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Happy Birthdays

Bei Happy Birthdays für die Nintendo Switch (auf PC und PS4 erschienen unter dem Namen Birthday Beginnings) ist es zunächst interessant zu erwähnen, wer hinter dem Projekt steckt. 2012 gründete Yasuhiro Wada zusammen mit Tomio Kanazawa Toybox inc. Die beiden sind die einzigen Angestellten und als kreative Köpfe entwickeln oder vielmehr konzipieren sie Spiele und lassen sie dann von einem Entwicklerteam realisieren. So geschehen mit Happy Birthdays, das von Talbot Inc., einem Team aus Japan entwickelt wurde. Zurück zu Wada. Er ist der Schöpfer von Harvest Moon und dürfte auch durch seine weiteren Spiele wie Rune Factory, Little King’s Story oder auch Home Town Story bekannt sein. Bei Happy Birthdays schließt sich der Kreis, denn auch hier handelt es sich um eine Art Lebenssimulation. Dieses Mal ist der Kosmos sogar um einiges größer, denn ihr betätigt euch als Evolutionshelfer und erschafft neues Leben. Ein Happy Birthday also, damit willkommen zum Test.

Wie bin ich hierhergekommen?

Happy Birthdays hat im Hauptmenü zwei weitere Auswahlmöglichkeiten anzubieten neben der Story. Nämlich einen Challenge Modus und einen Free Modus. Letzterer versteht sich als endlos Modus und in den Challenges müsst ihr, wie sollte es auch anders sein, bestimmte Voraussetzungen erfüllen auf Zeit. Womit die meisten Spieler jedoch starten werden ist die Kampagne, die von der Geschichte her zwar schnell erzählt ist, dessen Tutorial aber doch ziemlich lange dauert.

Ohne irgendeinen Ort zuordnen zu können, dreht sich die Geschichte um eine Person, die sich in einem Wald verirrt und dort in eine andere Dimension gerät. Hier fungiert Navi als eurer Helferlein und Lehrmeister und schon seid ihr euch schon in der Welt von Happy Birthdays, die Würfelförmig ist und man Landschaften aus Quadraten formt, aber dennoch keinen Minecraft-Look hat, denn Flora und Fauna sind ausmodelliert. Zuvor habt ihr euch noch für eines von 4 Szenarien entschieden. Diese unterscheiden sich in ihren Anforderungen.

Die „Grüne Welt“ bietet für Anfänger beste Voraussetzungen, da viel Wasser, Gras und ein durchweg günstiges Klima vorhanden sind. Dagegen müsst ihr euch in der Wüstenwelt durch weitaus weniger Wasser schon mehr anstrengen. Das wird noch gesteigert durch eine Schneewelt und einer Mondlandschaft, die vollkommen leblos ist.

Nun wird euch Navi ziemlich detailliert den Spielablauf und die Steuerung erklären und auch Tipps geben. Vom Informationsgehalt ist das ein Stück zu viel des Guten, sodass die eine oder andere Information verloren gehen kann und ihr dann selbst am Ausprobieren seid, wie das eine oder andere funktioniert. Vor allem die Steuerung ist bezogen auf die Bedienung der Kamera oder dem Durchschalten des Skill-Menüs etwas überladen und wird damit unnötig verkompliziert. Aber man arrangiert sich damit natürlich mit der Zeit.

In die Wiege gelegt

Die Grüne Welt hat von vornerein schon vieles zu bieten. Neben Wasser und Pflanzen leben hier auch schon einige Tiere. Das Ziel in dieser Welt ist es, den Homo Sapiens auftreten zu lassen. Anders als in der Realität klappt dieses Unterfangen innerhalb 3 Stunden, wenn alles glatt läuft. Tierisch haben Insekten, Reptilien und Echsen (Saurier) die Nase vorn, Säugetiere gibt es noch keine. Da ihr quasi als Gott alle Zügel in der Hand habt, könnt ihr mit Hilfe des Cursors und euren Fähigkeiten, die Vorgaben von Navi erfüllen. Auf dem Bildschirm ist sowohl ein Cursor als auch Navi zu sehen. Mit beiden bewegt ihr euch über die Weltkarte. Rechts oben befindet sich eine Minimap, in die auch hineingezoomt werden kann, wie in die Spielwelt auch. Unterhalb der Minimap habt ihr stets die Temperatur im Überblick und dazu auf welchem Terrain (Land, Wasser, Steppe usw.) ihr unterwegs seid und wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist.

