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Gamescom 2016: Messebericht Teil 1

Die Zahlen sprechen wieder einmal für sich, sodass die Koelnmesse die gamescom 2016 als Erfolg verbuchen kann. So strömten rund 345.000 Besucher durch die Messehallen, was den Zahlen des Vorjahres entspricht. Wenn man die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt, ist das sicherlich ein guter Wert und zeigt zudem, dass sich das Publikum trotz der vermeintlich angespannten Sicherheitslage nicht beirren ließ. Soviel zu den nackten Zahlen. Kommen wir nun zum Erlebnisbericht der diesjährigen gamescom. Wieder einmal fällt dieser komplett subjektiv aus, da ich hier versuchen werde, aus meiner Sicht die Tage und was ich gesehen habe, wieder zu geben. Aber auch Daniel und Christina kommen mit ihren Eindrücken zu Wort. Und damit willkommen zum Nachbericht zur gamescom 2016.

Der Messeeingang Süd der gamescom

Ein Highlight gleich zu Beginn

Los ging es am Dienstagnachmittag. Kurzfristig konnte ich doch noch ein Zimmer oder viel mehr Sardinenbüchse direkt an der Messe beziehen. Am Abend lud dann Electronic Arts zum Grand Opening auf ihrem Messestand ein und begrüßte damit die anwesenden Journalisten und Fachbesucher. Auf diesem Event standen drei Spiele im Fokus. Battlefield 1, Titanfall 2 und Fifa 17. Diese Drei konnten dann nach der Einführungsrede auch angespielt werden. Mit Marco Reus trat auch ein echter Stargast auf. Der Fußballer des BVB spielte dann auf der Bühne zusammen mit den Moderatoren ein langes Match in FIFA 17. Natürlich sollte es Dortmund gegen Bayern sein, mit einem Sieg für den BVB. Wie man sieht, liegen Spiel und Realität doch noch weit entfernt ;).

Nach diesem Event sollte gar schon mein persönliches Highlight folgen. Dass Yooka-Laylee von Playtonic auf der gamescom anspielbar sein würde, das wusste ich. Nur war mir nicht bewusst, dass auch David Wise (Soundtrack zu Donkey Kong Country, Diddy Kong Racing, DK: Tropical Freeze uvm.) ebenfalls anwesend ist. Da Daniel mit Herrn Wise befreundet ist, ergab sich kurzfristig am späten Dienstagabend ein Treffen in der Kölner Altstadt. Neben David Wise fanden wir draußen am Pub auch noch zwei weitere Kollegen und ehemalige Rare Veteranen vor. Es waren Mark Stevenson und Gavin Price. Sie versammelten sich dort mit ihren Partnern von Team17, die bei Yooka-Laylee als Publisher fungieren. Es war ein sehr schöner Abend, samt Autogrammen auf meiner DKC und DK64 Anleitung und ich war ein Stück sprachlos nicht nur neben einer Legende zu sitzen, sondern auch mit Gavin und Mark gleich zwei weitere ehemalige und bedeutende Rareleute bei sich zu haben. Ein sehr merkwürdiges Gefühl, die Leute zu treffen, dessen Spiele man verehrt. Leider war es uns nicht möglich, David zu entlocken, woran er neben Yooka-Laylee zur Zeit arbeitet.

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Wir mit Gavin Price von Playtonic (Banjo Kazooie, Viva Piñata u.a.)

Mögen die Spiele beginnen

Nach einer kurzen Nacht (nicht wegen spät im Bett, sondern miserabel geschlafen), stand am Fachbesucher und Pressetag am Mittwoch der erste Termin an. Zuvor jedoch beim Einlass der gamescom wurden die verstärkten Sicherheitsbemühungen bemerkbar, sodass Taschenkontrollen vorgenommen wurden. Das natürlich auch an den Folgetagen. Nur fiel hier jedoch auf, dass nicht immer mit der gleichen Sorgfalt vorgegangen wurde. Während manchmal die Taschen rigoros durchsucht wurden, reichte es manchmal nur ein Fach zu öffnen und durch gewunken zu werden. Wie sinnvoll letztere Methode ist, darf sich jeder selbst beantworten.  Los ging es gegen 9 Uhr bei CD Projekt Red, die GWENT vorgestellt haben. Aus dem Kartenminispiel aus The Witcher 3 wurde aufgrund des großen Zuspruchs seitens der Fans nun ein eigenständiges F2P Spiel.

