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The Last Story

Hironobu Sakaguchi sollte dem hiesigen Rollenspielfan definitiv ein Begriff sein. Der Vater von Final Fantasy machte in den letzten Jahren vor allem durch sein eigenes Studio Mistwalker und den Spielen Last Odyseey und Blue Dragon von sich reden. Nun präsentiert er uns sein neustes Werk auf Nintendos Wii, The Last Story. Erwartet uns hierbei nur ein billiger Final Fantasy-Abklatsch, oder knüpft Sakaguchi San an alte Square-Zeiten an?


The Final and The Last

Gerüchte kursieren, dass „The Last Story“ Sakaguchis letztes Spiel sein soll, ähnlich wie sein ursprüngliches Abschiedsspiel „Final Fantasy“ klingt der Titel zwar entgültig, jedoch wissen wir, was aus seinem vermeintlich letzten Spiel geworden ist.

Klassik vom Meister Damit euch nicht ein staubtrockenes Tutorial vorgesetzt wird, steigt ihr gleich in eine Mission der Söldnertruppe rund um den jungen Zael ein. Dieser will ebenso wie seine Kollegen eines Tages das Söldner Dasein an den Nagel hängen, um zu den Rittern zu gehören. Diese bekämpfen nämlich die Guraks. Diese zeichnen sich verantwortlich für den Tod von Zaels Mutter. Während den ersten Kämpfen bekommt ihr bereits einiges von der illustren Truppe mit und deren ausgeprägten Persönlichkeiten.

Wie soll es auch anders sein, in einem Sakaguchi Rollenspiel liegt der Fokus der Geschichte sehr auf dem Krieg zweier gegnerischer Parteien, Liebe, Freundschaft und Loyalität. Natürlich wurde das ein oder andere J-RPG Klischee nicht ausgelassen, also macht euch auf einige bekannte Situationen beziehungsweise Charaktereigenschaften gefasst.
Im Tutorial startet ihr nichtsahnend in einer Höhle, die mit Monstern und einem besonders schweren Gegner bestückt ist. Bereits hier fällt auf, dass es in The Last Story nicht immer darum geht die gegnerische HP Leiste auf Null zu bekommen. Umsichtiges Kämpfen ist gefragt. Das genaue Abstimmen der Teammitglieder und deren Attacken ist genauso essenziell wie die Umgebung im Auge zu behalten. Oft kommt es vor, dass man Vorsprünge auf denen feindliche Truppen stehen einfach wegsprengen kann, um diesen ein frühes Ende zu bereiten.

Zael erhält relativ früh im Spiel die Fähigkeit „Fokusfunktion“. Mit dieser kann er max. 5 mal in einem Kampf gefallene Kameraden wiederbeleben sowie die Aufmerksamkeit von Gegner auf sich ziehen.
Gesteuert werden eure Charaktere von der KI, ihr könnt diesen aber die obligatorischen Angriffsbefehle geben und diese auch dirigieren. Um das Spiel auch Neulingen etwas zugänglicher zu machen, wurden einige Modifikationen an The Last Story getätigt. Beispielsweise das Aufleveln, dies kann auf Wunsch automatisch passieren. Andere können hier selbst Hand anlegen aber nur auf bestimmte Attribute, andere werden fest vom Spiel festgelegt.

Das beste Wii RPG?

The Last Story hat eine etwas unkonventionelle Steuerung für ein J-RPG. Es ist weder mit Tales of (bekannt für das Hack and Slay ähnliche Gameplay) noch mit Final Fantasys rundenbasierendem und Aktionsauswahlverfahren vergleichbar. Ihr steuert die Charaktere auf Gegner zu und diese führen Angriffe automatisch durch sobald sie in Reichweite sind. Wirkliches „Hand anlegen“ müsst ihr beim Armbrustschießen und bei der Benutzung von Magie. Geblockt wird auch per Knopfdruck genauso wie das Ausweichen. Wie bereits erwähnt, ist vor allem die Nutzung der Umgebung oft kampfentscheidend. Kleinere Gegner können durch herabfallende Vorsprünge schnell beseitigt und große Brummer mit Hilfe von explosiven Gegenständen geschwächt oder betäubt werden.

Sollten eure Kameraden während der manchmal unübersichtlichen Kämpfe fallen, sollten diese schnell per Fokusattacke wiederbelebt werden, denn es wird merklich schwieriger vor allem bei Bosskämpfen, wenn ihr nicht vollzählig kämpfen könnt.

