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Polygod

Mit Polygod ist ein weiteres sogenanntes Rogue-like für die Nintendo Switch erschienen. Dieses Mal im Gewand eines Ego-Shooters. Entwickelt wurde Polygod von Krafted Games, einem Indie-Team aus England. Ob der Titel auch „well crafted“ ist, erfahrt ihr nun.

Eine Warnung vorweg

Polygod scheint einen leicht rekonstruierbaren Bug zu besitzen, der das Spiel nach dem Kampf gegen den ersten Boss abstürzen lässt, wenn man nach einem Sieg, die Belohnung einsammeln möchte. Bis zum Verfassen dieses Textes wurde noch kein Patch veröffentlicht, der dieses Problem beheben könnte. Von daher kauft euch alleine deswegen das Spiel nicht. Warum man es aber auch so nicht zu kaufen braucht, lest ihr im Folgenden.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Ihr werdet in eine zufällig generierte Arena geworfen, die von der Form her aus Rechtecken, Quadraten und Gängen besteht. Optisch sieht das Dargebotene sehr spartanisch aus. Der Klappentext spricht von „Der Grafikstil ist von den Werken des metaphysischen Surrealisten Giorgio de Chirico inspiriert, dessen Kunststil für ihre unheimliche Atmosphäre und seltsam künstlich anmutenden Stadtlandschaften berühmt ist.“

Hier seht ihr ein Bild von Giorgio de Chirico

Und das ist das „inspirierte“ Polygod

Aber um mal einen Vergleich zu bringen, beschönigen lässt sich vieles. Auch der äußere Rahmen ist nur als solcher zu verstehen, denn erzählerisch bietet das Spiel außer abstrakte Wortäußerungen von NPCs so gut wie gar nichts. Der Werbetext spricht von: „Du bist ein Gesichtsloser: ein einarmiger Assassine, der seine Schusswaffen mit legendärem Geschick führt. Die sieben Gottheiten Polygods erlegen dir Prüfungen in Form von zufallsgenerierten Arenen voller feindseliger Wesen auf, an deren Ende ein unerbittlicher Heiliger Champion wartet.“

Aber Grafik und eine inhaltsvolle Story sind bekanntlich nicht alles, sofern das Gameplay funktioniert. Jeder Run startet mit den gleichen Grundvoraussetzungen. Ihr habt eure Beamwaffe, könnt per Schultertaste springen und bewegt euch mit den beiden Analogsticks. Zum Zielen könnt ihr auch die Gyrosteuerung (Bewegungsteuerung) einsetzen, was das Zielen etwas komfortabler gestaltet. Dennoch bleibt es vielfach ein schwieriges Unterfangen, wozu ich mich gleich äußern werde.

Eure Gegner strotzen vom Design her auch nicht gerade vor Einfallsreichtum. Vielen von ihnen könnt ihr bereits von Weitem besiegen, sofern ihr sie sieht. Andere dagegen setzen sich in Bewegung, sobald sie einen Treffer abbekommen. Für jeden besiegten Feind erhaltet ihr eine Seele als Belohnung und häufig eine Einheit von Gesundheit. Die Seelen sind dafür da, damit ihr sie an den 5 Altären ausgeben könnt, die sich in jedem Level befinden.

Jeder Altar bietet euch eine von drei Optionen, um euch zu verbessern. Dabei können sich die Upgrades sowohl auf eure Waffe, als auch eure Gesundheit auswirken. Manche Upgrades sind aber leider mit Nachteilen verbunden wie „Deine Feuerrate wird zwar erhöht, aber dafür verringert sich deine Geschwindigkeit um 1“

Es kann also vorkommen, dass ihr vor der Wahl steht und dann euch für gar nichts entscheidet. Da viele Upgrades auch mehr als 10 Seelen kosten, kommt ebenso häufig vor, dass ihr nicht genügend habt.

Von der Idee her klingt ja ganz nett, Gegner besiegen, Seelen einsacken und sich dann mit verschiedenen Upgrades verbessern, die sich von Run zu Run unterscheiden.

Leider bereitet das Gameplay nur wenig Spielspaß, was an den folgenden Dingen liegt.

Das Schießen macht keinen Spaß

Was für eine Ansage, wenn das jedoch bei einem Ego-Shooter zutrifft und Schießen ist nun einmal das Kernelement des Genres, dann liegt einiges im Argen. Das Treffen eurer Gegner gestaltet sich sehr schwer und anstrengend, was an verschiedenen Faktoren liegt.

Da ihr nur mit einer Waffe auskommen müsst, seid ihr auf sie und ihren Standardschuss angewiesen. Leider ist die Feuerrate nicht hoch und treffen müsst ihr damit auch genau, was bedeutet, dass ihr eure Feinde genau ins Visier nehmen müsst. Bei der PC-Version kann ich mir aufgrund der Maussteuerung vorstellen, dass das weitaus besser klappt. Jedoch nicht hier wie die Bewegungen per Sticks ausfällt. Die Gyrosteuerung hilft dagegen etwas aber das schwerwiegende Problem des Treffens bleibt dennoch erhalten. Stellt euch das so vor, als müsstet ihr jedes Mal einen Fadel einfädeln, so genau geht es mitunter zu. Was auch daran liegt, dass ihr euer Überleben in der Ferne sucht. Zu nah dauerhaft an Gegnern zu stehen bedeutet euren Bildschirmtod, da sie euch non stop beschießen und viele Exemplare sehr wendig sind.

