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JCB Pioneer: Mars

Spätestens nachdem die Menschheit ihren Fuß auf den Mond gesetzt hatte, lautete das nächstmögliche Ziel, den Mars zu erreichen. Ohne dafür ein Experte zu sein, sollte dies in den nächsten 30 Jahren geschehen. Auch wenn der rote Planet nicht wirklich ein bewohnbarer Ort ist – es herrschen große Temperatur Unterschiede wie in Äquatornähe etwa 20 °C am Tag und bis auf zu −85 °C in der Nacht, es existieren verheerende Stürme und durch das Klima ist eine Vegetation schon einmal gar nicht vorhanden – scheint der Mensch, dennoch dort seinen Fußabdruck hinterlassen zu wollen. Dort ernsthaft zu wohnen, wirkt dann doch sehr utopisch. Für eure Spielfigur in JCB Pioneer: Mars stellt sich diese Frage schon einmal gar nicht mehr. Denn sie befindet sich bereits auf dem Mars und das Seelenallein. Dennoch liegt es alleine an euch, eine Kolonie aufzubauen. Ob ihr die Reise auf den Mars antreten solltet, verraten wir nun im Folgenden.

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JCB ist ein britischer Hersteller von Bau-, Land- und Industriemaschinen und ist im Markt der Baumaschinen der drittgrößte Produzent weltweit. Sofern man sich für sowas interessiert, dürfte der Name ein Begriff sein, weshalb Entwickler Atomicom (ebenfalls aus England) vermutlich auf die Idee kam, die Kooperation mit JCB einzugehen und Maschinen entwerfen zu lassen, die zum einen auch in der Realität auf dem Mars zum Einsatz kommen könnten und zum anderen spricht es das Klientel an.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Ihr seid auf dem Mars und baut eine Kolonie auf. Damit das klappt, müssen diverse Dinge erledigt werden. Das fängt bei der Reparatur von Gebäuden an und hört mit dem Sammeln von verschiedenen Materialen und Mineralien auf, die vonnöten sind, um neue Gebäude und andere zum Leben benötigte Gegenstände herzustellen.

Eine bereits relativ weit entwickelte Kolonie in JCB Pioneer

Ganz zu Beginn des Spieles geht es darum, eure kleine Basis, die aus der Raumkapsel, 2 Kollektoren und dem Fahrzeughangar besteht zu erreichen. Auf den Weg dahin macht ihr in der 3D-Umgebung auch erste Bekanntschaften mit den natürlichen Gefahren, wie schwerwiegenden Gewitterstürme und geht daher den Blitzeinschlägen aus dem Weg.

Spielbar ist das Geschehen sowohl aus der Third Person, als auch Ego-Perspektive, die ihr per Knopfdruck jederzeit wechseln könnt. Dazu kann eurer Marsmann auch springen. Durch die geringere Schwerkraft macht ihr höhere und langsamere Sprünge als es auf der Erde der Fall wäre. Da in JCB Pioneer auch das Erkunden des Planeten auf dem Plan steht, kommt es immer wieder mal vor, dass ihr von Sprüngen gebraucht machen müsst, um Abgründe zu überwinden oder zum Beispiel in einer Höhle Lava aus dem Weg zu gehen.

Instruktionen erhaltet ihr von einer Frau, die per Funk mit euch verbunden ist. Sie dient auch als Weghelfer, jedoch werdet ihr mehr als nur ihre Hilfe benötigen, um mit der Spielwelt klar zu kommen.

Lieber schnell den Rückflug antreten

Angekommen in der Basis werdet ihr mit den nächsten Aufgaben beschäftigt sein. Dazu gehören auch ein paar Reparaturen an Fassaden. Dafür nutzt ihr eure „Repair-Gun“. Auf die beschädigte Stelle zielen, abdrücken und schon ist der Bereich repariert. Praktisches Teil. Leider gibt es in JCB Pioneer einiges mehr zu reparieren, womit auch gleich in die Kritik einsteigen.

Wenn es ein Spiel nicht schafft, dass ihr angefixt werdet, dann ist das kein gutes Zeichen. Die Vorzeichen stehen ja durchaus gut: Ihr seid auf dem Mars, könnt einen fremden Planeten erforschen, sammelt Materialen und baut eure Kolonie auf. Letzteres erinnert sogar an ein Strategiespiel, indem ihr die Plätze auswählt, wo neue Gebäude gebaut werden sollen. Auch wenn ihr Instruktionen erhaltet, müsst ihr vieles im Spielsystem, also wie im Spiel etwas funktioniert, euch selbst beibringen. Und das im negativen Sinne, denn ihr habt nicht das Gefühl, dass es intuitiv ist, sondern eher, dass ihr keinen Plan habt. Das fängt selbst bei so einfachen Dingen an, wie eurer Inventar verwaltet wird und damit verbunden, wie man aus einer Kiste etwas in eurer Inventar legt und umgekehrt.

