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Rage 2

Mit Rage 2 setzt id Software ihre neuste IP nach ganzen neun Jahren fort. Dank tatkräftiger Unterstützung der Open World Experten von Avalanche Software sollten die Stärken des ersten Teils unterstrichen und die Fehler ausgemerzt werden. Ob dies gelungen ist und ihr euch über eine Open-World-Shooter-Perle freuen könnt, erfahrt ihr nun im Test.

Neon Mad Max

Rage 2 ist bunt und schrill. Neben dem aggressiven Marketing fallen beim Spiel vor allem die grellen Farben schnell auf. Dies ist definitiv ein Punkt, in dem sich Teil 2 vom Erstling abhebt. Bestach dieser doch vor allem durch seine langweilig braun-graue Präsentation.

Doch worum geht’s im pinken Chaos? Rage 2 spielt in einer postapokalyptischen Zukunft in der ein gigantischer Meteor auf die Erde zufliegt. Um der Katastrophe zu entgehen, wird ein Teil der Menschheit eingefroren und bei Bedarf, später wieder aufgetaut. Über 100 Jahre später, erwacht Nicholas Raine als einziger Überlebender dieses Projektes und findet sich in einer verwüsteten Zukunft wieder. Soviel zur Story von Teil 1.

Teil 2 spielt wiederum ca. 30 Jahre nach den Ereignissen des Erstlings. Von Nicholas fehlt jede Spur und wir schlüpfen wahlweise in die Rolle eines männlichen oder weiblichen Protagonisten Namens Walker.

Rage 2
Rage 2

Als Walker kämpfen wir gegen den Oberbösewicht General Cross und dessen Armee. Diese planen die Säuberung des gesamten Planeten und es ist natürlich unsere Aufgabe diese dabei zu stoppen.

Ab in die Open World

Rage 2 ist ein Open World Shooter. Dies bedeutet, ihr könnt mit eurem treuen fahrbaren Untersatz frei über die Oberwelt düsen und dabei brav von Punkt A nach B fahren und Missionen erledigen – oder ihr pfeift auf alles und lasst erstmal den Entdecker in euch raus.
Auf eurer Karten ploppen nach wenigen Sekunden zahlreiche Icons auf, die euch signalisieren dort gibt es etwas zu tun. Sei es Straßensperren zu beseitigen, Hinterhalte zu überleben, gegnerische Befestigungen zu stürmen oder der Story zu folgen.

Als Shooter aus dem Hause id darf man sich als erfahrener Gamer immer auf feinste Ballereinlagen freuen. Wenn man zumindest die enorm lästigen Tutorials hinter sich gebracht hat. Im Jahr 2019 erklären uns die Entwickler allen Ernstes wie eine Shotgun funktioniert. Für die Tutorials wird der Spieler jedes Mal in einen Raum teleportiert, in dem auf Dummies geballert wird.

Doch damit nicht genug – jede Aktion muss drei Mal erfolgreich durchgeführt werden, bevor die nicht überspringbaren Tutorials beendet werden können. Herzlichen Dank id – nun weiß ich auch wie eine Shotgun funktioniert oder wie ich rennen kann.

Rage 2
Rage 2

Sind diese lästigen Momente vorbei, entfaltet sich aber die Expertise der Entwickler zu temporeichen und wuchtigen Schußgefechten. Gegner, die Umgebung und Explosionen jagen und geradezu um die Ohren, während die starke Musik- und Effektkulisse ihr Übriges tut um uns mitten ins Geschehen zu transportieren.

Das kreative Waffendesign und die zahlreichen Zweitfunktionen des Arsenals sorgen für reichlich Abwechslung bei den Feuergefechten. Neben Standard-Waffen wie Pistolen, MG’s und Shotguns finden sich Doom’s BFG, Grav-Pfeil-Werfer oder der Feuersturm Revolver im eigenen Arsenal wieder. Ihr ballert also nicht nur mit normaler Munition um euch, sondern mit Brandsätzen oder Patronen die die Gravitation in der Umgebung eurer Gegner beeinflussen. Diese sorgen für einen Mords-Spaß.

Das Erforschen der Umgebung lohnt sich außerdem um die Nanotriten Fähigkeiten freizuschalten. Diese verstecken sich in diversen futuristischen Tresoren, die ihr entdecken müsst. Dann gibt es neben neuen Waffen auch Fähigkeiten, die dafür sorgen, dass sich eure Feinde wünschen nicht in eure Nähe zu kommen.

