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Hank von Hell – Das Interview zur Egomania-Tour

Mit dem Sexapeall und Hüftschwung einer Marylin Monroe und dem Körper eines LKW Fahrers im mittleren Alters hat Hans Erik Dyvik Husby aka Hank von Helvete aka Hank von Hell eine Bühnenpräsenz, die Seinesgleichen sucht.

Der ehemalige Frontmann der norwegischen Death-Punk-Band Turbonegro hat einige bewegt Jahre hinter sich. Nach einem erfolgreichem Drogenentzug, seiner Hochzeit und der Geburt seiner Tochter meldet sich der inzwischen 46 jährige Rocker zurück im Rampenlicht. Sein erstes offizielles Soloalbum mit dem passenden Namen „Egomania“ ist seit einigen Wochen auf dem Markt und passend dazu ist er nun auf Tour. Im Backstage in München hatten wir die Chance, ihm einige Fragen zu stellen.

GentleGamer: Du bist für eine ganze Weile nicht mehr in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Deshalb habe ich auf YouTube nach Interviews von dir gesucht und bin auf eines gestoßen, das du im Jahr 2012 gegeben hast (Hank von Hell: Impact of Drugs on Society | Special Interview with Hans-Erik Husby).

Hank von Hell: Nein, nein das war nicht Hank von Hell, sondern ein ganz anderer, upgefuckter Kerl namens Hans-Erik. Dieser hat einigen Scheiß abgezogen und für ihn kann ich nicht sprechen. Du sprichst also mit dem falschen Kerl.

Er hat seinen Körper für einige Zeit wieder übernommen und komische Sachen damit getrieben. Er hat sich mit dem Schauspielern versucht und ich war währenddessen festgesteckt in den belgischen Alpen – ca. 8000 Höhenmeter über dem Meeresspiegel und habe mit dem großen Masturbationsmönch meditiert. Als ich schließlich einen heftigen Tritt in den Schritt bekommen habe, war ich plötzlich zurück… und Hank von Hell war zurück.

GG: Was du uns also damit sagen möchtest ist…

HvH: …dass du mit Hank von Hell sprichst.

Anmerkung der Red. – nach dieser Antwort beschlossen wir weitere Fragen an Hans Erik zu streichen und uns ausschließlich auf die Kunstfigur Hank von Hell zu konzentrieren. Dies erwies sich als der bessere Weg, da wir wohl keine ernstgemeinten Antworten bekommen würden im Laufe des Interviews.

GG: In Ordnung. Habe verstanden. Dann lass uns doch über dein Songwritting sprechen. Schließlich ist es schon eine Weile her, seitdem du ein vollständiges Studioalbum veröffentlicht hast. Das letzte dürfte „Retox“ mit Turbonegro aus dem Jahr 2007 gewesen sein.

HvH: Ja…das kann gut sein. Ich erinnere mich nicht so gut an „Retox“. Mein aktuelles Solo-Album „Egomania“ ist das erste Album, bei dem ich die volle kreative Kontrolle habe. Ich habe es zusammen mit A.W Nine produziert. Dieser ist durch verlassene Abschnitte in der Mongolei gereist auf der Suche nach mir. Er hatte ein Gerücht gehört, dass ich mich den Mongolen angeschlossen hatte und suchte mich und fand mich schließlich. Daraufhin hatten wir ein langes Duell mit Schwertern.

GG: Und mit Schwertern meinst du …

HvH: Richtig – Kung-Fu Schwerter. Wir kämpften also eine ganze Weile und es war ziemlich cool. So ein cooler Schwertkampf wie man ihn aus Filmen kennt. Er dauerte Stunden an. Dann haben wir relaxed und Bier getrunken, wobei er mich fragte, ob ich ein Album aufnehmen möchte. Ich sagte zu und wir fingen an zu arbeiten. Cat Casino hatte ebenfalls seine Finger im Spiel und half enorm dabei, das Album so zu formen wie „Egomania“ nun ist. Es heißt „Egomania“ weil es nur um mich geht.

