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Pokémon Tekken

Pokémon gegeneinander antreten zu lassen ist genauso alt wie die Serie selbst. Sei es über die traditionelle Rollenspielreihe, in Stadium (Reihe für das N64) oder über die Spielkarten.
Mit „Pokémon Tekken“ auf Wii U übernehmen die Beat em Up – Profis von Bandai Namco
jedoch das Ruder und lassen euch nun nicht nur Befehle geben, sondern selbst kräftig austeilen. Wer also den possierlichen Tierchen also schon immer mal eine Abreibung außerhalb von „Super Smash Bros.“ verpassen wollte, ist hier am richtigen Ort.

Hoch die Fäuste

Nintendo und Bandai Namco konnten ihre Teamfähigkeit in Sachen Prügelspiele bereits gekonnt mit „Super Smash Bros. Für Nintendo 3DS“ & „Super Smash Bros. Für Wii U“ zur Schau stellen. Es lag also nahe, das Tekken Team rund um Produzent Katsuhiro Harada ins Boot zu holen, wenn es um die Entwicklung eines Pokémon Prüglers geht.


Ganz im Einklang mit der Pokémon-Reihe wählt ihr zu Beginn des Spiels das Geschlecht eures Trainers und Kleinigkeiten wie die Haar-, Augen- und Hautfarbe.
Hier wird euch nur eine kleine Auswahl an Assets zur Verfügung gestellt, wir sind schließlich nicht bei „Fallout 4“. Dann geht es in die sehr spartanisch aufbereitete Kampagne, in der ihr mit dem Pokémon eurer Wahl gegen andere Trainer antreten könnt. Bis auf ein paar wenige Gesprächspassagen entwickelt sich die Geschichte nicht groß weiter und gipfelt auch in keinem epischen Showdown. Wer also Over-the-Top-Geschichten aus „Tekken“ oder „Dead or Alive“ wartet, wird diese nicht finden.

Insgesamt gibt es 15 Kämpfe und einen anschließenden Bosskampf zu bestreiten und ihr bekommt Fighting-Spiel üblich eine kleine Sequenz zu sehen. Danach geht es in Liga und der Spaß beginnt von vorn.

Ihr hangelt euch also von Kampf zu Kampf und könnt euer Pokémon in vier Kategorien aufsteigen lassen. Angriff, Verteidigung, Special und Synergie lassen sich nach jedem Levelanstieg jeweils einmal aufwerten. Positiv zu erwähnen ist an dieser Stelle die spürbare Auswirkung des Auflevelns. Diese dient also nicht nur zur Show, sondern hat gewisse Einflüsse auf eure Performance im Kampf.
Neben den Pokémon, die ihr selbst steuert und in die Kämpfe schickt, dürft ihr auch aus einer von 15 Unterstützer-Pokémon-Kombinationen wählen, die euch im Kampf in bestimmten Situationen zur Seite stehen. Diese greifen dann mittels Knopfdruck an und verursachen bei Gegner verheerenden Schaden und fügen in bestimmten Situationen noch zu Statusveränderungen (positive bei euch und negative beim Widersacher). Dies ist eine willkommene und taktische Abwechslung während den Kämpfen. Leider sind die Kombinationen der insgesamt 30 Helfer bereits festgelegt, sodass ihr hier nur bedingt freie Wahl habt.


Gameplayfeinheiten

Ein Kampfspiel steht und fällt mit seinem Kampfsystem. „Pokémon Tekken“ bietet dabei eine seichte Version seines Namensvetters. Schnell fällt auf, dass das Tekken-Team hinter dem Gameplay steckt. Langsame, aber dafür starke und schnelle, aber dafür schwache Angriffe sind im Repertoire genauso wie das Blocken und Spezialangriffe. Gepaart werden diese traditionellen Moves mit Pokémon-RPG bekannten Angriffen. Das Große Feature des Spiels dürfte die „Synergieleiste“ sein. Ist diese voll genug, könnt ihr eine bildschirmfüllende Attacke auslösen,
die den Gegnern großen Schaden zufügt. Generell richtet sich das Kampfsystem doch stark an jüngere Spieler. Eine Tiefe wie in „Dead or Alive“ oder in „Street Fighter„ erreicht „Pokémon Tekken“ jedoch nie.