Gefühlt bräuchtet ihr eine Waffe, die einen breiteren Schuss hat, schneller schießt und mehr Schaden anrichtet. Ach ja, eine höhere Lebensenergie wäre auch nett. Nur leider werdet ihr kaum das in einem Run jeweils erhalten, was bedeutet, ihr landet bestenfalls beim ersten Endboss und werdet dort wegen Defiziten in diversen Bereichen untergehen. Ach ja, da es kein Rumble gibt, und ihr auch nicht hört, ob ihr beim Gegner einen Treffer landet, ist das Trefferfeedback miserabel, was der Spielbarkeit zusätzlich schadet.

Beim ersten Boss handelt sich um eine Art Schlange, dessen Körper aus Felsen besteht. Ihr seid in einem ziemlich großen Areal unterwegs und Sprungfelder katapultieren euch auf höhere Ebenen. Da seid ihr nun mit euren spärlichen Upgrades gegen den riesigen Boss, der sich vollkommen frei in der Luft bewegt. Auch wenn ihr den ganzen Körper treffen könnt, wollt ihr eigentlich nur den Kopf erwischen. Denn ähnlich wie bei einer Hydra, wachsen hier Köpfe nach, beziehungsweise trennt ihr einen Gesteinsbrocken vom Körper, entsteht daraus ein weiterer Kopf, der euch beschießt.

Auch dieser Kampf wird zu einer Geduldsprobe, wo wir wieder beim Nadel und Fadel wären. Eure Wumme ist von der Feuerrate her den Bewegungen der Schlange nicht gewachsen und sobald ihr in ihre Nähe kommt, gibt es eine Ladung „Kugeln“ auf euch. Schwupps, Game Over und von vorne bedeutet, dass ihr wieder bei null anfangt.

Solltet ihr es aber schaffen, die Schlange zu besiegen, dann winken sogar drei gute Belohnungen, wie ihr habt ein zweites Leben, oder ihr bekommt endlich eine weitere Waffe und zwar die vom Boss und in der Beschreibung steht, dass es sich dabei um einen Streuschuss handelt. Wäre es nicht großartig, sich diese Waffe zu krallen? Das dachte ich mir auch. Beim ersten Mal stürzte nach dem Erlangen das Spiel ab. Dann dauerte es wieder einige Anläufe, bis es mir wieder gelang, die Schlange zu besiegen und auch beim zweiten Mal wurde die Software beendet, nachdem ich das Upgrade nahm.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich die Schnauze voll hatte.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Krafted Games
  • Entwickler: Krafted Games
  • Genre: First-Person-Shooter, Rogue-like
  • Spieleranzahl: 1-2 (Koop und Versus im Splitscreen)
  • Release: 17. August 2018
  • USK-Freigabe: 12
Mit Polygod ist ein weiteres sogenanntes Rogue-like für die Nintendo Switch erschienen. Dieses Mal im Gewand eines Ego-Shooters. Entwickelt wurde Polygod von Krafted Games, einem Indie-Team aus England. Ob der Titel auch „well crafted“ ist, erfahrt ihr nun. Eine Warnung vorweg Polygod scheint einen leicht rekonstruierbaren Bug zu besitzen, der das Spiel nach dem Kampf gegen den ersten Boss abstürzen lässt, wenn man nach einem Sieg, die Belohnung einsammeln möchte. Bis zum Verfassen dieses Textes wurde noch kein Patch veröffentlicht, der dieses Problem beheben könnte. Von daher kauft euch alleine deswegen das Spiel nicht. Warum man es aber auch so…

Polygod hat auch einen Splitscreen-Koopmodus im Angebot. Aber warum gemeinsam keinen Spaß haben? Eine eher minimalistische Grafik, Soundkulisse und Story sind alles Dinge, auf die man verzichten kann, wenn die Kernmechanik, das Schießen Spaß macht, wenn man das Gefühl hat, durch die Upgrades kommt man voran, man wird stärker. Aber all das ist nicht der Fall. Das Negative beginnt bereits beim Starten des Spieles, der durch einen rund 20 Sekunden dauernden Blackscreen vonstattengeht, bis das Hauptmenü erreicht wird. Das Spiel preist sich als „Rasante Action im Stil von Quake trifft auf Zufallselemente, einen anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad und unser hausgemachtes Power-up-System und macht Polygod zum Traum eines jeden Hardcore-Gamers und Speedrunners! Nur die besten und taktisch versiertesten Spieler können die Prüfung der Götter meistern“ an. Spielt man jedoch Polygod, dann sind diese Worte viel Lärm um nichts und Dinge wie „anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad“ und „Traum eines jeden Hardcore-Gamers“ sind einfach nur beschönigend. Denn wenn sich zum Beispiel Kirby miese bedienen lassen würde, dann wären auch Kirbys Abenteuer ein Traum für Hardcore-Zocker. Von mir gibt es für Polygod keine Empfehlung, selbst wenn besagter Bug, der zum Spielabsturz führt, entfernt wird.

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