Mit Skautfold: Into the Fray haben wir es mit einem Teil einer ganzen Serie zu tun, die erstmalig von 2016 bis 2021 mit insgesamt 5 Titeln erschien und sich über verschiedene Genres wie RPG und Metroidvania erstreckten. (Skautfold: The Fray und Skautfold: Ursuper sind auch auf der Switch erhältlich) Into the Fray dagegen ist ein Twin-Stick Shooter, setzt also daher vor allem auf Action. Wie uns das Ganze in einem zeitlich alternativen Setting Ende des 19. Jahrhunderts gefallen hat, wollen wir nun erörtern.
Normal oder RPG-Modus oder ist das völlig egal?
Skautfold stellt euch vor Beginn vor die seltsame Wahl, ob ihr im Arcade- oder im RPG-Modus spielen möchtet. Bei letzterem wird ein klassisches Levelsystem beschrieben, dass euch über die Zeit stärker machen soll. Abseits dieser Wahl gibt es eine weitere bei der Auswahl des Schwierigkeitsgrades und ihr habt die Auswahl aus vier verschiedenen Härtegradeb, die sie jedoch kaum unterscheiden. Die Story spielt im Jahr 1899 auf der Portland-Insel an der Küste Englands . Ihr schlüpft in die Rolle von Hito, der ein Ritter des Reiches ist und der Aufhänger zu Anfang ist, dass er Berichten über eine verschollene Adlige und eine Rebellengruppe namens „Söhne Washingtons“ nachgeht. Kryptisch wird es dann mit der Angabe: „Hüte dich vor dem Nebel und führe die Inselbewohner zum Sieg über die Rebellen und ihre unheimlichen Verbündeten!“
Im Intro wird Hito übel mitgespielt und er gerät in einen Hinterhalt, wird dabei tödlich verletzt und nur durch das Eingreifen einer dämonischen Macht, erhält er die Chance, weiter auf Erden zu wandeln. Im Gameplay drückt sich dieser Einfluss im Zurückholen von Lebensenergie aus. Wenn Widersacher kurz vor dem Ableben sind, habt ihr wenige 2-3 Sekunden Zeit zu ihnen zu gehen, sie zu treten und dadurch einen Teil eurer Lebensenergie wieder zu erlangen. Neben der normalen Bewegung, steht euch noch begrenzter Dash zum Ausweichen zur Verfügung und da wir es mit einem Twin Stick-Shooters aus der Draufsicht (Vogelperspektive) zu tun haben, setzt ihr verschiedene Schusswaffen ein (und einen Nahkampfschlag) um eure Feinde zu besiegen. Soweit so gut. Kommen wir nun zum Schlechten, womit diese Rezension schnell die Ausfahrt in Richtung Spart-euch-das-Geld nimmt.

Die Karte der Insel Portland auf der ihr euch zwischen den Stages bewegt
Ich habe den Beginn mehrfach neu gestartet, weil ich zunächst an mir selbst gezweifelt habe, ob meine Reaktionen zu schlecht seien und deswegen nach ein paar Bildschirmen den Bildschirmtod erleiden musste. Aber nein, erst nach Herunterschrauben des Schwierigkeitsgrades auf die „leichteste“ Stufe und dann sehr vorsichtigen Spielens gelang es mir, die erste Stage zu beenden. Woran liegt das? Ganz einfach: Gefühlt schießt ihr mit euren Kanonen auf Spatzen. Damit meine ich, dass eure Geschosse einfach winzig sind. Ihr müsst unglaublich präzise sein, um damit eure Gegner zu treffen. Was vielleicht am PC mit Maussteuerung noch hinhaut, ist per Twin-Stick absolut nervtötend. Dazu sind die Reaktionszeiten euer Gegner blitzschnell und gnadenlos, ihr werdet fast immer getroffen, sobald ihr versucht die Entfernung zwischen ihnen zu verkürzen, um vielleicht per Shotgun mehrere Treffer zu landen. Im Eifer des Gefechts gegen mehrere Gegenspieler habt ihr dann gar nicht die Zeit, euch einen Teil die Lebensenergie zurück zu holen, da ihr unter Dauerbeschuss seid und dazu dieses beschriebene Zeitfenster viel zu knapp ist. Eine andere Möglichkeit der Energiegewinnung gibt es nicht. Ein Bildschirmtod bedeutet Game Over und ihr müsst ganz von vorne der Stage beginnen.
Das ist selbst im lachhaften „RPG-Modus“ der Fall, der sehr halbherzig wirkt. Ihr könnt in einer Stage besondere Steine finden, die ihr dann nach Beendigung des ersten Levels in eurem Unterschlupf zum Verteilen von Punkten ausgegeben könnt, um eure Statuswerte wie besserer Angriff, mehr Lebensenergiegewinnung zu verbessern. Also ein absolut begrenztes Unterfangen, keine XP, die man farmen könnte, um Hito zu verbessern, wenn das Vorankommen nur durch das Grinden gesichert wäre. In den Kämpfen hat man einfach das Gefühl, dass ihr immer im Hintertreffen seid und ihr stets sehr vorsichtig agieren müsst. Durch diese Spielweise gelang ich zumindest zum ersten Boss. Nach weiteren vergeblichen Versuchen, gab ich entnervt auf. Auch wegen der Designentscheidung, dass Objekte offenbar keine Rolle spielen, um gegnerische Geschosse zu blocken (Siehe Screenshoot vom Bossfight).

Mauerwerk spielt keine Rolle. Die Geschosse des Bosses treffen euch trotzdem.
Fazit
Daher erhält Skautfold: Into the Fray von mir keine Empfehlung. Das Gameplay fühlt sich einfach nicht rund an. Der rudimentäre RPG Modus ist ein Witz und der Schwierigkeitsgrad ist selbst auf der untersten Stufe meiner Meinung viel zu hoch angesetzt. All das führt das zu, dass man sich schnell anderen Spielen zuwendet.
- Plattform: getestet auf Nintendo Switch, auch auf PlayStation, Xbox und Steam erhältlich
- Publisher: Red Art Games
- Entwickler: Pugware
- Genre: Twin-Stick Shooter, Action RPG
- Spieleranzahl: 1- Spieler
- Release: 4. 10. 2024
- Preis zum Start: 14,99
- USK-Freigabe: 18

Wenn ich daran denke, dass ich mehr in meinem Leben mit Videospielen zu tun hatte als nicht, zeigt es mir zum einen, wie alt ich bin und wie lange ich mittlerweile dem Gaming zugetan bin. Meine erste Konsole war das SNES und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich dieser Leidenschaft verfallen, die bis heute anhält. Auch wenn durch den Alltag leider die Zeiten von verspielten Tagen vorbei sind.
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