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Hey! Pikmin

In Hey! Pikmin auf dem 3DS erlebt Captain Olimar ein weiteres Abenteuer, das ihn wahrscheinlich an seine vorherigen erinnern müsste. Denn auch hier stürzt er notgedrungen auf einem Planeten ab und muss mit Hilfe der Pikmin sein Raumschiff wieder flott bekommen. Gänzlich anders dagegen gestaltet sich das Spielprinzip. Denn anstatt in einem 3D-Strategiespiel steuert ihr den Captain nun in 2D Levels. Wie sich dieser Wechsel schlägt, wird sich klären.

 

Irgendwas ist ja immer

 

So wie die Geschichte hier erzählt wird, fühlen sich Fans der Serie direkt heimisch. Nach einem Warpsprung findet sich Olimar inmitten eines Asteroidengürtels wieder und sein Schiff wird in Mitleidenschaft gezogen. Der Bordcomputer (die Künstliche Intelligenz fungiert als Stimme und Wegweiser im Spiel) schafft es noch, die Mühle auf einem naheliegenden Planeten landen zu lassen. Der Schaden ist äußerlich gar nicht so riesig, nur ist sämtlicher Treibstoff (Glitzerium) flöten gegangen. Also muss Olimar neuen auftreiben und laut Berechnungen werden dafür 30.000 Einheiten benötigt. Diese Angabe ist vergleichbar zum Beispiel mit den 30 Raumschiffteilen, die in Teil 1 benötig wurden, um das Spiel zu schaffen. In Hey! Pikmin läuft das Geschehen aber viel linearer ab, also von Level zu Level. Ihr könnt euch auf 8 Welten und dann den Endboss gefasst machen.

 

Jede Welt besteht dabei aus rund 5 verschiedenen Gebieten und kleinen Bonustages samt Endgegner am Ende (durch kompatible Amiibo lassen sich sogar weitere Bonus Stages freischalten). Die fortschrittliche Technologie des Raumschiffes kann aus allem quasi Glitzerium gewinnen. Anders ist es nicht zu erklären, dass diese Energie sowohl aus Nüssen als auch aus Schätzen gewonnen werden kann. Die Schätze sind wieder einmal Alltagsgegenstände wie zum Beispiel eine Schere, Spiegel oder auch Spielzeug wie eine Lokomotive oder Game Boy Module (Link’s Awakening, Donkey Kong Land). Pikmin geht der Frage, ob das Geschehen auf der Erde spielt, eigentlich nie wirklich auf den Grund. Aufgrund der Gestaltung der Spielwelt und den zu findenden Schätzen lässt sich jedoch davon ausgehen.

 

Aber genug philosophiert. Olimar ist nicht nur aufgrund seines Erscheinungsbildes ein kleiner Tollpatsch, sondern er wäre ohne fremde Hilfe dieser Aufgabe nicht gewachsen. Da kommen die Pikmin gerade recht. Stets hilfsbereit, tanzen sie ihm sprichwörtlich nach der Pfeife.

Eine typische Aufgabe: Eine Brücke über einen Abgrund bauen lassen

Und derer sind Fünf

 

Von den 7 bekannten Pikmin Arten kommen in Hey! Pikmin fünf vor. Außen vor bleiben Lila und die weißen Exemplare. Welche bleiben also übrig? Das wäre eine Frage für das Nerdquiz. Aber nun gut: Rot, Gelb, Blau, Fels und die Flügelpikmin bleiben übrig. Seltsam eigentlich, dass die Weißen nicht dabei sind. Denn in der letzten Spielwelt seid ihr ein toxischen Umgebung unterwegs.

 

Hey! Pikmin erinnert von der Spielweise her an die Nintendo DS-Ära. Denn auf dem Touchscreen findet größtenteils das Geschehen statt und der Stylus fungiert als Multifunktionswerkzeug. Einzig Olimar bedient ihr via des Schiebepads, dazu lässt sich eine Karte des Levels einschalten, wenn die Schultertasten betätigt werden. Der Rest erledigt der Stylus. Ihr berührt eine Stelle des Bildschirms und dorthin wird Olimar seine Pikmin werfen. Natürlich unterliegen sie dabei gewissen Reichweiten, sodass Abstände und Timing innerhalb der Level auch eine Rolle spielen.

