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Fallout 4

Auch wenn die Überraschung durch einen Leak verhindert wurde, hat es der Vorfreude der Fans keine Minderung beschert. Nach „New Vegas“ beschert uns Bethesda das neuste post-apokalyptische Abenteuer aus der Fallout-Reihe. 12 Millionen Exemplare wurden inzwischen ausgeliefert und Millionen von Spielern haben den Bunker bereits verlassen. Lohnt sich der Ausflug, oder solltet ihr lieber noch eine Weile im Tiefschlaf verweilen?


Spieglein, Spieglein an der Wand

Zu Beginn des Spiels starrt ihr in einen Spiegel und könnt euer Aussehen sowie das eurer Ehefrau gestalten. Hier scheinen sich die Entwickler etwas von den „Sims 4“ inspiriert haben zu lassen, da eine ähnliche Mechanik zur Gestaltung der Gesichtsattribute zum Einsatz kommt. Dazu kommen dann natürlich noch Hautfarbe, die Beschaffenheit der Haut sowie Frisur und Farbe der Haare. Es ist auch wert zu erwähnen, dass der Hauptcharaktere zum ersten Mal komplett vertont ist und nicht nur stumm durch die Welt rennt.

Ist dies geschehen, werdet ihr in den typischen Alltag einer kleinen Familie aus Boston geworfen. Während eure Frau das Frühstück zu bereitet, fängt euer Baby an zu schreien. Nach ein paar wärmenden Worten klingelt es an der Tür und ihr werdet unter Hochdruck zu einem unterirdischen Schutzbunker gebracht da ein Atomangriff bevorsteht. Dort angekommen, werdet ihr in einen Tiefschlaf versetzt. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, wird eure Frau erschossen und euer kleiner Sohn entführt.

Es vergehen 200 Jahre, bevor ihr euch endlich aus dem Schlaf und aus dem Bunker befreien könnt. An der Oberfläche angekommen, müsst ihr allerdings erschrocken feststellen, dass von der eins friedlichen Idylle nichts mehr übrig geblieben ist. Dafür säumen mutierte Monster, Menschen und gefährliche Tiere das zerstörte und karge Land. Gebäude sind zerfallen, lassen sich aber dank der neuen Baumechanik gestalten und einrichten, doch dazu später mehr.

Es gibt viel zu tun

Auf die Hauptgeschichte des Spiels werden wir zu eurem eigenen Interesse nicht weiter eingehen. Wir konzentrieren uns lieber auf die Spielmechanik. Wie man es von den Bethesda Titeln gewohnt ist, geht es darum, die riesige Spielewelt zu erkunden, versteckte Schätze wie Waffen und Rüstungen zu finden, sowie Aufgaben für diverse NPCs zu erledigen.


Die Entwickler haben einmal mehr besonderen Wert darauf gelegt, die Umgebung interessant und unheimlich zu gestallten. Es erwarten euch etliche Bunker, Wartungsanlagen, verlassene U-Bahn Stationen oder heruntergekommene Gebäude. Je nach Location sind diese entweder bewohnt oder nicht. Manchmal warten starke Banditen auf euch und ein anderes Mal können es nur kleinere mutierte Ratten sein.

Um euch neben Unterhaltungen mit NPCs noch weiter in die Geschehnisse eurer Umgebung eintauchen zu lassen, gibt es unzählige Datenterminals, die mit Einträgen auf euch warten. Einige sind jedoch verschlüsselt und müssen zuerst mittels eines Minispiels geknackt werden. Oft erhaltet ihr dadurch hilfreiche Informationen, um Türen oder Sicherheitssysteme zu öffnen.

Haupt- und Nebenmissionen gibt es zahlreiche und höchst unterschiedliche. Bei den Nebenmissionen schwankt das Niveau allerdings nach einer Weile, da sie oft zu ziemlich flachen Unterfangen verkommen, in denen ihr Person X oder Y ausschalten müsst, oder Gegenstand 1 oder 2 besorgen sollt. Aufgrund der vielen Aufgaben sei dies jedoch verziehen.

