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Brothers- A Tale of Two Sons

Kein schöner Beginn

Als Einführungssequenz seht ihr, wie der jüngere der beiden Brüder verzweifelt versucht bei einem Bootsunfall seine Mutter vor dem Ertrinken zu retten. Aber da er nicht schwimmen kann, misslingt dieses Unterfangen. Die Szene schwenkt in die Gegenwart um und der Junge trauert am Grab seiner Mutter, bis er die Stimme seines älteren Bruders vernimmt.  Dieser hat leider keine gute Nachrichten. Ihr Vater ist schwer erkrankt und das einzige Heilmittel, was in der Lage ist zu helfen, ist der Saft eines magischen Baumes. Leider steht der Baum nicht im eigenen Dorf, sondern ist weit entfernt. Den beiden Brüdern bleibt aber nichts anderes übrig und sie begeben sich auf eine gefährliche Reise.

Ungewohntes Konzept

Ihr übernehmt die Rollen beider Brüder gleichzeitig, indem der ältere über den linken und der jüngere über den rechten Analogstick gesteuert wird. Als Aktionstasten stehen euch der linke und rechte Trigger zur Verfügung. Ansonsten kann noch die Kamera nach links oder rechts bewegt werden. Das sieht jetzt auf dem ersten Blick nach einer einfachen Steuerung aus, nur ist es zuerst gar nicht so leicht, die beiden zu koordinieren. So kann es vor allem anfangs dann doch öfters vorkommen, dass ihr mit einem Bruder normal den Pfad folgt, während der andere munter vor eine Wand läuft. Aber keine Sorge, das ist eine Frage der Eingewöhnung und mit der Zeit sollte sich dieses Problem fast von alleine lösen.  Auch wenn das eigene Hirn bei neuen Aufgaben dann doch vielleicht wieder mächtig am rattern ist.

Das Spiel ist vor allem auf Geschicklichkeitspassagen und kleineren Rätseln ausgelegt, in denen ihr die Kräfte der Brüder kombinieren müsst, um voranzukommen. Als einfaches Beispiel wäre hier genannt, dass sich ein Bruder per Windmühlrad auf die andere Seite hangelt und dort einen Schalter aktiviert, um so eine Brücke über einen Abgrund ausfahren zu lassen.  Damit gelangt auch der andere Bruder auf die gleiche Seite. Dabei wechseln sich die Aufgaben stetig ab. Zwar ähneln sich viele aufgrund ihrer Art und Weise, aber es wird nie langweilig.

Wirkliche Kämpfe, an denen ihr aktiv beteiligt seid, finden nur selten statt. Aber das hat das Spiel auch gar nicht nötig, womit wir bei der mehr als gelungenen Präsentation angelangt sind.

Lebendig

Bereits das Titelbild weiß durch die Farbgebung und die dadurch erzeugte Stimmung auf ganzer Linie zu überzeugen und dieser rote Faden zieht sich dann durch das gesamte Spiel. Brothers besitzt seinen eigenen Stil, eine Mischung aus Comic und realistischer Grafik, die mit vielen Details daherkommt, die das Geschehen lebendig werden lassen. Da wären zum Beispiel die Interaktionsmöglichkeiten. Das Spiel startet in eurem Heimatdorf, aus dem ihr euch auf den Weg in Richtung der Berge macht. Die beiden Brüder können durch die Aktionstasten mit der Umgebung interagieren. Ihr trefft auf einen Dorfbewohner, der eine Katze auf den Arm hat. Nimmt der große Bruder sie auf den Arm, wird die Mieze frech, während sie beim kleinen anfängt zu schnurren.

Die Landschaft wirkt dabei organisch. Sei es durch fließende Gewässer, umherfliegende Vögel oder Schmetterlinge und Menschen, die ihre Tätigkeiten nachgehen. Überall ist die Liebe zum Detail erkennbar. Spätestens dann, wenn ihr das Dorf verlassen habt und euch einen Panoramablick auf den Berg gönnt, dann merkt ihr, das ihr Teil einer riesigen Welt seid. Zur Atmosphäre trägt auch der Soundtrack bei. Dieser hält sich zwar oft im Hintergrund auf, aber in den entscheidenden Stellen kommt er perfekt zur Geltung. Besonders auf das Ende trifft das zu.


Ohne Worte

Dabei wird die Geschichte, abgesehen von der verwendeten Fantasysprache, komplett ohne eine verständliche Sprache oder Texteinblendungen erzählt. Ihr erlebt hautnah, was hier geschieht und werdet euch Gedanken machen, weshalb diese mitunter grausame Welt so ist, wie sie ist. Gerne würde ich hier ein paar Beispiele aufzählen. Da das Spiel aber mit seiner Spiellänge von 3-4 Stunden recht kurz ist, möchte nur auf eine Sache konkret eingehen, die noch relativ nah am Anfang spielt. Im zweiten Abschnitt befindet ihr euch in einer Mine wieder, die ihr versucht zu durchqueren. Nur am Rande bekommt ihr mit, indem ein Blick in die Schlucht geworfen wird, dass hier Trolle arbeiten und wahrscheinlich Erze abschürfen. Warum und weshalb wird nicht erklärt. Solche Dinge, in denen ihr was beobachten könnt, ziehen sich durch das gesamte Spiel und das ist eine wunderbare Sache. Es lässt den Spieler weiter in das Abenteuer eintauchen, weil er anfängt sich Gedanken darüber zu machen, warum und weswegen hier was geschieht.

 

  • Plattformen
Xbox Live Arcade, PSN, Steam
  • Publisher
505 Games
  • Entwickler
Starbreeze
  • Genre
Action-Adventure
  • Release
August 2013
  • USK-Freigabe
freigegeben ab 12 Jahren

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