Aus den inzwischen weit über 700 Pokémon haben die Entwickler 16 zur Verfügung gestellt. Eine doch ernüchternde Zahl. Natürlich ist nicht jedes Pokémon für ein Kampfspiel (aufgrund von fehlenden Gliedmaßen oder nicht passender Größe und Proportionen) geeignet, jedoch gibt es auf der an anderen Seite definitiv mehr geeignete Spielfiguren als die verfügbaren 16.

Streng genommen müsste man mit Pikachu Libre, Shadow Mewtwo sogar noch zwei Charaktere abziehen da diese nur alternative Outfits haben. Und DLC wird es nach jetzigem Stand nicht geben.


Der Onlinekampf mit Gegnern oder Freunden aus aller Welt funktioniert soweit einwandfrei. Kritikpunkte kommen seltsamerweise dann eher beim lokalen Multiplayer auf. Spielt ihr nämlich gegen einen Freund, darf Spieler 1 den Fernseher als sein Sichtfeld verwenden, während der zweite Spiele nur das Wii U-Gamepad als Bildschirm zur Verfügung hat. Begründung der Entwickler für die Aufteilung im lokalen Multi liegt an der Übersicht die gewahrt bleiben soll wenn die Kamera rein oder raus zoomt. Weshalb man dies allerdings nicht mit einer  traditionellen 2D-Ansicht wie in Street Fighter lösen konnte, bleibt ungewiss.

Grafik & Sound

Optisch ist „Pokémon Tekken“ wirklich beeindruckend. Die Schuppen bzw. das Fell eurer Kämpfer ist hervorragend zu erkennen und auch die Animationen und Partikeleffekte sorgen für bunte und saubere Kämpfe mit einer sauberen Framerate.

Der Sound orientiert sich an der beliebten Hauptserie und kommt inklusive bekannter Jingles und Pokémonrufe. Eine Synchronisation gibt es in den meisten Fällen ebenfalls, allerdings nur in englischer Sprache. Die Texte sind vollständig ins Deutsche übersetzt.

  • Plattform: Wii U
  • Publisher: Nintendo
  • Entwickler: Bandai Namco / The Pokémon Company
  • Genre: Beat em Up
  • Release: 18. März 2016
  • USK-Freigabe: 12
Pokémon gegeneinander antreten zu lassen ist genauso alt wie die Serie selbst. Sei es über die traditionelle Rollenspielreihe, in Stadium (Reihe für das N64) oder über die Spielkarten. Mit „Pokémon Tekken“ auf Wii U übernehmen die Beat em Up - Profis von Bandai Namco jedoch das Ruder und lassen euch nun nicht nur Befehle geben, sondern selbst kräftig austeilen. Wer also den possierlichen Tierchen also schon immer mal eine Abreibung außerhalb von „Super Smash Bros.“ verpassen wollte, ist hier am richtigen Ort. Hoch die Fäuste Nintendo und Bandai Namco konnten ihre Teamfähigkeit in Sachen Prügelspiele bereits gekonnt mit „Super Smash…

„Pokémon Tekken“ ist ein ordentlicher Fighter, ohne weltbewegende Features geworden. Jüngere Spieler und Pokémon-Fans werden mit dem Spiel zufrieden sein. Spieler, die allerdings komplexere Kampfspiele gewohnt sind, könnten hier eher zurückweichen. Trotz des Namensgebers bietet die Pokémon-Version von Tekken nicht den nötigen Tiefgang, um Spieler außerhalb der Fankreise anzulocken. Die Modiarmut und die doch maue Story sind ebenfalls Kritikpunkte, die dem Spiel eine Empfehlung für Fighter-Fans verwehren. Abschließend kann man nur noch den abgedroschenen Reviewsatz „Erst einmal Probespielen“ verwenden. Zum Glück gibt es im Nintendo eShop der Wii U eine Demo zum Download.

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Daniel hat im jungen Alter von 3 Jahren ein NES geschenkt bekommen. Dies war der Beginn seiner langen Zockerkarriere und Sammelleidenschaft. Wenn er nicht gerade vor der Konsole oder dem Handeheld sitzt, findet Ihr Ihn in der Stadtbibliothek Stuttgart in der er Vorträge zum Thema Videospiele hält oder andere Veranstaltungen abhält. Seine Lieblingsserien sind Metroid, Super Mario, The Legend of Zelda, die Tales of Reihe, Halo, Smash Bros. und vieles mehr.

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