So wurde das Basisspiel übernommen und mit zusätzlichen Modi und neuen Grafiken erweitert. Sogar ein Singleplayer lässt sich nun vorfinden. In diesem werden bisher nicht erzählte Geschichten aus dem Witcher Universum erzählt. Dabei wird die Open World in einer Top Down Ansicht präsentiert. Hier kann sich der Spieler frei bewegen und an verschiedenen Stellen mit der Umgebung interagieren, um Gespräche freizuschalten oder eben auch Kämpfe zu inszenieren. Nett an der Kartenpräsentation ist, dass es sich um 3D Modelle handelt, die ihr euch angucken könnt. Zuerst wurde GWENT in einer Präsentation erklärt und dann konnte man sich selbst in einem Duell beweisen. Das habe ich sogar gewonnen, aber so richtig habe ich das Spielprinzip noch nicht verstanden, was wiederum beweist, dass  GWENT einem taktischen Spielssystem zugrunde liegt. Denn das geschickte Ausspielen von Hero Cards und diversen Boost Karten (größere Reichweite, Nebel des Krieges, stärkere Angriffe etc.) machen hier das Salz in der Suppe aus.

Der nächste Termin fand bei Wargaming statt und hier wurden wir wieder einmal sehr freundlich von Ingo Horn (Senior PR Manager) und Jörn Leue (PR Manager) begrüßt. Wargamings Marken gedeihen weiterhin prächtig, was diverse Zahlen von registrierten Nutzern eindrucksvoll belegen. Sich auf den Erfolg auszuruhen liegt, jedoch nicht im Interesse der Firma, sodass für World of Tanks ein umfangreiches Rebalancing aller Panzer bevorsteht. Da über die letzten 5 Jahre immer wieder neue Modelle ihren Weg in das Spiel gefunden haben und die Nutzer seitdem reichlich Feedback abgegeben haben, habe man sich nun zu diesem Schritt entschieden, um manches anzupassen. Da es Wargaming nun 5 Jahre gibt, wurde dieses Mal zu Ehren der vielen Fans eine Community Party als Dankeschön auf die Beine gestellt.

Sowohl für Konsole als auch PC wurden auch neue Spielmodi rund um den berühmten Mark I Panzer (erster Panzer der in WW1 zum Einsatz kam) vorgestellt. Zu muss im Modus Convoy ein Mark I beschützt oder zerstört werden (je nach dem in welchem Team ihr euch befindet). Der Panzer selbst fährt von der KI gesteuert eine abgesteckte Strecke ab, sodass eine wilde Hatz zwischen Beschützen und Zerstören entsteht. Neu auf Konsole ist zurzeit der Fun Modus Jeder gegen Jeden. Hier sitzen alle Spieler jeweils in einem Mark I und müssen sich keine Gedanken an Teamarbeit verschwenden, denn hier gibt es, salopp ausgedrückt, kräftig aus Maul und das von allen Seiten.

Wenn die Zeit bei Terminen nicht immer knapp bemessen wäre, ließe sich mehr zu weiteren Titeln wie World of Warships (das ebenfalls überaus erfolgreich läuft) oder auch dem bald erscheinenden Master of Orion (25. August) schreiben. Zudem hat Wargaming mit dem Top Down Shooter Hybrid Wars ein weiteren interessanten Titel in der Pipeline.

Logo von Hybrid Wars

Logo von Hybrid Wars

Als nächstes stand Shadow Warrior 2 von Devolver auf dem Plan. Hier konnten wir das Spiel im Koop ausprobieren und laut Daniel (der Teil 1 gespielt und gemocht hat), dürfte auch Teil 2, wenn man auf solche Shooter steht, eine sichere Bank sein. Abgedrehte Waffen treffen hier auf abgedrehte Gegner und das Ergebnis ist eine reichliche Balleraction mit hohem Splatterfaktor.

Kommen wir mit NBA 2K17 zu einem Spiel, mit dem ich persönlich wenig zu tun habe. Weder bin ich sonderlich am Sport Basketball interessiert, noch würde ich mir das dazugehörige Videospiel kaufen. Dennoch lässt sich zweifelsohne feststellen, dass Fans mit dieser weiteren Ausgabe erneut zufrieden sein dürften. Laut den Entwicklern wurde ein besonderer Wert auf Realismus gelegt. Das fängt bei den lebensechten Animationen an und hört beim Lightning und den natürlichen Farben auf. Die grafische Qualität hat mittlerweile solch ein gehobenes Niveau erreicht, dass man auf dem ersten Blick echt glauben kann, dass es sich um eine TV-Übertragung handelt. Hierzulande dürfte es die Fans erfreuen , dass die Euro League ausgebaut wurde und nun 21 Mannschaften umfasst, darunter mit Alba Berlin, Bayern München und Bamberg drei deutsche Vertreter.