GG: Uns ist aufgefallen, dass sich dein Make Up verändert hat. Ebenso auch deine Farbpalette. Du trittst nun komplett in weiß anstatt schwarz auf. Was hat sich sonst noch bei Hank von Hell verändert?

HvH: Nun… kennst du diesen Hobbit Potter Typen mit seinem Zauberertypen Gandalf Voldemort? Weil Gandalf Voldemort geht nach Narnia um diesen riesigen schwarzen Balrog Dämon zu vögeln. Er vögelt ihn also für 1000 Jahre und taucht dann plötzlich in dem Game of Thrones Wald auf und trägt nur noch weiß. Außerdem bekommt er einige Make Up Tipps von dem deutschen Make Up Produzenten Kryolan und das Make Up verändert sich. Ja… genau so war es.

GG: Wo war Jackass Star Steve-O bei der ganzen Sache? (Anmerkung. Steve-O tritt im Video „Bum to Bum“ auf. Der ersten Singleauskopplung von „Egomania“).

HvH: Hast du die Dokumentation gesehen? Wo er mir in die Eier tritt? Da bin ich wiedergeboren worden. Er hatte die Ehre Hank von Hell zurückzubringen.

GG: „Egomania“ ist dein erstes offizielles Soloalbum – auf welchen Song bist du besonders stolz?

HvH: Das ist verdammt schwer… ich hatte die Möglichkeit, das ultimative Rock n‘ Roll Album zu produzieren, wie ich es mir vorstelle. Kein Dazwischenreden, keine Einwände, sondern meine eigene Vorstellung wie ich mich auf diesem Album hören möchte.

Deshalb glaube ich das „Adios“ am besten wiederspiegelt, wie die Aufnahmen zu „Egomania“ abgelaufen sind. Die anderen Stücke sind deutlich Party-lastiger im Vergleich zu diesem Stück. Deshalb bin ich besonders stolz auf „Adios“.

GG: „Adios“ ist mir beim Hören des Albums besonders in Erinnerung geblieben, da man so einen Song von dir nicht wirklich gewohnt ist. Wir reden schließlich von Hank von Hell und nicht von Hans-Erik Husby. War es eine Überwindung für dich, in solch dunkle Sphären einzutauchen?

HvH: Es gab immer dieses Element der Dunkelheit in Hank. Der Abstieg in die Hölle hat mich immer begleitet und ich habe immer darüber gesungen, wie tief ich gefallen bin, damit meine Fans wissen wie es dort unten ist, sodass sie mir nicht folgen müssen. Es ist mein Job dies zu tun, weißt du.
Ich mach das fürs Team – es ist verdammt schwer ein Rock Star zu sein…

Ein Rock Star zu sein bedeutet, luxuriös zu reisen und auf komfortablen Sofas zu sitzen, während man Blowjobs von interessanten Leuten bekommt

Anmerkung: Wir saßen während des Interviews in einer kleinen Umkleide im Backstage München auf Holzstühlen und an einem wackligen Tisch.

Manchmal sind die Sofas aber nicht weich genug und das ist verdammt hart. Das nagt an der Psyche… die harten Möbel.

GG: Aber du lässt dich nicht unterkriegen und sitzt auch auf harten Möbeln um Rock Star zu sein.

HvH: Du hast es erfasst. Es ist ein Fluch…

GG: Lemmy Kilmister hat es auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Er stand noch zwei Wochen vor seinem Tod auf der Bühne.

HvH: Im Backstagebereich des Jenseits findet gerade bestimmt eine riesige Party statt. Zusammen mit Hendrix und Bowie…

GG: Vermutlich. Es ist schwer guten Rock n‘ Roll heutzutage zu finden.

HvH: Dies ist auch ein Grund weshalb ich wieder zurück bin. Ich wollte mit „Egomania“ beweisen, dass guter Rock n‘ Roll immer noch gemacht werden kann. Rock muss seine Verantwortung wieder an sich reißen. Richtig guter Stadion-Rock wurde in den letzten 15-20 Jahre nicht mehr gemacht. Und das hat mich angekotzt. Deshalb war ich in den belgischen Alpen masturbieren.

