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Fate/EXTELLA: The Umbral Star

Fate/EXTELLA: The Umbral Star von Marvelous erfuhr in der April Ausgabe der Nintendo Direct eine überraschende Ankündigung für die Switch. Zuvor war das Spiel im Januar hierzulande für die PS4 und PS Vita erschienen. Bei Fate handelt es sich um ein ganzes Universum, bestehend aus Mangas, Animes (beide ab Anfang 2006) und Videospielen. Dabei nahm alles seinen Ursprung im Visual Novel Fate/Stay Night für den PC (2004). Bei The Umbral Star handelt es sich aber um ein Actionspiel. Würde es vom Entwickler Omega Force kommen (Samurai Warriors oder auch Hyrule Warriors), dann stehe hier der mittlerweile verwendete Genre Begriff eines „Musou“ . Bedeutet also im Klartext; ihr kämpft mit eurem Recken gegen eine unzählige Anzahl an Feinden und räumt damit Bildschirm für Bildschirm auf. Genau diese Machart findet sich hier wieder.

 

Konfus wäre noch untertrieben

 

Dass Spiele euch zu Beginn eines Abenteuers gerne mal im Dunkeln lassen, ist ein Kniff, der immer wieder mal verwendet wird und dient dazu, die Geschichte häppchenweise zu erzählen. Auch hier seht ihr im Anfang euren „Avatar“ (Auswahl lediglich zwischen männlich und weiblich) in einer Anfangssequenz, die man überhaupt nicht zuordnen kann. Das Problem hier ist nur, dass sich das im Verlauf der nächsten Spielstunden nur kaum bessert. Und hier muss an dieser Stelle auch direkt schon eine persönliche Einschätzung abgegeben werden. Selten fiel es mir so schwer wie hier, einen Zugang zur Spielwelt, zu den Charakteren und zur Geschichte zu finden. Ihr werdet in eine Welt geworfen, die so tut, als würdet ihr die Zusammenhänge und deren Charaktere bereits ein Stück weit kennen bzw. über das Fate-Universum (gut) Bescheid wissen.

 

 

Gebe ich die Welt in meinen Worten wieder, schreibe ich nun wahrscheinlich sehr viel falsch auf, ehrlich sind diese Worte dennoch gemeint. Der Schauplatz ist der Mond oder eine Alternativwelt fernab der Erde. Viele Charaktere besitzen angelehnt an berühmte Persönlichkeiten der Antike bekannte Namen wie Nero, Archimedes oder Medusa und euer Avatar wird auch Praetor genannt (römisch für das höchste Amt nach dem König, also eine Art Hand des Königs). Ihr seid also die rechte Hand von Saber, die Königin einer Welt, die Seraph genannt wird. Eure Verkörperung hat das Gedächtnis verloren und im weiteren Verlauf bekommt ihr mit, dass ihr nicht das einzige Exemplar seid und auch andere Parteien über  einen – vom Aussehen her  gleich– Praetor verfügen.

Sabor sieht sich jedoch als Herrscherin und um das Territorium zu kämpfen, kommt es zu vielen Scharmützeln, die sich in Form von Massenschlachten zeigen.

 

Katz-und-Maus-Spiel

 

Die Kämpfe finden in mehreren Räumen statt, die verschiedene Formen besitzen und über Korridore miteinander verbunden sind. Das Ziel ist es jeweils, die Machthoheit über die gesamte Karte zu gewinnen. Das wird anhand einer „Fähnchen“ -Anzeige in der oberen Bildmitte angezeigt. Hier seht ihr, wie die Verteilung zwischen euch und eurem Gegner aussieht. Dazu zeigt die Map auch, wie viele Fahnen ihr gewinnt, bzw. dann der Gegner verliert, wenn ihr den Raum besetzt, in dem ihr euch gerade befindet. Einfaches Beispiel: Einen Einser-Raum nach dem anderen einzunehmen, bringt wenig, wenn die feindliche Armee stattdessen mehrere dreier oder vierer einnimmt. Also muss man immer wieder auf die Map schauen, auch um die Nester (hier in Form einer Pflanze dargestellt) schnellst möglichst auszuschalten. Denn diese lassen munter einen Aggressoren nach dem anderen spawnen und dieser Typ von Gegner kann euch effektiv schaden, da sie Gebiete einnehmen können.

Der Rest des weiteren Fußvolkes ist absolut generisch und dient im Grunde nur dazu, eure diversen Leisten aufzufüllen für Spezialangriffe. Dadurch das ihr die Anzeige überd ie Verteilung der Territorien stets im Auge haben solltet, fühlt sich das Spielgeschehen gehetzt an, Pausen einlegen oder sich Zeit lassen, ist im Grunde nicht ratsam.

 

Für eure Aktionen habt ihr neben dem Bewegen, Rennen, Springen und Blocken einen normalen und einen starken Angriff parat. Aneinanderreihen des X- und Y-Knopfes bringt Kombos hervor, ebenso das Kombinieren. Euch erwartet aber kein komplexes Kampfsystem wie bei einem Fighting-Spiel. Hier geht es nur um das schnelle draufhauen. Um dann auch gegen die Aggressoren und verschiedenen Bossgegnern mehr Schaden anzurichten, stehen insgesamt drei verschiedene Spezialattacken zur Verfügung.

 

Bei zwei von ihnen reicht es, stetig zu kämpfen, damit sich die entsprechenden Anzeigen füllen. Bei der einen Attacke drückt ihr den A-Knopf und greift dann nahezu alle Feinde auf dem Bildschirm an. Bei der anderen verwandelt ihr euch für kurze Zeit in einen Super Saiyajin, äh, in einer super starke Version von euch und heizt damit erst Recht richtig ein. Für die dritte Attacke müsst ihr euch ein wenig mehr anstrengen, dann dafür müssen erst 3 „Schaltkreise“ eingesammelt werden, die über der Karte verstreut sind, also eine optionale Attacke.