Vor allem die Temperatur ist ein wichtiger Faktor. Je mehr Wasserflächen in der Welt existieren, umso wärmer wird das Klima, je weniger umso kühler. Damit manche Tiere sich entwickeln können, brauchen sie ihre Komfortzone wie zwischen 18 und 24 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit, die nicht über 70% liegen darf. Da es häufig solche Vorgaben gibt und ihr diese auch erfüllen müsst, um voranzukommen, bleibt euch nichts anderes übrig als dafür zu sorgen, dass die Bedingungen für die neue Art geschaffen werden. Ganz gleich, ob durch eure Veränderung vielleicht andere Pflanzen und Tiere aussterben. Hier greift dann in einer sehr vereinfachten Form das Evolutionsprinzip Survival of the fittest auf den Plan, also die Stärksten, bzw. diejenigen, die sich am besten anpassen können, werden überleben.

Um die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, seid ihr vor allem viel mit dem Terraforming der Landmasse beschäftigt. Auf ZR senkt ihr sie stufenweise und auf R hebt ihr sie ebenso wieder an. Euren Cursor könnt ihr zwar vergrößern, dass größere Quadrate entstehen, filigrane Kleinarbeit mit nur einem Quadrat gehört dennoch oft zur Tagesordnung. Kleinarbeit deswegen, da der Cursor, den ihr mit dem linken Analogstick steuert gerne mal verrutscht und diese Angelegenheit deshalb ein Stück weit mit Geduld verbunden ist, sofern ihr klare Abstufungen in eurer Landschaft haben wollt.

Im Verlauf des Spieles lernt ihr diverse Skills, manchen dienen dazu einen Bereich in der Landschaft in einem Ruck zu verändern, was Zeit spart. Andere dagegen funktionieren als eine Art Item, die verschiedene Dinge auslösen. So wird aus einem Primaten erst dann ein Vorfahre des Menschen, wenn ihr ihm den Samen der Evolution gebt. Erst ab dann geht es voran. Dazu können weitere Skills zum Beispiel eine globale Erwärmung auslösen. Viele von ihnen lassen euch auf einen Schlag und damit schneller als auf dem normalen Weg eine Veränderung herbeiführen. Skills verbrauchen Sternenpunkte über die Navi verfügt. Sternenpunkte lassen sich als solche über die Karte hinweg immer wieder einsammeln und erhaltet ihr als Belohnung für das Erschaffen von Leben und weiteren Dingen. Erschafft ihr fleißig Leben, steigt Navi außerdem im Level auf und erhält mehr TP. Diese Punkte werdet ihr aber dann im Makro-Modus einsetzen, der jederzeit mit Druck auf die X-Taste aktiviert wird.

Hier habt ihr die Möglichkeit, die Zeit rasend schnell voranschreiten zu lassen, damit die Evolution in Windeseile vonstattengeht, dass selbst der biblische Gott neidisch wird, da er für die Erschaffung der Welt und des Universums im Vergleich lahme 6 Tage brauchte.

Das superschnelle Beschleunigen kostet TP Punkte, während die langsame Variante euch TP zurückgibt. Das sogar wiederum ziemlich zügig, dass man sich fragt, wozu man überhaupt TP braucht, da ihr sie dadurch immer fix zurückerhaltet. Dabei schreitet ihr nicht nur die Zeit an, sondern eine Anzeige macht euch darauf aufmerksam, wie sich die Populationen entwickeln, neue Lebewesen entstehen oder gar, ob welche aussterben.

Jede neue Spezies könnt ihr außerdem, wenn ihr es in der Spielwelt besucht (als rosa Punkt auf der Minimap markiert) einscannen, damit es in die Enzyklopädie aufgenommen wird.

Zurück an den Anfang

Habt ihr es geschafft, dass sich eine bestimmte Anzahl (moderner) Menschen in eurer Welt breitgemacht hat, ist dieses erste Kapitel erfolgreich abgeschlossen. Dann bekommt ihr in einer kleinen Sequenz gesehen, was mit Alice, pardon der namenlosen Person geschieht, die in diese Welt als Avatar fungiert und zufällig in sie hineingestolpert ist.