Nicht ohne meinen Begleiter

„Fallout 4“ bietet euch bereits zu Beginn eine wachsende Anzahl an Begleitern an. Da wären zum einen euer Hausroboter Cogsworth, Serienliebling auf vier Pfoten Dogmeat, der Mutant Strong, Piper Wright usw. Summa sumarum könnt ihr auf einen der insgesamt 13 Begleiter zurückgreifen. Jeder verfügt dabei über verschiedene Stärken und Schwächen. Sterben kann keiner der Begleiter. Stecken sie allerdings zu viel Schaden ein, sind sie für eine gewisse Zeit außer Gefecht und ihr müsst ohne sie auskommen.

Leider sind eure Begleiter nicht immer die Intelligentesten und können das ein oder andere Mal für Probleme sorgen. Viele kennen sicher das unterhaltsame GIF von Dogmeat, wie er in eine Laserfalle rennt und dadurch für eine riesen Explosion und den Tod des Spielers sorgt. Dies kann man mit genügend Abstand aber auch hin und wieder zu seinem Vorteil ausnutzen. Dennoch wäre etwas mehr Grips wünschenswert gewesen.


Wer sich erfolgreich in „Mass Effect“ oder „The Witcher 3“ gepaart hat, kann dies auch im neusten Fallout versuchen. Die Romanzen sind zwar nicht so explizit wie in den soeben genannten Serien, sorgen allerdings für einen temporären XP-Boost. Eine nette kleine Dreingabe also.

Push it to the limit

Natürlich verfügt das Spiel auch über einen umfangreichen Skilltree – der im Vergleich zu den Vorgängern nochmals überarbeitet wurde. Nach der Charaktererstellung dürft ihr nämlich sofort damit beginnen eure 21 Punkte auf die SPECIAL-Attribute zu verteilen. Damit bestimmt ihr außerdem wie schnell ihr direkten Zugang zu den insgesamt 70 Perks bekommt. Levelbegrenzungen der vergangenen Teile sind im Übrigen Geschichte. Nin könnt ihr über Level 50 hinaus aufsteigen und die Erfahrungspunkte weiter nutzen.

Das Erforschen der Umgebung belohnen die Entwickler ebenfalls und spendieren dem Spiel ein „Elder Scrolls“ ähnliches System. Dort konntet ihr nämlich durchs Lesen bestimmter Bücher oft direkt ein Level aufsteigen. Wenn euch also beispielsweise insgesamt zehn Comics der Reihe „Grognak der Barbar“ findet, verbessert das einen zusätzlichen Rang auf den Skill Barbar, der euren Nahkampfschaden erhöht.

Je nach Skill beeinflusst dies auch den beliebten VATS-Modus. In den letzten Teilen fror dabei das Spielgeschehen noch ein. Inzwischen läuft dies aber in Zeitlupe weiter und zwingt euch schneller zu handeln als bisher.

Ballern und tüfteln bis der Arzt kommt

„Fallout 4“‘s Waffenkammer lässt bei den hiesigen RPG und Shooter-Fans wenig zu wünschen übrig. Pistolen, MG’s, Raketenwerfer, die durch Fusionskerne angetriebene Power-Rüstung und natürlich auch stumpfe Waffen zum Zuschlagen wie Rohre oder Schläger sind zu finden und auszuprobieren.


Wem das nach einer Weile zu laut wird, kann sich durch gezieltes Hacken diverser Terminals auch an den einen oder anderen Gegnern vorbeischleichen und die Konfrontation meiden.