 

Ist der Endboss eines Levels besiegt, bekommt ihr ein Ranking verpasst und verdient euch außerdem ein paar Abzeichen. Diese fallen in die Kategorie Verteidigung, Angriff und Bewegung und können angelegt werden, um eure Hauptfigur ein wenig zu verstärken (einfaches Beispiel +5 Verteidigung). Von den Abzeichen können mehrere angelegt werden (kombiniert ihr gleiche Farben gibt es einen zusätzlichen Boost), gemäß dem Fall ihr steigert den Beziehungslevel zum Akteur.

 

Die Hauptgeschichte behandelt 3 Kampagnen zu je 5 Level. Dazu gibt es Nebenmissionen, in denen ihr die Steuerung weiterer Charaktere übernimmt, die in der Main Quest als eure Vasallen auftreten. Diese unterscheiden sich in ihren Attacken und bieten deshalb schon eine gewisse Abwechslung. Nur schade, dass die Level bereits bekannt sind und das Gameplay an sich wiederholend ist wie Pop Musik im Radio.

Das Element, dass Band der Freundschaft/Zuneigung zu stärken ist in Games kein seltenes. Auch in Fate/EXTELLA: The Umbral Star läuft es so ab, dass ihr die Zuneigung stärkt, je mehr passende Antworten von euch gegeben werden. Ebenso ist es besonders in japanischen Spielen nicht unüblich, dass diese Gespräche zum Teil sehr anzüglich ablaufen. Leider wird das hier auf die Spitze getrieben, dass man sich manchmal fragt, ob man ein Action-Spiel mit ernstafter Story spielt oder einen Softporno. Die folgenden Bilder zeigen euch nur ein paar der nahezu endlosen Beispiele.

 

Klick, klick, klick

 

Eine Frage, die zwar überspitz formuliert ist, aber dennoch berechtigt ist, ob man in Fate/EXTELLA: The Umbral Star mehr Zeit auf dem Schlachtfeld verbringt oder mit dem Durchklicken der gefühlt endlosen Textboxen. Wie erwähnt, fiel mir der Zugang zur Geschichte/zur Welt äußerst schwer, das bessert sich auch nicht, wenn man sich durch zig Textboxen klickt, vor allem dann wenn sie von sowas handeln (Bild) und auf Dauer deplatziert wirken.

 

Es stört den Spielfluß, wenn man eigentlich nur flotte Action haben will. Immerhin eine Sache, die das Spiel hinbekommt, dass das Kerngameplay in den Arealen flott von der Hand geht, wenn auch nicht ohne Kameraprobleme und leichten Einbrüchen manchmal in der Bildrate.

 

Da die vielen Textboxen bereits mehrfach nun erwähnt wurden, liegt der Schluss folgerichtig, dass die Präsentation sich keine Beine ausreißt. Und tatsächlich, selbst bei Actionszenen, wenn sich 2 Charaktere während eines Gespräches bekriegen, bekommt ihr häufig in Form von animierten Schwerthieben zu Gesicht, das war es. Die Verbindung zur Spielwelt und den Charakteren fällt zudem auch schwerer, wenn zum einen die Bildschirmtexte nur auf Englisch sind und zum anderen die Sprachausgabe nur aus Japanisch aus den Boxen kommt. Puristen mögen sich an der Tatsache erfreuen. Leute, die einen Blick auf das Spiel werfen wollen, schreckt es jedoch ab.

 

Da das Spiel auch noch auf der PS Vita erschien, könnt ihr euch wahrscheinlich denken, dass hier grafisch keine Bäume ausgerissen werden. Immerhin läuft es wie erwähnt zum größten Teil flüssig und farbenfroh sind die Spielumgebungen auch. Von der Musik ist mir aber nichts hängen geblieben, sodass ich sie als Begleitwerk einstufe.

 

  • Plattform: Switch
  • Publisher: Marvelous Europe
  • Entwickler: Marvelous
  • Genre: Action, Kampf
  • Release: 21. Juli 2017
  • USK-Freigabe: 12
Fate/EXTELLA: The Umbral Star von Marvelous erfuhr in der April Ausgabe der Nintendo Direct eine überraschende Ankündigung für die Switch. Zuvor war das Spiel im Januar hierzulande für die PS4 und PS Vita erschienen. Bei Fate handelt es sich um ein ganzes Universum, bestehend aus Mangas, Animes (beide ab Anfang 2006) und Videospielen. Dabei nahm alles seinen Ursprung im Visual Novel Fate/Stay Night für den PC (2004). Bei The Umbral Star handelt es sich aber um ein Actionspiel. Würde es vom Entwickler Omega Force kommen (Samurai Warriors oder auch Hyrule Warriors), dann stehe hier der mittlerweile verwendete Genre Begriff eines…

Es fällt mir schwer, dass Spiel für jemanden schmackhaft zu haben, ohne den obligatorischen Satz zu schreiben, „Für Genre/Musou- und Fans des Fate’s Universums ist es einen Blick wert“. Dass ich keine Vorliebe zu diesem Genre habe, sage ich bewusst offen, aber ich bin natürlich nicht so engstirnig, dass man mich nicht überzeugen kann. Leider gelingt das Fate/EXTELLA: The Umbral Star in den Bereichen Erzählung, die Bindung vom Spieler zu den Charakteren kaum und die mehrfach erwähnten Anzüglichkeiten sind auf Dauer einfach nur redundant und nehmen der Geschichte sämtliche Ernsthaftigkeit. Und selbst wenn man darauf keinen Wert legt, muss man sich durch endlose Textboxen klicken, um ins Gameplay zu gelangen.

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