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Quintet – Verloren, aber nicht vergessen

Ein Quintett ist eine Gruppe bestehend aus 5 Leuten. Quintet ist wiederum der Name eines Entwicklers aus Japan, der vor allem zur Zeit des Super Nintendos von sich reden machte und bis heute viele Anhänger besitzt.

Bevor ich über meinen Kontakt mit der Spieleschmiede zu Zeiten des SNES rede, gebe ich zunächst einen kurzen Abriss.

Gegründet wurde die Firma 1989. Kopf und Director der Firma ist Tomoyoshi Miyazaki. Der Name bezieht sich auf die 5 Elemente des Game Designs: Planung, Grafik, Sound, Programmierern und Produzenten. Ihr erster Titel lautete Legacy of the Wizard, ein Action-RPG, das unter anderem für das MSX und NES erschienen ist. Nachdem Terranigma als letztes SNES-Spiel erschien,setzte Quintet seinen Weg mit weiteren Games für die Playstation wie The Granstream Saga oder Project Laika fort, die aber wohl nur die wenigsten unter uns kennen. Seltsam anmutend ist das vermeintliche Ende der Firma. Obwohl selbst die Internetpräsenz von Quintet seit gut 10 Jahren offline ist, wurde die Schließung der Firma nie offiziell bekannt gegeben. Hier da und da entdeckte man in den Credits von Spielen aus Japan ,wie zum Beispiel in der Atelier-Serie, die Erwähnung des Namens Quintet. Aber selbst das ist bereits einige Jahre her und seit gut 6 Jahren hört und sieht man nichts mehr, weswegen man davon ausgehen kann, dass die Firma klamheimlich von der Bildfläche verschwand. Dieser Umstand ist aufgrund der tollen Spiele, mitsamt frischen Spielideen, die für das Super Nintendo erschienen sind, sehr bedauerlich. Abgesehen von Robotrek (nur Japan und USA) erschienen alle anderen Titel für das SNES in Europa. (Übrigens wurde Terranigma den USA vorenthalten)

Ein Abenteuer in zwei Akten : ActRaiser I und II

Quintets erstes Spiel für das Super Nintendo wurde, wie alle anderen Vertreter für die Nintendokonsole von Enix auf den Markt gebracht. ActRaiser (1990 Japan, 1992 Europa) zeichnete sich durch seinen nahezu einzigartigen Genre Mix aus. Ihr übernehmt die Rolle einer Gottheit und helft den Menschen dabei, die Welt zu besiedeln und nebenbei das Böse und Satan zu vertreiben. In 2D-Actionsequenzen lauft ihr von links nach rechts und bekämpft mit eurem Schwert und ein paar magischen Attacken fiese Widersacher samt Endgegnern, dazu gesellen sich auch Sprung- und Geschicklichkeitseinlagen. Abseits der Action jedoch erlebt ihr eine Städteaufbausimulation. Aus der Vogelperspektive steuert ihr dabei einen kleinen Engel, der mit seinen Pfeilen fliegende Monster besiegen kann und das Volk beim Aufbau einer Zivilisation verhilft. Einen derartigen Genremix habe ich bis heute nicht wieder entdecken können. Ausgezeichnet und auf jeden Fall zu erwähnen sind die Kompositionen von Yuzo Koshiro. Die Lieder von ActRaiser I und II sind so beliebt, dass sie hier und da von Orchestern gespielt wurden. ActRaiser II (1993 Japan, 1994 Europa) ließ den Simulationspart komplett hinter sich (sehr zu meinen Bedauern) und konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung der Actionsequenzen. In Teil 2 wird erklärt, dass Tanzra (Satan) einst ein Diener des Masters (Gott) gewesen ist, dann jedoch aufgrund seines Hasses auf ihn verbannt wurde. Hier besaß die Spielfigur nun Flügel, sodass weitere Bewegungs- und Angriffsoptionen (z.B. ein Gleitflug) zur Verfügung standen. Auch die Zaubersprüche wurden erweitert und damit das Kampfsystem verfeinert. Neben der wunderschön gezeichneten Grafik und dem Soundtrack blieb vor allem der bockschwere Schwierigkeitsgrad in Erinnerung.