Fragen, die mir aufgekommen sind: Wozu ist dies oder jenes gut?  Oder auch: Wie kann ich meinen Raumanzug mit Energie, Sauerstoff versorgen damit ich nicht das Zeitliche segne?

Alle diese Prozesse werden nicht erläutert und lassen sich nicht schwarz auf weiß im Menü ersichtlich nachlesen. Menü wäre da ein gutes Stichwort. Dieses ist ebenfalls unübersichtlich.

Es existiert sogar ein Techtree, in dem ihr euch nach und nach verbessern könnt, ihr könnt gegen Credits weitere Fahrzeuge kaufen und euren Raumanzug ebenfalls aufrüsten. An sich alles Punkte, die euch normalerweise bei der Stange halten, wenn das Spiel euch nicht immer wieder durch seine wenig zugängliche Art Steine in den Weg legen würde.

Wegmarkierungen und Icons für zum Beispiel Mineralien seht ihr zwar auf dem HUD, aber diese sind ebenso wie die Ingametexte einfach zu klein dargestellt, dass es anstrengend ist, sie auf dem Bildschirm zu lesen. Das gilt sowohl im Handheld- als auch TV-Modus.

Wäre das nicht der Fall, würde sich ein besserer Spielfluss einstellen. Es müsste einfach ein Tutorial einsehbar sein, wie ihr das eine oder andere handhabt, oder auch welche Symbole welche Funktion haben.

Dazu gesellt sich eine schlechte Technik. Auch wenn die Umgebung des Mars glaubwürdig aussieht (sofern man das als Laie sagen kann), fallen Dinge wie eine deutliche niedrige Auflösung im Handheldmodus und eine nicht so gute bis katastrophale Bildrate auf. Letztere wird durch einen leicht zu wiederholenden Bug ausgelöst. Wenn ihr eurem Fahrzeug unterwegs seid und euch dann aufs Dach legen solltet, könnt ihr euch per Knopfdruck wieder aufrichten mit dem Ergebnis das ihr nun ein Daumenkino vor euch habt. Würde das Spiel die Videoaufnahmefunktion unterstützen, hätte ich davon ein Video gemacht. Das Spielgeschehen ist dann unspielbar und ihr müsst euren Spielstand neu laden (jederzeit speichern ist möglich).

Neu laden musste ich auch, als ich einmal zurück in meine Basis fuhr und der Hangar und meine Raumkapsel auf einmal verschwunden waren! Der Screenshot zeugt von dieser Situation und ihr seht die Kisten der Kapsel in der Luft schweben.

Da kommt man nach einem harten Arbeitstag zurück nach Hause und fragt sich: Wo ist mein Zuhause JCP Pioneer?!

Negativ fällt auch das eher gemächliche Spieltempo auf, was die Bewegung eure Spielfigur angeht und dadurch, dass der Mars so aussieht, wie er nun einmal aussieht, wird euch optisch kaum Abwechslung geboten.

All das führt dazu, dass ihr euch zu Beginn vor den Kopf gestoßen fühlt und euch damit das Spiel nicht abholt. Das gilt auch für eure Spielfigur, ein wenig mehr Background wer ihr seid und wofür eure Mission gut sein soll, wäre schon nett.

  • Plattform: Nintendo Switch (getestet), PC (Steam)
  • Publisher: Atomicon
  • Entwickler: Atomicon
  • Genre: Action, Strategie
  • Release: 24. Dezember 2018
  • Spieleranzahl: 1
  • USK-Freigabe: 0
Spätestens nachdem die Menschheit ihren Fuß auf den Mond gesetzt hatte, lautete das nächstmögliche Ziel, den Mars zu erreichen. Ohne dafür ein Experte zu sein, sollte dies in den nächsten 30 Jahren geschehen. Auch wenn der rote Planet nicht wirklich ein bewohnbarer Ort ist – es herrschen große Temperatur Unterschiede wie in Äquatornähe etwa 20 °C am Tag und bis auf zu −85 °C in der Nacht, es existieren verheerende Stürme und durch das Klima ist eine Vegetation schon einmal gar nicht vorhanden – scheint der Mensch, dennoch dort seinen Fußabdruck hinterlassen zu wollen. Dort ernsthaft zu wohnen, wirkt dann doch sehr…

Kurz gesagt, dieser Marsbesuch macht keinen Spaß. Geht man mit Sarkasmus daran, könnte man sogar sagen, dass JCB Pioneer Mars tatsächlich eine gelungene Marssimulation ist, die euch zeigt, dass der Planet kein Ort ist, wo man seine Ferien verbringen möchte. Das Spielgeschehen ist zäh, die Technik schlecht, wie das Spiel funktioniert müsst ihr euch penibel selbst beibringen und die sich wiederholenden Aufgaben des Materialiensammelns, um bestimmte Dinge zu bauen, reißen einen auf Dauer nicht vom Hocker. Dadurch, dass die Umgebungen wenig einladend sind, verspürt ihr auch nicht wirklich den Entdeckerdrang in euch. Daher: Meiner Meinung nach ist JCB Pioneer: Mars keine Reise zum Mars wert.

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