Als das Spiel auf der E3 2015 erstmals genauer vorgestellt wurde, lag das Hauptaugenmerk auf dem neuen Bau-Feature. Erstmals können Spieler ihre „Die Sims“ oder „Minecraft“–Fantasien in einem Fallout-Titel ausleben. Vom Beistelltisch bis zum selbstgestalteten 8-Bit-Leuchtschild scheint der Modus keinen Wunsch offen zu lassen. Die heruntergekommenen Siedlungen bieten euch zu Beginn erst einmal ein trauriges Bild. Zerstörte Bäume, verrostete Autos und vollkommen verwahrloste Häuser laden nicht gerade dazu ein, eine neue Kolonie zu errichten. Die zerstörten Gegenstände lassen sich einsammeln und zu Wertstoffen verarbeiten, die notwendig sind, um „neue“ Materialien zu erstellen.

Leider hat den Entwicklern das nötige Feingefühl bei der Bausteuerung gefehlt. Oft lassen sich Wände oder Dächer nicht korrekt platzieren und springen hin und her. Dies sorgt für Frust und man benötigt unnötigerweise länger als eigentlich nötig.

Doch eure Bauaktionen haben nicht nur einen kosmetischen Nutzen, sondern beeinflussen auch eure Spielewelt. Ihr könnt Handelsrouten zwischen Siedlungen errichten und je nach Neigung zu Fraktionen auch neue Anhänger rekrutieren.

Grafik , Sound & Extras

Nach der E3 Präsentation musste Bethesda so einiges an Kritik für die grafische Leistung von „Fallout 4“ einstecken. Läuft das Spiel doch auf der betagten Creation Engine, die bereits in „Skyrim“ zum Einsatz kam und schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Natürlich kann man sich über die nicht zeitgemäße Grafik aufregen und auch die recycelten Animationen aus „Skyrim“ beanstanden. Doch letzten Endes läuft das Spiel mit konstanten 30 Bildern pro Sekunde und bietet eine saubere Weitsicht. Das Design der Welt und der ansehnliche Tag- und Nachtwechsel sorgen für ein atmosphärisches Spielerlebnis.

Berechtigte Kritik muss sich Bethesda für die typischen Bugs (endlose Clippingfehler, durch die Welt fallen, fehlende Körperteile…) und die nicht so rundlaufende KI gefallen lassen. Wie bereits erwähnt, sind eure Begleiter nicht die Hellsten. Dasselbe gilt allerdings auch für die Gegner, die oft hirnlos auf euch zustürmen, Prügel kassieren oder sich überhaupt nicht rühren.


In Sachen Sound haben wir hingegen gar nichts zu beanstanden. Die akustische Untermalung des Spiels ist atmosphärisch und packend. Brachiale Waffengeräusche, ein hervorragender Soundtrack und eine sehr gute deutsche bzw. auf Englisch umstellbare Synchronisation runden das Paket ab. Die englische Sprachausgabe lässt Codsworth sogar euren Namen sagen (vorausgesetzt er ist unter den 1.000 gängigen Vornamen).

Suchtpotential hat definitiv die Copmanion-App „Pipboy“ die es für iOS- und Android-Geräte gibt. Diese lässt euch Holotape-Spiele unterwegs spielen, zeigt eure Charakterstati an und das Itemmanagement geht mit der App ebenfalls leicht von der Hand.

  • Plattform: Playstation 4, Xbox One, PC
  • Publisher: Bethesda Softworks
  • Entwickler: Bethesda Softworks
  • Genre: RPG
  • Release: 10. November 2015
  • USK-Freigabe: 18

3 comments

3 Pings/Trackbacks for "Fallout 4"
  1. […] Fallout – Das offizielle Kochbuch für Vaultbewohner dürfte nach dem Walking Dead und Star Wars Kochbuch keine Überraschung für Fans der Popkultur sein. Falls ihr also schon immer mal wissen wolltet, was man im Wasteland so zubereitet, dann seid ihr an der richtigen Stelle. […]

  2. […] sind eher Schal und Rauch und haben keine großen Konsequenzen wie beispielsweise in einem Fallout 4 und erinnern eher an Tell Tale Spiele wie Game of […]

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