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Oh…Sir! The Hollywood Roast

Sich kreativ zu beleidigen, ist eine Kunstform und gehört auch zu einem gepflegten Streitgespräch. Besonders unter guten Freunden wirft man sich gerne die eine oder andere Beleidigung an den Kopf mit dem Wissen, dass es nicht ernst gemeint ist und man es deshalb nicht persönlich zu nehmen braucht. Das von uns gespielte Oh…Sir! The Hollywood Roast ist ein ungewöhnlicher Titel, sofern man es als Videospiel betrachtet. Denn hier besteht das gesamte Gameplay daraus, dass sich zwei Duellanten möglichst kreativ beschimpfen.

Irgendwie kommt mir das bekannt vor

Richtig, dieser Test verwendet viele Textbausteine des nahezu inhaltsgleichen Oh…Sir! The Insult Simulator, denn Oh…Sir! The Hollywood Roast ist das fast das gleiche Spiel nur mit einem anderen Anstrich, einem einzigen anderen Gameplayelement und es kostet 3,49 Euro, was rund 1,20 Euro mehr sind, als für den „Zwilling“ verlangt wird.

Aber auch durch diesen günstig erscheinenen Preis zieht es sicherlich die Blicke im eShop auf sich. Aber dieser Preis spiegelt sich überall im Spiel wieder, was den Umfang betrifft. Neben dem Optionsmenü, könnt ihr gegen die CPU antreten (ein einzelnes Duell oder den „Karriere“-Modus starten, bestehend aus 5 Duellen hintereinander) oder eure Freunde sowohl im lokalen Multi als auch online herausfordern. Das war es auch schon. Startet ihr eine Partie, wählt ihr im Charakter Bildschirm zunächst eure Figur aus. Hier bekommt ihr es denn mit bekannten Schauspielern oder Figuren zu tun in abgewandelter Form. Anhand der Karikaturen erkennt man leicht, um wen es sich handelt, selbst wenn die Figur im Spiel dann „Dirty Potter“ (Eine Mischung aus Dirty Harry und Harry Potter) oder Marilyn Nomore (welch „geistreiches“ Wortspiel) heißt. Danach könnt ihr eines von 8 Szenarios wählen, also wo das Duell stattfinden soll. Wählt ihr zum Beispiel „One Fool to rule them all“ aus, dann bestreiten die beiden Kontrahenten das Duell in einem Hobbithaus aus, inklusive Bild von Gollum an der Wand. Im Einleitungsdialog werden dann auch Zitate aus den jeweiligen Filmen verwendet.

Das klingt soweit also ganz witzig, sofern man sich einigermaßen mit Filmen auskennt (weitere Beispiele Pulp Fiction oder auch Zwei Glorreiche Halunken) und sofern man einigermaßen gut englisch kann. Denn das Spiel ist nur in englischer Sprache zu spielen. Spielt ihr ein Turnier erfolgreich durch, schaltet ihr einen neuen Charakter frei, riesig ist die Auswahl aber nicht (9 Charaktere).

Das „Gameplay“ von Oh…Sir! The Hollywood Roast

Beim Duellieren geht es darum, aus einer vorgebenden Anzahl an Satzbausteinen (also Subjekt, Konjunktionen, Teilsätzen mit Verben) Sätze zu bilden, die möglichst beleidigend sind. Von daher ist es immer ratsam, die Persönlichkeit oder das Aussehen seines Gegenübers zu beleidigen wie zum Beispiel „Your Movie isn’t even on IMDB“, also dein Film ist nicht einmal auf IMDB gelistet. Diese Satzbausteine werden in der Mitte angezeigt und beide Kontrahenten können sich aus diesem Fundus bedienen. Dazu hat jeder auf der L und R Taste jeweils weitere Wörter zur Verfügung, die nur vom Charakter selbst verwendet werden können. Drückt man den X-Knopf können diese beiden Felder einmal ausgetauscht werden, wenn man an der Reihe ist. Diese Funktion lässt sich daher als eine Art Joker betrachten, wenn in der Mitte keine passende Satzbausteine mehr vorhanden sind. Es kommt aber recht häufig vor, dass ihr händeringend nach einem passenden Wort sucht. Denn die Auswahl in der Mitte ist mit 9 Plätzen nicht gerade üppig, zumal jedes genutzte Wort nicht mehr zur Verfügung steht.

Das wäre aber zu verschmerzen, wenn man nicht bereits nach der fünften Partie denken würde, „ich habe jeden Satzbaustein bereits gesehen“.

Um zu gewinnen, muss eurer Gegner die komplette Energie, die in einer Leiste ähnlich wie bei einem Fighting Game dargestellt wird, verloren haben. Je gelungener eurer gebildeter Satz ist, umso mehr Punkte erzielt ihr bzw. umso mehr bekommt eurer Kontrahent abgezogen. Im „Fachjargon“ spricht man dann von „roasted“, daher auch der Titel des Spieles. Und mit der Comeback-Funktion, die mit dem Y-Knopf ausgelöst werden kann, gibt es hier den einzigen Unterschied im „Kampfsystem“ gegenüber dem Oh…Sir“ The Insult Simulator. Ein Comeback kann dann eingesetzt werden, wenn ihr bereits viel Schaden einstecken musstet und sich die Comeback-Anzeige gefüllt hat. Damit holt ihr zum Rundumschlag aus und eurer erstellter Beleidigungssatz wird dann extra viel Schaden anrichten.

  • Plattform: Switch
  • Publisher: Gambitious
  • Genre: Minispiel/Kommunikation
  • Release: 18. Januar 2018
  • USK-Freigabe: 0
Sich kreativ zu beleidigen, ist eine Kunstform und gehört auch zu einem gepflegten Streitgespräch. Besonders unter guten Freunden wirft man sich gerne die eine oder andere Beleidigung an den Kopf mit dem Wissen, dass es nicht ernst gemeint ist und man es deshalb nicht persönlich zu nehmen braucht. Das von uns gespielte Oh...Sir! The Hollywood Roast ist ein ungewöhnlicher Titel, sofern man es als Videospiel betrachtet. Denn hier besteht das gesamte Gameplay daraus, dass sich zwei Duellanten möglichst kreativ beschimpfen. Irgendwie kommt mir das bekannt vor Richtig, dieser Test verwendet viele Textbausteine des nahezu inhaltsgleichen Oh...Sir! The Insult Simulator, denn…

Was hat das Spiel sonst noch zu bieten? Richtig, nichts mehr, weswegen wir jetzt schon beim Fazit angelangt sind. Die Grundidee und auch die Darstellung der Charaktere als Karikaturen und dem englischen Humor (samt Sprachausgabe) ist ganz witzig, aber Oh...Sir! The Hollywood Roast bietet einfach zu wenig Variabilität bei der Auswahl der Schimpfwörter und der Witz geht zu schnell verloren. Spielt ihr das Spiel am Fernseher ist die Darstellung des Textes übrigens einen Tick zu klein, was sich sowohl für das Solo- als auch Multiplayererlebnis negativ auswirkt. Ich würde das Spiel niemanden empfehlen, beleidigen kann man sich auch so und sogar besser durch den größeren Wortschatz. Selbst bei einem Preis von 3,49 Euro, spart euch das Geld.

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