Hank von Hell - Das Interview zur Egomania-Tour
Hank von Hell – Das Interview zur Egomania-Tour

„Let’s make Rock n‘ Roll great again!“. Wenn ich das Straucheln der vergangenen Jahre nicht beendet hätte, wäre ich wohl nicht mehr hier. Ich habe gesagt scheiß drauf. Wisch nach Links und nach Rechts auf Tinder und nimm das Leben wieder auf.

GG: An den Rolling Stones sieht man ja wunderbar, dass das Auftreten jung und fit hält.

HvH: Absolut. Mir ist auch aufgefallen, dass mein Publikum meine Chancen vergrößert auf Tinder und Grinder Matches zu finden. Meine Auftritte sind keine Konzerte, sondern riesige Tinderdates.

GG: Lass uns über deine alte Band sprechen. Seit deinem Weggang vor über zehn Jahren haben Turbonegro zwei Alben veröffentlicht. Hattest du die Chance diese zu hören und was hältst du davon?

HvH: Ich habe ein paar Sachen gehört und die waren großartig. Tony ist ein toller Sänger und die Band entwickelt sich weiter.

GG: Stehst du noch in Kontakt mit den Mitgliedern?

HvH: Nein, nicht wirklich. Wir leben ganz unterschiedliche Leben. Selbst als ich noch Teil der Band war. Ich respektiere ihre Werke und wünsche ihnen alles Gute aber ich bin mein eigener Herr.

GG: Gibt es aktuell Bands oder Künstler die du gerne hörst? Du hast vor kurzem erst den Song „Fire“ zusammen mit Mustasch aufgenommen, die erst letzte Woche hier aufgetreten sind.

HvH: Es gibt einige tolle Bands die mir gefallen. Aktuell höre ich Ghost ohne Ende. Deren Songs sind absolut „funky shit“. Ihr aktuelles Album ist großartig. Ich höre auch gerne Sachen von meinen alten Kollegen, die in letzter Zeit auch Comebacks gegeben haben. Wir alle haben unsere Midlifecrisis und das ist verdammt peinlich für einen Rock Star. Wir machen das aber anders wir haben einen Midlife Katastrophe.

GG: Der deutsche Markt ist neben dem skandinavischen einer der Hauptabsatzmärkte für Hard Rock und Heavy Metal. Wieso denkst du sind die Deutschen so empfänglich für deine und andere „dunklere“ Künstler?

HvH: (lange Pause) Ich denke die deutsche Szene nimmt es so gut an, da es eine Art „nordisches Kabarett“ ist. Die theatralische Dunkelheit bietet sehr viel Ehrlichkeit und ist nicht „amerikanisiert“. Ich kann mir vorstellen, dass viele deutsche Musikfans sich damit identifizieren können.

Es gibt natürlich auch fantastische amerikanische Punk- und Metal-Bands aber ich denke, der Ursprung ist europäisch. Aber es fehlt der gewisse theatralische und rohe Aspekt, den wir hier haben.

GG: Wir Europäer können uns auch besser mit Nieten, Leder, Jeans und Ärschen identifizieren als die Amerikaner.

HvH: Nicht wahr? Es hat was Euro-Pop trashiges an sich. Ich bin der Scooter der Punk Szene sozusagen.

GG: „How much is the Fish?“

HvH: Ganz genau. Ich schreibe aktuell einen Song der heißt „Scooter ist hat your fish? I found it“.

GG: Das würde den Song abrunden und die Frage beantworten. Ich glaube dir sogar das du diesen Song schreibst. Ihr habt es hier zuerst gehört!

GG: Wir haben vorher über Steve-O gesprochen. Seine Serie „Wild Boyz“ und Bam Margeras „Viva la Bam“ waren hauptverantwortlich dafür, dass ich einen Großteil deiner Musik entdeckt habe. Würdest du die beiden Serien einen großen Teil deines Erfolges zusprechen?

