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Travis Strikes Again: No More Heroes

Ganze neun Jahre nach No More Heroes 2: Desperate Struggle erscheint Travis Strikes Again: No More Heroes für die Nintendo Switch. Auch wenn wir wieder die Kontrolle von Travis Touchdown übernehmen, spielt sich der neuste Teil der Reihe komplett anders.

Dies hat laut Suda51 einen bestimmten Grund. Travis Strikes Again: No More Heroes ist ein Spin Off und soll die Gewässer für einen wahren dritten Teil testen. Falls sich das Spiel also gut verkauft, können Fans auf die Fortsetzung der eigentlichen Storyline hoffen.

From AAA to Indie

Mit einem sehr kleinen Team und einem geringen Budget betritt Suda51 erstmals nach Jahren wieder den Directors-Chair. Bereits in frühen Interviews machte er klar, dass Travis Strikes Again: No More Heroes als Indie-Titel aufzunehmen ist und nicht als großangelegtes Spiel aus dem Hause Grasshopper Studios.

Travis Strikes Again: No More Heroes
Travis Strikes Again: No More Heroes

Das Spiel beginnt mit dem Revealtrailer in dem Travis in seinem Wohnwagen von Bad Man angegriffen wird. Dieser ist der Vater von Bad Girl, die von Travis in der Vergangenheit ausgeschaltet wurde, um im Ranking der Auftragskiller nach oben zu kommen.

Während ihrer Prügelei stoßen sie gegen die Death Drive Mk II und werden kurzerhand in die Konsole gezogen. Von hieraus könnt ihr die Rolle von Travis oder Bad Man übernehmen (oder beide im Koop) und prügelt euch durch isometrische Retro-Level voller Suda51-typischer Charaktere und Gegner.

So Retro

Suda51 ist einer der wenigen Kreativköpfe der Videospielwelt, dessen Handschrift man durch die Masse an Mainstreamtiteln erkennt. Travis Strikes Again: No More Heroes macht dabei keine Ausnahme.

Der Artstyle, die Dialoge und das Gameplaydesign sind typisch für seine Philosophie der Spieleentwicklung. Leider kränkelt das Spiel allerdings auch an den typischen Problemen, die in Sudas Spielen auftauchen.

Das Gameplay ist dröge und wird auf Dauer auch nicht abwechslungsreicher. Ihr lauft stark lineare Level ab, prügelt auf Gegner ein, bis die entstandene Barriere verschwindet, wiederholt das einige Male und besiegt Bosse am Ende des Levels.

In den Stages sind Münzen und Skillchips verteilt. Diese lassen euch stärker werden und neue Fähigkeiten erlernen. Allerdings ist das Kampfsystem äußerst Arcade-lastig aufgebaut, sodass bis auf wiederholtes Buttondrücken und Ausweichen nicht viel Abwechslung geboten wird.

Travis Strikes Again: No More Heroes
Travis Strikes Again: No More Heroes

Das ändern auch die regelmäßig wechselnden Gegner nicht. Zwar sind die Designs ganz amüsant, jedoch sind es meist Standardgegner, etwas stärkere Standardgegner, große Brocken und explodierende Gegner.

Gelegentlich müsst ihr noch einfache Puzzle lösen oder Feuer und Rauchschwaden ausweichen, um voranzukommen.

Etwas Anderes bekommt ihr in Form von Minispielen. Diese erinnern an alte Klassiker wie die Bike-Rennen aus Tron oder 2D-Sidescroller.

Grafik & Sound

Wie angesprochen, spielt ihr Travis Strikes Again: No More Heroes aus einer isometrischen Perspektive. Dies bedeutet, dass ihr die Cel-Shadding-Optik abgesehen von einigen kurzen Zwischensequenzen nie wirklich aus der Nähe betrachten könnt.

Dies ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bekommt ihr die kreativ designten Gegner und Charaktere nicht zu Gesicht und zum anderen müsst ihr euch die schrecklich kargen und tristen Level nicht von der nähe aus ansehen.

