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Evolve

Zusammen oder alleine

Das Team der Turtle Rock Studios sind in der Videospielbranche kein unbeschriebenes Blatt. Neben „Counter Strike – Source“ haben sie vor allem mit der „Left for Dead“-Reihe von sich reden gemacht.


Mit Evolve bringen sie nun ein neues Multiplayer Konzept auf den Markt. Ihr habt die Auswahl zwischen acht männlichen, drei weiblichen und einem mechanischen Charakter – ach ja und dem Monster selbst natürlich.  Vier dieser zwölf Charaktere werden über einem riesigen Level abgeworfen, in dem ein sich stetig entwickelndes Monster haust, dass nur darauf wartet, euch zu verschlingen.

Die Charaktere unterstehen dabei verschiedenen Klassen. Es gibt Unterstützer, Sanitäter, Fallenleger und Angreifer. Diese vier Klassen verfügen über diverse Fähigkeiten und Gadgets. 

Der Unterstützer bringt Raketenunterstützung oder atomaren Support ins Spiel, um dem Monster Extraschaden zuzufügen. 

Die Sanitäter heilen und schützen die restlichen Teammitglieder vor den verheerenden Angriffen des Monsters. Falls er bei einem Teammitglied allerdings zu spät kommt, muss dieses für 2 Minuten aussetzen.

Fallenleger legen nicht nur Fallen, sondern spüren das Monster auf und sperren es vorübergehend in ein eingegrenztes Gebiet, sodass die restlichen Teammitglieder genügend Schaden verursachen und das Monster besiegen können. 

Der Angreifer dürfte sich von selbst erklären. Mit einem schlagkräftigen Arsenal an Waffen ballert der Angreifer um sich und hat die Aufgabe, dem Monster Energie abzuziehen. 

Alle Figuren verfügen über ein sehr praktisches Jetpack, mit dem ihr nicht nur an hoch gelegene Orte kommt, sondern auch schneller voran kommt. Mit schnellem Druck auf den X Knopf sprintet voran und legt so lange Strecken in kürzester Zeit zurück.

Allerdings solltet ihr auf der rechten Seite eure Tankanzeige im Auge behalten, die sich nach Benutzung leert. Wenn ihr einige Sekunden abwartet füllt sich diese allerdings wieder automatisch. Im Singleplayer könnt ihr mittels dem Steuerkreuz auch beliebig oft zwischen den verschiedenen Charakteren wechseln. 

Die Jäger haben stets einen lockeren Spruch auf den Lippen und wachsen einem sehr schnell ans Herz. Dies ist auch wünschenswert, da „Evolve“ keine nennenswerte Story vorweisen kann. Monster tauchen auf und ihr müsst diesen den Gar ausmachen, mehr gibt es nicht zu erzählen. 

Wenn ihr die Umgebung als Monster (es stehen vier zur Auswahl: Goliath, Kraken, Wraith und Behemoth) unsicher macht, ändert sich das Gameplay schlagartig. Nun seid ihr wesentlich größer, stärker und agiler. Als Monster bekommt ihr einen zeitlichen Vorsprung. Diesen solltet ihr prinzipiell für eine Sache nutzen. Entwickeln! Sucht mit eurem Geruchssinn wilde Kreaturen, tötet diese und fresst sie.

Habt ihr das oft genug getan, entwickelt sich euer Monster weiter, verändert sich optisch nicht nur sondern wird auch stärker. Dafür sollte aber ein ruhiges Plätzchen gefunden werden, da die Entwicklung gute 10 Sekunden dauert und ihr ansonsten ein leichtes Ziel darstellt. Einen Extra-Fähigkeitenbonus gibt es, wenn ihr dicke Alphatiere findet und besiegt. Diese starken Wesen hinterlassen nach ihrem Tod einen besonderen Bonus der euch nochmals stärker werden lässt.

Maximal lässt sich das Monster bis auf Stufe 3 entwickeln. Dauert stößt uns bei der Monsterauswahl allerdings auf das nur drei von den vier Tierchen verfügbar sind. Bei Behemoth schlagen die Entwickler mit saftigen 14,99 Euro zu – bitter und unverschämt teuer. Auch wenn die diverse Mikrotransaktionen optional sind und auch einiger DLC kostenlos, ist eine Spielfigur für diesen Preis doch unverschämt.

Mit eurer Größe wachsen auch eure Fähigkeiten. Ihr verfügt über vier Spezialattacken ,die ihr mit jedem erreichten Level mit Stärkepunkten verbessern könnt. Jedes Monster hat dabei verschiedene Fähigkeiten und spielt sich anders. Die Wahl des Ungetüms ändert eure Taktik nicht nur als Monster, sondern auch als Mensch. Achtet also darauf, welcher Widersacher gewählt wird und passt die Taktik entsprechend an. 

