün, wirkt die Umgebungsgrafik des Waldes in Deadly Premonition Origins wie eine graue Pampe

Was die Grafik schon vor 10 Jahren nicht leistete, macht dagegen der Sound oder vielmehr die Musik auch heute noch wett. Sie ist stimmungsvoll und abwechslungsreich und wird passend zur jeweiligen Situation eingespielt. Der Soundtrack kann sich echt hören lassen. Ebenso leistet sich die englische Sprachausgabe (deutsche Bildschirmtexte) so gut wie keinen Patzer. Manche Charaktere kommen bewusst „cheesy“, fast schon comichaft daher. Auch legt das Spiel Wert auf das eine oder andere merkwürdige Detail. Da im Spiel Tage vergehen, könnt ihr zusehen wie Francis Bart wächst, in Badezimmern lässt er sich rasieren. Und wenn ihr immer in den gleichen Klamotten agiert, dann werden irgendwann Fliegen um euch herumschwirren, die signalisieren, dass euer Anzug dreckig ist, ala eine Dusche ist nötig. Die gibts jedoch nicht und stattdessen könnt ihr an Koffern eure Kleidung wechseln.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Toybox
  • Entwickler: Access Games
  • Genre: Action-Adventure/Thriller/Horror
  • Spieleranzahl: 1
  • Release: 05. September 2019
  • USK-Freigabe: 18
Auf der Nintendo Direct im September 2019 wurde überraschend Deadly Premonition 2 für die Nintendo Switch angekündigt und im Zuge dessen wurde der erste Teil unter dem Namen Deadly Premonition Origins im eShop veröffentlicht. Der Thriller mit leichten Horror-Elementen ist ein kontrovers diskutierter Titel: Von den einen geliebt und von anderen als (unter-)durchschnittliches Stück Software abgetan. Daher ist es nicht sonderlich überraschend, dass die Durchschnittswertung bei rund 70% auf Metacritic steht. Ich hatte das Spiel bis heute nicht kennen gelernt und war gespannt darauf, wie ich es wahrnehmen würde. Und nun herzlich Willkommen in Greenvale einer verschlafende Kleinstadt umgeben von…

Trotz der Mankos wird alles zusammengehalten durch einen richtig guten Kaffee! Äh, ich meine natürlich nicht Agent Yorks Lieblingsgetränk, sondern die Story, dass ihr die Motivation habt, den Fall aufzudecken, sodass man über die eine oder andere Schwäche hinwegsehen kann. Deadly Premonition Origins ist nach wie vor nicht für Jedermann geeignet, ganz so wie es sich mit der Serie Twin Peaks verhält. Mir hat es jedoch sehr gut gefallen und bin jetzt richtig froh darüber, dass 10 Jahre später doch noch ein weiterer Teil erscheint. Der Preis von 29,99 als Startpreis im eShop muss dennoch nicht sein, da bei der Switch-Version nun wirklich technisch gar nichts verbessert wurde. Aber ein Sale im Zuge von Teil 2 liegt nahe.

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