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The Lost Child

Publisher NIS America ist vor allem dafür bekannt, nicht nur fleißig Rollenspiele entwickeln zu lassen, sondern sie auch vielfach hierzulande zu veröffentlichen. Auch wenn sie dann in der Regel nur in englischer Sprache/Schrift daherkommen. Ein weiterer Titel, der in diese Kategorie passt ist The Lost Child, das nun für die Switch veröffentlicht wurde und knapp ein Jahr zuvor für die PS4 und PS Vita erschien. Entwickelt wurde der Titel von Kadokawa Games, der hierzulande vielleicht durch den RPG Maker FES (3DS) oder God Wars (PS4, PS Vita) bekannt sind.

Ein Journalist auf Abwegen

The Lost Child spielt in Japan in der Gegenwart. Ihr übernimmt die Rolle von Hayato Ibuki, einem Journalisten, der sich auf Okkultismus spezialisiert hat. Da Japan sehr spirituell ist, liegt das gar nicht mal so fern, dass er diversen Geistergeschichten und anderem Mysteriösen auf den Grund geht, bzw. daraus eine Story bastelt. Hayato gerät in einen Konflikt zwischen Engeln, Dämonen und gefallenen Engeln. Das auch nicht wirklich durch einen Zufall, denn schnell wird euch der Begriff des Auserwählten an den Kopf geworfen, den ihr angeblich verkörpert. Das sagt jedenfalls Lua zu euch, die vom Himmelreich abgestiegen ist als Engel, um euch zu leiten. Der Konflikt zwischen den drei Parteien wird in Kapiteln erzählt, von denen es 8 gibt (+Bonusdungeon). Erst ab dem Ende von Kapitel 3 kommt die Geschichte langsam in Fahrt, denn ab hier wird allmählich klar, dass mehr hinter der Sache steckt und es nicht so simpel ist wie, ihr habt von Gott den Auftrag erhalten, die Dämonen und ihre Pläne aufzuhalten, um die Menschheit zu retten.

Schnapp‘ sie dir alle?

Bis ihr mal richtig Hand an eure Spielfigur anlegen könnt, dauert es eine Weile, denn vor allem Lua erklärt euch das eine oder andere. Dazu gehört auch eure spezielle Waffe, die einen „Astral Burst“ vom Stapel lassen kann. Damit seid ihr in der Lage, Monster (in Lost Child Dämonen und gefallene Engel) einzufangen, damit sie dann für euch kämpfen. Diese Kreaturen füllen dann eure Kampftruppe auf, sodass neben Hayato und Lua auch drei weitere Monster aus eurem Repertoire an eurer Seite kämpfen. Wie so häufig könnt ihr eure Begleiter auch „trainieren“, also im Level aufsteigen lassen. Während Hayato und Lua Erfahrungspunkte sammeln, kommt beim Trainieren das Karma zum Einsatz. Dieses sammelt ihr in den Farben blau, rot und lila, durch das Besiegen von Monstern oder durch die Auswahl einer Antwort in einer Dialogsequenz. Den Farben sind verschiedene XP Werte zugewiesen. Ein einfaches Beispiel. Während 100 blaue Karma Punkte euch 10 XP Punkte für das Monster geben, wenn ihr es einsetzt, geben dagegen 100 lila Karma Punkte nur 5 XP Punkte. Darauf zu achten, wie und wann ihr die Punkte einsetzt, müsst ihr aber nicht wirklich. Denn kämpft ihr fleißig, habt ihr in der Regel immer genügend Karma zum Trainieren zur Verfügung.

Während eines rundenbasierten Kampfes stehen euch die üblichen Optionen zur Verfügung wie ein Schlagangriff, einen Skill (Zauber) einsetzen, Verteidigen und Flüchten. Den Monstern sind Elemente zugeordnet (Wind, Holz, Feuer, Wasser), sodass sie in Beziehung stehen und ihr mehr Schaden anrichten könnt, wenn ihr ein Element einsetzt, worauf ein anderes allergisch reagiert. Mitten im Kampfgeschehen lädt sich die Burst Leiste auf. Je voller sie ist, umso stärker wird eurer Astral Burst. Es kann sich also lohnen mit dem Einfangen zu warten, bis die Leiste möglichst weit gefüllt ist. Soweit kommt das einem alles sehr bekannt vor, da viele japanische Rollenspiele ein Monster-Fangen-und-trainieren-System besitzen. Aber The Lost Child erinnert außerdem vom Gegnerdesign an Shin Megami Tensei. Ebenso fühlte ich mich an Etrain Odyssey erinnert, was den Aufbau der Dungeons und den Einsatz der eingeblendeten Karte anbelangt. Im Gegensatz zur Atlus-Serie zeichnet ihr hier eure Karte nicht selbst, sondern jede Bewegung von euch wird automatisch kartographiert. Dazu werde Dinge wie Treppen, Schalter und andere markante Punkte eingetragen.