 

2 Icons auf dem Touchscreen stehen Olimar immer zur Verfügung. Eins davon ist sein Jet Pack. Damit kann er sich begrenzte Zeit in der Luft bewegen und fliegen. Das dient dazu, an Höhe zu gelangen, Abgründe zu überwinden oder auch um versteckte Glitzeriumnüsse und Schätze zu finden. Interessant ist dabei auch, dass alle Pikmin aus dem „Folgen“-Modus entlassen werden und dann an Ort und Stelle verbleiben. Das zweite Icon ist Olimars Pfeife. Damit werden die kleinen Pflanzenwesen zu euch gerufen. Je weiter Pikmin entfernt sind, umso mehr Probleme bekommen sie euch zu erreichen. Klar, durch Hindernisse ist das nicht möglich, manchmal stellt sich die KI aber auch nicht gerade klug an, was die Wegfindung angeht. Auch wäre es zur Bewältigung mancher Hindernisse weitaus einfacher, wenn die Pfeife auch einen Stopp Befehl parat hätte. Denn so rennen die kleinen Kerlchen gerne auch mal in ihr Verderben.

 

Gemessen an den anderen Auskopplungen der Serie ist die Anzahl an Pikmin in jedem Level stark begrenzt. Gerade einmal 20 auf einmal werden es maximal sein, die euch bleiben. Aufgrund des Leveldesigns ist es aber auch nicht nötig, mir einer ganzen Horde anzutreten. Etwas schade dagegen ist aber, dass ihr zu Beginn nicht festlegen könnt, aus welchem Kontingent an Pikmin ihr welche mitnehmen wollt. Alles was ihr braucht, findet sich im Level. Die Pikmin machen sich in kleinen Nestern gemütlich und es kommen auch immer wieder neue zum Vorschein, falls ihr zwischendurch ein paar verliert.

 

Die Nester treten gleich an mehreren Stellen auf, was dazu führt, dass der Schwierigkeitsgrad leicht ist, selbst in den letzten Welten. Man kann also sagen, dass das Spielgeschehen ziemlich auf jüngere Zocker und auf Leute zugeschnitten ist, die keine 20 Jahre Videospielerfahrung haben. Fast jedes Level kommt in einem bestimmten Gewand her und manchmal passen sich die Pikminarten aufgrund der Thematik an. Einfache Beispiele wären hier, dass in einer Kristallhöhle die Felspikmin zum Einsatz kommen, da sie Kristalle durch einen Wurf zertrümmern können, während in Höhlen mit Wasser die blauen Exemplare in ihrem Element sind. Sogar Olimar kann schwimmend diese Level erkunden.

 

Selten kommt es vor, dass zwei verschiedene Arten auf einmal im Level mit euch geführt werden. Noch seltener tritt das bei drei Arten auf. Das wirkt sich wiederum auf den Schwierigkeitsgrad aus, weil es so weniger zum Überlegen gibt, welche Art ihr nun braucht.

 

Auch wenn es Level unter freiem Himmel gibt, sind die Höhlenvarianten in der Mehrzahl. Manche wirken ganz schön verwinkelt, da es innerhalb mehrere Durchgänge gibt, die euch in einen weiteren Teil des Levels führen. Dadurch kann es gut sein, dass ihr einen Schatz verpasst und das erst merkt, wenn es vorbei ist. Sogar versteckte Levelausgänge treten auf. Wenn ihr also jeden Schatz bergen wollt, dann werdet ihr wahrscheinlich öfters dasselbe Level betreten.

Bekannte und auch neue Gegner stellen sich immer wieder in euren Weg. In gewohnter Manier schleudert ihr eure Pikmin entgegen und bei dicken Brocken ist immer darauf zu achten, dass ihr eure kleinen Freunde nicht gleich ins Maul der Kreatur wirft.

