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Am liebsten mag ich Monster

Am liebsten mag ich Monster ist das Erstlingswerk der 55 Jahre alten Cartoonistin und Designerin Emil Ferris.

Sobald man den dicken Wälzer aufschlägt, fällt einem direkt die Gestaltung der Graphic Novel auf. Die Seiten des Buches sind einem Tagebuch bzw. Notizbuch mit linierten Seiten gehalten. Die Zeichnungen sind oft in schwarz-weiß und wenn Farbe ins Spiel kommt, dann sind es meist blasse und helle Töne, die Kühle und Distanz vermitteln. Besonders auffällig sind die aufwändigen Schraffierungen der Zeichnerin, die Figuren und Szenen sehr lebendig und dreidimensional wirken lassen.

Als Detektiv unterwegs

Wir begleiten die 10 jährige Karen Reyes auf ihrem Weg zur Detektivin. Das junge Mädchen lebt in Chicago im Frühjahr 1968 und hat ein großes Interesse an Kunst und Horror. Wenn sie nicht gerade in einem Gemälde versinkt, sinniert sie über Frankenstein, Werwölfe und andere Untote. Doch damit nicht genug, denn Karen identifiziert sich regelrecht mit Werwölfen und wünscht sich nichts sehnlicher als selbst einer zu sein. So könnte sie das schlechte Verhältnis zum Rest ihrer Familie (Mutter & Bruder) ändern und diese auch zu Werwölfen machen.

Am liebsten mag ich Monster

Am liebsten mag ich Monster

Als Karens Nachbarin, Anka Silverberg eines Tages tot aufgefunden wird, beginnt das junge Mädchen damit den Tod genauer zu untersuchen. Die offizielle Ursache wird seitens der Polizei zwar als Selbstmord bewertet, dies sieht die angehende Ermittlerin jedoch ganz anders. Ausgestattet mit einem typischen Detektiven-Trenchcoat, beginnt sie ihre Ermittlungen. Dabei stößt sie auf Kassetten, die als Audiotagebuch von Anka verwendet wurden und ihre Lebensgeschichte beinhalten.

Sie überlebte den Holocaust der Nationalsozialisten, musste während ihrer Zeit in Berlin in den 20er und 30er Jahren als Prostituierte arbeiten und wurde aufgrund ihrer jüdischen Abstammung täglich terrorisiert. Anhand dieser Aufzeichnungen erlebt Karen Reyes das erste Mal von wahren Monstern, die es wirklich gegeben hat. Ohne Fangzähne oder ewigem Leben, nur durch grausame Taten.

Am liebsten mag ich Monster ist ein überraschendes und tiefgründiges Erstlingswerk. Laut Emil Ferris arbeitete sie über zehn Jahre an diesem Band – unter anderem auch als sie eine Weile lang obdachlos war. Sie bricht mit typischen Comic-Konventionen und altbekanntem Storytelling und bietet eine Geschichte voller Tiefgang und Metaphern für das Grauen – geschaffen von Menschenhand.

Am liebsten mag ich Monster

Am liebsten mag ich Monster

Die zahlreichen Anekdoten und zu kultigen Horrorfilmen der goldenen Ära der 30er und 40er Jahre sind dabei nur die Krönung eines großartigen Leseerlebnisses. Wer abseits von Batman, Spiderman oder den Turtles etwas gesetzteres lesen möchte und Gefallen an Geschichten wie Maus – Die Geschichte eines Überlebenden gefunden hat, wird mit Am liebsten mag ich Monster definitiv keinen Fehlkauf begehen.

  • Author: Emil Ferris
  • Zeichner: Emil Ferris
  • Verlag: Panini Comics
  • Release: 25. Juni 2018

Daniel Vetter

Passionierter Videospieler seit dem dritten Lebensjahr. Angefangen mit dem Nintendo Entertainment System zog sich die Leidenschaft bis ins Erwachsenenalter. Heute als PR-Manager, freier Redner und Texter unterwegs. Zu den Lieblingsreihen gehören Metroid, Smash Bros, Tales of und Halo 1-3.

Daniel Vetter

Passionierter Videospieler seit dem dritten Lebensjahr. Angefangen mit dem Nintendo Entertainment System zog sich die Leidenschaft bis ins Erwachsenenalter. Heute als PR-Manager, freier Redner und Texter unterwegs. Zu den Lieblingsreihen gehören Metroid, Smash Bros, Tales of und Halo 1-3.

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