 Interessant zu erwähnen wäre noch die Tatsache, dass ihr als Jäger immer in der Egoperspektive spielt, während das Monster in der 3rd-Person gesteuert wird. So verfügt das Monster zwar über mehr räumliche Sicht, greift aber ungenauer an als die Jäger. Des Weiteren gibt es drei Schwierigkeitsgrade, die ihr aus dem Menü aus verändern könnt.

Multiplayerspaß und interessante Modi

Auch wenn die KI während der Singleplayer Kampagne ganz ordentliche Arbeit leistet und die einzelnen Teammitglieder das tun was sie sollen, kommt es nicht an die Spielerfahrung mit echten Mitspielern heran.

Also schnappt euch vier Freunde und startet einen der (zunächst) fünf Spielmodi auf bisher 12 verfügbaren Karten. 

  • Jagd: Die Jäger müssen das Monster erledigen, bevor dieses das Power Relay erreicht und zerstört. Das Monster wiederum kann das Relay nur zerstören, wenn es sich auf Level 3 entwickelt hat.
  • Nest: In der Map sind sechs Monstereier versteckt ,die von den Jägern zerstört werden müssen. Das Monster muss die Eier für 10 Minuten verteidigen und kann zur Hilfe einen Helfer aus einem der Eier schlüpfen lassen.
  • Rettung: Zivilisten müssen von den Jägern gefunden, verarztet und in Sicherheit gebracht werden bevor sie dem Monster in die Hände fallen. Die Seite die zuerst fünf Zivilisten gerettet hat bzw. getötet hat, gewinnt.
  • Verteidigung: Ein Raumschiff muss über einen bestimmten Zeitraum  betankt werden. In dieser Zeit müssen die Energiegeneratoren von den Jägern verteidigt und vom Monster  (inkl. kleinerer Helfer) zerstört werden. 

2ks neues Franchise kann also bereits beim Launch mit interessanten und unterhaltsamen Modi aufwarten ,die durch DLC sogar noch erweitert werden sollen. 

Wo Licht fällt ist da fällt leider auch Schatten, denn ein großes Problem von „Evolve“ ist das Zufallsprinzip. Um eine gewisse Spielebalance zu wahren, können sich Spieler im Multiplayer nie für eine eigene Klasse entscheiden, sondern bekommen per Zufallsprinzip eine zugeteilt.

Zwar wird man vom Spiel gefragt welche Klasse man bevorzugt, allerdings ist dies keine Garantie, das ihr als diese schließlich antreten könnt. Dies kann besonders ärgerlich für Spieler sein, die eine bestimme Klasse aufgelevelt haben und im Spiel allerdings mit einer weniger entwickelten Variante antreten muss. 

Grafik & Sound

Eines gleich vorne weg – „Evolve“ sieht fantastisch aus. Am neusten Werk von Turtle Rock kann man wirklich die Power der neuen Konsolen bewundern. Großartige Partikel- und Lichteffekte sowie eine konstante Bildrate sorgen für ein hervorragendes und störfreies Spielerlebnis.

Manche Level sind leider so dunkel, dass ihr die vielen kleinen Details und die ansehnliche Grafik überhaupt nicht richtig mitbekommt. Die weitläufigen Level sind abwechslungsreich designed und strotzen nur so von Flora und Fauna.

Das Design gepaart mit der wilden Umgebung erinnert etwas an eine futuristische Version des beliebten Arnold Schwarzenegger Films „Predator“. Ein besonderes Fest für die Augen sind die Entwicklungen und Mutationen der spielbaren Monster. Die Entwickler haben sich wirklich Mühe gegeben diese nicht nur gut zu animieren, sondern auch unterschiedlich zu designen.

Keines der Monster sieht aus wie das Andere. Auch der Sound ist gelungen. Die Synchronsprecher leisten gute Arbeit und verleihen den Figuren Charakter. Auch die Soundeffekte kommen dank ihrer 5.1 Abmischung brachial durch die Boxen. Der Soundtrack passt zwar auch gut zum Spielgeschehen, verdient allerdings keine sonderliche Lobpreisung da er eher typischer Einheitsbrei ist. 

  • Plattform: Playstation 4, Xbox One, PC
  • Publisher: 2k
  • Entwickler: Turtle Rock Studios
  • Genre: Egoshooter
  • Release: 10. Februar 2015
  • USK-Freigabe: 16

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