Travis Strikes Again: No More Heroes
Travis Strikes Again: No More Heroes

Es ist stellenweise wirklich traurig, wie die verschiedenen Designaspekte gegeneinanderschlagen. Zum einen bekommt ihr herrlich verspielte RetroSprite-Arts, punk-inspirierte Graffitis und Charakterportraits, sowie 80s-Neonfarben und dann triste, braun/graue Umgebungen, die leer stehen.

Als besonderes Extra könnt ihr zahlreiche T-Shirts für Travis und Bad Man sammeln. Diese haben Logos diverser Indie-Games (und Zelda) abgedruckt und sind gleichzeitig eine Liebeserklärung von Suda51 an die zahlreichen Indie-Titel.

Soundtechnisch bietet sich euch auch ein gemischtes Bündel. Viele der Songs wiederholen sich nach 20 Sekunden, sodass ihr in den Leveln die gleichen Noten so oft zu hören bekommt, dass euch entweder die Noten oder das Hirn zu den Ohren rauskommt. Schade und… WIESO? War Akira Yamaoka zu beschäftigt oder wieso hat er den OST nicht komponiert, wo er doch bei Grasshopper angestellt ist?!

Einige der Dialoge im Spiel sind synchronisiert, ansonsten bekommt ihr wie in Killer7 hauptsächlich Gebrabbel oder Flüstern zu hören. Zumindest ist der Humor nicht zu kurz gekommen. Die Texte sind großartig geschrieben und durchbrechen die vierte Wand nicht nur einmal. Ironisch ist nur der Moment, an dem sich Travis beschwert, dass Spiele zu lange Tutorials haben nur um uns dann 3 Sekunden später jeden kleinen Schritt zu erklären.

DLC und Season Pass

Solltet ihr euch das Spiel direkt im Handel holen, bekommt ihr den Season Pass als Code direkt dazu. Dieser lässt euch zum 28. Februar und 30. April die kommenden DLCs Black Dandelion und Bubblegum Fatale spielen. Hierbei übernehmt ihr die Rolle von Shinobu Jacobs und Bad Girl, die ihre Auftritte in den vergangenen No More Heroes Titeln hatten.

Den Seasonpass gibt es solo für 9,99 € im Nintendo e-shop zu erwerben.

Travis Strikes Again: No More Heroes
Travis Strikes Again: No More Heroes
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: Nintendo
  • Entwickler: Grasshopper Manufacture
  • Genre: Action/Arcade
  • Release: 18. Januar 2019
  • USK-Freigabe: 16

Ganze neun Jahre nach No More Heroes 2: Desperate Struggle erscheint Travis Strikes Again: No More Heroes für die Nintendo Switch. Auch wenn wir wieder die Kontrolle von Travis Touchdown übernehmen, spielt sich der neuste Teil der Reihe komplett anders. Dies hat laut Suda51 einen bestimmten Grund. Travis Strikes Again: No More Heroes ist ein Spin Off und soll die Gewässer für einen wahren dritten Teil testen. Falls sich das Spiel also gut verkauft, können Fans auf die Fortsetzung der eigentlichen Storyline hoffen. From AAA to Indie Mit einem sehr kleinen Team und einem geringen Budget betritt Suda51 erstmals nach…

Es ist schwer Travis Strikes Again: No More Heroes direkt zu empfehlen ohne einen Beisatz hinzuzufügen. Das Spiel schlägt in eine bestimmte Richtung, die Fans von Arcadetiteln sicherlich gefallen dürften. Wer ein komplexes oder abwechslungsreiches Hack and Slay erwartet, wird jedoch schwer enttäuscht. Es ist auch eine prekäre Lage, in die Travis Strikes Again: No More Heroes von Suda selbst gebracht wurde. Einen möglichen dritten No more Heroes Teil an den Erfolg eines Spiels zu knüpfen, dass sich gänzlich anders spielt, kann man nur als unfair bezeichnen. Fans von Suda51 und dessen Spielephilosophie werden mit Travis Strikes Again: No More Heroes ihre Freude haben. Das Spiel versprüht seinen typischen Charme und lässt sich auch so spielen. Gamer, die nach Abwechslung suchen, werden jedoch aufgrund des repetitiven Gameplays und des einfachen Leveldesigns jedoch nicht glücklich.

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