Nun erwarten euch noch die drei weiteren Szenarien und dazu der Free Mode und die Herausforderungen. Es gibt also noch viel zu tun, wenn ihr mögt.

Grafisch geht der bunte Comiclook voll in Ordnung und das Design der Lebewesen fällt mitunter recht niedlich aus. Jedoch ist Happy Birthdays grafisch kein herausragender Titel, den man über die Grafik definieren kann. Dazu kommt es vor, dass die Bildrate bei zu viel Betrieb auf dem Bildschirm etwas in die Knie geht und die Übersicht lässt sich dann auch nicht wirklich bewahren, ganz gleich wie ihr die Kamera bewegt. Ganz witzig ist, dass man auch in einen Ego-Modus umschalten und sich so die Tier- und Pflanzenwelt aus der Nähe ansehen kann. Musikalisch bleibt nichts im Ohr, aber besser so als begleitendes Element, als das sie als Störfaktor wahrgenommen wird.

In meiner Spielerfahrung geriet ich ein paar Mal in Sackgassen, da unklar gewesen ist, was verlangt wird. So geschehen beim Samen der Evolution. In der Beschreibung heißt es „Nutze einen bestimmten Skill“ und geht man in die Beschreibung in der Enzyklopädie steht dort „dass eine bestimmte Frucht verwendet werden muss. In einer anderen Voraussetzung heißt es, dass die Welt aus mindestens 3% aus Flüssen bestehen muss. Der entscheidende Hinweis sollte aber hier sein, mindestens aus 3% Süßwasser. Denn es bringt nichts, den Boden auf Wasserniveau absinken zu lassen, da es sich dann um Salzwasser handelt. Also müsst ihr durch einen Skill Bergquellen erschaffen und dann Flussverlauf basteln.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Nis America
  • Entwickler: Talbot Inc, Toybox In
  • Genre: Simulation
  • Release: 08. Juni 2018
  • Spieleranzahl: 1
  • USK-Freigabe: 0
Bei Happy Birthdays für die Nintendo Switch (auf PC und PS4 erschienen unter dem Namen Birthday Beginnings) ist es zunächst interessant zu erwähnen, wer hinter dem Projekt steckt. 2012 gründete Yasuhiro Wada zusammen mit Tomio Kanazawa Toybox inc. Die beiden sind die einzigen Angestellten und als kreative Köpfe entwickeln oder vielmehr konzipieren sie Spiele und lassen sie dann von einem Entwicklerteam realisieren. So geschehen mit Happy Birthdays, das von Talbot Inc., einem Team aus Japan entwickelt wurde. Zurück zu Wada. Er ist der Schöpfer von Harvest Moon und dürfte auch durch seine weiteren Spiele wie Rune Factory, Little King's Story…

Happy Birthdays versteht sich vor allem als Terraforming-Simulation mit zusätzlichen Skill Einsatz. Alles andere erledigt das Vorwärtsspulen der Zeit. Ist ein Lebewesen einmal da, lebt es sein Leben, ohne dass ihr euch groß um es kümmern müsst. Also keine Lebensmittelbeschaffung oder bei den Menschen, dass ihr dafür sorgt, wie sie sich entwickeln, welche Häuser gebaut werden. Das geschieht autark, sodass der große Kubus, auf dem das Geschehen spielt vergleichbar ist mit einem Ameisenterrarium. Ihr schafft die Voraussetzung, mit allem weiteren danach habt ihr wenig zu tun. Dadurch geht etwas an Spieltiefe verloren, auch wenn das Hauptaugenmerk eben darauf liegt, Landschaften zu verändern. Wie erwähnt, finde ich die Steuerung etwas zu überladen und der Spielablauf gestaltet sich auf Dauer recht monoton. Denn im Grunde macht ihr nichts anderes als die Temperaturen anzupassen und dann die Zeit vorspulen, immer und immer wieder. Als netter und entspannter Zeitvertreib ist Happy Birthdays zu gebrauchen. Macht euch am besten selbst ein Bild vom Spiel, denn zum Glück gibt es eine Demo im eShop.

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