Einsame Open-World

Es wäre komisch in einer post-apokalyptischen Welt mehrere Kolonien zu erwarten. Jedoch bieten die wenigen Lager und Städte nicht genügend Abwechslung, um mehr „Leben“ in die Bude zu bekommen. Sie dienen zwar als Anlaufstelle für Missionen und Einkaufsmöglichkeit jedoch sind die NPC’s unnötig überdreht und sorgen eher für Fremdscham als eine immersive Umgebung.

Rage 2
Rage 2

Wer wollte nicht schon immer einem Gespräch beiwohnen, in dem gefachsimpelt wird, ob ein Penis im Hals zur Erstickung führen könnte? Da haben die Autoren wohl krampfhaft versucht auf „Teufel komm raus“ anzuecken oder „edgy“ zu sein. Das ist Borderlands definitiv besser gelungen.

Upgrade incoming

Um euch bei der Stange zu halten, belohnt euch Rage 2 bei abgeschlossenen Aufträgen und Missionen mit reichlich Ressourcen, die ihr in jede Menge Extras investieren könnt. Zum einen erhaltet ihr Items, die zur Herstellung von Autoteilen für euer Fahrzeug dienen, Komponenten für Medikits oder Granaten und wenn ihr besonders viel Glück habt, stoßt ihr auf kostbares Meteoriten-Erz. Mit diesem lassen sich sowohl die Attribute eurer Spielfigur als euch eure Waffen upgraden.

Mit Waffenkernen könnt ihr darüber hinaus noch weitere Boni wie Handling, Schussrate oder andere Eigenschaften freischalten. Dasselbe gilt auch für die bereits angesprochenen Nanotrit-Fähigkeiten, die sich via Nanotrit-Booster verstärken lassen. Es gibt also etliche Modifikationsmöglichkeiten und eine Waffenauswahl die jedes Feuergefecht unterschiedlich gestalten lässt.

Grafik & Sound

Rage 2 ist ein buntes Gemisch an beeindruckenden und absolut enttäuschenden Arbeiten. Zum einen beeindrucken die Effekte während den Feuergefechten, während wir im nächsten Moment enorm enttäuscht sind von der verwaschenen Weitsicht. So reiht sich Licht und Schatten im Dauerakkord nebeneinander.

Flüssige Animationen treffen auf hölzerne Mimik der NPC’s, tolle Partikeleffekte stehen übelstem Kantenflimmern gegenüber. Für ein AAA-Spiel mit solch einem Budget und solch erfahrenen Entwicklern sieht Rage 2 oft nicht besser aus als ein mäßiges HD-Remaster eines Titels der vergangenen Generation. Zumindest erreicht das Spiel nahezu konstante 60 Bilder pro Sekunde – PlayStation 4 Pro vorausgesetzt.

Rage 2
Rage 2
  • Plattform: PlayStation 4, Xbox One, PC
  • Publisher: Bethesda Softworks
  • Entwickler: Avalanche Studios, id Software
  • Genre: Ego-Shooter
  • Release: 14. Mai 2019
  • USK-Freigabe: 18
Mit Rage 2 setzt id Software ihre neuste IP nach ganzen neun Jahren fort. Dank tatkräftiger Unterstützung der Open World Experten von Avalanche Software sollten die Stärken des ersten Teils unterstrichen und die Fehler ausgemerzt werden. Ob dies gelungen ist und ihr euch über eine Open-World-Shooter-Perle freuen könnt, erfahrt ihr nun im Test. Neon Mad Max Rage 2 ist bunt und schrill. Neben dem aggressiven Marketing fallen beim Spiel vor allem die grellen Farben schnell auf. Dies ist definitiv ein Punkt, in dem sich Teil 2 vom Erstling abhebt. Bestach dieser doch vor allem durch seine langweilig braun-graue Präsentation. Doch…

Was Rage 2 auf der einen Seite verdammt gut macht, setzt es auf der anderen vollkommen in den Sand. Stellt man es neben Genre-Perlen wie Titanfall 2 oder id’s eigenem Doom stinkt es gnadenlos ab und kann trotz facettenreichem Gameplay und einer tollen Waffenauswahl nicht überzeugen. Es ist schade, dass das Spiel im Gesamtbild nicht über die Mittelmäßigkeit hinauskommt. Denn die Stellen die gut geworden sind, sind stellenweise genial. So mischt sich das klare Wasser mit dem Schlamm und wird zu einer undurchsichtigen Plörre. Als Vollpreistitel können wir Rage 2 leider nicht empfehlen, sobald es im Preis gesunken ist, könnt ihr allerdings für einen netten Zeitvertreib zuschlagen.

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