Ist eure Partie dem Tode nahe, nützt die Fokusattacke auch, um die Aufmerksamkeit der Gegner auf euch zu ziehen. Dies gibt den anderen Zeit sich mittels Heilzaubern, oder Potions aufzufrischen.Neben der wirklich tollen Story können euch auch einige Sidequests die Zeit vertreiben, sodass ihr bei The Last Story auf eine Spielzeit von gut 30-40 Stunden kommen könnt. Die Zeit lässt sich dank dem gelungenen Online Modus (in dem ihr im Team oder gegen Andere aus aller Welt antreten könnt. Gilt für bis zu sechs Spieler, die Bosskämpfe, oder epische Schlachten bestreiten können) nochmals um einige Stunden erweitern.

Grafik und Sound

Optisch macht Sakaguchis neustes Werk einiges her. Übertrifft Xenoblade nochmal um ein Stück nicht nur dank der hervorragenden CGI Sequenzen, sondern auch dank der zuverlässigen Framerate und dem Charakterdesign. Hin und wieder fallen einige wirklich miese Texturen auf, die vor allem zu Beginn des Spiels in den engen Höhlen auftauchen. In den Städten kommt es auch vermehrt zu Kantenflimmern. Dies sollen aber einen Rollenspiel Freund nicht sonderlich stören, da die restliche Arbeit außergewöhnlich gut gelungen ist. Auch wenn das Spiel nur 60 Hz unterstützt.Im Artbook, welches der Special Edition beiliegt, ließ Sakaguchi verlauten, dass er die erste Soundtrack Arbeit von Uematsu vollständig zurückwies und ihn dafür ziemlich übel rügte. Daraufhin sprachen Sie über einen Monat kein Wort mehr miteinander, bis Uematsu mit einem komplett neuen Soundtrack auftauchte mit den Worten: „Wenn du das nicht nimmst, steig ich aus“.

Die neue Arbeit rührte Sakaguchi schließlich zu Tränen. Eine überaus amüsante Geschichte zu einem ausgezeichneten Soundtrack. Der Altmeister lässt die musikalischen Muskeln spielen und beweist erneut eindrucksvoll, wieso er zu den ganz Großen im Gewerbe zählt.


Gefühlvolle, sanfte Melodien umschmeicheln tragische Momente. Pompöse und bedrohliche Stücke untermalen die gewaltigen Schlachten und Bosskämpfe. Der Soundtrack lässt genauso wenig zu wünschen übrig wie die Synchronisation. Die englischen Sprecher machen einen tollen Job und wirken sehr überzeugend. Leider fehlt hier im Vergleich zu Xenoblade optional die japanische Tonspur. Ist aber bei dieser ausgezeichneten Arbeit zu verschmerzen.
 •    Plattform: Wii
•    Publisher: Nintendo
•    Entwickler: Mistwalker
•    Genre: J-RPG
•    Release: 24. Februar 2012
•    USK-Freigabe: 16
Hironobu Sakaguchi sollte dem hiesigen Rollenspielfan definitiv ein Begriff sein. Der Vater von Final Fantasy machte in den letzten Jahren vor allem durch sein eigenes Studio Mistwalker und den Spielen Last Odyseey und Blue Dragon von sich reden. Nun präsentiert er uns sein neustes Werk auf Nintendos Wii, The Last Story. Erwartet uns hierbei nur ein billiger Final Fantasy-Abklatsch, oder knüpft Sakaguchi San an alte Square-Zeiten an? The Final and The Last Gerüchte kursieren, dass „The Last Story“ Sakaguchis letztes Spiel sein soll, ähnlich wie sein ursprüngliches Abschiedsspiel „Final Fantasy“ klingt der Titel zwar entgültig, jedoch wissen wir, was aus…

The Last Story wird hoffentlich nicht Sakaguchis letztes Spiel sein. Die seit nun über 20 Jahren erfolgreiche Koriphäe der japanischen Rollenspiele und sein ebenso begnadeter Komponist Uematsu bilden zusammen ein Duo das meist hochwertige Spiele verspricht. Nintendo präsentiert uns mit The Last Story ihre bisher aufwendigste Special Edition. Inklusive dem Soundtrack, Artbook, Steelbook und Wendecover hat sich Nintendo nicht lumpen lassen, eines der letzten Wii-Kracher zu ehren. Rollenspielfans greifen blind zu.

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