Zur Abwechslung wurde es bei Rockband im Anschluss richtig musikalisch. Im Oktober erscheint die umfangreiche Erweiterung Rockband Rivals und in Zusammenarbeit mit dem Peripherie Hersteller PDP werden auch die Instrumente (Gitarre, Bass, Mic und Drums) neu auf und verbessert auf den Markt gebracht. Die bisherigen Instrumente werden aber auch weiterhin nutzbar sein. In Rivals hat es der neue Modus Rockudrama ins Spiel gefunden. In diesem gründet ihr eine Band und durch eure Leistung steigt ihr von einer Garagenband bis hin zu einem Top Act auf. Begleitet wird der Modus mit eingestreuten Real Life Szenen von persiflierten Rockstereotypen.

Nachdem uns die Entwickler etwas vorgespielt haben (wir verzichteten auf eine eigene Performance) ging es weiter zu Horizon Zero Dawn von Guerrila Games. Die Demo war bereits von der E3 bekannt. Auf Nachfrage wurde klargestellt, dass es im Spiel eine Erklärung dafür geben wird, weshalb die Maschinenwesen, die aussehen wie Tiere. auf der Erde nun das Ruder in der Hand haben, während die Menschheit wieder in der Steinzeit lebt. Ebenso wird das Spiel irgendwo auf der Erde spielen, anhand von Ruinen und anderen Insignien wird man feststellen, wo auf dem Planeten Horizon spielt. In der spielbaren Demo konnte man in einem recht kleinen Areal auf die Jagd gehen und einen „Maschinen-Elch“ mit Hilfe des Stabes umprogrammieren, um dann diesen als Reittier zu verwenden. Horizon macht einen sehr guten Eindruck und dürfte 2017 ein Hit für die PS4 werden. Vor allem die lebendig wirkende Flora und Fauna und die zerstörbare Umgebung (so wurden in einem Kampf Holzhütten zerstört) haben mich überzeugt.

Nach Horizon endeten die Termine für mich am Mittwoch und der Abend wurde in der EA Lounge, bei der Inno Games Party (Foto) und der Mafia III Party ausgeklungen. Das 2K Event fand im E-Werk in Köln Mühlheim statt, einer bekannten Location für eben Events und Konzerte. Auf der Bühne standen sogar zwei Bands, die durch den Abend die passende musikalische Begleitung erbrachten.

Inno Games Beach Party

Inno Games Beach Party

Christina

1C Company – Haimrik

Auf den ersten Blick ist dieses Spiel wirklich süß gezeichnet und nett
anzuschauen. Sobald man aber das Spiel begonnen hat, zeigt es sehr schnell seine
Kreativität. Den tschechischen Entwicklern der 1C Company ist hier ein Action
Adventure gelungen, dessen Idee zwar recht simpel ist, aber die es vorher so
noch nie gegeben hat.

Wir befinden uns in einer fiktiven mittelalterlichen Welt. Es gibt Drachen,
einen bösen König und Wordwarriors, quasi Wortkrieger, die alles und jeden
vernichten, der sich gegen die Monarchie stellt. Und dann gibt es da noch
Haimrik, ein einfacher, liebenswerter Bücherwurm, für den nur zwei Dinge im
Leben zählen, seine Bücher und die schöne Julina.

Wie soll es auch anders laufen, Haimrik möchte seiner Liebe helfen, gerät ins
Visier der Wordwarriors und muss 15 Level überstehen mit der einzigen Macht, die
er hat – die Macht der Worte. Genau das ist die besondere Spielidee, durch die
sich Haimrik von anderen Spielen dieses Genres unterscheidet.

In einer Jump and Run Manier durchlauft ihr die Level, in jedem Level
befinden sich mehrere Wörter und diese helfen Euch beim Kampf. Entflammt z.B.
beim Wort „fire“ der Boden, so müsst ihr Euch aus den anderen Worten ein
Löschwerkzeug basteln – wie z.B. „Wasser“ und „Eimer“. Klingt einfach, erfordert
aber das ein oder andere Mal ganz schön Köpfchen.

Neben einer unterhaltsamen Spielweise überzeugt Haimrik mit schwarzem Humor und
überraschend viel Blut, das dank der Sepia Optik noch besser zur Geltung kommt.
Was also erst mal wirkt wie ein kleines süßes Minigame, ist am Ende eine
witzige, geniale und zugleich extrem brutale Geschichte über die Liebe, das
Leben und das lesen.

Haimrik erscheint 2017 für den PC.

One comment

1 Pings/Trackbacks for "Gamescom 2016: Messebericht Teil 1"
  1. […] Und hier geht es zurück zu Teil 1 unseres Berichtes […]

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