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Shadowgate

Lange ist es bereits her, als das Adventure-Spiel Shadowgate 1987 auf dem PC erschien und unter anderem auch auf das NES portiert wurde. Mit Shadowgate: Beyond Shadowgate auf dem TurboGrafx 16 (1993) und Shadowgate 64: Trials of the Four Towers (1999, N64) sollten 2 direkte Fortsetzungen erscheinen. 2001 erschien eine Portierung wiederum des Originals auf dem Game Boy Color. Über ein Jahrzehnt später wurde eine Kicktarter Kampagne ins Leben rufen, die mit Hilfe der Original Entwickler ein Remake anstrebte und finanziert wurde. Das Ergebnis halten wir nun in Form der Nintendo Switch-Version in den Händen. Das Spiel ist aber auch PS4, Xbox One, PC und im App Store erhältlich. Das Adventure erhielt ein umfangreiches Facelifting, bleibt sich im Kern aber seiner Vergangenheit treu.

Ab in die Burg

Der Name des Gemäuers lautet Shadowgate und ihr seid dabei, eurer Schicksal zu verfolgen. Denn, „Als die „Saat der Prophezeiung“ wagst du dich tief ins Innere der Burg, in der Hoffnung, das Böse darin zu besiegen – den gefürchteten Meisterhexer.“ (nintendo.de)

Der Meisterhexer heißt Talimar und gehörte einst einem ehrenvollen Magierzirkel an, bevor er sich dazu entschied, alle zu hintergehen, um die Macht an sich zu reißen. In einem aufopferungsvollen Akt jedoch gelang es den Magiern, Talimar zumindest nach Shadowgate zu verbannen, um ihn dort festzuhalten. Jedoch wie immer bei solchen Geschichten, das Böse setzt alles daran sich zu befreien und nun ist die Zeit reif dafür. Also wird es eure Aufgabe sein, Talimar endgültig in seine Schranken zu weisen. Das war jetzt nur ein grober Abriss zur Story. Im Spiel bekommt ihr durch diverse Schriften oder auch Zwischensequenzen mehr zu den Hintergründen mit.

Die rechte Brücke aus Shadowgate nicht umsonst wenig einladend aus, was eine Überquerung anbelangt

Die Grafik wurde natürlich umfangreich angepasst, sodass jeder Bildschirm vollkommen neugestaltet wurde (ihr bekommt es mit einer komplett handgemalten 2D-Grafik zu tun). Dennoch ist ein Wiederkennungswert vorhanden, was manche Objekte und Figuren anbelangt. Erweitert wurde das Spiel um weitere Räume, Objekte, mit denen ihr interagieren könnt und damit auch das eine oder andere Rätsel mehr. Weitere Änderungen liegen in der Benutzeroberfläche, in den Optionen und bereits zu Beginn, wenn ihr den Schwierigkeitsgrad auswählt.

Hier wählt ihr zunächst zwischen Normal und Klassisch (2 weitere lassen sich freischalten, je nachdem, wie viele Schritte ihr einem Durchlauf getätigt habt). Normal ist der Modus, der unerfahrene Adventure-Spieler etwas an die Hand nimmt. So geht eure Fackel niemals aus, was einfach den Vorteil hat, dass ihr nicht sterben werdet. Denn eine erloschene Fackel bedeutet den Tod. Spielt ihr also auf Normal, müsst ihr auf eure Fackel achten und sobald ihr bemerkt, dass sie ausgeht, die nächste anzünden, sofern ihr eine weitere im Inventar habt.

Auf Normal sind die Rätsel auch anders strukturiert und somit einfacher gestaltet.

Allgemein könnt ihr in den Optionen ihr unter Hilfe euch verschiedene Dinge erklären lassen wie zum Beispiel wie das Inventar funktioniert oder auch die Karte. Diese lässt sich durch Druck auf die Minustaste jederzeit aufrufen. Sie zeigt die Namen der Räume an mit jeweils einem Porträt zur besseren Orientierung. Ein lustiges Gimmick ist, dass hier jederzeit die Musik auf den originalen Soundtrack umstellen könnt, um der 8-Bit Version zu lauschen.