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Soul Blazer, Illusion of Time, Terranigma:  Auch bekannt als Soul Blazer-Trilogie

Wer Action-Adventures im Stile eines The Legend of Zelda-A Link to the Past auf dem SNES mochte, wird sich mit Sicherheit über eines der drei Spiele gestolpert sein. Das gilt vor allem für Illusion of Time und Terranigma, da beide Titel von Nintendo vertrieben wurden. Obwohl die Reihe jeweils drei unterschiedliche Spiele darstellen, besitzen sie untereinander mehrere Parallelen. (Bossgegner aus Soul Blazer taucht unter einer bestimmten Voraussetzung wieder in Illusion of Time auf) So sind sich thematisch Soul Blazer (1992 Japan, erst 1994! in Europa) und Terranigma (1995 Japan, 1996 Europa) recht ähnlich. Eure Aufgabe ist es, die Welt nach und nach zu erschaffen, indem das Böse vertrieben wird und somit die Pflanzen, Tiere und die Menschen wieder auf die Erde zurückkehren können. In Illusion of Time (1993 Japan, erst 1995 in Europa) befindet sich der Held Will auf der Suche nach seinem Vater und bereist mit seinen Freunden die gesamte Welt und muss diese schließlich vor einem unheilvollen Kometen retten.

Alle drei Spiele schneiden ernste, erwachsene Themen an, die sich mit dem Tod, Hungersnöte, Sklaverei, dem Sinn des Lebens oder der Liebe befassen. Mir fallen da aus Illusion of Time direkt 2 Szenen ein. Die Opferung Hamlets (das Hauschwein von Kara), das sich auf das Feuer wirft, damit seine Freunde dem Tod durch Kannibalismus entgehen. Oder die rührende Floßszene auf dem Meer, bei der die beiden Protagonisten tagelang auf dem Wasser treiben, der Hunger sie fast in die Knie zwingt und sie sich zum ersten Mal näher kommen. In Terranigma bekommt man unter anderem einen sehr emotionalen Abspann zu sehen, bei dem die Liebe ebenfalls eine große Rolle spielt.

Wenn man es genau nimmt, existiert auch eine Verbindung zwischen Actraiser und Soul Blazer. In beiden Titeln wird die Gottheit als Master betitelt, die ausgesandt wird, die Welt zu retten. Aber es gibt noch mehr Verbindungen, sogar zwischen allen diesen 5 Quintet SNES-Titeln. Nämlich gleiche Soundeffekte, die zum Teil in jedem Spiel vorkommen. Sei es nun das Geräusch der scrollenden Texte auf dem Bildschirm oder Geschosse von Gegnern. Die zuständige Person hierfür wird anscheinend für alle 5 Spiele verantwortlich gewesen sein. Das gilt wiederum nicht für die Musik, auch wenn man das durchaus annehmen kann. Wie bereits erwähnt zeichnet sich für die Musik in ActRaiser I und II Yuzo Koshiro verantwortlich. In der Trilogie jedoch kam jedes Mal jemand anders zum Zuge.  Die Lieder aus Illusion of Time(Yasuhiro Kawaski) und Terranigma [Masanori Hikichi mit Miyoko Kobayashi (beide auch am The Granstream Saga Soundtrack beteiligt!)] gehören zu dem besten, was das SNES zu bieten hat. Aber auch Soul Blazer (Yukihide Takewawa) bietet einige schöne Melodien.

 

 

 

Als Spieler wird man in diese Welten komplett hineingezogen. Obwohl Soul Blazer etwas schwieriger zugänglich ist, lohnt es sich damit die Trilogie zu starten. In allen drei Titeln erlebt ihr eine faszinierende Reise, in der viele Dinge geleistet werden und es jeweils zum großen Showdown kommt.

Diese Trilogie bescherte Quintet einen gewissen Legendenstatus und nicht wenige würden es sich heute wünschen, wenn wieder Spiele solcher Machart erscheinen würden. Oder zumindest, dass die Soul Blazer-Trilogie auf der Wii U Virtual Console erscheint. Abgesehen von Actraiser I ist kein Quintet Spiel wieder veröffentlicht wurden. Und das ist wiederum ebenfalls, wie das leise Verschwinden der Firma, ein sehr bedauerlicher Zustand.

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