Die Dungeons sind häufig sehr verzweigt aufgebaut, sodass ihr sehr damit beschäftigt seid, jeden Weg nachzugehen. Schließlich geht es darum, die Treppe zur nächsten Ebene zu finden. Obwohl eure Laufgeschwindigkeit nicht langsam ist, nimmt das Herumlaufen einiges an Zeit ein, vor allem dann, wenn eine Ebene groß ist und diese auch noch mit Weghindernissen versehen sind, die ihr erst einmal umgehen müsst. Da müssen Schalter umgelegt werden um Türen zu öffnen, Schalter umlegen, um Wasserstände zu verändern, oder ihr müsst Hindernisse su verschieben, dass ein neuer Weg entsteht. Zwischendurch stellen sich eine Vielzahl Feinde in den Weg in Zufallskämpfen. Diese finden zwar nicht alle 3 Meter statt, aber sie nehmen dennoch einiges Zeit ein und sie fangen an zu langweiligen, wenn ihr abermals von Punkt A nach B läuft.

Laufen ist da ein weiteres Stichwort. Durch ein Item könnt ihr jederzeit ein Dungeon verlassen, um euch neu ausrüsten. Nur den Rückweg müsst ihr laufen beginnend wieder auf Ebene 1. Abkürzungen existieren zwar hier und da, ums Laufen werdet ihr aber dennoch nicht Drumherum kommen. Ziel jedes Dungeons ist es, die unterste Ebene zu erreichen. Hier wartet dann der obligatorische Bosskampf auf euch.

Fernab des Kämpfens

Eure journalistische Arbeit beschränkt sich darauf, mit Personen zu sprechen und der Ablauf gestaltet sich jeweils gleich. Ein neues Gebiet wird auf der Weltkarte (streng genommen Japankarte) freigeschaltet. Dann geht ihr dorthin und redet mit den Personen, die sich dort aufhalten. Dabei wählt ihr die Figuren lediglich aus, ihr bewegt euch nicht als Spielfigur. Die Hinweise, die ihr dort erhaltet, führen dann dazu, dass das nächster „Layer“ (Dungeon) freigeschaltet wird, in das ihr dann hineingehen könnt.

Desweiteren stehen euch verschiedene Shops zur Verfügung, die dazu dienen, euch mit Items einzudecken oder auch um eure Monster entwickeln zu lassen. Denn jedes Exemplar erreicht irgendwann eine Level-Obergrenze. Wenn das der Fall ist, geht ihr nach „Chodenji“. Gegen Bares und gegen ein bestimmtes Items kann sich eurer Monster entwickeln. Zwar startet es dann wieder bei Level 1, aber es wird bei seinen weiteren Levelaufstiegen stärker hervorgehen und neue Attacken erlernen (alte Attacken bleiben dabei erhalten).

Die Zeitungsredaktion ist eine weitere Örtlichkeit, in der Hayato seinen eigenen Arbeitsplatz hat. Hier lassen sich Items in eine Schublade packen, falls in eurem Rucksack kein Platz mehr sein sollte und ihr schaut euch ebenso Hinweise an, die auf dem schwarzen Brett angepinnt sind. Auch lässt sich hier speichern, neben den Speicherpunkten in den Dungeons.

Die Präsentation des Spieles ist eher als mau und zweckmäßig zu bezeichnen. Positiv zu erwähnen ist, dass viele Dialoge vertont sind und hier und da auch Anime Cutscenes eingestreut werden. Andererseits gibt es auch viele Textboxen zu lesen und was die 3D-Grafiken in den Dungeons anbelangt, wirkt The Lost Child wie ein 3DS Game in HD-Optik. Dazu passt auch, dass eure Gegner in 2D-Sprites daherkommen, auch wenn deren Design durchaus gelungen ist. Die Begleitmusik an den verschiedenen Orten oder im Dungeon ist passend, nur drängt sie sich in keinster Weise ins Ohr im positiven Sinne, dass man denkt „Wow, was für ein tolles Lied“.

  • Plattform: Nintendo Switch
  • Publisher: NIS America
  • Entwickler: Kadokawa Games
  • Genre: Rollenspiel
  • Spieleranzahl: 1
  • Release: 22. Juni 2018
  • USK-Freigabe: 12

 

Publisher NIS America ist vor allem dafür bekannt, nicht nur fleißig Rollenspiele entwickeln zu lassen, sondern sie auch vielfach hierzulande zu veröffentlichen. Auch wenn sie dann in der Regel nur in englischer Sprache/Schrift daherkommen. Ein weiterer Titel, der in diese Kategorie passt ist The Lost Child, das nun für die Switch veröffentlicht wurde und knapp ein Jahr zuvor für die PS4 und PS Vita erschien. Entwickelt wurde der Titel von Kadokawa Games, der hierzulande vielleicht durch den RPG Maker FES (3DS) oder God Wars (PS4, PS Vita) bekannt sind. Ein Journalist auf Abwegen The Lost Child spielt in Japan in…

Letzten Endes ist es die etwas zu dröge Präsentation und der doch zu monotone Spielablauf, die The Lost Child nur bedingt empfehlenswert machen. Hier kommt dann abermals der Satz zu tragen: Wenn ihr Fans von Dungeon Crawlern seid, es liebt, Etage zu Etage zu durchforsten, unzählige Zufallskämpfe zu bestreiten ohne weitere große Abwechslung, dann bietet das Spiel eine solide Kost ohne auch nur im Gameplay (Kampfsystem, Monster fangen und trainieren) irgendwas Neues zu bieten. Legt ihr dagegen mehr Wert im erzählerischen und in der Präsentation wird euch das dargebotene womöglich nicht an den Bildschirm fesseln. So erging es mir, sodass ich The Lost Child nie länger als maximal eine Stunde am Stück gespielt habe.

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