Eines der vielen Rätsel in Shadowgate

Ansehen, untersuchen, aufnehmen, benutzen

Das Abenteuer erlebt ihr aus der Egoperspektive und spielt sich dann klassisch für das Genre. Per Cursor, der mit Hilfe des Analogsticks bewegt wird, geht ihr mit ihm über Elemente, die interessant aussehen. Zu gibt es zu vielen Objekten eine Beschreibung und mit anderen wiederum lässt es sich dann interagieren.

So steht ihr im ersten Bildschirm vor dem Eingang in die Katakomben von Shadowgate. Hier fällt sofort ein Totenschädel auf, der neben den Treppenstufen liegt. Dieser Schädel ist eine der Neuerungen im Remake. Denn hierbei handelt es sich um einen sprechenden Schädel namens Yorick. Er wird euch im Abenteuer begleiten, Dinge kommentieren, oder auch Tipps geben, wenn ihr ihn sprechen lasst.

Im Kern bleibt Shadowgate ein klassisches Adventure. Eurer Ziel ist es, voranzukommen, was durch das Lösen von Rätseln und dem Auffinden von Schlüsseln und anderen Gegenständen geschieht. Denn der Weg ist oft genug versperrt. Es ist das typische man haut sein Inventar voll mit Zeug Prinzip, ohne zu wissen, wann man die gesammelten Gegenstände gebrauchen kann. Auch ist es wichtig, sich die Beschreibungen durchzulesen, die zu den Items angegeben sind. Sonst weiß man zum Beispiel nicht, dass man mit Hilfe eines Orbs Elementargeister fangen kann.

Sofern ihr keine Adventure-Asse und Blitzmerker seid, werdet ihr sicherlich euch das eine oder Mal fragen, was zu tun ist. Manchmal müssen Gegenstände auch kombiniert werden, so wird aus einem Haken und einem Seil ein Enterharken. Der wiederum dafür dient, dass ihr durch ein Burgfenster klettern könnt, um dahinter den Mechanismus für ein Schlosstor zu aktivieren.

Auch die Kämpfe werden in Adventuremanier bewältigt. Häufig geht es darum, zuerst mit der richtigen Aktion zuzuschlagen, sonst segnet ihr sofort das Zeitliche. In einem Fall überlässt euch das Spiel, ob ihr einen Ork am Leben lasst oder nicht. Denn in der ersten Aktion haut ihr ihn KO und habt nun, wenn er am Boden liegt die Möglichkeit, ihn noch nachträglich mit dem Messer zu bearbeiten, was einfach den Vorteil bringt, dass er nicht wieder aufsteht.

Hier seht ihr den besagten Ort aus Shadowgate. Er wird euch weiter belästigen, sofern ihn nicht tötet.

Wie gesagt schaut ihr euch per Cursor Dinge an und, wenn sich etwas greifen lässt, oder wenn ihr in den nächsten Raum gehen wollt (der Cursor passt sich an, Fußsymbol für Gehen, Hand zum Greifen usw.), dann drückt ihr den B-Knopf, was flott von der Hand geht. Beim Rest jedoch gehen wir in die Kritik.

Umständliches Manövrieren

Sobald ihr den A-Knopf drückt, wird ein Ringmenü aufgerufen, was bei Rollenspielen häufig Verwendung findet und eigentlich dazu dient, recht schnell Sachen auswählen zu können beziehungsweise, um schnell in Untermenüs zu gelangen. Drückt ihr einmal auf A, gelangt ihr in den ersten Ring. Dort gibt es die Möglichkeit, aufs Augensymbol zu gehen (damit ihr euch Sachen anseht), dann existiert der Rucksack, ein Icon von eurer Spielfigur und dann auch nochmal Yorick.

Man merkt schnell, welchen Nachteil so ein Adventure mit sich bringt, wenn ihr ein actionreicheres Gameplay gewohnt seid. Ein Beispiel: Ihr seht eine Schriftrolle auf dem Bildschirm liegen und nehmt diese auf. Die Vorgehensweise ist nun folgende. Den A-Knopf drücken, um ins Ringmenü zugehen, dann den Beutel auswählen und erneut A drücken, dann auf Schriftstücke gehen, in diesem Ring dann die Schriftrolle auswählen und dann auch noch auf Öffnen gehen. Aber nein das reicht nicht. Öffnen und Ansehen sind zwei getrennte Aktionen! Also nach dem Öffnen müsst ihr noch Ansehen auswählen und erst dann kommt das Textfenster und zeigt euch, was in der Rolle steht.

