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Fate/EXTELLA LINK

2 Jahre später erschien mit Fate/Extella LINK der Nachfolger zu Fate/Extella: The Umbral Star für die PS4 und auf der Nintendo Switch, dessen Version wir uns nun angesehen haben. Vieles wurde im Vergleich zu Vorgänger beibehalten, weswegen man diesen Test und den zum Erstling gut gegenüber überstellen kann, um Vergleiche zu ziehen. Eines vorweg, mir gefiel der erste Switch-Teil aus diversen Gründen nicht wirklich, weswegen auch hier dann überprüft wird, was sich in dem einen oder anderen Bereich getan hat.

Déjà-vu

Neben dem Storymodus habt ihr die Auswahl aus Extramissionen und einem Online Multiplayer, in dem ihr mit weiteren 7 Spielern ein Team bildet, um dann gemeinsam auf einer Karte eine Art King oft he Hill zu spielen und euch gegen KI-Gegner zu erwehren. Da zum Zeitpunkt des Testes sich keine Spieler finden lassen wollten, konnte ich mir den Modus nicht ansehen. Daher basiert der Test ausschließlich auf meinen Erfahrungen im Storymodus.

Kaum angefangen, kamen mir gleich an ein paar Erinnerungen hoch wie eine diffuse Story, die sich als Nicht Kenner der Serie einem überhaupt nicht erschließt. Zur Einordnung: Bei Fate handelt es sich um ein ganzes Universum, bestehend aus Mangas, Animes (beide ab Anfang 2006) und Videospielen. Dabei nahm alles seinen Ursprung im Visual Novel Fate/Stay Night für den PC (2004).

Auch bei Fate/Extella Link kann ich so ziemlich die gleichen Worte anwenden, wie beim letzten Mal:

Ihr werdet in eine Welt geworfen, die so tut, als würdet ihr die Zusammenhänge und deren Charaktere bereits ein Stück weit kennen bzw. über das Fate-Universum (gut) Bescheid wissen.

Jedoch wird man bei LINK etwas besser eingeführt und der Konflikt wirkt durch die einfache Gut versus Böse Thematik verständlich.  Das Spiel bietet euch außerdem die Gelegenheit, in einem mehr als 100 begriffsstarken Glossar nachzuschauen. Dennoch: Ernst zu nehmen, braucht ihr die Geschichte nicht. Dafür sind viele Charaktere einfach nur quirlig und bedienen sich vieler bekannter (japanische) Klischees. Oder es kommt auch vor, dass ihr euch fragt, was das gerade soll, wie das nun folgende Bild beweist:

Willkommen beim großen Showdown von Fate/Extella Link. Hier seht ihr ein Gespräch zwischen dem edlen Ritter Charliemagne und eurem Gegenspieler Rex Magnus Karl. Worüber könnten die beiden reden? Wie wäre es über das europäische Finanzsystem?!

So gesehen bekommt es die Welt von SE.RA.PH mit der Inkarnation von Karl des Großen (Rex Magnus Karl) zu tun. Warum auch immer (mir wurde es nie wirklich klar), will er Tabula Rasa in der Welt betreiben, um damit den Frieden herbeizuführen. Es ist das bekannte Motiv, dass der Schurke unter dem Deckmantel des guten Willens alles unterjochen/vernichten will. Wäre diese Gefahr nicht gegeben, fragt man sich als Spieler ohnehin, wozu das Ganze? Denn es sieht nicht so aus, als wenn die verschiedenen Anführer von SE.RA.PH im Gegensatz zum Vorgänger zerstritten wären. Es herrscht also bereits Einigkeit.

Ihr verkörpert erneut die Figur des „Masters“ wahlweise als männliche oder weibliche Spielfigur. Wobei verkörpern eher weniger der Fall ist, schließlich kämpft ihr als eine der sogenannten Servants und nicht als Master im Schlachtfeld. Im Gegensatz zum Vorgänger leidet ihr nicht mehr an Gedächtnisverlust. Aber auch das spielt nicht wirklich eine Rolle, weil die Story um euch herumspielt und der Master in den vielen Gesprächen nur manchmal seinen Input gibt oder auf eine Frage reagiert.

Immerhin der Anteil der Textboxen (nach wie vor japanische Sprachausgabe, englische Bildschirmtexte) wurde etwas heruntergefahren, sodass ein besserer Flow entsteht. Erneut muss ich bereits an dieser Stelle sagen, dass mich die Geschichte nicht abgeholt hat und die Charaktere mir ebenfalls egal sind. Bleibt also das Gameplay zu bewerten.