Oder war es vielleicht anders herum?

HvH: *lacht* Oh, nein auf keinen Fall. Da müssen wir ausnahmsweise realistisch bleiben. *lacht*

Hank von Hell - Das Interview zur Egomania-Tour
Hank von Hell – Das Interview zur Egomania-Tour

Ihre Unterstützung und ihr Willen Turbonegro auf die relevanten Bühnen zu bringen, war ein Hauptfaktor für unseren Bekanntheitsgrad – gerade in den USA. Ich bin mit Steve-O all die Jahre sehr gut befreundet gewesen und bin es immer noch. Dass er sich dann noch an meinem Comeback beteiligt, bedeutet mir sehr viel. Hank von Hell – Das Interview zur Egomania-Tour

GG: Der deutsche Markt ist neben dem skandinavischen einer der Hauptabsatzmärkte für Hard Rock und Heavy Metal. Wieso denkst du sind die Deutschen so empfänglich für deine und andere „dunklere“ Künstler?

HvH: (lange Pause) Ich denke die deutsche Szene nimmt es so gut an, da es eine Art „nordisches Kabarett“ ist. Die theatralische Dunkelheit bietet sehr viel Ehrlichkeit und ist nicht „amerikanisiert“. Ich kann mir vorstellen, dass viele deutsche Musikfans sich damit identifizieren können.

Es gibt natürlich auch fantastische amerikanische Punk- und Metal-Bands aber ich denke, der Ursprung ist europäisch. Aber es fehlt der gewisse theatralische und rohe Aspekt, den wir hier haben.

GG: Wir Europäer können uns auch besser mit Nieten, Leder, Jeans und Ärschen identifizieren als die Amerikaner.

HvH: Nicht wahr? Es hat was Euro-Pop trashiges an sich. Ich bin der Scooter der Punk Szene sozusagen.

GG: „How much is the Fish?“

HvH: Ganz genau. Ich schreibe aktuell einen Song der heißt „Scooter ist hat your fish? I found it“.

GG: Das würde den Song abrunden und die Frage beantworten. Ich glaube dir sogar das du diesen Song schreibst. Ihr habt es hier zuerst gehört!

GG: Wir haben vorher über Steve-O gesprochen. Seine Serie „Wild Boyz“ und Bam Margeras „Viva la Bam“ waren hauptverantwortlich dafür, dass ich einen Großteil deiner Musik entdeckt habe. Würdest du die beiden Serien einen großen Teil deines Erfolges zusprechen?

Oder war es vielleicht anders herum?

HvH: *lacht* Oh, nein auf keinen Fall. Da müssen wir ausnahmsweise realistisch bleiben. *lacht*

Ihre Unterstützung und ihr Willen Turbonegro auf die relevanten Bühnen zu bringen, war ein Hauptfaktor für unseren Bekanntheitsgrad – gerade in den USA. Ich bin mit Steve-O all die Jahre sehr gut befreundet gewesen und bin es immer noch. Dass er sich dann noch an meinem Comeback beteiligt, bedeutet mir sehr viel.

GG: Er hat in den letzten Jahren auch so einiges durchgemacht und hat seine eigene Verwandlung hinter sich.

HvH: Oh ja das hat er. Wir waren auch all die Jahre in Kontakt. Diese Freundschaft ist unzerstörbar und unendlich. Bam Margera, Jackass Regisseur Jeff Tremaine und Wild Boyz Co-Star Chris Pontius unterstützen mich ebenfalls sehr. Ich freu mich sehr darauf, sie in den USA wiederzusehen.

GG: Hast du mit den Jungs von Jackass aktuell etwas in der Planung?

HvH: Nichts Konkretes im Moment, aber man weiß ja nie.

Egomania ist ab sofort im Handel auf CD, Platte , mp3 oder auf Streamingdiensten zu finden.

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