Ein weiteres Beispiel, was zeigt, wie umständlich es ist, etwas so Simples zu tun, wie eine Flöte zu spielen. Es reicht nicht aus auf den Befehl „USE“ zu gehen und dann die Flöte zu aktivieren. Nein, man muss zuerst die Flöte auswählen, dann auf USE, dann mit dem Cursor auf das Konterfei eures Charakters gehen, den A-Knopf drücken und erst dann wird die Flöte gespielt.

Es ist möglich, euch Gegenstände auf ein Schnellmenü zu legen, das per L-Taste angezeigt wird. Das spart 1,2 Schritte. Nervig daran ist nur, dass ihr am liebsten jeden Gegenstand in dieses Menü packen wollt, was wiederum dazu führt, dass ihr hier schnell die Übersicht verliert.

Man merkt deutlich, dass ihr bei Shadowgate mit einer Maus und Tastatur wahrscheinlich besser dran währt, was die Bedienung angeht.

Wenig übersichtlich ist auch die Karte. Gut, dass es sie gibt, jedoch ist es schade, dass sie sich zu wenig herauszoomen lässt, was zu Übersichtsproblemen führt, anstatt alles auf einem Blick zu haben. Zudem wäre eine Schnellreisefunktion von Raum zum Raum sehr begrüßenswert, da es Situationen gibt, in denen man weite Strecken zurücklegen muss, was auch einfach nur langatmig wird auf Dauer.

Weitere Probleme gab es bei meiner Spielzeit mit der Technik. Das Spiel stürzte zwei Mal ab und wenn Partikeleffekte (wie Schneefall) auf dem Bildschirm zu sehen sind, wird das durch eine inkonstante Bildrate deutlich. Mittlerweile ist der erste Patch erschienen, was zumindest erstere Sache minimieren könnte.

Ein Drache bewacht seine Schätze.

Ebenfalls schade ist, dass Shadowgate nur auf Englisch spielbar ist und keine deutschen Texte bietet.

Viele vertonte Szenen gibt es zwar nicht, die Zwischensequenzen wissen aber zu gefallen. Ebenso die gesamte Präsentation inklusive Musik. Das Lied in den Credits kommt sogar überraschend, da es völlig anders klingt, als das bisher gebotene. Hier wird euch gelungener Remix geboten, der die Melodien des Abenteuers wieder aufgreift.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Zojoi
  • Entwickler: Zojoi
  • Genre: Adventure
  • Release: 11. April 2019
  • Spieleranzahl: 1
  • USK-Freigabe: 12
Lange ist es bereits her, als das Adventure-Spiel Shadowgate 1987 auf dem PC erschien und unter anderem auch auf das NES portiert wurde. Mit Shadowgate: Beyond Shadowgate auf dem TurboGrafx 16 (1993) und Shadowgate 64: Trials of the Four Towers (1999, N64) sollten 2 direkte Fortsetzungen erscheinen. 2001 erschien eine Portierung wiederum des Originals auf dem Game Boy Color. Über ein Jahrzehnt später wurde eine Kicktarter Kampagne ins Leben rufen, die mit Hilfe der Original Entwickler ein Remake anstrebte und finanziert wurde. Das Ergebnis halten wir nun in Form der Nintendo Switch-Version in den Händen. Das Spiel ist aber auch…

Shadowgate hat mir wieder einmal gezeigt, dass das Genre Adventure nichts für mich ist. Es ist das Gameplay, das mir nicht zusagt und ich mag es einfach actionreicher. Stimmungsvoll fand ich jedoch meine Reise, auch wenn ich bei dem einen oder anderen Rätsel nach der Lösung suchen musste. Aber seid ihr ein versierter Adventure-Spieler (und mögt vor allem Fantasy), dann werdet ihr sicherlich besser zurechtkommen. Die Spielzeit ist natürlich variabel, je nachdem wie gut euer Hirnschmalz ist. Die meiner Meinung nach umständliche Bedienung ist der größte Kritikpunkt des Spiels.

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