3 Wege zum Ziel

In der Story Kampagne gibt es insgesamt 3 Stränge zu verfolgen. Die ersten beiden verlaufen parallel. Der dritte wird freigeschaltet, wenn ihr die ersten beiden Verläufe durchgespielt habt. Jeder Strang bietet ein anderes Ende bzw. es werden mehr Informationen hinzugefügt. Es lässt sich also nicht von einem schlechten oder guten Ende sprechen, sondern um jeweils erweiterte. Mit allen 3 Strängen (ohne dabei jeden Level gespielt zu haben) war ich gut 10 Stunden beschäftigt. Das erneute Spielen von Leveln ist ebenfalls möglich. Häufig kommt es dann vor, dass ihr selbst gegen eure Verbündete ins Feld zieht, ohne das es vorher nachvollziehbar gewesen wäre. Es geschieht einfach. Das spielt jedoch bereits im nächsten Level keine Rolle mehr, weswegen dieser Aspekt etwas konfus wirkt.

Hier seht ihr die drei Stränge in Fate/Extella Link. Der untere wird erst freigeschaltet, wenn ihr den obere n und mittleren Strang beendet habt

Als neuer Protagonist wird am Anfang der Ritter Charlemagne eingeführt, dessen Kontrolle ihr auch übernehmen könnt. Dazu stehen euch auch Nero und Tamono als Spielfiguren bereit, die auch beim Vorgänger eine tragende Rolle spielten. Im Verlauf erhaltet weitere Akteure, die Kennern ebenfalls bekannt sind.

Neu ist, dass ihr nach Auswahl der Mission in eure fliegende Basis gelangt. Dort könnt ihr zu Fuß oder per Menü an drei Orten eure Charaktere verwalten, Gespräche mit ihnen führen und natürlich auch den Charakter wechseln. Jede Figur besitzt über einen eigenen Kampfstil, sodass es hier Munteres ausprobieren gefragt ist, sofern ihr Lust darauf habt. Es reicht aber auch vollkommen, bei der ersten Wahl zu bleiben.

Beim Verwalten eines Charakters könnt ihr im ein Rüstungsteil anlegen, dass ihm im Kampf Items zukommen lässt (wie Heilung/Attacke stärken), die dann per Steuerkreuz zum Einsatz kommen (die sogenannten „Code Cast“). Eure Spielfigur verbessern dagegen geschieht mit den „Instant Skills“. Diese sammelt ihr automatisch, da ihr sie als Belohnung für das erfolgreiche Abschließen eines Levels und Nebenmissionen (bestimmte Vorgaben müssen im Kampf erfüllt werden, wie eine Kombo von 400 aufs Parkett legen, oder nicht unter 50% der Lebensenergie fallen) erhaltet. Die Instant Skills werden als farbige Kugeln (blau, rot und gelb, verbessern eure Statuswerte) dargestellt und lassen sich auf freie Slots legen.

Neue Slots werden freigeschaltet, wenn ihr die Beziehung zu euren Mitstreitern stärkt. Da kommen wieder die erwähnten Nebenmissionen ins Spiel. Ihr seht vor Beginn eines Levels, was eure Begleiter gerne von euch erfüllt sehen wollen, klappt das, wird das Band der Freundschaft um eine Stufe erhöht. Als Belohnung winken neue Gespräche, neue Instant Skills und neue Unterstützungsboni.

Und da wären wir wieder

Spielerisch hat sich wenig getan und die Kritikpunkte vom letzten Mal lassen sich auch jetzt wieder wiederholen. Nach wie vor gilt es innerhalb eines Levels sich von Raum zu Raum bewegen, um dort Mehrheitsverhältnisse zu erlangen, bzw. die von euren Gegnern besetzten Räume zu befreien und selbst einzunehmen. Das geschieht schlicht und einfach durch das Besiegen eurer Feinde, die auch weiterhin vom Design her nicht die Rede wert sind. Es gibt wieder unzählige Fußsoldaten, die als Kanonenfutter dienen und deren „Chefs“ die besiegt werden müssen, um einen Raum einzunehmen.

Eines der zahlreichen Bonuskostüme aus Fate/Extella Link. Manche sind bereits zu Beginn des Abenteuers verfügbar und weitere lassen sich freispielen. Hier seht ihr Nero in der Chibi-Variante

Mit Y und X führt ihr eure Standardangriffe aus, die ihr kombinieren könnt. Mit B wird gesprungen und es gibt auch eine Taste zum Blocken, die aber kaum zum Einsatz kommt. Je mehr Fußvolk über den Jordan geht, umso mehr füllt sich eure „Drive Leiste“. Ist diese voll, wird sie auf A aktiviert. Nun seid ihr für eine Zeitlang stärker oder ihr drückt erneut auf A, um einen starken Flächenangriff auszuführen. Damit füllt sich dann auch eine weitere Leiste, die per ZR ausgelöst wird. Diese entfacht dann eure Super Attacke, die dann in einer Bildschirmfüllenden Animation ausgetragen wird und dann quasi der gesamte Bildschirm explodiert. Typisch Japanisch, typisch übertrieben und damit ebenso zum Teil spektakulär in Szene gesetzt. Zum Glück lassen sich diese Animationen aber auch abbrechen.