 

Ab in den Park

 

Die Pikmin, die ihr aus einem Level mitnehmt, werden dann im sogenannten Pikmin Park losgelassen. Dieser Park besteht aus mehreren Gebieten und dient als Spielwiese für eure Pflanzenwesen. Viel gibt es hier für euch nicht zu bewerkstelligen. Ihr schickt eine Art in ein Gebiet und sie werden sich selbstständig darum kümmern, dort auf Entdeckungstour zu gehen. Der Park dient letzten Endes als Bonus, um weiteres Glitzerium zu sammeln. Es als netten Nebenschauplatz zu betiteln wäre jedoch zu viel gesagt, dafür gibt es hier doch einfach zu wenig für euch zu tun.

 

Was die Präsentation angeht, merkt man deutlich, dass Arzest Entwickler (Yoshi’s New Island) dahintersteckt. Grafisch fehlt es nicht viel und anstatt Olimar könnte auch Yoshi durch die Level wandern. Dennoch ist das grafische Gewand von Hey! Pikmo kleidsam und gelungen. Auch die Musik trägt zur gelungenen Präsentation bei, wobei man hier sagen muss, dass sie sich dezent im Hintergrund bewegt. Immerhin geht sie jedoch nicht auf die Nerven, was beim Yoshi Theme Song aus New Island noch der Fall gewesen ist. Manche Gegner und vor allem die Pikmin stechen mit ihren Animationen hervor. Olimars Gehilfen seht ihr fast in jedem Level mehrmals in kurzen Cutscenes. Auch wenn diese sich verteilt über das gesamte Spiel anfangen ein wenig zu wiederholen, sind die Szenen dennoch sehr liebenswert gestaltet worden.

 

Mehrmals oder vielmehr immer bekommt ihr allerdings die Introsequenz zu Gesicht. Startet ihr ein Level dauert es an die 20 Sekunden, bis ihr die Steuerung übernehmt. Da sich dieses Intro nicht abbrechen lässt, müsst ihr es euch jedes Mal ansehen.

 

  • Plattform: Systeme der Nintendo 3DS-Familie
  • Publisher: Nintendo
  • Entwickler: Arzest
  • Genre: Abenteuer Platformer
  • Release: 28. Juli 2017
  • USK-Freigabe: 6
In Hey! Pikmin auf dem 3DS erlebt Captain Olimar ein weiteres Abenteuer, das ihn wahrscheinlich an seine vorherigen erinnern müsste. Denn auch hier stürzt er notgedrungen auf einem Planeten ab und muss mit Hilfe der Pikmin sein Raumschiff wieder flott bekommen. Gänzlich anders dagegen gestaltet sich das Spielprinzip. Denn anstatt in einem 3D-Strategiespiel steuert ihr den Captain nun in 2D Levels. Wie sich dieser Wechsel schlägt, wird sich klären.   Irgendwas ist ja immer   So wie die Geschichte hier erzählt wird, fühlen sich Fans der Serie direkt heimisch. Nach einem Warpsprung findet sich Olimar inmitten eines Asteroidengürtels wieder und…

Hey! Pikmin hat ein entscheidendes „Problem“. Es ist zu gleichförmig, es bewegt sich konstant auf dem gleichen Niveau, dadurch das der Schwierigkeitsgrad nie über ein gewisses Maß hinaus geht. Das fängt beim Leveldesign und den vorhandenen Hindernissen an – sodass Kopfnüsse Mangelware sind – und hört bei den Gegner auf, die bis auf den letzten Endboss keine Gefahr darstellen. Hey! Pikmin geht also zu sehr auf Nummer sicher und fordert den Spieler kaum. Damit wäre die Perspektive eines Vielspielers beschrieben. Wie im Text bereits erwähnt: Jüngere Semester und Leute mit weniger Spielerfahrung, werden sich womöglich weniger über diese Dinge Gedanken machen. Sie bekommen ein nett gemachtes und gut präsentiertes Spiel, das man zwischendurch für ein, zwei Level einlegen und Spaß haben kann. Nebenbei lernen sie so das Pikmin Universum kennen.

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