Das Kampfsystem läuft immer nach dem gleichen Schema. Ihr füllt eure Leisten, führt die Spezialattacken aus und weiter geht es in den nächsten Raum. Immer und immer wieder, Variationen gleich Null.

Wirklich koordiniert sind eure Aktionen natürlich dabei auch nicht, sodass ihr die speziellen Feinde und Bosse nicht einmal anvisieren könnt. Es ist also ein chaotisches Schlagen in die 4 Himmelsrichtungen mit schnellen Richtungswechsel, da ihr euch ständig neu orientieren müsst, da eure Spielfigur wie ein Derwisch agiert.

Innerhalb des Levels wechseln eure Vorgaben, sodass euch immer eine Richtung aufgezwungen wird, wohin ihr als nächstes geht. Besonders nervig wird das, wenn eurer Startsektor, indem sich der Master aufhält (wow, wird er auch nochmal erwähnt) angegriffen wird. Denn verliert er die Lebensenergie, heißt es Game Over und der ganze Level muss von vorne gespielt werden. Häufig ist es so, dass ihr dann von einem Ende der Karte wieder zu eurem Sektor müsst, um ihn zu verteidigen, weil Selbstverteidigung scheint einfach nicht drinnen zu sein.

Durch das vorherrschende Chaos kann es passieren, dass es euch im Eifer im Gefecht gar nicht zunächst auffällt, was in eurer Basis geschieht, sodass ihr es erst dann bemerkt, wenn es zu spät ist. Ein ständiger Blick auf die Mini-Map ist daher ratsam.

Mein Kritikpunkt an der ganzen Chose ist, dass fast alle Missionen so ablaufen und ihr damit nie die freie Wahl habt, in welcher Reihenfolge wie ihr die Räume befreit. Deswegen habe ich das Spiel von Normal auf Leicht gestellt, weil es mich tierisch genervt hat, auf einmal Game Over zu gehen, weil der Master in Wirklichkeit ein schlaffes Würstchen ist und auf Leicht gegebenenfalls mehr Treffer einstecken kann.

Wo Fate Extella Link den größten Fortschritt erhalten hat, ist in der Grafik. Sie kommt deutlich detaillierter daher, was die Ausgestaltung der Umgebung angeht. In Kombination mit den vielen Farben und der flotten Action ohne merkliche Slowdowns, sieht das Spiel nun ordentlich aus. Musikalisch wird das Geschehen ebenso passend begleitet, vieles ist orchestral gehalten und daher recht pompös.

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet), PS4, PS Vita, PC (Steam)
  • Publisher: Marvelous Europe
  • Entwickler: Marvelous Inc.
  • Genre: Action, Hack and Slay
  • Spieleranzahl: 1 – 8 (wireless, jeder braucht aber eine Kopie des Spieles und online)
  • Release: 22. März 2018
  • USK-Freigabe: 12
2 Jahre später erschien mit Fate/Extella LINK der Nachfolger zu Fate/Extella: The Umbral Star für die PS4 und auf der Nintendo Switch, dessen Version wir uns nun angesehen haben. Vieles wurde im Vergleich zu Vorgänger beibehalten, weswegen man diesen Test und den zum Erstling gut gegenüber überstellen kann, um Vergleiche zu ziehen. Eines vorweg, mir gefiel der erste Switch-Teil aus diversen Gründen nicht wirklich, weswegen auch hier dann überprüft wird, was sich in dem einen oder anderen Bereich getan hat. Déjà-vu Neben dem Storymodus habt ihr die Auswahl aus Extramissionen und einem Online Multiplayer, in dem ihr mit weiteren 7…

Auch Fate/Extella Link hat es nicht geschafft, dass ich eine Bindung zu den Charakteren aufbauen konnte. Mir erschließt sich dieses Universum einfach nicht, die Story ist hanebüchen und wenn man dieses Spiel als Nichtkenner der Serie spielt, dann aufgrund des „Musou“-Gameplays. Für mich ist das alles Nichts und sollte es euch genauso gehen, dann wisst ihr Bescheid, dass ihr das Spiel guten Gewissens meiden könnt. Aber das sei auch gesagt, mögt ihr diese Art von Spiel und schreitet bereits erfolgreich durch diverse Vertreter – von Dynasty Warriors angefangen über Hyrule Warriors bis hin zu Fate/Extella – dann seid ihr hier genau richtig. Als Fan der Serie dann nochmal zusätzlich. Mechanisch kann ich dem Spiel wenig vorwerfen und warum ich nicht damit klarkomme, habe ich in diesem Test dargelegt. Zudem bietet das Geschehen einen ordentlichen Inhalt, durch die 3 Storystränge, viele spielbare Charaktere (über 20), den Extramissionen und nicht zuletzt dem Multiplayer.

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